-->

Warum ich mir eine (vermutlich) einmalige Gelegenheit entgehen lasse.

Fernsehen ist ein seltsames Geschäft. Hier geht es vor allem um Aufmerksamkeit. Wenn man nicht läuft, findet man nicht statt. Und es ist natürlich immer noch das Topmedium Nummer 1. Ich hab das zum Beispiel merken dürfen, als ich dieses Facebook-Gruppen Buch bei Langenscheidt geschrieben habe und damit beim Sat1 Frühstücksfernsehen war. Eine Sendung, die ich immer sehr als Nebenbei-TV wahrgenommen habe. Was nicht mal böse gemeint ist, aber der Name Frühstücksfernsehen impliziert das ja schon.

Da habe ich dann in aller Herrgottsfrühe in zwei sehr kurzen Interviews von dem Buch erzählt. Und dann? Dann bekam ich den Anruf, das man den Verkäufen auf Amazon gerade zugucken könne, wie sie nach oben steigen. Wegen dem einen verpennten Auftritt! Das fand ich krass und hat mir wieder mal gezeigt, das Fernsehen einfach das Leitmedium ist. Und es macht mir dazu auch noch wahnsinnig viel Spaß, Fernsehen zu machen.

Nun sollte man also, gerade in meinem Job, darauf achten dort immer stattzufinden. Zumindest so oft wie möglich oder so breit aufgestellt wie möglich. Und damit kommen wir auch schon zu dem Konflikt, mit dem ich mich seit Tagen rumplage: Ich habe eine sehr interessante Anfrage bekommen, die ich noch vor ein paar Jahren ohne mit der Wimper zu zucken sofort zugesagt hätte. Und zwar zu “Günther Jauch“. Das ist quotenstark, das ist ein toller Sendeplatz, das ist eine Sendung, über die man auch am nächsten Tag noch spricht. Grundsätzlich ist es also super, dort mit auf der Bühne zu sitzen, vor allem wenn die Währung “Aufmerksamkeit” so wichtig ist. Ausserdem mag ich Jauch und fänd es cool, den mal zu treffen. Ich hab mich aber trotzdem (nach zwei Tagen schwierigem hin und her überlegen und abwägen) zähneknirschend dagegen entschieden. Warum?

Das Thema wird “Digitale Demenz” sein und natürlich wird Manfred Spitzer, Autor des gleichnamigen Buchs, auch Gast sein. An seinem Buch, an seinen Thesen wird es sich abzuarbeiten gelten. Nun ist darin wohl vieles sehr scharf formuliert, zumindest entnehme ich das den Antworten, die der Hirnforscher in letzter Zeit in diversen Talkshows gibt. Und natürlich hat der da in ein Wespennest gestochen, vor allem weil sich der Titel seines Werks ja auch noch auf unsere Kinder bezieht. Da steht unter dem griffigen Titel als Unterzeile: “Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen”. Ja, die armen Kinder! Wir verblöden sie gleich mit!

Ich habe das Buch nicht gelesen, ich werde es auch nicht lesen, aber alles, wirklich ausnahmslos alles, was ich davon mitbekomme, ist meiner Meinung nach technologiefeindlicher Blödsinn, der wissenschaftlich diffuse Ängste bedienen will, die Eltern haben, die sich mit neuen Medien (ich fühl mich langsam ehrlich gesagt lächerlich, Netz und co noch “neu” zu nennen, aber meh) nicht auskennen und noch nicht beschäftigt haben. Spitzer pauschalisiert alles, schert alle über einen Kamm und erzählt seit gefühlten 27 Talkshows die Anekdote, wie sein Sohn sein iPhone in den Müll geworfen hat, weil er keine Lust mehr drauf hatte (und weil es wohl kaputt war…). Nun, alles gutes Futter für eine Diskussion. Ein Thema, für das ich brenne und Thesen, die ich gerne in der Luft zerreissen würde. Ich geh aber trotzdem nicht hin.

In dieser Runde, in dieser Konstellation kann ich nur verlieren. Natürlich kenn ich mich aus, weil es um meine ganz persönliche Lebensrealität geht. Ich hab aber keine Studien auswendig zur Hand und ich werd einen Teufel tun, mich mit einer Zettelwirtschaft bewaffnet in ein Fernsehstudio zu setzen, nur um einem ignoranten Mann genug Gegenthesen zu liefern, die er dann spontan sowieso nicht akzeptieren würde. Ich hab mir den jetzt in zwei Sendungen (N3 Talkshow, ZDF LogIn) genau angesehen und komme zu dem Fazit: Spitzer geht es zu keinem Zeitpunkt um eine Diskussion, genausowenig wie es ihm um eine Lösung geht. Spitzer geht es wahrscheinlich nicht mal so sehr um unsere Kinder. Spitzer geht es nur um eins: Sein Buch zu verkaufen.

Das er mit dieser Strategie gut fährt, beweisen ihm die Spiegel Bestseller Listen, die er seit dieser Woche anführt. Da will man nicht so schnell runter und das bisschen Restsommerloch kann man ja noch nutzen, dort auch an erster Stelle zu bleiben. Und so poltert er wohl weiter lautstark durch diverse Shows und brüllt wie zuvor jeden nieder, der anderer Meinung ist als er. Wirft Menschen ausgedachte Lobbytätigkeiten vor und beschimpft sie als ahnungslos. Behauptet Medienkompetenz wäre egal (!!!) und es ginge nur um Wissen und kapiert zu keinem Zeitpunkt, wo die eigentlichen Probleme liegen. Darum geht es ja auch nicht. Die Studien, die er alle ausgesucht hat, sind alle gut und seriös, alle Studien die etwas anderes behaupten sind schlecht und unseriös. Es muss eine schöne Welt sein in Spitzers Kopf. (All das basiert auf seinem Auftritt bei ZDF login, oben verlinkt)

Nun, dem Mann ist an keiner Diskussion gelegen, klar, sonst müsste er ja sein eigenes Buch anzweifeln, das er gerade verkaufen möchte. Er ist so eine Art Hirn-Sarrazin: Ich habe recht, sie sind alle blöd. Und mit dem soll ich mich in eine Sendung setzen? Von dem soll ich mich anschreien lassen, als blöd verkaufen lassen? Von dem soll ich mir Studien zitieren lassen und mich als ahnungslos oder vielleicht auch als Lobbyist hinstellen lassen? Ich soll dem, als vermeitliches “Opfer”, indirekt helfen auch nur ein weiteres seiner offensichtlich panikschürenden Bücher zu verkaufen? Ich soll der kleine, junge, unwissenschaftliche Trottelnerd sein, der ja nicht weiß, was er sagt?

Ich hab mich wirklich gefreut und war ein bisschen stolz, bei Jauch eingeladen zu werden. Wirklich. Das ist mir eine sehr große Ehre. Aber nicht für diesen Preis. Ich diskutiere nicht mit einem Verweigerer eines Mindestmass an sozialem Miteinander. Ich diskutiere nicht mit so einem Verkäufer. Und erst recht nicht mit solch einem Fundamentalisten. Ich diskutiere nicht mit einem Wissenschaftler, der nicht diskutieren will oder kann. Sorry Günther! Aber danke! Und viel Glück!



Ein Hurenbock privat

Keine Angst (oder “Tut mir leid”, je nachdem), in diesem Text wird es nicht um mich gehen. Zumindest die Überschrift bezieht sich nicht auf mich. Aber von vorne:

Ich überlege die ganze Zeit, was ich jemals 13 Jahre am Stück gemacht habe. Also, ausser vielleicht besonders charmant zu sein, oder so. 13 Jahre verheiratet sein heisst bestimmt pferdeapfelne Hochzeit, oder so. Aber ich bin ja gar nicht verheiratet. Ah, ich habs! Ich kenne meine allerbeste Freundin, meine Verbündete, meine Soulmate nun seit 13 Jahren. Mit allen Aufs und Abs. Aber gibst noch irgendwas Anderes? Gibt es etwas Anderes, was ich seit 13 Jahren mache? Mein Beruf ist es irgendwie nicht, dafür war mein Lebensweg zu durcheinander. Nun sind 13 Jahre ja auch nicht die Welt, in einem Beruf. Einige Leute haben ja irgendwann ihr 40 jähriges Berufsjubiläum. Ich glaube für 13 Jahre im gleichen Job gibt es gar keine Glückwunschkarte zu kaufen, oder? Vermutlich nicht. Sollte es aber geben! Für einen jungen Typen, der gerade mal am Anfang der 30er ist, sind 13 Jahre ja schon eine Menge Holz. Und für eine Katze (Durchschnittsalter 15 Jahre) ja noch viel mehr! Quitzi, die beste Internetkatze aller Zeiten, feiert ihr 13 jähriges Jubiläum als Comicfachhändler im “Grober Unfug“, meinem schon viel zu oft erwähnten Lieblingscomicladen. Und er nimmt das zum Anlass, seine Expertise auszuspielen: Verschiedene Blogger bekamen von Quitzi einen Comic geschickt, der sie seiner Meinung nach begeistern könnte. Nun mag er sich mit kleinen bunten Bildchen auskennen, mit Menschen aber anscheinend nicht so sehr. Zumindest die ersten beiden Probanden dieses Feldversuchs waren von den Büchern, die sie bekamen, wenig begeistert.

Und da komme ich ins Spiel. Quitzi und mich, uns verbindet eine Vorliebe für seltsamen Humor, der bisweilen auch recht pubertär daher kommen darf. Wenn er, so wie beispielsweise in den Johnny Ryan Comics, dennoch irgendeine Komponente hat, die ihn zu etwas Besonderem macht. Also, ich weiß gar nicht ob wir beide diesen Humor haben, oder er immer nur so tut, wenn ich bei ihm im Laden stehe und er eigentlich lieber Hägar oder so was liest. Aber ich denke nicht. Er hat auch eine große Leidenschaft für das Archie-Universum, das mich zum Beispiel so gar nicht kickt. Das ist ja vielleicht ganz beruhigend zu wissen.

Nun bekam ich meinen Comic für die Aktion mit dem Titel: “Megaquitzchenmittwoch” (weil das Jubiläum an einem Mittwoch war). Und damit kommen wir auch endlich zur titelgebenden Figur dieses Textes. Das Buch heisst “Pascin”, ist von Joann Sfar und im Avant-Verlag schon 2006 erschienen. Quitzi meinte, es würde ihn wundern, das dieses Buch nicht viel erfolgreicher wäre. Nun gut. Gucken wir uns das ganze mal genauer an:

pascin-cover_klein

Das Buch fängt erstmal mit einem Trick an: Über den ersten vier Illustrationen von Pascin steht: “Der Autor möchte betonen, dass die Ereignisse in diesem Buch allesamt seiner Imagination entspringen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Biographie des Zeichners und Malers Julius Pinkas, genannt Pascin (1885-1930).” Das ist die erste Information, die man bekommt, bevor man irgendwas gelesen hat. Und dann geht es los, dieses Buch über den Maler Pascin, den sein Aktmodell schon im dritten Bild “Julius Mordecai Pincas” nennt. Die Relativierung also direkt wieder aufgehoben. Pascin ist ein Maler im Paris der Jahrhundertwende. Und er lebt ein Leben, wie man es sich genau da, von genau so einer Person vorstellt. Er zeichnet den ganzen Tag, wo er geht und steht, geht in Cafés, hat schöne Freundinnen, die sich gerne von ihm malen lassen. Ihn umweht ein Hauch von Lust, von Sex und von einer gewissen Ernsthaftigkeit. Er ist ein loyaler Freund, der sich die Menschen um ihn herum immer mit einem staunen ansieht. Er ist ein wenig in seine Muse verliebt, aber sie ist verheiratet. Vielleicht ist er auch eher in dieses Spannungsverhältnis verliebt. Überhaupt Liebe! Er macht sich nicht viel aus Körperlichkeit, aus Nähe. Ihn interessiert die Schönheit des Körpers. Lust ist für ihn, der sich als kleiner Junge gerne in einem Bordell aufgehalten hat, wohl eher Geschäft. Klare Verabredung. Notwendiges Übel. Spaß, ja, auch. Aber seine Inspiration ist woanders. Und Liebe ist für Pascin etwas ganz anderes.

So begleitet man ihn als Leser durch sein buntes Leben. Lernt seine ganzen Frauen kennen, erlebt ihn verzweifelt, erlebt ihn glücklich. Später erlebt man seine Potenzprobleme mit, seine verzweifelten Liebesversuche oder wie er sich, wohl um sich wenigstens wieder zu spüren, völlig grundlos lachend zusammenschlagen lässt. Nur um kurz danach in einer Kneipe ein Loblied auf die Liebe zu halten. Ja, Pascin ist wohl genau das, was man einen “Lebenmann” nennt, einen Bonvivant. Und ganz ehrlich, er ist der Typ, mit dem man um die Häuser ziehen möchte. Ein gütiger Zuhörer und faszinierender Erzähler. Ein Hafen für die ganzen Gestrandeten. Der am liebsten auch noch selber immer die Zeche zahlt. Guter Typ.

pascin_t06_01

Pascin liebt die Huren seiner Stadt. Er begehrt sie nicht körperlich, er fühlt sich mit ihnen verbunden. Sie ziehen ihn an, er liebt sie schon seitdem er als kleiner Junge seinem Vater Geld geklaut hat und zu ihnen ging - bevor er überhaupt geschlechtsreif war. Huren zogen und ziehen ihn an. Diese seltsame Atmosphäre in den Puffs, diese Mischung aus Abgeklärtheit und Verletzbarkeit, die die Nutten ausstrahlen. Dieses überhöhte Zurschaustellen weiblicher Attribute, das einerseits Geschäft ist, andererseits Lust am Spiel. Und die Macht, die die Nutten über ihre Freier haben, über die Männer. Das fasziniert ihn, zieht ihn immer wieder ins Rotlicht.

So wie sein bester Freund, eine Rotlichtgröße aus Marseille. Durch ihn lernen wir, wie und warum Pascin malt und zeichnet. So absurd das sein mag, der Verbrecher ist stellvertretend für den Leser. Versucht genauso sehr zu begreifen, was einen Künstler antreibt. Wie tickt Pascin? Niemand kommt einer Antwort darauf näher als Toussaint, der vermeintlich gröbste, ungehobelste und gefährlichste Freund des Malers.

pascin_t03_04

Das mag wirr klingen. Das mag wie ein Durcheinander klingen. Aber das ist kein Vergleich zu den Zeichnugen. Ich hab wirklich schon viele Comics gelesen. Von den unterschiedlichsten Zeichnern mit den unterschiedlichsten Stilen. Aber ich habe noch niemals jemand gesehen, der so viele verschiedene Stile gleichzeitig malt, wie Sfar in diesem Comic. Die Stile wechseln nicht nur von Kapitel zu Kapitel (was vielleicht noch dadurch zu erklären wäre, dass das Ganze ursprünglich eine sechsteilige Heftserie war), manchmal wechselt er auch mitten im Erzählfluss. Das ist absolut verrückt und kann in seiner craziness nur noch davon getoppt werden, das einem das beim lesen ü b e r h a u p t nichts ausmacht. Wirklich, so was seltsames hab ich noch nicht erlebt. Normalerweise, wenn ich das Buch nur mal eben so durchblätterte, würde ich sagen: Nö, nervt mich. Unruhig, kein durchgehender Stil, scheinbar willkürliche Wechsel des Strichs, will ich nicht lesen. Aber wie furchtbar falsch ich doch läge!

Die Stilwechsel sind so ziemlich eines der dynamischsten Stilmittel, die ich beim lesen je erlebt habe. Der Focus wird plötzlich total verschoben, egal was erzählt wird. Die Stimmung im Raum ist spürbar, die Stimmung der Protagonisten sowieso. Man macht eine Pause, der Strich wird ungenauer, Details unwichtiger. Der Schritt der Geschichte wird schneller. Dann wieder innehalten. Pascin entdeckt eine wunderschöne Frau. Der Strich wird ultradetailliert. Als wenn es jemand anders gemalt hätte - und doch ganz klar im Stil des Rests der Geschichte. Ich habe ehrlich gesagt gar keine Ahnung, wie Sfar das geschafft hat. Aber er ist der einzige, mir bekannte Zeichner, der so radikal so viele Stile in sich vereint. Und, na klar, diese Unterschiedlichkeit passt natürlich am hervorragendsten zu einer Künstlerbiographie. Die ja keine ist. Angeblich.

pascin_t01_01

Die Biographie des “echten” Pascin ist beherrscht von seinem Selbstmord, 1930. Sfar zeichnet ein ganz anderes Bild des Malers. Die Depression, die sich vor allem in den letzten Lebensjahren ihren Weg gebahnt hat, interessiert ihn höchstens am Rande. Hier und da blitzen solche Momente auf, aber sie bestimmen noch lange nicht den Alltag. Es geht um Pascins Leben, nicht sein sterben.

Ich weiß nicht, was von Sfars Geschichte wahr ist und was er sich ausgedacht hat. Das spielt auch wirklich gar keine Rolle. Er hat eine Geschichte gemalt, über einen Künstler der ihn fasziniert, offensichtlich auch inspiriert (die Zeichnungen des echten Pascin würden auch alle in den Comic passen), jemand dem er sich so versucht hat zu nähern. Indem er sich sein Leben vorstellt, vielleicht anhand von ein paar Eckdaten und Informationen. Ich halte solche Arbeiten für aufrichtige Biographien. Vielleicht erfährt man über den Autor der Biografie auch vieles, vielleicht spiegelt sich der Autor in dem Leben des Objekts seiner Faszination. Ähnlich wie in Couplands McLuhan-Biografie (hier die Weltfrieden-Review).

Ich habe vor vielen Jahren mal das Script für ein Hörspiel über Daniil Charms geschrieben, mein Lieblingsschriftsteller. Und da ging ich ebenso vor: Informationen waren spärlich gesät, eine Charms-Expertin hatte wohl Angst, das ihr irgendwas weggenommen würde und verbat sich jegliche Mithilfe und schrieb noch dazu: “Aber hüten sie sich vor Legendenbildung!” und hat mir damit die Augen geöffnet: Natürlich musste ich Charms zu einer Legende schreiben! Selbstverständlich musste ich ein paar kleine Anekdoten über ihn erfinden und zwischen die Fakten betten. Denn genauso hätte er sich das gewünscht! Kunst und Leben müssen verschwimmen, zu einer Einheit werden. Auch lange nach dem Tod. Na klar!

Und genauso eine Biographie, wie sie Sfar gezeichnet hat, hätte sich Pascin gewünscht. Um dann danach einen trinken zu gehen. Am besten im Puff um die Ecke.

(Die Bilder aus dem Comic, die hier abgebildet sind, sind natürlich und offensichtlich aus der französischen Version - ich hab die deutsche Übersetzung gelesen und die war super - mir kam zumindest nichts sprachlich komisch vor…)



Liebe EM, wo sind die Fans?!?!?!

Hui, also hier ist ja was los! Also eigentlich nicht! Es ist also los, das viel zu wenig los ist!

Habt ihr auch dieses diffuse Gefühl, dass der/die/das Fandom irgendwie so wenig, so unausgeprägt ist? Vielleicht liegt das daran, das die EM kleiner ist als eine WM, aber das reicht mir nicht als Grund. Deswegen war ich für euch ermitteln, auf der Fanmeile. Meine liebste Brause Coca-Cola hat mich eingeladen, mir das Geschehen einmal dort am Brandenburger Tor anzusehen und mich als “Fanreporter” zu versuchen. Und weil ich so einen Quatsch gerne mache und mir wenigstens ein Spiel auch mal dort, auf der Fanmeile, ansehen wollte und weil auch eine meiner liebsten Freundinnen mitgekommen ist und weil der Hermi auch da war - aus all diesen Gründen hab ich das dann einfach mal gemacht. Ich hab fürs bessere reportieren dann auch ein iPad in die Hand gedrückt bekommen. Und durfte das mit nach Hause nehmen. So. Nun ist alles offen gelegt. Wer glaubt, das ich jetzt nicht mehr frei schreiben kann, der möge bitte nicht weiterlesen. Alle anderen: Viel Spass.

So stand ich also da, beim Klassiker Deutschland - Niederlande und hab mir mal angeguckt, was die Menschen immer auf die Strasse hinterm Brandenburger Tor zieht. Das ist, ehrlich gesagt, nicht viel. Also ja, die Stimmung dort ist exorbitant gut. Ich hab eigentlich keine Hauereien sehen können, das ist für so eine Menschenmenge überraschend friedlich abgelaufen alles. Schon mal dufte.

img_0011

Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt und so mit hab ich auch die Schattenseite einer solchen Grossveranstaltung miterleben dürfen: Lokalradiomoderatoren, die die Menge anfeuern. Abgesehen davon, dass die mir mit dem Vorschlaghammer der Wiederholung, ihren Sendernamen inklusive Frequenz ins Hirn gezimmert haben, waren die sich auch nicht zu blöd, jeden noch so abgedroschenen Fangesang anzustimmen, die wiederum von der Masse sofort aufgenommen und weitergesungen wurden. Ja, das funktioniert zwar, aber ist es deswegen auch gut? Die Spiele, die die zwischendurch gespielt haben, waren so ein bisschen okay (Zwei treten Fitness-mässig gegeneinander an für ein Ticket zum Finale) und so ein bisschen schmerzhaft (Zweier-Teams treten in Fangesängen gegeneinander an). Aber um mich herum wurden die eher nervig gefunden. Naja. Meine Art des moderierens ist dieses “HEY! WIR SIND JETZT ALLE SUPERGUT DRAUF!!!!” eh nicht. Ich bewundere immer Typen, die das können. Ist nicht leicht. Vor allem nicht vor so einer Masse. Dennoch: 2 Gramm mehr Hirn wären auch hier möglich.

Aber alles nicht so wild, ich bin ja nicht da gewesen, um das literarische Quartett zu sehen. Erstmal hab ich sowieso einen alten Freund dort, in diesem VIP-Bereich, wiedergetroffen. Lang haben wir uns nicht mehr gesehen. Ihn zieht es auch immer wieder aus Köln weg, so wie jetzt auch. Da haben wir ein wenig sinniert und über die ganze Welt nachgedacht. Das kann man hier ganz gut sehen:

img_0030

Nachdem Lukas und ich uns voneinander verabschiedet haben, war auch schon die erste Halbzeit vorbei. Und wir steuerten direkt auf das absolute Highlight der Veranstaltung zu, das noch niemand ahnen konnte. Das Showprogramm auf der Bühne startete etwas lahm mit dem Spruch: “WIR MACHEN JETZT 15 MINUTEN PARTYYYYY!!!!”. Das hab ich schon aufregender gehört. Aber gut. Wir, das heisst unsere kleine Reisegruppe, unterhielten uns und analysierten die erste Halbzeit, wenn wir schon die TV-Analyse nicht sehen durften.

img_0031

Und da fiel er mir auf. Ein versierter Tänzer, der ein wenig betrunken wirkte, aber dennoch offensichtlich absolut sicher stand. Warum er mir auffiel? Nun ja, er tanzte an einer etwas exponierten Stelle:

img_0016

Ich bewundere ja immer Leute, die so hammergut klettern können und scheinbar problemlos in so luftige Höhen steigen. Schon alleine dafür hat der Kollege meinen Respect. Das sind richtige Fans, die das machen. Nun, nach einem wilden Tänzchen wurde es ihm ein wenig langweilig und er setzte sich hin.

img_0021

Da sass er nun und verfolgte das Geschehen. Das Ding war nur: Das Geschehen war plötzlich er selbst. Auf der Bühne sollte gerade Oceana ihren offiziellen EM-Song singen. Nach nur ca. 20 Sekunden wurde jedoch das Playback abgebrochen. Große Verwunderung allenthalben. Sollte die FIFA eingelenkt haben? Nein, das war nicht der Grund für den abrupten Stop der Musik. Nach ca. 10 Minuten hat man auch auf der Bühne den Ampelmann entdeckt (oder ist von den Sicherheitskräften darauf hingewiesen worden) und das musste unterbunden werden. Deswegen plötzlich der dringende Appell des Moderators mit dem vergeblichen Versuch, die Masse gegen den Hochlufttänzer aufzuhetzen:

Zwei Sachen sieht man nicht:

1.) Auf der Leinwand über der Bühne steht groß geschrieben “runter!!!”. Hihihihi!
2.) Auf den Kletterer hat sich direkt eine Fußballmannschaft Securitys gestürzt. Ich glaub nicht, das der nochmal auf die Fanmeile darf. Maike hat das übrigens alles tausendmal besser als ich beschrieben. Und zwar hier.

Auf jeden Fall war die Halbzeitpause dadurch sehr spannend. Das Spiel wurde gegen Ende auch noch mal nägelkauend aufregend und dann war es auch schon plötzlich vorbei. Deutschland hat, nicht schön aber wirksam, sein zweites Spiel 2:1 gewonnen und, vielleicht ein erster Indikator für ausbleibende Superextase im Land, war trotzdem noch nicht sicher weiter. Das ist doch auch bescheuert. Die Leute wollen sich freuen, haben zwei von drei Spielen gewonnen und man muss ihnen als erstes sagen: Du, ihr seid aber noch nicht weiter. Ich glaube dieser Dämpfer, hat die gesamte Stimmung und Euphorie im Land gedämpft. Und die muss man jetzt mühsam wieder hochziehen. Nun ja. Meine bescheidene Psychoanalyse eines gesamten Landes. Gestatten: Bokelberg, Länderpsychologe. Klingt gut!

Nachdem das Spiel gelaufen war, feierten die Menschen noch ein wenig und verschwanden dann peu a peu, bis die Fanmeile wieder leer war und die Musik aus. Ruhe und Müllmänner. Ich mag die Romantik verlassener Feste.

img_0041

Die große Frage aber blieb und bleibt: Was bleibt von diesem Abend? Lustige “Wir albern rum im VIP-Fotoautomaten”-Bilder? Ja, die auch:

fanfieber2

Aber das reicht doch nicht. Wenn ich an die Songs denke, die zwischendurch gespielt wurden, dann wird es mir wieder klar: Deutschland hat keinen EM-Song, vor allem die Fans haben keinen Song! Das ist doch schlimm, das geht doch nicht! Ich, als Komponist und Autor des großen WM-Hymne und Ballade “Instrument der Liebe” muss eingreifen! Sofort wird das redaktionelle iPad mit Garageband angeworfen, um Abhilfe zu schaffen.

Mal überlegen: Worum geht es beim Fansein? Mal überlegen. Wir haben ja so Fanklatschen bekommen, so Pappfächer mit denen man laut klatschen kann. DIE dürfen laut sein. Meine Vuvuzela musste ich aber am Eingang der Fanmeile abgeben, weil, wie mir gesagt wurde, der Veranstalter die nicht da haben wolle. Ich war empört. Zensur ausgerechnet am Brandenburger Tor! Aber gut, was ist denn noch laut? GENAU! Und schon hatte ich den ersten Song parat. Das geklatsche, das man die ganze Zeit im Lied hört, hab ich übrigens mit den original Fanklatschen vom Brandenburger Tor eingespielt. Wahnsinn.

Aber, ach, ich weiss auch nicht. Das ist es noch nicht. Da wollte ich irgendwie nicht hin, das ist so negativ, so anti. Ausserdem der Sound, der klingt so ein bisschen outdated. Wer will denn heute noch Akkustikgitarren mit Orgelsolo hören und leicht übersteuertem Gesang mit aufgesetztem Rio Reiser-Akzent? Also, ich war nicht überzeugt. Deswegen musste ich nochmal ran.

Wenn man sich die Modeblogs ansieht (und ich sehe mir GERNE Modeblogs an - wenn auch nicht wegen der Mode, sondern wegen der hübschen Mädchen), so scheint das 80er-Revival doch immernoch im vollen Gange zu sein. Gut, ausser vielleicht bei Robyn, die sich entschieden hat, das schlimmste aus den 90ern zu tragen und zu verkörpern, aber okay. So sind sie, die Paradiesvögel. Ich hab mich also an der Kühle und Monotonie der 80er orientiert und geguckt, ob sich das mit dem Fansein verbinden liess:

Okay, ganz ehrlich: Das kann man doch nicht gröhlen! Das ist doch ausserdem total unemotional. Nein, nein, nein. So geht es auch nicht.

Ich brauche Emotionen, ich brauche Udo Jürgens Gefühl, ich brauche Fans, am Besten jeglicher Richtung. Ich brauche ein Lied, das alle mitnimmt. Eine Ballade, eine Powerballade! Das ist es! So muss es klappen! Fünf Minuten und sechsunddreissig Sekunden echte Gefühle! (Der eventuell etwas müde wirkende Gesang sei der frühen Stunde der Aufnahme entschuldigt - und der Tatsache das ich kein Studio hab. Aber das ist ja auch nur ein Demo…) Für mich ganz klar der Nachfolger des großen “Instruments der Liebe”:

EM gerettet.
Heute bitte gegen Griechenland gewinnen.

Und hier noch ein frisch gemachtes Poster meines Fanmeilenhelden:

foto-1-resized



Der Babybekommflüsterer

Eine liebe Freundin von mir ist schwanger. Und seitdem ich das weiß und wir uns sprechen, hau ich die ganze Zeit Tipps raus. So wie: “Na, schon Geburtstvorbereitungskurs ausgesucht?”. Natürlich gefolgt von einem: “Naja, so wichtig ist das auch nicht, aber schon interessant.”. Und dann seine geballte Erfahrung (”Nach sechs Monaten kannst du ja dann auch endlich wieder Alkohol trinken, denn dann müsstest du ja abstillen…”) immer so en passant ins Gespräch einfliessen lassen (”Ja, ne, scharf essen ist nicht so gut…!”).

Und das ist so lustig, weil ich mich automatisch als “Experte” geriere, nur weil ich vorn ziemlich genau 11 Jahren meiner damaligen Freundin und heutigen wichtigsten Vertrauten und bester Freundin dabei geholfen habe, unsere Tochter auf die Welt zu bringen, so weit man da als Mann neben dem Bett eben helfen kann, bei so einer 20 stündigen Dauerbelastung. Ja, ich hab mich auch vorher informiert und so, aber eigentlich: Kinder haben zum Glück auch schon viele andere Leute vor mir und nach mir auf die Welt gebracht. Von denen haben aber mit Sicherheit die Wenigsten das Gefühl, sobald sich in ihrer Nähe ein Damenbauch wölbt, gleich Ernährungstipps geben zu müssen. Ich weiß auch nicht, woher das kommt. Ich bin irgendwie immer noch so fasziniert von der ganzen Thematik, dass ich sofort ins erzählen und beratschlagen komme, wenn sich die Gelegenheit bietet. Wobei hier “erzählen und beratschlagen” wohl zu großen Teilen als Euphemismus für “klugscheißen” gelesen werden kann.

Im Nachhinein fiel mir das auch auf und ich entschuldigte mich dann. Sie fand das aber gar nicht so schlimm, wie es mir vorkam. Im Gegenteil, sie freue sich über meine Tipps, liess sie mich wissen.

Oh oh.

Ich bereite dann jetzt mal mein 12-seitiges Referat über Beckenbodenübungen, Rückbildungsgymnatik und Dammrisse vor.



Neulich in Lübeck

“Butter, so fest.
Doch in der Hitze,
gibt sie nach.
Schwach.
Schmelzend.
Heißes Fett.

Weiße Unschuld.
Zu jung zum leben.
Alt genug, um zu ernähren.
Das Ei, der Mensch.

Sie fließt als ein Symbol des Lebens.
Die Mutter.
Die Mütter.
Im Kaffee!”

“Günther, verdammt noch mal, kannst du den Einkaufszettel nicht so schreiben, wie alle anderen Menschen auch?”



Mein schlechtestes und schönstes Interview ever!

Das nun folgende Interview ist schlecht:

Meine Fragen sind sinnlos, wenn mir überhaupt eine einfällt. Ansonsten rede ich viel und lasse die Band, die um mich herum läuft und um die es eigentlich geht, selten zu Wort kommen. Wir sind offensichtlich befreundet und es fällt uns bzw. mir schwer, wieder den Abstand zu finden, um ein Interview zu führen. Ein informatives Interview. Immerhin, wir bekommen raus, dass die Band eine neue Platte hat. Wir erfahren auch wie diese Platte heißt und wer ganz genau hinguckt, kann auch sehen, wie das Artwork des Albums ist. In einem der wenigen Momente, in denen mal eine Frage mit etwas mehr Inhalt aus mir herausblubbert, versagt dann die Band. Der Sänger antwortet mir, aber es fällt ihm schwer herauszustellen, was an seinem neuen Album so Besonders sei. Im Prinzip haben in diesem Beitrag alle Beteiligten versagt. Sogar der Schnitt…naja. Die haben halt versucht zu retten, was noch zu retten war von dem Material, das ich ihnen aus Dänemark mitgebracht hab. Niemand kann behaupten, ich hätte ihn nicht gewarnt. Hier ist das Interview.


[YouTubeDirektStickerAttacke]

Das nun folgende Interview ist schön:

Ich durfte mit meiner Lieblingsband ein paar Tage mit auf Tour gehen, mit im Nightliner schlafen! Meine Freundin war auch dabei, ich war selig. Das Wetter war hervorragend und wir haben den ganzen Tag mit absolutem Nonsens verbracht und uns alle nur kaputt gelacht. Jeder Tourbus, jeder Hi8-Ausschnitt in diesem Beitrag ist mir beim Ansehen sofort wieder ins Gedächtnis gesprungen. Ich musste sofort wieder lachen, hatte Tränchen in den Augen, weil ich mich an die Lachkrämpfe erinnerte. Ich erinnere mich, dass es im Backstageraum eine Schachtel Zigaretten für uns alle gab, weil die Sponsor des Roskilde-Festivals waren. Ich erinnere mich, dass wir danach noch auf ein anderes Festival gefahren sind, auf dem ich Alex im Rasen liegend filmte, wie er “Strawberry Fields forever” acapella sang, was super lustig und auch super gut war. Und wie meine damalige Freundin dann mit der Kamera zu NOFX ging, die vor ihrem Tourbus sassen und die dazu brachte “Fritten und Bier ist super!” in die Kamera zu sagen, was mich natürlich unheimlich stolz machte. Ich weiss wie lustig und insiderig und bauchschmerzlachend jede einzelne der Szenen in dem Beitrag zu Ende ging. Ich bin froh, das dieser kurze Clip jetzt aufgetaucht ist und mich an all das erinnert. Vielleicht könnt ihr ein bisschen dieser Laune jetzt auch spüren, wenn ich euch mein schönstes Interview ever zeige:


[YouTubeDirektWeLikeItALot]



Wenn schon falsch, dann richtig!

Ich wollte hier eine ganz originelle Einleitung schreiben, so mit feinen Spitzen. Aber das ist eigentlich viel zu albern. Thomas Knüwer, ein Journalist/Blogger, der immer richtig drauf haut (oftmals zu Recht) wenn Kollegen von ihm irgendwo Murks schreiben, weil sie sich zu fein waren, mal 20 Sekunden zu googlen, macht in seinen eigenen Artikeln oftmals genug die Fehler, die er den anderen um die Ohren hauen würde.

Besonders doof ist das, wenn man einen Post schreibt über etwas, was einen begeistert hat, weil man dann die Begeisterung, die man ja eigentlich versucht zu teilen, total schmälert. Denn der Gedanke ist ja: Wenn er nichtmal die einfachsten Sachen richtig schreiben kann, wie soll er dann erkennen können ob etwas Qualität hat?

Deswegen jetzt mal ein paar kleine Hinweise zu seinem aktuellen Text über Ray Cokes live, der einem Fernsehliebhaber wie mir große Schmerzen bereitet. Also der Text, nicht der Cokes. Den würde ich gerne wieder auf dem Bildschirm sehen.

Und, nehmen wir mal den Grundtenor von Knüwers Lobrede, das würde sich wohl auch lohnen. Denn Ray Cokes scheint zur alten Form zurückgefunden zu haben und so ausser Rand und Band zu sein, wie damals zu seligen MTV Zeiten. Knüwer schreibt:

Den Jüngeren unter den Lesern muss man diesen Namen vielleicht erklären. In den Zeiten, da MTV das Fernsehen und die Ästhetik des Bewegtbildes längst verändert hatte, war Cokes mit seiner abendlichen Live-Talkshow „Most Wanted“ von 1992 bis 1996 die Hoffnung, dass dieses veränderte Fernsehen noch einmal mutiert, mutiger wird und schräger, mit wackelnder Kamera deren Bediener „Rob the camera man“ ganz selbstverständlich ein handelnde Person war – Jürgen von der Lippe würde später die ARD mit diesem Konzept bekannt machen. Zwischenzeitlich war Cokes dann noch auf Arte zu finden – das war’s.

Gut, das überhebliche “Den Jüngeren..”-Blabla sei mal geschenkt. An diesem “Gag” haben sich schon andere die Finger verbrannt, ich glaube ich hab das sogar schon selber mal auf meinem Blog irgendwo geschrieben. Würd ich aber nicht mehr tun. Egal. Veränderte Ästhetik und so geht auch alles klar. Und dann der erste grobe Schnitzer: Jürgen von der Lippe würde die ARD mit dem Konzept des “ich rede mit meinem Kameramann, weil er mein Kumpel ist” bekannt machen. “Später”. Also nach Ray Cokes.

Jürgen von der Lippes Sendung “So isses” bot unter Anderem ein großes Wiedererkennungsmerkmal: Die Gespräche von von der Lippe mit seinem Kameramann Günni. In der Show, die 1984 gestartet ist und die 1989 aufhörte. Drei Jahre bevor “MTVs Most Wanted” überhaupt auf Sendung ging. (Um das noch zuende zu rechnen: Cokes kam 1987 zu MTV, da hat von der Lippe schon drei Jahre mit seinem Kameramann Günni im Fernsehen geredet). Muss man nicht wissen, die genauen Daten musste ich jetzt auch googlen. Aber wenn man Fernsehen mag und geguckt hat, dann sollte einen dieser Vergleich schon stutzig machen. Vor allem: Vollkommen ohne Not. Er hätte den ja gar nicht machen müssen, es kam ja einfach von ihm selbst. Ja klar, der Versuch nochmal das deutsche TV als lahmarschig und schnarchig und uninnovativ darzustellen, um das eigene Stück zu erhöhen. Wenn das aber dann so kapital falsch ist, stürzt das Stück eben auch genauso schnell wieder ab.

Dann kommt ein längerer Teil, in dem er von der Show, die er vorgestern live mit Ray Cokes in Köln sah, schwärmt, wie ein kleiner Schuljunge. Das ist toll, das ist ehrlich und bis auf ein paar Ausreisser schafft er es auch (zum Glück!) nicht, die ganze Zeit die Coolness-Maske aufzubehalten, die ihn zu permanenten (und langweiligen) Spitzen gegen das ach so schlimme, deutsche Fernsehen treibt. Da spricht ehrliche, aufrichtige Begeisterung über das erlebte. Das ist schön.

Und dann kommt der Absatz aus der Hölle:

Derzeit gibt es vor allem im öffentlich-rechtlichen System viele Versuche innovative TV-Formate auszuprobieren. Während sich der Kontrollverlust bei ZDF Neon auf das Lästern über Talkshow-Gäste im Anschluss an den Talk beschränkt bedeutet er für Cokes die Übergabe eines Interviews an zufällig ausgewählte Zuschauer. Verglichen mit der augesetzten Pseudo-Coolness der ZDF Neon-Magazinen, bei denen Tiltshift- und andere Filter mangelnde Inhalte regelmäßig überdecken, verglichen mit der demonstrativen Wurschtigkeit von „Roach und Böhmermann“ gegenüber ihren Gästen – da wirkt Ray Cokes noch immer wie der personifizierte Antichrist mit den vier Kameramännern der Apokalypse, die über das Land kommen um zu zeigen, wie fantastisch unterhaltend Fernsehen sein kann.

ZDF Neon“? Seriously? So gelangweilt vom schreiben, dass nicht mal mehr ein Mindestmass Mühe drin ist? Der Sender heisst, wie sich ja nun tatsächlich rumgesprochen hat, “neo”. Klein geschrieben, finden die halt schick. Kriegt aber auch jeder hin. Dann das “lästern über Talkshow-Gäste im Anschluss an den Talk”, damit kann eigentlich nur “neo Paradise” gemeint sein, die Show mit Joko und Klaas und da sind die meisten Talks eher von einer Art Respekt dem Gast gegenüber beseelt. Ich hab ein paar da gesehen, da wurden nach dem Gast noch Späßchen über den gemacht, aber das waren vielleicht 3 von 60, oder so. Vielleicht meint er aber auch was Anderes.

UPDATE: Jemand auf Twitter wies mich darauf hin, das hiermit auch der Nachklapp aus “Roche und Böhmermann” gemeint sein kann, in dem sie nach der Sendung noch alleine in der Studiokulisse setzen und die vergangene Sendung, auch selbstkritisch, Revue passieren lassen. “Sein Fett weg” bekommt dort eigentlich nur, wer durch klassisch langweiliges rumgelaber in der Sendung eher negativ aufgefallen ist. Ansonsten ist diese Kleinigkeit eine große, kleine Idee. Zu der Sendung kommen wir aber gleich noch…

“…ausgesetzten Pseudo-Coolness der ZDF Neon-Magazinen, bei denen Tiltshift- und andere Filter mangelnde Inhalte regelmäßig überdecken”. Okay, wieder der Neon-Fehler, anscheinend weiß er wirklich nicht, wie der Sender heißt. Demnächst dann neue kritische Knüwer-Artikel über N25 und RTJ, SAT 2 und die ART. Ist ja egal wie die heißen. So ähnlich. Ich freu mich. Das “ausgesetzt” soll bestimmt “aufgesetzt” heißen, was nicht schlimm ist, Flüchtigkeitsfehler. Mein Blog ist voll davon. Aber bei jemandem der Kollegen jedes falsch gesetzte Komma krumm nimmt, hat das natürlich einen gewissen Unterhaltungswert. Das Format, das er hier beschreibt, soll sicher “Bambule” mit Sarah Kuttner sein (wie gesagt, ich kann immer nur spekulieren, was er meint…). Ein Magazin, das mit Sicherheit streitbar ist und Menschen über 35 oftmals bestimmt belanglos vorkommen kann. Vielleicht auch uninteressant. Aber Pseudo-Cool? Seriously? Und Inhalte überdecken? Sorry, das ist wirklich albern. Es mögen nicht seine Inhalte sein, aber Themen, die 30-somethings hierzulande bewegen als mangelnde Inhalte bezeichnen, das ist schon kackdreist. Naja. Nehmen wir aber an, er hat das nicht so gemeint und im Überschwang der Gefühle für die erlebte Ray Cokes Show so formuliert.

“…verglichen mit der demonstrativen Wurschtigkeit von „Roach und Böhmermann“ gegenüber ihren Gästen…”
ALTER! ROACH? Mann ey, mach mal deine Hausaufgaben! Du glaubst doch nicht das da eine Frau sitzt, die “Schabe” heißt und wenn das ein absichtlicher Diss gewesen sein soll, dann muss ich mir leider sofort den eigenen Schädel zertrümmern, weil ich das nicht fassen könnte. Abgesehen davon zeugt das ausmachen einer Haltung “demonstrativer Wurschtigkeit” gegenüber ihren Gästen davon, die Show vielleicht einmal 4 Minuten gesehen zu haben. Ist für Medienprofi Knüwer natürlich Zeit genug, sich ein Urteil zu bilden. Und dann schreiben wir noch schnell den Namen falsch, weil ist doch egal, der Scheiß. Findet er eh nicht gut, hat also gar kein Recht, richtig geschrieben zu werden. Ich könnte noch erwähnen, dass es sich bei “Roche und Böhmermann” um ein Format des Senders zdf.kultur handelt, aber das wäre wirklich zu viel an richtiger Information. Vermutlich heißt der Sender bei ihm auch anders. ZDF Kult oder so, keine Ahnung.

Er schreibt noch das diese Ray Cokes Show, die er da live gesehen hat und die eine Art Showcase für eine neue TV-Show sein soll, eine tolle Chance wäre “junge Musik außerhalb der Charts wieder im Fernsehen stattfinden zu lassen.”. Als er da war, traten Jupiter Jones und die Donots (ich LIIIIIIIIIIIIIIIIIEBE die Jungs!!!!) auf. Muss ich jetzt nachgucken, wo die in den Charts stehen? Ne, oder? Auf jeden Fall nicht außerhalb.

Knüwer schliesst mit dem Fazit, dass diese Live-Anarchie absolut sehenswert sei. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass ein wiederaufgedrehter Cokes live eine Offenbarung ist und sei es nur der alten Zeiten wegen. Egal aus welchem Grund: super Typ, super Show, her damit. Ach so, das ist gar nicht das Fazit von Knüwers Artikel? Da kommt noch was?

Hinter mir saß in Köln eine Viva-Moderatorin. Je länger der Abend wurde, desto trauriger wirkte sie. Fast hatte ich den Eindruck, sie erkannte: So gut wie Ray Cokes wird sie nie werden.

In Wirklichkeit hat sie wohl gedacht: “Was dreht sich der komische Typ die ganze Zeit zu mir um?”

Disclosure (hier stand vorher “Disclaimer”, aber das ist der völlig falsche Begriff, worauf mich ix hinwies…): Nicht das am Ende jemand behauptet, ich hätte das geheim (huhuhuuuuuu) gehalten: Ich bin mit Klaas und Sarah im gleichen Management und ich hab mit beiden auch schon Mal ein Bier getrunken. Und nehme mir trotzdem raus ihre Sendungen, die sie für neo machen - für die ich auch eine Sendung machte - sehr, sehr gut zu finden. Ich kenne auch die Redaktion der Sendungen, weil ich mit denen auch zusammengearbeitet habe. Disclaimer osure (s.o.) over and out.

P.S.: Noch ein Update: Er hat jetzt alle faktischen Fehler, auf die ich ihn hier hingewiesen hab, gestrichen oder geändert. Aus “Neon” wurde “Neo” und Jürgen von der Lippe taucht auch nicht mehr auf. Normalerweise bedankt man sich ja auch, wenn einen jemand auf eigene Fehler hinweist, gerade in Texten. Dann ändert man die und schreibt dazu, darauf hingewiesen zu sein. So machen wir das seit Jahren in diesem Internet. Muss er ja nicht wissen, er ist ja erst ganz neu hier :) Hab ich gern gemacht, Thomas, nix für ungut.



Angezogen einschlafen

Für den “Literaturwettbewerb Prenzlauer Berg” hab ich eine Kurzgeschichte geschrieben (Vorgabe war “Wildnis in der Stadt”). Da ich es damit nicht unter die 10 Nominierten geschafft habe, pack ich sie nun hier rein, denn ich mag die ganz gerne und das wär irgendwie doof, wenn die nie jemand zu Gesicht bekäme. Viel Spaß!

Angezogen einschlafen

Das erste Mal ist er mir begegnet, als ich auf den Winter gewartet habe: Nachts stieg ich aus der Tram und da lief er vor mir über die zweispurige Hauptverkehrsader, auf der gerade nicht viel los war. Ein echter Fuchs. Mitten in der Stadt. Eigentlich hab ich mir die immer röter vorgestellt. Der hier sah fast weiß aus. Oder grau. Auf jeden Fall nicht rot. Kein Bisschen. Er rannte vor mir in die Seitenstrasse und ich sah ihn nicht mehr. Ich war ganz euphorisiert. Ein Fuchs! Sofort überlegte ich, wo und wie der wohl lebt und ob den schon viele andere gesehen haben.

Ich malte mir aus, dass er in dem kleinen Mini-Park wohnt, gleich gegenüber. Zwischen Hauptstrasse und Plattenbausiedlung. Wie der da im Gebüsch sein Basislager hat. Ich hab überhaupt keine Ahnung, wie ein Fuchs so lebt. Bauen die vielleicht Nester? Ich lach mich selber aus. Nester! Was kommt als nächstes? Stell ich mir jetzt noch vor, wie der Fuchs Eier legt? Er wird da schon irgendwie leben. Fuchsbau! Ja, bei dem Wort klingelts. Das hab ich schon mal gehört. Ist wahrscheinlich so eine Mulde in der Erde, wie eigentlich immer bei Tieren. Ich hab als Kind bei uns im Naherholungsgebiet immer Maulwurfshügel umgegraben und zerwühlt, aber nicht ein einziges Mal einen Gang unter dem Erdhaufen entdeckt. Zumindest keinen, den man direkt als solchen erkennen konnte. Diese Enttäuschung, das Tiere dann in freier Wildbahn eben doch nicht so leben, wie man sich das mit Hilfe von Büchern und Zeichentrickserien zusammengereimt hat, sitzt immer noch tief. Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, das der Fuchsbau was tolles ist.

Aber der Fuchs war toll. Ich stellte mir vor, wie der durch die Strassen zieht, immer auf der Suche nach etwas essbarem. Was fressen Füchse denn so? Mäuse bestimmt, oder? Vielleicht auch Vögel? Das kann ja wirklich alles mögliche sein. Ich stelle mir vor, wie er zwischen den parkenden Autos entlangschleicht und überrascht wird von einem Anwohner, der gerade mit seinem Hund Gassi geht. Das find ich auch so toll an einem Fuchs, das er ja so etwas wie ein „freier Hund“ ist. Der Anwohner aber würde sich tierisch aufregen über den Fuchs. Er hielte das Tier für gefährlich. Weil er es nicht einschätzen könnte. Und weil es frei ist. Es könnte Tollwut haben und seinen Hund beißen und anstecken. Tollwut. Auch so ein Mysterium meiner Kindheit. Ich erinnere mich, das in einem kleinen Park regelmäßig Schilder mit „Achtung, Tollwut!“ aufgehängt waren, aber ich habe das nie verstanden. War das jetzt für Menschen gefährlich? Oder nur für Tiere? Und was war das eigentlich genau? Das klang gleichermaßen bedrohlich, aber auch irgendwie cool. Der hatte direkt so eine Kraft, der Begriff.

Der Mann würde Angst vor dem Fuchs haben. Angst um sein Haustier. Er würde seinen Hund fest an der Leine ziehen und schnell mit ihm weggehen. Weit weg von dem wilden und freien Tier. Dann würde er eine wütende Email an die Bezirksverwaltung schreiben, wie es denn möglich sei, das hier solche Tiere frei herumlaufen. Und die Bezirksverwaltung würde die Stirn runzeln und überlegen, was zu tun sei. Dann schickte sie einen Tierfänger los, der mehrere Abende erfolglos auf der Lauer liegen würde. Bevor sie dann zu drastischeren Maßnahmen greifen müsste und Fallen aufstellte. Und dann nach zwei Wochen feierlich verkündete, das der Fuchs nun gefangen und die Strassen wieder sicher seien.

Der Mann würde sich freuen. Er wäre glücklich sein Recht durchgesetzt zu haben und wieder in Ruhe mit seinem Hund seine nächtliche Runde drehen zu können, ohne Angst haben zu müssen, das aus irgendeiner Parklücke irgendein Tier schießt und ihn oder sein Haustier überfällt. Der Fuchs aber würde in einem Wald, irgendwo vor den Toren der Stadt ausgesetzt. Die neue Umgebung wäre für ihn fremd und gefährlich. Gestresst würde er Tag und Nacht durch das Unterholz rennen. Um dann eines diesigen Morgens auf einer Bundesstrasse, die er hektisch passierte, von einem Lastwagen erfasst zu werden. Der Fuchs wäre auf der Stelle tot. Und der Fahrer hätte es gar nicht mitbekommen.

Ich merkte, wie ich wahnsinnig wütend wurde. Auf den Igel, auf den Gassigeher, auf das Bezirksamt, auf den Lastwagenfahrer. Und auf mich. Weil ich mir so eine Geschichte so gut vorstellen konnte, das ich sie mir am Ende sogar selber glaubte.

Ein paar Tage später. Es war spät am Abend. Und noch lange nicht so kalt, wie es eigentlich sein sollte. Ich zog mich extra warm an und schwitzte ab dem Moment, in dem ich vor die Tür ging. Dieses Zwiebelprinzip war noch nie was für mich, weil ich gar nicht weiß, ab welchem Moment ich das einsetzen muss. So kommt es, das ich es im Vorwinter immer viel zu warm hab. Ich ließ die Jacke einfach auf und die kühle Luft an mich ziehen. Ich freute mich auf die bevorstehende Party. Seitdem ich hier lebte, ging ich viel zu selten aus. Dieser Abend sollte eine dieser Ausnahmen sein. Und ich wusste: Es würde lang werden. Und feucht. Und fröhlich. Ich würde nicht gehen wollen, ehe ich nicht sturzbetrunken wäre.

Nachdem ich in einem etwas ekeligen Imbiss eine Stärkung zu mir genommen hatte, ging ich die Strasse hinunter. Ein kleiner Verdauungsspaziergang. Wenn ich gleich abbiegen würde, wäre ich vor dem Lokal, in dem die Feier stattfindet. Und da schoss er auf den Bürgersteig, drehte sich ein paar mal vor meinen Füssen und war ebenso schnell wieder verschwunden. Über die Strasse, über die Gleise der Straßenbahn, in eine Seitenstrasse hinein und weg war er.

Ich kann bis heute Glenn Close und Meryl Streep nicht auseinanderhalten, aber ich bin mir sicher: Das war derselbe Fuchs. Und ich hatte so das Gefühl, das er mich auch wiedererkannt hat oder mir etwas sagen wollte. Das klang wahnsinnig esoterisch und ich wollte mich gerne selber ohrfeigen, für diesen Gedanken, aber ich wurde ihn nicht los. Irgendwas war da zwischen uns. Ich konnte auch seine Fellfarbe immer noch nicht definieren. Sie sah einfach nicht nach Fuchs aus. Aber angenommen, er wollte mir etwas sagen: Dann was? Was versuchte mir ein wildes Tier, mitten in der Großstadt mitzuteilen? Ich würde unbedingt googlen müssen, was es nun mit dieser Tollwut auf sich hat. Vielleicht ist die ja doch gefährlich für die Menschen.

Ich verstand immer noch nicht, woher meine Faszination für das Tier kam. Tief wühlte ich in meinen Erinnerungen. Fuchs. Meine Mutter heißt so mit Mädchennamen. Deswegen musste ich das Tier ja noch nicht gut finden. Aber die hat mir meistens zum einschlafen vorgelesen. Unter anderem auch den „kleinen Prinz“. Und hat der da nicht auch so eine Begegnung mit einem verführerisch-bösen Fuchs? Mir kamen kleine Bröckchen Kotze hoch, denn das Buch ist für mich eines der schlimmsten, das es gibt. Ich habe sogar schon damit geliebäugelt einen Verein namens „Das Wesentliche IST sichtbar“ zu gründen. Überall Tassen, Postkarten, Memory-Spiele mit dieser Grützfigur. Die ist die Diddelmaus des Bildungsbürgertums. Und dann noch erwachsene Menschen die „Man sieht nur mit dem Herzen gut…“-Zitate für eine gute und clevere Lebensphilosophie halten. Schlimm. Die kann man doch nicht ernst nehmen.

Ich war wahnsinnig wütend auf den kleinen Prinz. Und auf Antoine de Saint-Exupéry. Und auf mich, weil ich wusste, wie der geschrieben wird, ohne nachgucken zu müssen.

Dezember. Der Stressmonat. Von nun an sollte sich alles nur noch um Geschenke drehen. Zum 1. mussten diverse Adventskalender fertig sein. Dann war Nikolaus und schließlich Weihnachten. Meine Familie kam in die Stadt, wir wollten ein großes Familienfest feiern. Das bedeutete aber auch: Noch mehr Geschenke als sonst besorgen. Ich wusste wirklich nicht, wann ich diesen Monat besonders zur Ruhe kommen würde. Vermutlich gar nicht. Dazu kamen ja auch noch die ganzen Weihnachtsfeiern, zu denen man eingeladen war. Die machten zwar total Spaß, aber danach fiel man auch erstmal wieder einen ganzen Tag aus.

Daran dachte ich nicht mehr, als ich nach Hause wankte. Wir haben unsere erfolgreiche Zusammenarbeit in einem Restaurant gefeiert, in dem es fantastisches Fleisch gab. Und ganz wunderbaren Rotwein. Wir saßen an einer langen Tafel und nach dem Essen, haben manche angefangen, sich umzusetzen. Andere gingen zum rauchen vor die Tür. Man saß in Grüppchen um den Tisch verteilt, tauschte Neuigkeiten aus, trank noch einen Espresso, noch einen Wein, noch ein Wasser, vielleicht noch einen Wein. Es wurde gelacht, es wurde diskutiert. Und irgendwann, als die Kellner durch demonstratives Gähnen andeuteten, das sie gerne schließen würden, war eine weitere Weihnachtsfeier beendet. Und ich lief nach Hause, mit einem letzten, vollen Weinglas in der Hand, das ich seltsam geschickt aus dem Laden geschmuggelt hatte. Ich mag es durch die nächtlichen, kalten und vorweihnachtlichen Strassen zu laufen. Tief durchzuatmen, auch wenn ich ein wenig Schlagseite habe. Meine Schritte waren das einzige Geräusch, das ich in dem Moment hörte. Ich musste ein wenig über mich selbst kichern, weil mich die weinselige Albernheit erwischt hat. Das liebe ich am Meisten. Wenn man grundlos kichert. Kurz blieb ich stehen um durchzuatmen und meinen Weg in Ruhe fortzusetzen. Und da stand er vor mir. Einfach so. Aus dem Nichts.

„Was willst du eigentlich von mir?“, fragte ich ihn, ein wenig lallend. Er guckte mich an, mit diesem komischen Blick, den Tiere haben. Dieser Blick, bei dem man immer versucht ist, dem Tier gewisse Gedanken zuzutrauen. Gedanken, die vielleicht eher das eigene Empfinden spiegeln.
„Jetzt sag schon! Warum verfolgst du mich?“ Der Fuchs zuckte kurz mit dem Kopf. Ich hatte jetzt immerhin genug Zeit, mir sein Fell genau anzugucken. Das war Grau. Silbergrau. Und total dreckig. Gefiel mir nicht, gefiel mir überhaupt nicht.
„Sag! Du nervst mich langsam. Hau ab!“, sagte ich. Wenig überzeugend. Komisch eigentlich, das mich das Tier so aggressiv gemacht hat. Ich rief Sachen wie „Kusch!“ oder machte Geräusche von denen ich glaubte, das Tiere sie unheimlich finden könnten. Aber der Fuchs rührte sich nicht. Er blieb einfach stehen und sah mich an. Vielleicht sollte ich die Straßenseite wechseln. Das Tier ließ mich offensichtlich nicht vorbei.

Ich wurde wahnsinnig wütend auf den Fuchs und warf mein Weinglas nach ihm. Es zersprang auf dem Boden, spritzte den Fuchs mit Rotwein voll. Das Tier rannte weg. „Höret her, Bürger! Hier läuft ab heute ein rot gesprenkelter Fuchs durch die Strassen.“, hörte ich mich hochoffiziell sagen. Aus meinem Kichern wurde ein Lachen und glücklich ging ich nach Hause und ließ mich auf mein Bett fallen, wo ich noch angezogen sofort einschlief.



Du bist kreativ? Mein Beileid.

Ehrlich gesagt hab ich gar keine Lust mehr auf diese Kackdiskussion. Ich hab mich da auch sehr bewusst rausgehalten in letzter Zeit, obwohl man da eigentlich jeden Tag was zu schreiben könnte. Aber dieser neue “offene Brief”, der mit viel TamTam die Diskussion wieder um zehn Schritte zurückwirft und einen konstruktiven Dialog erneut erschwert bis unmöglich macht, lässt mir keine andere Wahl als mich zu wehren. Denn wenn mir etwas an allem Beiträgen von allen Seiten am meisten auf den Keks geht, dann ist es dieses Wiederkäuen von Dingen, die nicht stimmen. Und natürlich das nicht-weiterdenken von Positionen. Erwachsen sein sieht anders aus. Insofern ist folgender Text bitte als notwendige Selbstverteidigung und Positionierung zwischen den Stühlen zu verstehen:

Piraten!

Ich tu alles was ich kann, euch zu verteidigen, aber ihr macht es mir nicht unbedingt leichter. Am lautesten rufen eure Blindschleichen, die denken sich ganz clever auszudrücken und am Ende des Tages nur für noch mehr Missverständnisse sorgen. An dem Begriff “geistiges Eigentum” gibt es wenig zu rütteln, weil das nur eine Begrifflichkeit ist. Das ist doch wirklich erstmal scheissegal wie man kreative Leistung nennt. Wenn ihr euch so an dem Begriff stört, dann nennt es meinetwegen “orange-karierte Glasbaisers” oder “Aachener Glitzerpimmel” oder wie auch immer, das spielt doch überhaupt keine Rolle. Wie man so sehr an so einem sinnlosen Nebenkriegsschauplatz festhalten kann, der die momentane Debatte auch noch unnötig auflädt, Trennschärfen verwischt und on Top auch noch zusätzliche easy Angriffsfläche bietet, ist mir ein Rätsel. Wenn ihr Call of Duty spielt, zieht ihr eurer Figur doch auch nicht zuerst mal ein schönes Neonoutfit an, damit die Heckenschützen euch besser treffen können. Wie kann man nur so verbohrt sein. Fuck the Begrifflichkeiten, arbeitet lieber an Realitäten. So weit ihr da was machen könnt.

Und, bitte, lasst euch verdammt noch mal nicht so vorführen. Ich weiss das ihr alle keine Medienprofis seid und das erwartet ja auch niemand. Gerade wenn man einen ungewöhnlichen Standpunkt hat, wird man in einer Talkshow schonmal schnell Kanonenfutter. Auch eure Freiheit, das jeder so sein kann wie er will, mag niedlich wirken, für euch vielleicht sogar authentisch, aber dieser ganze Zirkus da draussen ist ein Spiel. Um Codes, man kann das auch coolness nennen. Und das ist ja relativ einfach.

- Barfuss in Latschen bei Jauch sitzen: Nicht cool.
- Verängstigt bei Lanz sitzen, weil einen vier Menschen ohne Ahnung gleichzeitig angreifen: Nicht cool.

Ja, das ist oberflächlich, but guess what: Weder Lanz noch Jauch noch sonst irgendwelche Talkshows sind an inhaltlicher Tiefe interessiert. Da geht es ums Schlagzeilen generieren. Und wenn da einer seine Zehennägel präsentiert, dann ist das die Schlagzeile, egal was der sagt. Das müsst ihr nicht gut finden, das könnt ihr auch gerne ändern wollen. Aber durchs reine ignorieren geht nix weg. Isso.

Bringt mich aber vom Thema ab: Kreative. Urheber. Verwerter. Gema. Urheberrecht. Verwertungsrecht. Google. YouTube. Böse. Diebstahl. Raubkopie. Kein Raub. Abmahnung. Pfründe abstecken. Felle davon schwimmen. Ausnutzen. Selbstvermarktung. Crowdfunding.

Ich schwöre, wenn ich noch einen von euch mit solchen Begriffen sinnlos in einer Talkshow oder einem offenen Brief im Netz hantieren höre oder sehe, kotze ich sofort. Ich kann diese ganze, hundertausendmal durchgkaute Scheisse nicht mehr hören. Wir, die wir wissen was ihr meint, wissen was ihr meint. Die, die nicht wissen was ihr meint, wissen es auch noch nicht, wenn ihr es ihnen zum zwanzigsten Mal sagt. Ganz einfach. Oder ich erklärs mal so: Flieg nach China. Geh zu einem Chinesen. Sag: “Adventskranzkerzenlichterglanz.” Der wird dich komisch angucken. Sags ihm noch mal. Er wird dich wieder komisch angucken. Sag es ihm ein weiteres Mal. Er wird dich immer noch komisch angucken. Sags ihm noch zwanzig Mal, sag es ihm 24 Stunden am Stück. Sag es ihm ein ganzes Jahr. Es wird nicht ein einziges Mal der Moment kommen in dem er sagt: “Ach so! Adventskranzkerzenlichterglanz!”. Vielleicht ist jetzt klar, worauf ich hinaus will. Erkennt doch mal an, das es da draussen Missverständnisse gibt und räumt die aus dem Weg!

Ach so: Die paar Pfeifen und Trolle bei euch, die immer stammeln das Künstler sich gefälligst neue Verwertungsmodelle aussuchen sollten, dass es kein Recht darauf gäbe mit seiner kreativen Arbeit Geld zu verdienen und dass die Künstler ja vom T-Shirt-Verkauf leben könnten, distanziert euch doch mal klar von denen. Das ist nämlich ultra-kontraproduktiv, was die machen. Auf die stürzt man sich, weil man dann am Besten ein “Piraten gegen Urheber” konstruieren kann, das ist spannender zu verkaufen. Wenn aber klipp und klar gemacht wird, dass das nicht Piratenmeinung ist, ganz unmissverständlich, dann kommt man in der Debatte vielleicht schon einen guten Schritt weiter.

Kreative!

Was ihr da macht, mit euren ganzen offenen Briefen, diesen ganzen Kriegserklärungen, dieses auf-sein-Recht-pochen, das ist so ungemütlich, unversöhnlich, ungenau und dumm, das es mir die Kehle zuschnürt.

Dabei ist es mir sogar egal, ob sich nun bereits erfolgreiche Künstler beschweren oder solche, die vielleicht mal erfolgreich werden oder waren. Das spielt alles keine Rolle. Aber dieses ewige: “Es gibt ein Recht und das muss nur mal richtig angewendet werden!” ist reaktionäre Kackscheisse. Das verweigern einer Realität, die sich trotz eines schwammigen Gesetzes weiterentwickelt hat, sogar darüber hinweggesetzt hat. Und alles was euch dazu einfällt, ist: Es gibt aber dieses Gesetz und das soll jetzt endlich einmal eingehalten werden! Ernsthaft?

Um meine Position nochmal klar zu machen, nochmal explizit auszusprechen:

Kreative sollen mit ihrer Arbeit das verdienen können, was sie wert ist. Sie sollen nicht nur Nebenprodukte dieser Arbeit (Merch etc.) als einzige Einnahmequelle haben. Nicht mal als Haupteinnahmequelle. Die muss nachwievor der Platten/CD/Download-Verkauf sein, um mal bei der Musik zu bleiben.

Nun ist das aber in der Realität nicht mehr so einfach, weil jedes digitale Gut beliebig oft vervielfältigt werden kann. Also können auch beliebig viele unbezahlte Kopien erstellt und verteilt werden. Das ist doof. Und dafür muss eine Lösung gefunden werden. Die Kulturflatrate ist da vielleicht ein erster Ansatz (Wie ich da immer höre: “Ja, aber das ist dann so kompliziert da einen Verteilungsschlüssel zu finden” Das ist natürlich nicht kompliziert, aber man muss es auch wollen…).

Die Lösung, die “die Kreativen” dafür bislang anbieten ist:

Äh.

Ach so, genau: Die Gesetze sollen durchgesetzt werden. Sprich: Jeder soll für jede Kopie, die er hat, bezahlen. Also kurz: Internet abschalten oder wenigstens komplett überwachen. Das geht doch sicherlich. Ach, darüber müssen sich die Künstler auch ihren Kopf nicht zerbrechen, das haben gefälligst die Anderen zu tun.

Ich versteh euch ja im Grunde genommen: Ihr habt dieses Lied aufgenommen und jetzt möchtet ihr die Liebe dafür in Geld ausgezahlt bekommen und der Gedanke ist ja durchaus erstmal richtig und berechtigt. Und auch das Verleger und Verlags-Bashing ist natürlich größtenteils totaler Quatsch, weil die ja auch was machen. Der Apparat kümmert sich ja um den ganzen Scheiss, den ein Künstler gar nicht machen will - geschweige denn alleine stemmen kann. Wie Rechtsfragen, PR, Vertrieb, Logistik und nicht zu vergessen die finanzielle Vorleistung, die man selber ja gar nicht auf Täsch hätte (und damit mein ich noch nicht mal den Vorschuss, der einem ja noch ermöglichen soll, sein Werk in Ruhe und stressfrei fertig stellen zu können…). Ausserdem halte ich Verlage als Filter nachwievor für Richtig und wichtig. Ja, jeder kann alles überall veröffentlichen. Aber bei einem Verlag weiß ich mit Sicherheit, dass da vorher nochmal 4,5 Leute draufgeguckt haben und das ein qualitatives Mindestmass erfüllt (ob es mir nachher gefällt steht ja auf einem anderen Blatt) wird. Für diese Sicherheit zahle ich als Kunde gern.

Ich lass mir aber als Kunde nicht gern sagen, was ich mit den Sachen zu tun hab, die ich gekauft hab. Ich kann gar nicht zählen wie oft ich in letzter Zeit die Aussage gehört habe, dass ich ein Buch für mich kaufen soll. Das die Weitergabe schon ein zahlender Leser weniger sei. Ja, das ist richtig. Und wenn ihr mir daraus einen Strick drehen wollt, dann verschenke ich nur noch Bücher aus meinem Besitz oder aus Antiquariaten, denn das ist ja wohl die Höhe. Auch werde ich Freunden nach wie vor CDs brennen von Platten, die mir gefallen (MIx-CDs/Mixtapes nehme ich ausdrücklich aus der Diskussion raus, denn wenn ihr auch noch was gegen die habt, dann habt ihr wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank). Vielleicht kaufen sie die dann, vielleicht reicht ihnen meine gebrannte Version. All diese Freiheiten nehme ich mir. Ich werde auch nachwievor Videos auf Lieblingslieder schneiden, weil ich das als Hommage an das Lied verstehe.

Mich regt am meisten auf, dass ihr euch nicht informiert. Dass ihr zu Tausenden offene Briefe unterschreibt in denen immernoch behauptet wird, jemand wolle das Urheberrecht abschaffen. Jemand wolle das Künstler nichts mehr verdienen. Das ist Bullshit und entweder dreist gelogen oder naiv uninformiert. Und ich weiss nicht, welche von beiden Varianten ich schlimmer finden soll.

Ich lese von Kreativen, die ich schätze, die ich für intelligent halte, für souverän, für zum Teil Intellektuell. Und ihr beschwert euch über Dinge, die so niemand gemeint hat? Ihr wollt die Piraten aufhalten? Aber von was denn bitte schön? Ja, die haben gerade Erfolg, aber die werden die nächsten 10 Jahre nirgendwo an einer Regierung beteiligt sein, was sollen die also ändern? Und wie? Warum muss sich eigentlich gefälligst alles nach euch richten? Warum analysiert ihr nicht die Situation und sagt: “Ey, lass uns alle gemeinsam eine Lösung finden, denn dann profitieren wir auch alle!”? Warum erkennt ihr nicht, wie dringend es ist, eine p r a k t i k a b l e Lösung zu finden?

An Alle!

Warum muss diese ganze beschissene Scheiss-Pseudo-Debatte in diesen verfickten Nachbarschaftskrieg ausarten? Ich würd euch am liebsten alle einsperren und erst wieder rauslassen, wenn ihr bereit seid euch die Hand zu geben. Ich will mich nicht mehr schämen müssen, kreativ zu sein. Bitte. Keine Scheingefechte mehr. Sondern konstruktiv sein. Das macht Spaß!

Lasst uns überlegen und brainstormen! Alle Vorstellungen sind erlaubt! Keine Schere im Kopf! Und irgendwann haben wir dann den Weg gefunden, wie sich keiner vom Anderen verarscht vorkommt. Wie jeder profitiert. Wie sich Werke verbreiten und der Künstler trotzdem nicht nur von Nudelsuppen leben muss (ausser natürlich er möchte das gern…). Wie der Konsument aus dem reichen Schatz an Kreativität schöpfen kann, den es auf der Welt gibt und wie wir Kreative die Menschen berühren und bewegen. Oder einfach nur erfreuen.

Ach, das wird schön.



MCA.

Ich hab seit Kurt Cobain um keinen Star mehr geweint. Weil mir das absurd schien, weil mich der (zusätzlich verstärkend auch noch “freiwillige”) Tot von Cobain so mitgenommen hat. Ich sass einen ganzen Tag heulend in meinem Zimmer. Ich war aus sehr egoistischen Gründen traurig. Warum auch sonst, ich kannte den ja gar nicht. Aber der hat mir, hat meinen Gefühlen eine Stimme gegeben. Hat mich auf eine ganz gewisse Weise verstanden. So wie eigentlich nur Musiker das können, so wie das nur Songs können. Und dann ist der plötzlich weg und wird nie wieder etwas machen, wird mich nie wieder verstehen, wird mich nie wieder verstärken. Und diese Endlichkeit, dieses “nie” hat mich dann so fertig gemacht und so traurig, das ich geweint habe. Ein totaler Verlust für mich, für meinen Geist, für den Teil meines Hirns, der Inspiration, der die Kreativität von Anderen braucht, um zu überleben. Ich hab mir geschworen, dass mir das nie wieder passieren wird. Dass ich mich nie wieder so auf einen “Star” einlasse.

Und jetzt laufen mir hier die Tränen aus den Augen, weil ich über die Google Bildersuche nach Bildern von Adam Yauch suche.

mca

Yauch war besser bekannt als MCA, ein Drittel der Beastie Boys. Die Beastie Boys begleiten mich seit frühester Jugend. Es ist eine lange Liebe und, wie in einer richtigen Beziehung, auch eine, die mal stärker, mal schwächer war. Es gab Zeiten, da haben die mich so unglaublich gelangweilt. Nur um mich dann mit dem nächsten Album wieder umzuhauen, wegzublasen. Ich hab die zu “Hello Nasty”-Zeiten sogar mal live in Köln gesehen und fand es, ehrlich gesagt, ein kleines Bisschen langweilig. Umso mehr hab ich mich über das letzte Album gefreut und sogar auf eine neue Tour spekuliert. Ja, da wusste man schon, das MCA Krebs hat, aber es hiess andauernd, es würde ihm wieder besser gehen. Und wenn man so etwas über jemanden hört, dann vergisst man irgendwann nachzufragen. Man vergisst nachzuhorchen, zu gucken ob es wirklich besser geworden ist oder vielleicht doch wieder schlechter. Vor zwei Wochen, als die Beastie Boys einen Preis bekommen haben, war er schon gar nicht mehr dabei. Dieser Tot war also nicht plötzlich und trotzdem kommt es einem so vor. Weil man nicht mehr nachhorcht.

Ich werde die Beastie Boys nie wieder live sehen. Sie werden nie wieder eine neue Platte machen. Die Welt ist so viel ärmer ohne die kompromisslose Kreativität dieses wahnwitzigen Trios. Ich vermisse jedes Lied, das sie nicht mehr schreiben konnten.

Fuck Alter. Du fehlst mir. Mir ganz allein. Ganz egoistisch.

Machs gut. Machs verdammt nochmal gut. Und danke für alles, was du mir gezeigt hast.

Rap ist ab heute nur noch halb so groß.

Fuck.

mca1