Die 100 besten Songs aller Zeiten - Part 3

Der dritte Teil einer Liste, der man einfach nicht widersprechen kann. Heute schaffen wir es fast bis zur Halbzeit: Die Plätze 70 - 56:

Platz 70
“Breaking up is never easy, i know, but i have to go.” Kann mal bitte jemand “schlussmachen” noch mehr auf den Punkt bringen? Nein? Dann ist ja gut. Und wieder ein weiteres Argument dafür, ABBA doch nicht scheisse finden zu können: “Knowing me, knowing you“.


[YouTubeDirektThereIsNothingWeCanDo]

Platz 69
80er. England. Rave. Happy Mondays. Inspiral Carpets. Primal Scream. The Stone Roses. Unmainstreamig. Kein Bravothema. Rettung. Emf. Hiess angeblich “English MotherFuckers”. Epsom Mad Funkers. Grosser Hit. Teeniekompatibel. Alle froh. Mops. Haferstroh. Quatsch. Unbelievable. Richtig.


EMF - Unbelievable
by scootaway

[DailyMotionDirektOuuuuOuOu]

Platz 68
Dieser Song wird ihnen präsentiert von stilhäschen:

The Streets: Dry Your Eyes

we can even have an open relationship if we must – die ganze riesengroße, ozeanweite Verzweiflung eines Verlassenen in einem Satz gebündelt. Gänsehaut.
Wie überhaupt der ganze Song, eine fürchterlich detaillierte Schilderung einer Trennung. Man muß diesen Cockney-Akzent nicht mögen, aber wer bei diesem traurigen Tanz, von dem jede Bewegung in all ihrer quälenden Langsamkeit seziert wird, daß es sich anfühlt, als sei es das eigene Herz, das da herausgerissen wird, wer also diesen Tanz, gegen den jedes Melancholiker-Ballett ein Kindergeburtstag ist, wer dabei also jedenfalls keine feuchten Augen bekommt, der soll zum Teufel gehen, der ist verloren.

Ach, und: der Link geht mit Absicht nicht aufs Originalvideo. Erstens, weil man den Song hören muß, und wenn ich hören sage, meine ich nicht berieseln lassen. Zweitens stehen bei diesem Link die kompletten Lyrics rechts bei den Infos, das kann helfen - und drittens trage ich einfach diese “der Hund, der beste Freund des Menschen”-Scheiße nicht mit. Sorry, Mike. Aber der Song ist weltklasse.


[YouTubeDirektMoment]

Platz 67
Wenn es einen wirklich unübertroffenen und grossartigen Songschreiber in Deutschland gibt, dann ist das Bernd Begemann. Nicht nur das er für andere schöne Lieder schreibt und vor allem immer wieder eindrucksvoll den jeweiligen Künstlern perfekt auf den Leib (Echt, Jasmin Wagner etc.), auch oder besser gesagt: vor allem seine eigenen Songs, die er mal mit, mal ohne Band spielt sind grossartige Kleinode. Oder kleinartige Grossode. Sie sind auf jeden Fall super. Und man muss das mal live gesehen haben um zu wissen, wie ein Mann der gerne improvisiert selbst in dem kleinsten Club noch echtes las Vegas Feeling erzeugen kann. Hier schonmal ansatzweise schön zu ahnen in seinem Knallersong “Fernsehen mit deiner Schwester“:


[YouTubeDirektGreysAnatomy?]

Platz 66
Liebe Kinder. Es gab mal eine Zeit, die war ganz verrückt. Die Menschen probierten alle möglichen Sachen aus, vor allem musikalisch und wurden dafür manchmal belohnt mit hohen Verkaufszahlen. Es gab keine Mobiltelefone und an Klingeltöne war erst recht nicht zu denken. Und diese alte Frau, die ihr heute manchmal im Fernsehen seht und bei der ihr euch immer denkt: Warum läuft die so komisch rum und zelebriert etwas, das man vielleicht “Die Imitation von tanzen” nennen könnte? Und wer hat der alten Frau gesagt, das sie Leggins tragen soll?, die war auch noch gar nicht alt, sondern sogar richtig sexy. Vor allem in dem Video zu einem ihrer unterschätztesten Songs, der zu Recht endlich seinen Platz im Pop-Olymp verdient hat, weswegen er nun in dieser Liste steht. Diese Verrückte Zeit wird von Wissenschaftlern heute “Die Achtziger” genannt und die alte Frau hiess damals schon Madonna. Und der Song hört auf den putzigen Namen “Cherish“.


[YouTubeDirektNixen]

Platz 65
Die Definition von Pop ist ja leider nicht so allgemeingültig. Ich benutze das Wort zwar nicht verschwenderisch, aber ich denke das Pop sehr vielfältog ist Im musikalischen Kontext bedeutet es für mich: Klare, straighte 3:30-Songs mit nachvollziehbarer Hook und ein Lied das ohne Umschweife auf den Punkt kommt. Diese Definition scheinen nicht viele Menschen zu teilen, denn sie haben immerwieder grosse Fragezeichen über ihrem Kopf, wenn ich ihnen sage, das “Vulgar Display of Power” immernoch das ungeschlagene beste Metal-Pop-Album aller Zeiten ist. Auch wenn ihr euch jetzt wundert, glaubt mir: Das isses. Und die Hit-Single ist der Beweis: Pantera mit “This love


[YouTubeDirektPopPower]

Platz 64

Merkwürdig: Wenn man sich mal ansieht, was es für grossartige Musik und Bands in Italien gibt und dann vergleicht, was davon bei uns ankommt, dann muss man doch feststellen, das es anscheinend in den Alpen eine grössere Hürde gibt, die es den meisten Künstlern nicht ermöglicht, ihre Musik weiterzutragen. Denn, sorry, aber Ramazotti und Zucchero ist, verglichen mit dem was es sonst noch gibt, eher der Bodensatz italienischen Pops. Wenden wir uns beispielsweise einem ganz klassischen Stück zu: Dieses Lied ist quasi die heimliche Hymne Italiens. Ausnahmslos jeder Italiener kann dieses Lied mitsingen und tut das auch aus tiefstem Herzen. Kommt es doch, textlich, dem “dolce vita” sehr entgegen. Ich bin ein Vagabund, ich lebe in den Tag, hab kein Geld in der Tasche, nur Gott auf meinem Weg. So in etwa. Erinnert mich an “Ich ben ene Räuber” aus dem kölschen Raum, ebenfalls ein Lied das im Einzugsgebiet jeder kennt und gerne mitsingt. Worauf ich hinaus will, ist: Ich tausche gerne einmal “Io Vagabondo” von I Nomadi gegen wirklich ausnahmslos jedes Eros Ramazotti Lied, das jemals in Deutschland veröffentlicht wurde. Denn Vagabondo hat vor allem eins: Herz.


[YouTubeDirektKomischeLiveversion]

Platz 63
Dieser Song wird ihnen präsentiert von Elsa Seefahrt:

Ich habe mich für diesen Chanson entschieden, denn er hat mir geholfen, in diesem Jahr…man kann einfach nicht anders, also
ich konnte nicht anders, als ihn mitzuschmettern und zu schunkeln. Dabei kann ich die Seine sehen, den Nebel und den Kinosaal.
Ich habe sogar, wider Erwarten, eine Flasche Rotwein entkorkt, obwohl mir von Rotwein immer ganz kodderich wird.
Obwohl mir dieser Chanson ein bißchen wehmütig erscheint, weckt er in mir die Fröhlichkeit, vielleicht, weil man ihn so schön mit trällern kann?
Monsieur Ferdinand landet für mich auf Platz 63.


Dazu nun muss ich euch mitteilen, gibt es kein Video. Auch die Seite der Band sollte schon längst gerelauncht sein, was sie nicht ist (BTW: Super Agentur…;)). Ich verweise euch auf die MySpaceSeite, auch wenn dort das Lied “Alain Delon” um das es Elsa geht nicht zu hören ist. Aber damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, um was es geht. Ok? Hier der Link zu: Pierre Ferdinand et les charmeurs.

Platz 62
Ja, schon klar: Die haben eine Menge guter Songs gemacht und wenn ich angemessen betrunken in einer Karaoke-Bar stehe, dann versuche ich mich auch gerne mal an ihrem Mörder-Opus, wobei ich dann auch so ambitioniert bin, das ich versuche wirklich alle Stimmen zu singen. Nichtsdestotrotz ist das nicht ihr bester Song gewesen. Und was man auch nicht oft genug sagen kann: In dem Moment, an dem die Keyboards entdeckt haben, ging es mit der Songqualität rapide bergab. Und bergab ist ja auch immer der Lieblingsstreckenteil eines jeden Radrennfahrers, egal ob mit oder ohne EPO. Womit wir auch bei der elegantesten Überleitung aller Zeiten wären, hier sind Queen mit “Bicycle Race


[YouTubeDirektAndIDontLikeStarWars]

Platz 61
Man hat es schon ahnen können, da kommt etwas grosses auf einen zu: Daft Punks erstes Album, mit Songs wie “Da Funk” oder “Around the world” hat es angedeutet: Die Jungs verstehen ihr Handwerk. Aber das es dann gleich so wuchtig auf dem zweiten Album werden würde, das konnte niemand ahnen. Discovery ist vielleicht eines der besten Alben, die jemals gemacht wurden. “One More Time”, das Lied mit dem gefühlten 2-Stunden-Break, oder “Harder, Better, Faster, Stronger”, der merkwürdige Tanzbodenfüller, den Kanye zuletzt gesampled hat. Oder eben das romantischste Tanzlied, das man ebenso auf dem Dancefloor zum ausrasten oder zu Hause zum Liebe machen hören kann und das somit etwas schafft, was kein Lied jemals erreicht hat. Sexyness und Power in einer Nummer: “Digital Love


[YouTubeDirektCaptainFutureZeichnerVideo]

Platz 60
Oft genug happen Rapper gerockt und oft genug hätten sie das lieber nicht gemacht. Aber wenn einer alles richtig gemacht hat, dann ja wohl Ice-T mit Body Count. Gleich mit dem ersten Album auch direkt den ersten (kalkulierten?) Skandal, wegen dem Song “Cop Killer”, der zugegebenerweise auch gar nicht mal besonders gut war, aber die Platte wurde in ihrer ersten Auflage vom Markt genommen und im Re-Release war dann statt der Anti-Polizei-Nummer ein uninspirierter Spoken-Word-Titel namens “Freedom of speech” auf der Platte, den man sich auch bequem hätte sparen können. Der eigentliche Hit der Platte ist aber auf beiden Versionen unverändert drauf und eines der lustigsten Rap/Rock-Lieder das ich kenne. Es geht um des Rappers Pimmel, der ein Eigenleben führt und anscheinend sehr, sehr böse ist. Das es keine Single war, gibts auch kein offizielles Video, aber ein amüsantes Jurassic Park Mash-Up, das dem Text dann gleich nochmal eine ganz andere Bedeutung gibt. Oder der Filmszene? Ich weiss es nicht. “Evil Dick


[YouTubeDirektWarmWetPlaces]

Platz 59

Eines Abends, nach einem Konzert in Frankfurt. Michi und mir ist langweilig, deswegen übersetzen wir den Text seines Songs in literally Englisch. Und haben eine Menge Spass dabei. Das ging dann so:

I he-in-he me,
we Stuff at-de horse-office kalt.
But in-he-ligh german-terrorist-organization-Te I
Spider I Zero….

Ich glaub weiter sind wir nicht gekommen. Gut, es ist etwas sperrig und es wäre auch sicher nicht so ein Hit geworden wie das Original. Das aber hat jede einzelne verkaufte Einheit auch verdient. Die besten Songs handeln eben immer vom Schlussmachen. Die Fantastischen Vier und “Sie ist weg


[YouTubeDirektJaJaWunderbar]

Platz 58
Na? Mal wieder zu lange im Büro gesessen? Wartest du sehnsüchtig auf das Wochenende? Da bist du nicht allein. Als Durchhalteparole mag dir vielleicht dieses Lied dienen. Ich finde es einfach nur eine grossartig cheesy Rock-Pop-Nummer mit Metal-Appeal. Fuckin classic. LoverboysWorking for the weekend


[YouTubeDirektRotesLeder]

Platz 57
Man kann nicht anders. Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, jeder muss sich in diese Frau mit dieser Stimme verlieben. Und natürlich in die schönsten Lieder der Band. Die leider immer langweiluger wurden. Hier aber aus der Früh und Hochphase der Band: Ein wunderschönes Lied. The CardigansRise and shine


[YouTubeDirektMySister]

Platz 56

Ich weiss auch nicht woher das kommt, vielleicht ist das ja die Gnade der späten Geburt, aber ich finde ein paar Bands toll, wo andere immer die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Eine dieser Bands ist Supertramp. Ich weiss auch nicht, ich mag die Arrangements, die Stimmen und vor allem die Kompositionen. Ein guter Kompromiss aus Pop und Art Rock, find ich. Deswegen fiel es mir auch so schwer, mich jetzt für einen Song zu entscheiden. Ich erinner mich noch gut an “Breakfast in America”, weil ich damals von meiner Schwester die Single bekommen hab (oder hab ich sie mir genommen?) und ich habe wirklich Stunden damit verbracht, mir das Cover anzusehen, auf dem einer Kellnerin im Freihetsstatuenlook ein Glas Orangensaft vom Tablett fällt, was ich merkwürdigerweise immer für einen steifen Vanillepudding gehalten habe. Und das fandi ch ganz merkwürdig als Kind. Ich habe mich für ein anderes Lied vom gleichen Album entschieden, das nicht nur super ist, sondern auch im Magnolia Soundtrack war, was es ja doppelt ehrt: “Goodbye Stranger


[YouTubeDirektOderDochLieberItsRainingAgain?]

Morgen wird es dann Zeit für die Plätze 55 - 41.

6 Friedenstauben

  1. Das ist ja ein ganz schön raffinierter Trick (falls so beabsichtigt), dass man quasi die ganzen (durchaus lesenswerten) Texte lesen muss, um zu sehen wie der jeweilige Interpret überhaupt heißt.
    Aber könntest du den nicht wenigstens immer direkt neben den Titel schreiben, wie es sich eigentlich gehört, weil es soll ja auch sowas wie Coverversionen geben. Kursiv ist ja ganz nett, mach ich bei mir auch, bloß andersrum, nur nebeneinander oder beides bolt, b, fett, wäre irgendwie kunden- und augenfreundlicher.
    (mein ja nur mal so)

    Glück auf! ;–) < zwinker

    Kommentar von corax - 26. November 2008 um 02:57 Uhr
  2. vielen dank für deine tolle pop-definition. die hat doch mal hand und fuß. und passt endlich auf all das, was ich unter pop verstehe. =)

    Kommentar von burninberlin - 26. November 2008 um 18:46 Uhr
  3. okay corax, mach ich im nächsten teil, ja?..:)

    und burninberlin: ich habe wirklich das gefühl, das du der einzige bist, der sich das hier überhaupt alles anguckt..:) aber wenn ich auch nur einen glücklich mache, dann mach ich das ja gerne..so ist er der weltfrieden, hier wird jeder leser noch perönlich betreut….hiihih

    Kommentar von nilzenburger - 26. November 2008 um 18:49 Uhr
  4. also, das nenn ich mal service! da soll nochmal einer sagen, dass das internet unpersönlich ist! =)

    wir sehen uns dann morgen!

    Kommentar von burninberlin - 26. November 2008 um 23:01 Uhr
  5. super liste. und die aussage zu supertramp kann ich, jahrgang ‘85, nur allzugut nachvollziehen. aber bei mir kommt da auch noch T-Rex dazu…

    Kommentar von Evelyn - 01. December 2008 um 22:45 Uhr
  6. Dry your Eyes ist ohne Frage toll und überhaupt ist das weiterhin eine sehr schöne Liste, aber wie man von den Cardigans “Rise and Shine” hier zur Ehre kommen lassen kann statt des schlicht unschlagbaren “You’re The Storm”, das werde ich wohl auch nach langem Eruieren noch nicht verstehen.

    Muss ich ja aber auch nicht. Widerspruch ist eh zwecklos. ;)

    Kommentar von Knurrunkulus - 06. December 2008 um 00:15 Uhr

Deine Friedenstaube