Eine Woche lang hab ich dran geschrieben und eine Woche lang werdet ihr jetzt belästigt von den 100 besten Songs aller Zeiten. Dabei dürft ihr das nicht als Diskussionsgrundlage verstehen, sondern müsst erkennen das diese Liste bindend ist. Diskussionen sind ausgeschlossen. Denn diese Liste ist richtig. Und um das zu unterstreichen, habe ich auch einige Bloggerkollegen eingeladen, mir ihren Lieblingssong zu sagen und sich einen Platz zwischen 99 und 11 dafür auszusuchen. Deren Positioniereungen sind dann immer gesondert gekennzeichnet. Denn meistens haben sie auch noch ein paar Zeilen zu dem Song geschrieben.
Ich wollte das erst als einen Mammutpost machen, habe aber eingesehen das 100 Flashvideos in einem Post etwas zu lange laden und man vermutlich mit einer Direktverbindung über den CERN noch eine halbe Stunde warten müsste, bis alles da ist. Deswegen habe ich beschlossen den Post zu splitten. Nun habt ihr die ersten 6 Tage jeweils 15 Videos und am letzten Tag dann die Top 10.
Also, haltet euch fest und macht euch bereit für einen wilden Ritt durch die Muskigeschichte, hier sind die Plätze 100 - 86:
Platz 100
Da versucht man natürlich mit nem Knall anzufangen bzw. das Feld von hinten aufzuräumen. Da wir ja hier nur 100 absolute Kracher zu hören bekommen, ist die Nummer 100 natürlich auch einer. Ein verquerer Popsong der aus seiner Verquertheit seine Magie zieht. Ein seltsamer Rythmus, ein Text der auch bei guten Englischkenntnissen relativ wenig Sinn macht und die ganze Zeit ein hauch von Schmelz über allem. Und dennoch eine funktionierende Hook. So wird P O P gemacht. Super Song: Prefab Sprout mit dem “King of Rock´n´Roll”
Platz 99
Dieser Platz wird ihnen präsentiert von Stefan Niggemeier:
(Keine Begründung, das Lied spricht aber auch für sich: “Mandy” von Barry Manilow)
[YouTubeDirektLookingInTheirEyes]
Platz 98
“And all i know of Love, is how to live without it.” Aus solchen Zeilen sind grosse Songs gemacht. Und egal wie cheesy sie einem auch vorkommen mögen, wie gelassen und cool man sich gibt, spätestens wenn in die heile Streicherwelt das Gitarrensolo hereinbricht, löst sich auch der härteste Panzer um eines Rockers Herz. Wahre Gefühle, dein Name sei The Carpenters mit “Goodbye to love”:
[YouTubeDirektForNowThisIsMySong]
Platz 97
Zeit zu tanzen: Viele Hits, die zu Recht welche waren, kamen erst mit einiger Verspätung und über einige Umwege zu mir. Zum Beispiel war ich nie so der Jay-Z Hörer. Aber ich mochte das DJ Danger Mouse Album “The Grey Album”, weil mich das Konzept überzeugt hatte. Wenn mans dreimal googlet, dann findet man es auch irgendwo und so hörte ich es mir an. Und habe da eben die Version von “99 Problems” gehört, ich glaube das war gemasht mit Revolution? Ich weiss es nicht mehr, ist aber das überzeugendste Mash-Up auf dem Album. Und warum? Weil auch im Original schon “99 Problems” der Killertrack der Platte ist: Jay-Z, but the bitch ain´t one!
[DailyMotionDirektIFeelBadForYouSon]
Platz 96
Gitarren die mir gute Laune machen, standen bei mir schon immer hoch im Kurs. Ich habe auch nie verstanden, warum die Menschen immer so einen Hang zu Hits in Moll haben, Dur ist doch viel schöner! Ich hab ehrlich gesagt gar keine Ahnung in welcher Tonart der folgende Song ist, aber schon die Adlibs machen so eine Freude, das es auch keine Rolle spielt. Und zum Frisör müsste ich tatsächlich auch mal wieder dringend. Pavement mit “Cut your hair”
Platz 95
I speak englisch, i can tanzen, and i look unheimlich jut. I have always jute Chanzen, what say you denn da dazu, höh?
Nuff said. Helga und Didi, “Die Wanne ist voll”
[YouTubeDirektSchmusMitMe]
Platz 94
Als ich noch jung und Musikfernsehmoderator war, da gab es einen Pool von Autoren, die uns für die “normalen” Moderationen die Texte schrieben. Bei den Autoren war ich immer gerne, habe den Austausch mit denen geliebt. Vor allem mit dem eigentlichen Chef der Truppe. Der war aus der Gründergeneration des Spex und für mich immer “mein intellektueller Freund”. Der hat auch immer Aussenmoderationen mit mir gedreht, die ich quälend fand, weil er es immer so genoss mich neben irgendwelche Zahnspangen-Teenies zu stellen und uns Spielszenen machen zu lassen. Als cooler 17-jähriger war das natürlich die Hölle für mich. Aber er hat sich immer einen Ast abgefreut, das fand ich ja dann wieder irgendwie gut. Auf jeden Fall haben wir uns auch immer gegenseitig Mixtapes gemacht. Und auf einem von ihm kam nach Slayer dieser Song, einer seiner Favourites. Meiner übrigens auch: The Lemonheads und “Big gay heart”
Platz 93
Als ich als junger Mann die Gitarrenmusik entdeckte, steckte hinter jeder Tür etwas neues. Ich weiss noch wie ich zur Konfirmation meine eigene Stereoanlage geschenkt bekam, mit Plattenspieler und was war die erste Platte die ich darauf hörte? Mein Bruder brachte sie mir aus seinem Zimmer und sagte ich solle die mal hören: Highway to hell von AC/DC. Wow. Gitarren. Das isses. Wurde mir zu der Zeit klar. Natürlich kam dann die übliche Sozialisation mit dem Ärzte-Live-Album und einer ersten sanften Ahnung, was eigentlich Punk ist. Und da ich wusste: Eine Platte muss man als Punk haben, und was war ich froh, als ich die auf dem Pariser Marché aux Puces (ist das richtig so?) gefunden habe: Never mind the bollocks, here´s the Sex Pistols. Ich muss zugeben: Ich hatte mir eine grössere Erweckung versprochen, ich wusste das aber auch noch nicht Musikhistorisch einzuordnen. Aber heute weiss ich: Mensch, das waren echt catchy Popsongs. Vor allem “God save the Queen”!
Platz 92
Wie gesagt: Wir haben ja alle so weisse Flecken auf der persönlichen Landkarte, wenn es um Hits geht. Geht mir genauso. Ich habe wohl so ziemlich die komplette R´n´B-Szene der 80er verpasst (wenn es eine gab und falls das etwas schlechtes sein sollte). Damit sind auch die Pasadenas an mir vorbei gegangen. Die aber hatten einen kleinen Hit mit einer Coverversion eines älteren Songs, den ich aber vorher entdeckte. Könnt ihr mir noch folgen? Ich kaufe ja gerne und oft alte Disco und Soul und Funk Platten, auch wenn ich die nie gehört habe. Und da habe ich mal zufällig ein Album der Band “New York City” gekauft. Und Jahre später dann einfach mal gehört. Und dann festgestellt das da ein toller Song drauf ist. Und dann habe ich später den Song in einer 80er-Version im Radio gehört und da erst mitbekommen, das die Pasadenas das eben gemacht haben. Bleiben wir aber beim wundervollen Original: “I´m doin fine now” von New York City.
Platz 91
Ich darf ihn eigentlich nicht mit reinpacken, weil der René ja damals Beef wegen dem hatte, aber ich kann nicht anders: Der Song ist einfach der Knüller. Ein Räuspern als Rythmus-Element, dieses wild-in-der-Gegend-rumgesample, und diese komischen Synthie-Streicher: Das macht aus dem Brei einen perfekten Popsong, dem ich nie widerstehen kann. Aber zur Strafe nur auf Platz 91, sonst wär er höher gekommen. Aber hey: Wir reden hier schliesslich über die besten Songs aller Zeiten! Thomas Dolby und “She blinded me with science”:
[YouTubeDirektIDontBelieveIt!]
Platz 90
Die ersten Zehn sind fast geschafft. Und es wird mal wieder Zeit zu tanzen. Man kann über den kleinen Mann ja sagen was man will, man kann auch über die Musik die er mit seiner Band macht sagen was man will, aber man kann ihnen sicher eins nicht vorwerfen: Talentfreiheit. Nicht nur das sie es schaffen in neuen Kompositionen dennoch den Sound von vor 30 Jahren authentisch herzustellen, so als ob sie eine verloren gegangene Discoplatte rereleasen würden (was mir ausserordentlich gut gefällt), nein, sie haben auch noch einen supercharismatischen Frontmann der tänzerisch sogar mich locker in die Tasche steckt und das will was heissen. Ach MC Winkels Arme-fest-am-Oberkörper-Tanz kann da nicht mithalten. Liebe Kinder: Jamiroquai mit “Canned Heat”
[YouTubeDirektDurchDieWandTanz]
Platz 89
Ich muss hier nochmal ne 80er Nummer bringen: Devo sind ja quasi die Art Rocker des New Wave. Also eigentlich Art Wave. Bei denen wirkt immer alles so durchkonzeptioniert und kalkuliert verfreakt. Anders als später beispielsweise die Butthole Surfers, bei denen alles so “echt kaputt” wirkt. Aber ob echt oder geplant: Devo waren/sind genial. Noch heute höre ich gerne das “Are we not men?”-Album auf meinem iPod. Der folgende Song ist aber von einer späteren Platte. War auch eine Single, aber kein Hit, was unfair ist, denn das ist doch mal wirklich die HYMNE für alle Nerds, Geeks, N00bs und solche die es werden wollen. Das coolste Lied der Welt: “Through being cool”
[YouTubeDirektUncoolIstDasNeueCool]
Platz 88
Dieser Platz wird präsentiert von der Besucherin:
Mein persönlich liebster 88xter bester Song “Broken” von Seether.
Warum der? Der berührt mich schon viele Jahre. Erinnert mich an eine Zeit, in der ich oft knappe 500km für nur eine Nacht gefahren bin, einfach nur, um für einen kleinen AugenBlick zu sein.
Deshalb und aus vielen anderen Gründen.
Platz 87
Zeit euch ein bischen zu quälen. Im positiven Sinne natürlich. Jetzt kommt ein Lied, da reicht es bei mir schon den Titel zu lesen und ich kriege die Nummer einen ganzen Tag lang nicht mehr aus meiner Rübe. Ein perfekt funktionierender Ohrwurm und vermutlich eines der wenigen semi-reggae-Lieder die es, zu Recht, in die Liste der 100 besten Songs aller Zeiten schaffen: Matthew Wilder und “Break my stride”
P.S.: Was spielt der eine Typ rechts hinten eigentlich für ein komisches Instrument? Eine 12-saitige ohne Korpus? Ich kann das nicht erkennen….
[YouTubeDirektTolleModerationInDerMitte]
Platz 86
Es darf gerappt werden. Diesen Song habe ich mal auf einem amerikanischen Blog entdeckt, welches weiss ich nicht mehr. Aber die haben immer nur aktuelle Musikvideos gepostet. Und dann hab ich mich da durch so moderne, mediokre Rockbands geklickt und bin plötzlich bei diesem Song gelandet. Ein hypnotischer Beat, erstklassige Raps mit dem angenehmsten Flow seit De La Soul. Der Burner. Leg ich auch immer auf, aber ihr kennt das: Was der Bauer nicht kennt….Mir scheissegal, ich legs trotzdem weiter auf. Übrigens kenne ich auch eine äusserst begabte Tänzerin, die zu diesem Song schon eine Ballett-Choreografie aufs Parkett gelegt hat. Äusserst beeindruckend. Cut Chemist feat. Hymnal “What´s the altitude”
[YouTubeDirektWieIstDieHöhenlage]
Morgen geht dann weiter mit den Plätzen 85 - 71.


Wow… endlich. Du ahnst nicht, wie ich darauf gewartet habe. Heute Abend werde ich es celebrieren und mir alles in Ruhe anhören. Und die Ohrwürmer, wie die Wanne ist voll, werde ich mir in die Endlosschleife legen.
Die dankedafürunddenRestdernochkommt Besucherin
Schöne Liste und Thomas Dolbys “Science” muss da mit rein, na klar… aber Didi und Helga? Du spinnst ja ;)
Ich glaube, ich erwähnte es an anderer Stelle schon einmal: “Break my stride” hab’ ich noch als Original-Single in Keller. Die Version von Matthew Wilder! Habe mir das Stück Vinyl aber eigentlich nur aufgrund der gewissen Namensähnlichkeit gekauft. Und wg. Wilders OLiBa.
Was den “Arme-fest-am-Oberkörper”-Halfgear-Bouncer (so die offizielle Bezeichnung) betrifft: das ist doch nur das Intro, Mann. Du hast die Dramaturgie meiner Spaquereye einfach nicht begriffen, Nilz. Den Knee-Turner kennst Du bereits, der Heli ist so in, dass er wieder out, dass er wieder in ist. Was Du aber noch nicht ahnst: meinen Topleg-Pneuma-Move; da ist nix mehr von wegen “Arme-fest-am-Oberkörper”, Homie.
Wirst schon noch sehen.
wie wärs mit nem video-podcast, da könnte man dann die videos immer schön einspielen…?
u got mail. gürtel forscht nach
Puh, Stefan Niggemeier ist manchmal ein Genie und manchmal noch schlimmer als Robert Basic. Mandy??? wtf!
super arbeit
nilzenburger, ich will ein kind von ihnen. ach was, mehrere!
toller post und vielen dank schon heute für die kommenden tage!
@ manuel: aber wenn stefan es nicht gewählt hätte, hätte ich es eh mit reingenommen. das ist wirklich ein fantastischer song!
Cooler Beitrag. I like.
Einer meiner absoluten Lieblingssongs ist “Come Together” von den Beatles.
Timothy Leary hope your still flyin’ high…
Jay-Z hat man dir bei Youtube schon abgeschossen…
Danke. Einfach nur Danke für diese Liste. Die wird mir heute abend hoffentlich gut durch akuten Liebeskummer hindurch helfen. “Broken” war da schon mal ein guter Anfang. Und Didi mit Helga ist eh ganz groß. Mut zur Hässlichkeit auf einem weiterhin unerreichten Level. Und Ohrwurmpotential.