Ich weiss wirklich nicht mehr wie alt wir genau waren. 14? 15? Vielleicht sogar schon 16? Ja, ich denke wir waren 16. Meine allerbeste Freundin war nach Freiburg gezogen. Das kam einer mittelschweren Katastrophe gleich. So weit weg…was sollten wir tun? Also beschlossen wir zu viert hinterherzureisen. In den Ferien. Da so viele Jungs schwer in einem Mädchenzimmer unterzubringen sind, gingen wir auf einen Campingplatz. Zelte dabei, Fahrräder mitgenommen, neue Campingrucksäcke bekommen: Man kann mit Fug und Recht behaupten: Wir waren bereit.
Das war unser erster Uralub ohne “Aufpasser”, die Stimmung war also entsprechend gross. Unser Zug fuhr mitten in der Nacht in Köln los und kam am nächsten Morgen in der Stadt im Breisgau an. Wir alberten noch ein bischen auf der Fahrt herum und dann schlief einer nach dem anderen ein. Im Kopf der Gedanke an die grosse Freiheit, und ich meine nicht die in Hamburg sondern die im Herzen eines 16-jährigen. Obwohl, wenn ich so überlege waren wir, glaube ich, doch erst 15.
Gegen 8 Uhr morgens sind wir angekommen. Die Rucksäcke geschultert, alles andere auf den Gepäckträgern verstaut (zum Beispiel den Ghettoblaster..natürlich angeschaltet) und los ging die Fahrt durch die Fremde. Wir hatten einen Stadtplan von Freiburg und zwei Adressen. Die vom Campingplatz und die von der Schule meiner besten Freundin. Einstimmig wurde es für eine gute Idee befunden, doch erstmal dahin zu fahren. Nach einer längeren, nicht gerade von Eile geprägten, Rumkurverei erreichten wir endlich unser Ziel. Mittlerweile muss es so 11 Uhr gewesen sein. Wir standen vor der Schule. Drinnen war Unterricht, draussen nichts los. In Freiburg war die Feriensituation nämlich anders als bei uns. Gut, dachten wir, erstmal niederlassen. Wir legten die Fahrräder auf den Bürgersteig, zogen die Rucksäcke aus und richteten uns ein gemütliches Camp vor der Schule ein. Nach einer Weile fanden wir es sogar so gemütlich, das jemand den Gaskocher auspackte, ein anderer eine Dose Ravioli und wir erstmal ein nahrhaftes Früstück Schrägstrich Mittagessen zubereiteten. Als das gar war und wir zu essen begannen, war auch prompt die Schule aus und sämtliche Lernenden stürmten hinaus. Ich glaube wir sahen ziemlich komisch aus. Zumindest musterten uns alle. Wir sassen auch DIREKT vor dem Haupteingang. Um die Freundin zu finden sicherlich strategisch clever, um in Ruhe zu essen nicht der geeignetste Platz. Wir fanden sie auch nicht.
Sie fand uns.
To be continued…


Herrlich, ich arbeite in Freiburg. Schön ‘ne Geschichte darüber zu lesen… :-)
Klingt nach einer guten Geschichte. Wann geht’s weiter?
Ich denke das hat jeder von uns mal gemacht, ne Dose Ravioli auf dem Gaskocher.
Die dasistimmeruntenverbranntundobenkalt Besucherin
PS Wann geht es weiter?
*g* wir bestimmt noch sehr interessant
aber Ravioli ist mal voll ekelig….
Hört sich spannend an, bin mal gespannt wie es weitergeht, wer alles weint und wer geküsst wird und so.
Und ich stimme der Steuertusse zu: Dosenravioli sind ziemlich widerlich.
einen sommer voll liebe.