Themenfreitag # 3: Rudi.

Wie alles anfing mit Rudi habe ich ja hier schonmal erzählt. Nun war ich euch ja immer die dramatische Geschichte die sich dann abspielte schuldig…

Es war so: Ich war nicht zu Hause, weil ich die kleine Madame in die Schule brachte. Die grosse madame des Hauses setzte sich müde, mit einem frisch aufgebrühten Tee vor ihren Rechner und begann ihre Emails zu checken. Als sie da sass, vernahm sie plötzlich ein ganz leises trippeln. Und dann sah sie ihr: Held Rudi hatte sich ganz schön weit aus seinem Versteck gewagt und versuchte am Heizungsrohr auf die Fensterbank zu gelangen. Vermutlich hatte er die ganze Nacht vor Angst kein Auge zu getan.

Wie er da so kletterte, sprach die Haisherrin ruhig auf Rudi ein: “Soll ich dir helfen? Lass dir doch helfen, Rudi.” Sie nahm die Lebendfalle vom Boden und plazierte sie auf der Fensterbank. “Komm doch einfach hier rein, dann kann ich dir auch helfen hier raus zu kommen..!” Nun muss man wissen, das es wieder ein besonders heisser Morgen war. Deswegen stand das Fenster auch offen. Ich weiss nicht wie gut Mäuse riechen können, ich weiss nichtmal welcher Sinn bei den kleinen Nagern besonders gut ausgeprägt ist. Aber er hat wohl irgendwie mitbekommen, das da oben, über der Heizung, der Duft der grossen, weiten Freiheit lockt. Nur die Falle, die blieb ihm Suspekt und ein absolutes NoGo.

Die Dame des Hauses sah Rudi zu, wie er verzweifelt versuchte, sich auf der Fensterbank zu orientieren. Und dann machte er, vermutlich aus Panik, nur einen falschen Schritt….und dann hing er da. Seine kleinen, süssen Krallen versuchten vergeblich sich an dem Alu-Fensterbrett festzuklammern. Die linke Kralle war schon fast ganz abgerutscht. Die Beobachterin wurde panisch, sie wollte Rudi helfen, sie wollte ihn aber auch irgendwie nicht wirklich anfassen. Also sprach sie ihm Mut zu und überlegte was zu tun sei…zu spät. Sie sah wie seine andere Kralle auch abrutschte und dann hörte sie ein Geräusch, das ähnlich einem “SPLAT” klang. Tränen füllten sich in ihren Augen. Sie wagte kaum aus dem Fenster zu sehen, denn es war klar, welcher Anblick sie von dort oben, aus dem ersten Stock, erwarten würde. Langsam schob sie ihren Oberkörper aus dem Fenster, blickte auf den Boden vom Hof und sah…nichts! Nichts? Ja, da lag kein zermatschter Rudi, trotz des Geräuschs, da war nicht mal die Spur einer Mäuseverletzung, da war einfach gar nichts zu sehen. Ihr Blick wanderte über den ganzen Hinterhof.

Und da sah sie ihn, quietschvergnügt und aufgeregt rannte er zu den Mülltonnen und versuchte nicht gesehen zu werden. Und wenn sie nicht wüsste, das es nicht geht: Dann würde sie meinen das er sich noch einmal umgedreht und sie angeblickt hat. Zur Verabschiedung. Machts gut, Menschen, ihr habt zwar ein schönes Wohnzimmer, aber wir Mäuse sind dann doch eher für die Freiheit gemacht. Und weg war er.

Ich wollte mich eigentlich noch in derselben Nacht mit meiner Tochter im Wohnzimmer auf die Lauer legen und Rudi beobachten, aber das ging ja nun nicht mehr. Deswegen habe ich ihr zum Trost die DVD von Mäusejagd geholt (ob ihr es mir glaubt oder nicht, ich habe nirgendwo den trailer davon gefunden…), denn die Maus da sieht genau aus wie unser Rudi. Wer weiss…vielleicht hatten wir ja einen Mäusestar zu Gast?

Ach so, wie man Mäuse so fängt, das man sie danach beruhigt im Müll aussetzen kann, sieht man hier:

[YouTubeDirektMissionMauspossible]

Sind sie nicht süss….

2 Trackbacks

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  2. Julie Paradise — Themenfreitag “Rudi”

3 Friedenstauben

  1. Die Rudis, die ich vor 3 Jahren im Keller hatte, die haben sich vermehrt wie die Mäuse… Aus jeder Falle haben sie die Nutellabrote geklaut…

    Die irgendwannbinichvondenLebendfallenabgekommen Besucherin

    Kommentar von besucherin - 29. June 2007 um 09:00 Uhr
  2. “Also sprach sie ihm Mut zu…” DAS hätte ich gerne gesehen/gehört ;)

    Kommentar von rossi - 29. June 2007 um 09:18 Uhr
  3. Ach wie schön! Es hat sich gelohnt auf die Rudi-Geschichte zu warten. Obwohl ich gestehen muss sei beinah verpasst zu haben. Den ganzen Tag in der Bibliothek und jetzt immer noch am Schreiben vorm Rechner. Ein Glück, ein Glück. Ein schöne Themenfreitag, wie ich finde.

    Kommentar von Lenny_und_Karl - 29. June 2007 um 21:25 Uhr

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