-->

Warum ich mir eine (vermutlich) einmalige Gelegenheit entgehen lasse.

Fernsehen ist ein seltsames Geschäft. Hier geht es vor allem um Aufmerksamkeit. Wenn man nicht läuft, findet man nicht statt. Und es ist natürlich immer noch das Topmedium Nummer 1. Ich hab das zum Beispiel merken dürfen, als ich dieses Facebook-Gruppen Buch bei Langenscheidt geschrieben habe und damit beim Sat1 Frühstücksfernsehen war. Eine Sendung, die ich immer sehr als Nebenbei-TV wahrgenommen habe. Was nicht mal böse gemeint ist, aber der Name Frühstücksfernsehen impliziert das ja schon.

Da habe ich dann in aller Herrgottsfrühe in zwei sehr kurzen Interviews von dem Buch erzählt. Und dann? Dann bekam ich den Anruf, das man den Verkäufen auf Amazon gerade zugucken könne, wie sie nach oben steigen. Wegen dem einen verpennten Auftritt! Das fand ich krass und hat mir wieder mal gezeigt, das Fernsehen einfach das Leitmedium ist. Und es macht mir dazu auch noch wahnsinnig viel Spaß, Fernsehen zu machen.

Nun sollte man also, gerade in meinem Job, darauf achten dort immer stattzufinden. Zumindest so oft wie möglich oder so breit aufgestellt wie möglich. Und damit kommen wir auch schon zu dem Konflikt, mit dem ich mich seit Tagen rumplage: Ich habe eine sehr interessante Anfrage bekommen, die ich noch vor ein paar Jahren ohne mit der Wimper zu zucken sofort zugesagt hätte. Und zwar zu “Günther Jauch“. Das ist quotenstark, das ist ein toller Sendeplatz, das ist eine Sendung, über die man auch am nächsten Tag noch spricht. Grundsätzlich ist es also super, dort mit auf der Bühne zu sitzen, vor allem wenn die Währung “Aufmerksamkeit” so wichtig ist. Ausserdem mag ich Jauch und fänd es cool, den mal zu treffen. Ich hab mich aber trotzdem (nach zwei Tagen schwierigem hin und her überlegen und abwägen) zähneknirschend dagegen entschieden. Warum?

Das Thema wird “Digitale Demenz” sein und natürlich wird Manfred Spitzer, Autor des gleichnamigen Buchs, auch Gast sein. An seinem Buch, an seinen Thesen wird es sich abzuarbeiten gelten. Nun ist darin wohl vieles sehr scharf formuliert, zumindest entnehme ich das den Antworten, die der Hirnforscher in letzter Zeit in diversen Talkshows gibt. Und natürlich hat der da in ein Wespennest gestochen, vor allem weil sich der Titel seines Werks ja auch noch auf unsere Kinder bezieht. Da steht unter dem griffigen Titel als Unterzeile: “Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen”. Ja, die armen Kinder! Wir verblöden sie gleich mit!

Ich habe das Buch nicht gelesen, ich werde es auch nicht lesen, aber alles, wirklich ausnahmslos alles, was ich davon mitbekomme, ist meiner Meinung nach technologiefeindlicher Blödsinn, der wissenschaftlich diffuse Ängste bedienen will, die Eltern haben, die sich mit neuen Medien (ich fühl mich langsam ehrlich gesagt lächerlich, Netz und co noch “neu” zu nennen, aber meh) nicht auskennen und noch nicht beschäftigt haben. Spitzer pauschalisiert alles, schert alle über einen Kamm und erzählt seit gefühlten 27 Talkshows die Anekdote, wie sein Sohn sein iPhone in den Müll geworfen hat, weil er keine Lust mehr drauf hatte (und weil es wohl kaputt war…). Nun, alles gutes Futter für eine Diskussion. Ein Thema, für das ich brenne und Thesen, die ich gerne in der Luft zerreissen würde. Ich geh aber trotzdem nicht hin.

In dieser Runde, in dieser Konstellation kann ich nur verlieren. Natürlich kenn ich mich aus, weil es um meine ganz persönliche Lebensrealität geht. Ich hab aber keine Studien auswendig zur Hand und ich werd einen Teufel tun, mich mit einer Zettelwirtschaft bewaffnet in ein Fernsehstudio zu setzen, nur um einem ignoranten Mann genug Gegenthesen zu liefern, die er dann spontan sowieso nicht akzeptieren würde. Ich hab mir den jetzt in zwei Sendungen (N3 Talkshow, ZDF LogIn) genau angesehen und komme zu dem Fazit: Spitzer geht es zu keinem Zeitpunkt um eine Diskussion, genausowenig wie es ihm um eine Lösung geht. Spitzer geht es wahrscheinlich nicht mal so sehr um unsere Kinder. Spitzer geht es nur um eins: Sein Buch zu verkaufen.

Das er mit dieser Strategie gut fährt, beweisen ihm die Spiegel Bestseller Listen, die er seit dieser Woche anführt. Da will man nicht so schnell runter und das bisschen Restsommerloch kann man ja noch nutzen, dort auch an erster Stelle zu bleiben. Und so poltert er wohl weiter lautstark durch diverse Shows und brüllt wie zuvor jeden nieder, der anderer Meinung ist als er. Wirft Menschen ausgedachte Lobbytätigkeiten vor und beschimpft sie als ahnungslos. Behauptet Medienkompetenz wäre egal (!!!) und es ginge nur um Wissen und kapiert zu keinem Zeitpunkt, wo die eigentlichen Probleme liegen. Darum geht es ja auch nicht. Die Studien, die er alle ausgesucht hat, sind alle gut und seriös, alle Studien die etwas anderes behaupten sind schlecht und unseriös. Es muss eine schöne Welt sein in Spitzers Kopf. (All das basiert auf seinem Auftritt bei ZDF login, oben verlinkt)

Nun, dem Mann ist an keiner Diskussion gelegen, klar, sonst müsste er ja sein eigenes Buch anzweifeln, das er gerade verkaufen möchte. Er ist so eine Art Hirn-Sarrazin: Ich habe recht, sie sind alle blöd. Und mit dem soll ich mich in eine Sendung setzen? Von dem soll ich mich anschreien lassen, als blöd verkaufen lassen? Von dem soll ich mir Studien zitieren lassen und mich als ahnungslos oder vielleicht auch als Lobbyist hinstellen lassen? Ich soll dem, als vermeitliches “Opfer”, indirekt helfen auch nur ein weiteres seiner offensichtlich panikschürenden Bücher zu verkaufen? Ich soll der kleine, junge, unwissenschaftliche Trottelnerd sein, der ja nicht weiß, was er sagt?

Ich hab mich wirklich gefreut und war ein bisschen stolz, bei Jauch eingeladen zu werden. Wirklich. Das ist mir eine sehr große Ehre. Aber nicht für diesen Preis. Ich diskutiere nicht mit einem Verweigerer eines Mindestmass an sozialem Miteinander. Ich diskutiere nicht mit so einem Verkäufer. Und erst recht nicht mit solch einem Fundamentalisten. Ich diskutiere nicht mit einem Wissenschaftler, der nicht diskutieren will oder kann. Sorry Günther! Aber danke! Und viel Glück!

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56 Friedenstauben

  1. Auch wenn ich deine Beweggründe nachvollziehen kann, finde ich es schade. Denn dein Text zeigt, dass du nicht nur gegen Spitzer argumentieren kannst, sondern auch die Rolle reflektiert, welche dir in dem Gespräch zugedacht ist. Das sind eigentlich beste Vorraussetzungen, um sowohl gegen Spitzer als auch die Mechanismen einer Talkshow zu bestehen und damit möglicherweise für mehr Erkenntnisse zu sorgen als derjenige, der jetzt deinen Platz als der “kleine, junge, unwissenschaftliche Trottelnerd” einnehmen wird.

    Kommentar von Thorsten - 31. August 2012 um 10:37 Uhr
  2. Respekt — verfolge auch schon seit einer Weile diesen Totalverweigerer in Sachen Medienkompetenz — und finde Deinen Entschluß und Dein Statement absolut lobenswert! Schade eigentlich, denn Manfred Spitzer hat ansonsten durchaus Wissenswertes aus der Gehirnforschung zu vermelden … nun ja, hoffen wir mal, dass der Schaden, den er erst mit seinem neuen Buch in Gang bringt, sich in Grenzen halten wird. Ich werde mir jedenfalls dieses Buch ebenfalls weder kaufen noch lesen und jedem nur abraten! Grüße aus Fernost :—)

    Kommentar von Prof. Eku Wand - 31. August 2012 um 10:49 Uhr
  3. Manfred Spitzer ist ein Hirn-Sarrazin.

    Danke.

    *

    (ganz am Rande, meine 2 Groschen gegen Untergangspropheten oder Erlösungseuphoriker in Sachen Netz: http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/spiel-mit-dem-biest )

    Kommentar von mediumflow - 31. August 2012 um 10:59 Uhr
  4. nicht zu jauch oder eine der anderen quasselrunden zu gehen ist immer die richtige entscheidung.
    es ist wie diese BILDwerbekampagne, egal was man sagt man hat sein gesicht hingehalten für springer.

    für dich gilt das in besonderem maße denn, da möchte ich meinem vorkommentator widersprechen, du bist genau nicht die art medienprofi die in einer solchen runde nicht unter die räder käme. dazu fehlt dir einfach sowohl der akademische hintergrund als auch die zwischenmenschliche skrupellosigkeit und chuzpe.

    Kommentar von westernworld - 31. August 2012 um 11:00 Uhr
  5. Sehr schade, ich bedanke mich bei Thorsten (Kommentar 1), der 100%ig meine Gedanken aufgeschrieben hat.

    Wer, wenn nicht Leute wie Johnny und Du können so einem Halbwissen verbreitenden Autoren die Grenze seines eingeschränkten Denkens aufzeigen? (Zu gerne würde ich in dieser Sendung im Publikum sitzen und meine Erfahrung was berufliche Weiterbildung durch das Web bewirkt hat in meinem Leben zum Besten geben.) Und da Du ja seine Defizite bereits erkannt hast, hätte man ihn da im ersten Satz schon demontieren können. Auch wenn ich weiß, das ist nicht Deine Vorstellung eines sozialen Miteinanders. Aber sich der Regeln des Mediums bedienen, das kannst Du. Also wer, wenn nicht Du?

    Schade.

    Kommentar von creezy - 31. August 2012 um 11:14 Uhr
  6. Spitzer hat ja schon vor 5 Jahren davor gewarnt, dass Fernsehen die Gewaltbereitschaft steigert und die Gehirnbildung behindert.

    Wenn ich mir diese Sendungen ansehe, weiß ich auch, warum.

    (Gute Entscheidung.)

    Kommentar von Fux - 31. August 2012 um 11:27 Uhr
  7. Und das, mein Lieber, ist auch der Grund, wieso du rockst.

    So einen Auftritt derart reflektiert abzusagen beweist mehr Klasse, als ein Spitzer jemals haben kann.

    Chapeau.

    Kommentar von Andy - 31. August 2012 um 12:06 Uhr
  8. Ich finde es auch sehr schade, dass Du nicht teilnimmst. Ich stimme den Kommentaren 1 und 4 zu. Ich sehe es fast als Pflicht an, eine solche Sendung zur Aufklärung zu nutzen, auch wenn es den Anschein hat, dass man von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Aber die Zuschauer sind manchmal nicht so doof, wie man gemeinhin annimmt, und wissen m. E. schon reflektierend mit der übertriebenen Polemik von Herrn Spitzer umzugehen. So war es bei mir jedenfalls, als ich ihn in den anderen Talkshows gesehen habe. Ich hätte mir da so jemanden wie Dich als Gegenpol gewünscht!

    Kommentar von Sebi - 31. August 2012 um 12:54 Uhr
  9. Hi Nilz, grandiose Analyse von Spitzers Strategie. Dennoch halte ich es für einen Fehler, wenn du nicht hingehst!
    Warum?
    Nun, ich war bei zdf log.in involviert, hab zum Thema Games aus der Zuschauerecke was beigetragen. Ich weiß, dass solche Sendungen zur Skandalisierung beitragen, was den Verkauf anheizt. Das ist eine Ebene. Auf der anderen bewirken solche Sendungen den Aufbau und das Verfestigen von Vorurteilen. Und wenn du TV nutzt deine eigene Sicht und Perspektive darzustellen, lohnt es hinzugehen. Dann steht er nicht unwidersprochen da.

    VG
    Ibo
    @IboMazari
    http://www.digitale-spielwiese.org

    Kommentar von Ibo Mazari - 31. August 2012 um 13:35 Uhr
  10. Spitzer sollte man eigentlich nicht erst seit seinem neusten Buch kennen. “Vorsicht Bildschirm” von ihm ist ja auch so ein Klassiker. Typische These: “Fernsehen macht dick, dumm, gewalttätig”. Andere Aussagen:

    Steeb: “Senken Gewaltspiele die Hemmungen?”

    Spitzer: “Davon kann man ausgehen, wenn man bedenkt, dass die ersten Programme dazu vom US-Militär entwickelt wurden, um die Hemmung der Soldaten, auf Körper zu schießen, zu senken.”

    Eine gemeinsamer Fernsehauftritt mit ihm macht nur bedingt sind, da man gegen die ihm zugemessene Kompetenz nicht ankommen wird. Im TV geht es ja nicht um Inhalte.

    Kommentar von Rey - 31. August 2012 um 13:48 Uhr
  11. Jetzt kommt irgendwer anders und macht deinen “Job” du hast damit gar nichts erreicht. Schlauer wäre es, dort hinzugehen und dann genau zu sagen, was du hier geschrieben hast, dass du mit sojemand nicht diskutierst, weil er sich nicht darauf einlässt und nur sein Buch verkaufen will. Du hättest ihm nicht geholfen, deinen Standpunkt klargemacht und Aufmerksamkeit bekommen. ;)

    Kommentar von Marcs R. - 31. August 2012 um 15:05 Uhr
  12. Noch mal damit es klar rüberkommt: Es ging darum in die Sendung zu gehen und nichts zu sagen, außer dass man nichts sagt und warum. Dann den Rest der Sendung auf der Bühne sitzen und schweigen.

    Kommentar von Marcs R. - 31. August 2012 um 15:11 Uhr
  13. Schade! Auch wenn ich deine Entscheidung gut verstehen kann, wäre es aus meiner Sicht auch nicht verkehrt gewesen dem Herrn Spitzer genau dies was du hier geschrieben hast pointiert entgegen zu bringen. Sein Anliegen die negativen Seiten des Medienkomsums zu beschreiben sind berechtigt, aber die Schlüsse und Forderungen die er aus den angefühten Studien zieht, sind überzogen, populistisch und extrem - und damit aber auch angreifbar!

    Es gibt viele Möglichkeiten mit den Risiken des Medienkonsums umzugehen. Eine gute wäre wohl Medienkompetenz zu fördern und zu erlernen. Aber genau das bezweifelt Spitzer lautstark mit populären Aussagen wie dieser aus dem Chat von Log in:

    “Gegen kontrollierten Umgang von Erwachsenen hab ich gar nichts. Bei Kindern ist das anders. Solange wir nichts wissen, schon gar keine Vorteile kennen, und die Nachteile sehr klar sind, sollten bei denen keine Experimente machen…”

    Das klingt nach Medienkonsum, wie beim Alkohl, erst mit Altersfreigabe? Ist das wirklich die Lösung?!

    Im Chat wird diese Position von Spitzer mit dem ersten Satz dann doch relativiert, um zugleich aber im Anschluss den Informatikunterricht gleich wieder zu disqualifizieren:

    Gast1567 (Gast): “Herr Spitzer, finden Sie nicht das guter Informatikunterricht an Schulen (die ja ziemlich zu kurz kommen) mehr bringen würde? Programmieren ist ja bekanntlich eine kognitive Leistung und fördert das Denkvermögen. Auch Algebra und Algorithmen wirken sich doch positiv auf das Lernen aus.”

    Manfred Spitzer: “Ja, guter Informatikunterricht wäre schön. Aber solange im Unterricht letztlich die Schwächen der Produkte von Microsoft thematisiert werden, sollte man ihn lassen.”

    Solche pauschalen Aussagen disqualifizieren einen Wissenschaftler einfach. Das ist Stammtischniveau, dass spricht für sich und schädigt den eigenen Ruf. Wenn der an sich sinnvolle Unterricht schlecht sein sollte, sollte man ihn verbessern und nicht seinlassen.

    Das Talk-Show-Format lässt nicht viel Raum für eine ernsthafte und differenzierte Diskussion. Aber für einen unterhaltsammen Anstoß, Herrn Spitzer auf solche Ungenauigkeiten hinzuweisen, hättest du bestimmt deinen Metabeitrag leisten können! :)

    Quelle des Chats: http://blog.zdf.de/zdflogin/2012/08/30/nutzen-gegen-risiken-abwaegen-mehr-kann-man-kaum-sagen/#more-4709

    Kommentar von martin - 31. August 2012 um 15:36 Uhr
  14. Habe den Spitzer vorgestern bei zdflogin gesehen und musste nach 10 Minuten umschalten. So viel Schwachsinn wie dieser alte Mann verbreitet, einfach unglaublich. Er ist wirklich ein Geistes-Sarrazin, er ist total in seiner Idiologie verhaftet und pöbelt lieber, als auf Argumente einzugehen. Mit so einem kann man nicht Diskutieren.

    Kommentar von Jay - 31. August 2012 um 16:33 Uhr
  15. Die Thesen von Spitzer mögen noch so falsch sein, aber wenn man das Buch nicht gelesen hat und keine Studien zur Hand haben will dann lässt man sich nicht zu unrecht vorwerfen, unwissenschaftlicher Trottelnerd zu sein. Auf Grundlage des Erlebens der persönlichen Lebensrealität lassen sich solche Thesen nunmal leider nicht in der Luft zerreißen. Wirklich geholfen wäre dem Thema, den Zuschauern und der Sendung, wenn sich mal jemand die Mühe machen würde, tatsächlich gut vorbereitet und sattelfest in eine solche Talkshow zu gehen. Wenn man diese Arbeit scheut, dann sollte man wirklich besser daheim bleiben.

    Kommentar von vertov - 31. August 2012 um 16:59 Uhr
  16. Herzlichen Glückwunsch zu deiner Entscheidung! Ich glaube auch nicht, dass du eine FAIRE CHANCE gehabt hättest, dich gegen den Populärwissenschaftler zu behaupten. Manfred Spitzer hat alle logischen Fehlschlüsse auf seiner Seite: Er ist eine Autorität qua akademischem Titel, er ist älter als du, kann seine Forschung - ob redlich oder nicht - auch durch Lebenserfahrung glaubhafter machen. Er konstruiert Strohmänner, reduziert seine Gegner auf etwas, das er aus seiner Position heraus gut angreifen kann. Wären die Bedingungen für eine sachliche Diskussion gegeben, könnte man mit etwas rhetorischem Geschick und Kenntnis der Forschungslogik falsche Argumente entlarven und seine eigenen dagegenstellen, das wäre fairer Diskurs, aber das ist DAS FERNSEHEN. Da geht es bekanntlich nicht um die Suche nach Wahrheit, sondern um Unterhaltung einer möglichst breiten Menge, die ihre Lust aus der Bestätigung ihrer konservativen Denkmuster zieht. Da hat automatisch derjenige gewonnen, der die Ängste, Bedenken und sonstige düstere Hirngrillen des Volkes zu bestätigen versteht - und dies auch noch durch etwas so Angesehenes wie einen akademischen Titel abzustempeln und gültig machen kann. Ich wäre mir für solche Inszenierungen auch zu schade. Däumchen hoch zum Regenbogen!

    Kommentar von silenttiffy - 31. August 2012 um 19:38 Uhr
  17. Spitzer ist vor allem ein schlechter Wissenschaftler. Wie Sarrazin begeht er grundlegende statistische Fehler. auf die in jedem Sgrundkurs für wissenschaftliche Statistik bereits in den ersten Stunden hingewiesen wid. Gut aufgezeigt in diesem Artikel: http://www.hdm-stuttgart.de/ifak/medienwissenschaft/medienkritik_medienwirkung/neue_protagonisten_der_medienkritik/medienkritik_lutz

    Kommentar von Peter - 31. August 2012 um 20:14 Uhr
  18. “Hirn-Sarrazin”. Groß. Gute und richtige Entscheidung von Dir. Vor allem bei einer von Jauch moderierten Sendung (auch wenn Du ihn magst.) rücken ja generell schon Thema und Gäste in den Hintergrund.

    Kommentar von skFFM - 31. August 2012 um 20:34 Uhr
  19. Der Spitzer macht seit Jahren vor allem eines: Er tingelt pausenlos auf Veranstaltungen von Unternehmensstiftungen, Lobbyvereinigungen etc. herum und erzählt den versammelten Managern und Millionären, was sie hören wollen. Da ist dann viel von “den guten Köpfen” die Rede, warum die Chinesen alles richtig machen und warum das Bildungssystem so umgepflügt werden muss, dass die Industrie ihre Arbeitsdrohnen geliefert bekommt.

    Und damit verdient er Kohle. Und zwar RICHTIG Kohle. Ich glaube nicht, dass viele eine Ahnung haben, was diese Art von Professoren mit Vorträgen nebenbei so verdienen können, wenn ihre Botschaft auf Linie liegt mit den Interessen reicher Unternehmer.

    Kommentar von Nicolas Bourbaki - 01. September 2012 um 05:39 Uhr
  20. ›Ich habe das Buch nicht gelesen, ich werde es auch nicht lesen,‹

    Ab dieser Stelle habe ich die Lektüre Deines Textes sofort eingestellt. Das ist mir einfach zu doof!

    Kommentar von Oho - 01. September 2012 um 08:54 Uhr
  21. Ich glaube, es gibt (mindestens) zwei Arten, sich mit Büchern zu beschäftigen. Man kann sie lesen und dann im Einzelnen jedes Argument auseinandernehmen. Oder man schaut, was für einen Diskurs das Buch auslöst, wie darüber geredet wird, welche Argumente wie in der Öffentlichkeit diskutiert werden (das sind meistens nur sehr wenige) und damit das Bild des Buches prägen. Ansonsten dürfte man beispielsweise nur über Sarrazin diskutieren, wenn man sich durch die 500 Seiten gearbeitet hat.

    Kommentar von Thorsten - 01. September 2012 um 09:44 Uhr
  22. Spitzer redet nur und hört nicht zu. Außerdem weigert er sich, Grauzonen anzuerkennen. Ich habe mich auch über seine Thesen aufgeregt und meine Position dazu niedergeschrieben (http://www.floriansimbeck.de/site/news/mein-senf-zum-thema-kinder-und-digitalen-medien/). Es geht ja wie immer nicht um das eine Extrem oder das andere, sondern um das gesunde Mittelmaß. Das sieht dieser Extremwissenschaftler und Polemiker einfach nicht.

    Kommentar von Flo Simbeck - 01. September 2012 um 10:39 Uhr
  23. hey nils,
    ich finde, du machst das richtig. du bist zwar nen alter hase im business und könntest meinermeinung nach in der runde sogar ne gute figur machen, aber dennoch hat man dem herrn spitzer ja nichts entgegenzusetzen. wenn es wenigstens einen dialog geben würde. aber das will er ja gar nicht. er hat halt recht. immer. und alle anderen nicht. da kann man nur verlieren. das könnte schlußendlich so enden, wie die piraten bei lanz. das war eher schlecht als recht. und ich streite keinen der jungs und mädels eine gewisse kompetenz ab.

    selbst johnny, der das buch sogar gelesen hat, einige studien direkt wiederlegen konnte und auch rhethorisch ohne weiteres mithalten konnte, wirkte schlußendlich echt genervt, da man ja kaum was sagen kann. hängengeblieben ist dennoch:”sie sind teil des problems!”.

    wenigstens was… :)

    Kommentar von curv - 01. September 2012 um 12:29 Uhr
  24. Die sollten mich einladen. Ich habe viel zu viel Internet im Kopf und Netzkinder gegen Offliner geschrieben. Dann hätten wir wenigstens ein Gegenbuch. Spitzer ist wohl das Paradebeispiel für einen “Offliner”. Hach, wäre das schön, so in einer Sendung. xD

    Kommentar von Alex - 02. September 2012 um 01:03 Uhr
  25. Ok, wow. Mein erste Gedanke war tatsächlich, dass es besser und mutiger gewesen wäre hinzugehen. Jetzt habe ich mir die Sendung ZDF Login gerade angesehen. Und muss auf jeden Fall feststellen, dass dies die bessere Entscheidung war. Man kann sich sicher streiten darüber, ob und wieviel man im Format Talkshow tatsächlich diskutieren kann. Aber mit diesem Realitätsvergweiger kann man nicht diskutieren. Seine Aggression ist ist nicht mal mehr subtil, gegenseitiger Respekt oder zumindest gegenseitiges Zuhören scheinen ihm fremd. Und sinngemäße Aussagen wie, dass man zum Nutzen von Medien keine Medienkompetenz bräuchte sind einfach nur lächerlich. Danke für den Text!

    Kommentar von Joseph - 02. September 2012 um 02:24 Uhr
  26. Bei aller möglicherweise berechtigten Kritik an der Einseitigkeit Spitzers enthält dein Blog-Beitrag doch Aussagen, die jedem unbefangen denkenden Menschen als ärgerlich undifferenzierte Polemik aufstoßen müssten. Der Vorwurf der “Technologiefeindlichkeit” ist eine solche Aussage, da Spitzer nicht Technologie ablehnt, sondern den Umgang der Gesellschaft mit Technologie.

    Kommentar von Daniel - 02. September 2012 um 14:13 Uhr
  27. nicht nur Du brennst für das Thema, lebst dein Leben mit digitalen Medien, wie viele, viele andere Menschen auch, du bekommst diese Einladung und schlägst sie aus. Das hätte ich nicht gemacht. Nicht, dass ich deine Argumente nicht verstehen kann, aber du hättest der Diskussion einen anderen Zugenschlag geben können. Dazu ist keiner der eingeladenen Gäste in der Lage. Das Netz hat unser Leben verändert, klar. Aber die meisten von uns sehen darin weniger ein fremdbestimmtes Monster, dem man nichts entgegensetzen kann, sondern DIE Chance unserm Leben eine Stimme zu geben. Das Netz ist für uns keine Maschine und schon lange nicht nur Rezeption, sondern eine Form ganzheitlicher Aktivierung. Genug Ethos. Schade, das du nicht hingegangen bist.

    Kommentar von gibro - 02. September 2012 um 15:55 Uhr
  28. Lustig, während die erwähnte Sendung läuft, habe ich diesen Blogbeitrag (via Netzpolitik) gefunden und schreibe hier. Das allein wiederlegt Herrn Spitzner schon, mal ganz davon abgesehen, das ich seine ersten Sätze in der Show schon so grundlegend falsch fand, das man eigentlich gleich hätte abschalten müssen. Positiv dagegen Ranga Yogeshwar, aber das ist ja auch ein richtiger Wissenschaftler, bei dem Prof. für (ja was eigentlich) bin ich mir da nicht so sicher. Frau Gerster hat leider auch kaum substanzielles beizutragen und läuft eher so am Rand er Diskussion mit.

    Kommentar von kay - 02. September 2012 um 22:26 Uhr
  29. Oh Gott, jetzt kommt auch noch die Computerspielkeule, ich hätte wirklich gleich abschalten sollen.

    Kommentar von kay - 02. September 2012 um 22:30 Uhr
  30. Geh hin, nimm eine Axt mit, hau Jauchs Tisch kaputt und sag dann: “So, jetzt können wir weiterdiskutieren” und dann steh auf und schraub’ die Mikros ab.

    Kommentar von Manu - 02. September 2012 um 23:11 Uhr
  31. @Daniel 02.09.12 14:13
    “Der Vorwurf der “Technologiefeindlichkeit” ist eine solche Aussage, da Spitzer nicht Technologie ablehnt, sondern den Umgang der Gesellschaft mit Technologie.”

    Das ist doch noch größerer Nonsens. Spitzer lehnt den Umgang der Gesellschaft mit Technologie ab??

    Wie will er das machen? Der Gesellschaft (Die ja übrigens die Technologie hervorbringt) verbieten, damit umzugehen?
    Wie löst er das Problem einer Ablehnung im Umgang mit irgendetwas? Das ist sein Problem. Er will gar nicht erst progressiv weiterdenken, sondern es reicht ihm über Gegenwärtiges zu meckern, um Vergangenes zu bewahren: Er ist daher ganz banal nur konservativ und rückständig, wie viele andere “früher war alles besser!”-Ausrufer.

    Ich erinnere noch an die vernichtende Anprangerung vieler konservativer Kritiker an die Gesellschaft und deren Kinder im Umgang mit Tamagochi-Eiern.

    Zu viel konservative Denkerei Spitzers (oder Daniels? ;-) ) kann schnell ins ad absurdum führen.

    Kommentar von Rob - 03. September 2012 um 09:30 Uhr
  32. Kommentar von curv - 03. September 2012 um 09:44 Uhr
  33. du hast alles richtig gemacht.

    Kommentar von amo - 03. September 2012 um 11:13 Uhr
  34. Ich wäre hingegangen und hätte gefragt warum er in eine Talkshow gehe wenn er schon gegen Medien ist und seinen Fernseher rausgeschmissen hat

    Kommentar von Mercury - 03. September 2012 um 12:47 Uhr
  35. Ich kann das auch nicht nachvollziehen dass du nicht gegangen bist. Du hättest das Gespräch mit wenig Aufwand in die Richtung ziehen können, die du hier in dem Artikel zeigst.

    Kommentar von Justus - 03. September 2012 um 13:04 Uhr
  36. Leider war die Debatte ziemlich einseitig. Keiner der Gäste war unter 50.

    Kommentar von Julia - 03. September 2012 um 13:05 Uhr
  37. Seit wann ist Spitzer ein Wissenschaftler. Er ist Psychiater.;)

    Kommentar von um - 03. September 2012 um 14:25 Uhr
  38. An Spitzer kann man gut ablesen, was passiert, wenn man völlig ohne Internet lebt - totale Verblödung. :-DD

    Kommentar von Harald - 03. September 2012 um 14:30 Uhr
  39. Ich verstehe nicht, wie sich eine Universität so einen Mann zumutet.

    Kommentar von um - 03. September 2012 um 14:39 Uhr
  40. Sehr schön geschrieben und ich kann Deine Haltung und Entscheidung gut verstehen.

    Ich war jedenfalls entsetzt, wie polemisch die ganze Diskussion ablief (und weiterhin abläuft), das ist Wissenschaftlern einfach unwürdig, beweist aber letztendlich nur, dass man einige Dinge aus dem Studium doch nicht vergessen sollte (Argumentation, wissenschaftliches Arbeiten, etc…).

    Die Argumentationsketten waren in sich auch nicht absolut schlüssig, was aber auch beweist, dass es keine absoluten Aussagen zu diesem Thema geben kann.

    Kommentar von Alexander Schwarz - 03. September 2012 um 14:44 Uhr
  41. Man muss es wohl wirklich nicht unbedingt gelesen haben:

    “Wenn Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer nicht “Hirnforscher” wäre, wäre das nur die hysterische Suada eines vor sich hin räsonnierenden, oft schwafelnden Bildungsbürgers, der seine eigene Epoche/Kultur völlig kritiklos glorifiziert und seine Lebenserfahrungen zum positiven Maßstab erklärt.”

    [...]

    “Wenn ich als Mitglied einer Evaluationskommission dieses Buch in die Hand bekäme, müsste ich eigentlich die Gelder streichen.”

    http://carta.info/47569/zwischenbilanz-zu-spitzers-digitaledemenz/

    Kommentar von meykosoft - 03. September 2012 um 14:59 Uhr
  42. Sorry für die ausschweifende Länge des Kommentars. Aber es ist mir sehr wichtig, das mal loszuwerden:
    Ich habe mich da spontan an ein gutes Beispiel für Spitzers “wissenschaftliche” Herangehensweise erinnert. In “Vorsicht Bildschirm” werden scheinbar die Reaktionen der Computerspiele-Presse und der (damaligen) BPjS auf das Spiel “Duke Nukem 3D” miteinander verglichen. Zuerst der Kommentar der Spielezeitschrift: “Herumkullernde Augäpfel, weggesprengte Extremitäten und an der Wand herunterlaufende Blutspritzer sprechen für sich” wird von Spitzer als Beleg für die Wertschätzung des blutigen Geschehens seitens des Redakteurs verwendet. Die Aussage der “BPjS”-Mitarbeiterin :
    “Das gnadenlose Abknallen nackter Frauen, die wehrlos gefesselt von der Decke hängen, finde ich, gelinde gesagt, daneben.”
    So weit, so Spitzer.
    Zufällig habe ich mich beim Lesen des Buches SOFORT an den entsprechenden Artikel und Testbericht von DN3D aus der PC Player erinnert, die zu diesem Zeitpunkt (heute leider im Altpapier) auf Armeslänge entfernt im Schrank lag.
    Der Clou: Die “BPjS-Mitarbeiterin”, wie von Spitzer behauptet, war zu diesem Zeitpunkt (Ausgabe 7/96) auch Redakteurin der PC Player. Erst später wechselte sie das Metier und ging tatsächlich zur BPjS…. (Monika Stoschek, wen es interessiert, Spitzer nennt sie nicht namentlich, warum wohl??) Beide Zitate stammen tatsächlich aus dem selben Testbericht, wo das Spiel aufgrund der drastischen Gewaltszenen auch deutliche Wertungsabzüge erhielt!
    Und das erste Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen worden. Es befindet sich in einem Extra-Kasten, und wird eingerahmt von folgenden Sätzen:

    “Die Gewaltdarstellung hingegenerfolgt in der Tat bis zum Exzess.
    Herumkullernde Augäpfel, weggesprengte Extremitäten und an der Wand herunterlaufende Blutspritzer sprechen für sich. Für Kinder geeignet ist das Spiel unserer Meinung nach auf keinen Fall - genausowenig, wie es vergleichbare Bücher oder Filme sind.”

    Das sagt doch eigentlich alles über einen Mann, der sich die Dinge so zurechtbiegt, wie es ihm gerade passt, und der auch nicht davor zurückschreckt, sich als Wissenschaftler falscher bzw. in dieser Form nichtexistenter Quellen zu bedienen.

    Also, gut gemacht, dass du nicht hingegangen bist. Mit solchen Leuten braucht man gar nicht erst zu versuchen in einen Dialog zu treten.

    Denn wie heißt es so schön? Wie redet man mit Fundamentalisten, ohne verrückt zu werden? Genau, gar nicht..

    Kommentar von Jackinator - 03. September 2012 um 16:40 Uhr
  43. Achso: link zum Testbericht (wenn das erlaubt ist):
    http://www.kultboy.com/index.php?site=t&id=5898&s=3

    Kommentar von Jackinator - 03. September 2012 um 16:42 Uhr
  44. Nachdem ich mir gerade 1 Stunde diese “wunderbare” Sendung angeschaut habe, die am Anfang zahlreiche reißerische Behauptungen aufstellt und sich am Ende in inhaltlosem Gelaber verliert, muss ich sagen.
    Laut meiner Meinung hätten Sie der Sendung mehr als gut getan.

    Mit einem Manfred Spitzer zu diskutieren ist natürlich eine Herausforderung, alles was er kann ist anderen ins Wort zu schreien und seine fragwürdigen Ansichten als Tatsachen zu verkaufen. Aber Ihnen wurde die Chance geboten dem Publikum eine andere Sichtweise zu eröffnen.

    “Erst nachdem man sein Abitur gemacht hat kann man google richtig benutzen” Das war eines der vielen Highlights…

    Kommentar von Ben - 03. September 2012 um 17:04 Uhr
  45. Ähm sorry aber wenn du das Buch nicht liest, dann weißt du auch nicht wie Spitzer argumentiert bzw. argumentiert er ja nicht, er nennt nur Fakten bzw. wenn er was nicht weiß dann sagt er das. Aber dazu müsste man das Buch ja lesen. Ich habs übvrigens auch nicht gelesen, aber ich kenne Spitzers fachartikel.

    Kommentar von oh man - 03. September 2012 um 19:10 Uhr
  46. Ich habebei Jauch abgeschaltet als Spitzer einer Konfrontation auswich. Der andere Experte hielt ihm vor Computerspiele aufgezählt zu haben, bei denen die Namen nicht stimmen bzw. die es gar nicht gibt. Anstelle das zu erklären, erzählte er, dass ein Counterstrike-Spieler seine Freunde umgebracht habe (somit qed - was auch immer.) Spitzer hatte noch nichtmal versucht, den Vorwurf zu relativieren. Einfach ablenken mit Horrorgeschichten und Jauch lässt ihm das durchgehen.

    Kommentar von Marc - 03. September 2012 um 21:00 Uhr
  47. Sobald eine gesittete Diskussion nicht möglich ist, braucht man gar nicht erst anfangen. Man muss die Menschen ausreden lassen (aber auch deren Redezeit begrenzen) und dann auf ihre Argumente (so sie denn welche hatten) oder zumindest die Darstellung der Fakten eingehen. Man kann bei längeren Beiträgen gerne einhaken, wenn das Thema gewechselt wird und man noch schnell was loswerden will, aber man DARF NICHT SCHREIEN!! Und man darf nicht ins Wort fallen.

    Genau das ist aber die Masche von solchen Hanseln. Man muss sich nur mal an den koksnasigen Ehebrecher Friedman erinnern, der das ebenso gemacht hat und dabei auf einem verdammt hohen moralischen Ross saß. Zudem beherrscht der normale Diskutant, der es ehrlich meint und redlich diskutieren will nicht die fiesen Tricks. Gerne werden dann sinnfreie Einschübe höchster Brisanz mit dem Thema verbunden, um auf einer Metaebene weiterzudiskutieren und die eben vorgebrachten, harten Argumente versanden zu lassen. Es ist auch üblich, dem Gegner Unterstellungen an den Kopf zu werfen, gerne kombiniert mit sehr vagen Verknüpfungen zu bösen Dingen. Denn wer das Leistungsschutzrecht nicht möchte, ist doch nur ein Krimineller! Bis man das logisch widerlegt hat (was völlig problemlos funktioniert) und die ganzen Querschüsse auch noch, die da kommen werden, langweilt sich der Rest zu Tode. Beim Zuschauer bleibt dann hängen: Der will sich nur rausreden! Denn er will keine Erklärungen, er will kurze, knappe, Floskeln.

    Daher ist das eine gute Entscheidung gewesen. Die sorgsam zurechtgelegten und maßgeschneiderten Argumente solcher Menschen sind leicht zu widerlegen, aber es dauert etwas, sie zu formulieren. Das macht man lieber schriftlich. Das ist keine Schande, denn die haben für das Ergebnis auch viele Monate gebraucht. Man könnte sich jetzt ein paar Thesen herausgreifen, aber was soll das? Der wird immer was finden, was er sagen kann. Gute Wissenschaftler erkennt man daran, dass sie Absolutismen meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ein Physiker z.B. würde niemals auf die Frage “Wenn man einen Stein hochwirft, fällt der dann auch runter?” mit “Aber 100%ig!” antworten. Sie würden die Umgebungsvariablen und das Bezugssystem erwähnen und sich so absichern, dass nicht große Tuffsteine in einen Windkanal geworfen werden.
    Und da liegt unser aller Problem. Die Sau-Durchs-Dorf-Treiber sind 100%-Typen. Für die gibt es keine Alternative. Das macht zwar gerade bei nicht-naturwissenschaftlichen Themen, wo ohnehin 2 Wissenschaftler 4 Meinungen haben und da völlig OK finden, überhaupt keinen Sinn, aber man kann sich sicher sein, dass es genug Leute gibt, die sagen werden “Wenn ein Grundschulkind länger als 30min vor dem PC sitzt, wird aus dem ein Gefühlskrüppel. Zu 100%!”. Dazu zitieren sie eine Studien mit der Stichprobe 5, aus dem Jahre 1987, aus einem fernen Land, und einer völlig anderen Fragestellung und einer spezielle ausgewählten Stichprobe (z.B. besonders verhaltensauffällige Kinder). Kann man wunderbar widerlegen, dauert aber länger und man möchte natürlich, brav wie man ist, die Studie erstmal lesen. Das bedeutet aber für solche Typen automatisch: Sie können oder wollen mich nicht widerlegen, daher habe ich recht!

    Solche Diskussionen kann man nicht gewinnen, wenn man nicht das Publikum auf der eigenen Seite hat oder zumindest ein paar Fürsprecher in der Runde, die die Problematik auch erkennen. Wird bei solche Formaten nicht der Fall sein. Die wollen Krawall. Die wollen Konflikt. Eben genau das, was eine gute Diskussion nicht haben sollte.

    Finde Dich damit ab, dass die Zielgruppe, die diesen Idioten für ebensoeinen hält in den nächsten 10-20 Jahren die Entscheidungsträger stellt. Wenn der dann vergreist immer noch seine Lügen verbreitet, wird er ausgelacht. Von all den 24/7-on-Kindern, die eben doch einen guten Job, eine Familie und gute Noten hatten.

    BTW: Nach seinen Thesen, wäre ich heute vermutlich ein Penner auf der Straße ohne jegliche Schulbildung. Ich hab extrem lange an meinem ATARI 2600 VC gesessen. Danach ganze Wochenenden am C64, Amiga, etc. Habe dafür Schule zurückgestellt und soziale Kontakte (zu nicht-Gamern^^) minimiert. Aber, oh Wunder, ich hab Abi, abgeschlossenes NaWi-Studium (nein, nicht IT), bin an der Uni angestellt und promovierte erfolgreich. Und ich darf immer wieder irgendwelchen DAUs den PC richten, nachdem sie ihn nicht verstanden haben. Und ich bin nicht die Ausnahme. Von meinen (Gamer-)Freunden weisen etwa 80% so eine Laufbahn auf. Man könnte sogar meinen, diese intensive Nutzung befördert so eine Laufbahn…aber das darf ja nicht sein. Schon zu lange her? Ach was, schon in den 80ern haben solche Typen, allen voran Herr Pfeiffer (der sich wohl irgendwie Kriminologe schimpft) und die guten Freunde aus der Juristerei, wie Günni Gravenreuth, die gleichen Thesen vertreten. Würde man ein wenig zurückgehen, würde man das auch zu Video, Fernsehen, Rockmusik, Radio, Schallplatten, Büchern und anderen Medien finden. Es wird immer verteufelt, was anders ist, was neu ist und was den Status quo in Frage stellt.

    Wartet nur, bis ihr ins Altersheim kommt und es dort KEIN Internet gibt, weil das ja böse und aggressiv macht und wir die Alten lieber brav und sediert haben. Auch Herr Spitzer wird mal so enden…und das macht mich irgendwie froh. Gerontologischer Payback^^

    Kommentar von Wolpio - 03. September 2012 um 21:02 Uhr
  48. Ich habe auch einige Spitzer Sendungen gesehen, und das Buch nicht gelesen, und finde die Reaktionen sehr lustig. Der Mann sagt Dinge, die andere mit Studien belegt haben, und er erzaehlt eigene Erfahrungen. Dagegen laesst sich erstmal nix sagen.
    Die Folgerung die er zieht ist, dass es evtl eine dumme Idee Kindern in der Schule etwas auszusetzen, was nach seinen Erkenntnissen nicht gut ist. Ehrenhaft.
    Und dann kommen so Argumente wie “er kennt keine Namen von Computerspielen”.
    Das ist albern, wuerde ich an seiner Stelle auch nicht kennen, weil das Details sind um die es einfach nicht geht.
    Die Gegner in den Diskussionen zerlegen ihn dann immer “das ist doch alles toll”, “die Vorteile ueberwiegen” etc. Er weist dann manchmal - leider zu halbherzig - darauf hin dass das alles richtig ist, aber das es ihm um Kinder geht.
    Das geht immer wieder unter, ist aber der Hauptpunkt.
    Die Kinder muessen doch Medienkompetenz lernen - was soll denn das sein?
    Rausfinden dass bei Wikipedia viel Mist steht?
    Dazu braucht nicht jedes Kind ein Laptop, sondern die Lehrer keinen an geeigneter Stelle man den Beamer anmachen und zeigen, was man im Internet fuer Mist zum aktuellen Thema des Unterrichts finden kann. Wird denke ich Eindruck machen.
    Muessen Kinder in der Schule lernen wie man Powerpoint Presentationen macht?
    Nein. Die technische Komponente lernen Kinder innerhalb kuezester Zeit, auch noch als jugendliche oder junge Berufseinsteiger.
    Die nicht-technische Komponente - wie bereite ich einen Vortrag vor, wie halte ich ihn - sollte natuerlich Teil des Unterrichts sein - ebenso wie Rhetorik und Diskussion, Dinge die in Deutschland zu kurz kommen - am anglikanischen Raum ist das wichtiger.
    Neulich machste jemand in einer Talkshow ein schoenes Beispiel: Praktisch jeder braucht einen Fuehrerschein - macht man ihn in der Schule? Nein.
    Praktisch jeder kommt mal in die Situation sich Nahrung zuzubereiten. Lernt man das in der Schule? Nicht in allen.
    Und wie Herr Spitzer gerne anbringt: Drogenkompetenz ist auch wichtig, trinkt man deswegen mit Grundschuelern Bier? Nein.
    Ich sehe ganz klar dass Internet und Computer die Konzentrationsfaehigkeit verringern, das “Multitasking” foerdern, was eben nicht funktionieren kann.
    Davor sollte man Kinder evtl so lange wie moeglich bewahren.

    “Ich habe das Buch nicht gelesen und will mich nicht mit Fakten belasten” ist natuerlich ein guter Grund nicht in die Talkshow zu gehen.
    Danke - war evtl besser so.

    Kommentar von hobel - 03. September 2012 um 22:37 Uhr
  49. @48
    Ich wollte ebenfalls gerade einiges zu Text oben schreiben. Aber du hast es mir ab genommen. Vielen Danke. Ich kann dir nur zustimmen.
    ABER
    Herr Spitzer ist mit Leib und Seele an der Uni in Ulm. Jeder in der Stadt weiß wie fleißig und gut er arbeitet. Sowas spricht sich nach Jahrzehnten rum. Er schreibt keine Bücher und noch mehr Anerkennung oder Geld zu bekommen. Sondern weil er noch mehr bewegen will, als die unglaubliche Aufgaben zu bewältigen, eine Uni-Klinik gut zu führen.
    Und Natürlich spielt in der ganzen Disskussion viel Lobbyismus mit. In den Förderprogrammen steckt sehr viel Geld, dass wollen die Firmen wieder und deshalb muss die Politik dafür sorgen.

    Sicherlich werde solche Blogbeiträge und die Videos gesichert, bzw. wird man die immer wieder finde.
    Und in ca. 6-12 Jahren, wenn es richtig eskaliert durch die naive Benutzung von Internet wird es so lustig die ganzen Kritiker von Herr Spitzer noch mal mit der Realität zu befragen.

    Es wird so lustig und gleichzeitig demütigend für diese ganzen Leute und dann will es aber wieder keine gecheckt haben. Und zu feige werden sie alles sein um Herr Spitzer den nötigen Respekt zu geben.
    (Ich habe ebenfalls einen Pro Spitzer Beitrag auf meinem Blog)

    Kommentar von André Nagy - 04. September 2012 um 00:54 Uhr
  50. Ich will ein paar Punkte nochmal vertiefen:
    Zuerst zu meinem Standpunkt: Ich nutze das Internet ca die Haelfe meines Lebens, 20 Jahre. Ich bemerke an mir das Suchtpotential, ganz klar.
    Ich spiele “Ballerspiele”, und bemerke auch da das Suchtpotential. Ich kann mir schwerlich vorstellen dass es gut fuer die Entwicklung eines Kindes ist, solche Spiele zu spielen - ich selbst habe mit ueber 30 damit angefangen, und denke dass ich ganz gut zwischen Realitaet und Spiel unterscheiden kann. Waere ich 20 Jahre juenger gewesen, waere ich nicht so sicher…
    Ich bin ein Kind der Generation Taschenrechner, und sage selbst von mir dass ich nicht rechnen kann. Weil es so ist. Kopfrechnen oder Rechnen mit Stift und Papier wird nie meine Straeke werden. Kann man sagen, dass man das auch nicht mehr braucht - aber ich denke es geht auch etwas verloren - die die noch mit Rechenschieber gerechnet haben haben ein ganz anderes “Gefuehl” fuer Zahlen und Groessenordnungen, das uns einfach fehlt. Wer mit meiner Generation angehoert und mit der vorigen Kontakt hat was wovon ich rede - wer spaeter geboren ist und keinen Kontakt kann es evtl einfach nicht nachvollziehen (und sollte entsprechend schweigen zu dem Thema - da ging definitiv etwas verloren).
    Ich denke alle stimmen darin ueberein dass im Internet eine Menge Spinner unterwegs sind. Kreativisten, Holocaust Leugner, Verschwoerungstheoretiker.
    Wenn man jetzt mal extrem denkt, koennte da ein ganz seltsames Weltbild zusammenkommen, wenn man sein Wissen (nur/ueberwiegend/teilweise) aus dem Internet rekrutiert. Das ist gut so, das Inertnet ist frei, die Gedanken und Meinungen sind frei, das soll so sein - aber was kann das mit Kindern machen?
    Ich denke das gute alte Schulbuch macht schon Sinn, da steht vielleicht nicht immer die aktuelle Wahrheit drinne, aber zumindest kein vollkommener Bloedsinn, sondern etwas was irgendwann mal Konsens war das es so wohl in etwa sein koennte.
    Internet foerdert Multitasking - mal eben hier was schauen, mal da die Mail chekcen, da eben mal chatten.
    Wer Kinder bei einer Taetigkeit gesehen hat, wenn sie abgelenkt werden und der Fokus wandert - z.B. beim Essen, und orgendwas passiert, und der Spinat landet in der Nase - weiss, das es bei Kindern kein Multitasking gibt. Die bleiben auch stehen wenn sie was vollkommen in Anspruch nimmt, weil gehen und schauen schon zuviel ist.
    Ich denke das sind Aspekte, die muss man sehen, und muss dann schon hinterfragen warum Kinder ein Laptop brauchen.
    Das Beispiel mit dem Smartboard fand ich nett beui Jauch. Spitzer meint “die Kinder haben die Zahl nicht geschrieben, das ist schlecht, sie haben sie nur beruehrt, haetten sie sie geschrieben, waere der Lernerfolg besser”. Die Antwort des Schulleiters “aber bei Inhalten wo die Worte zugeordnet werden muessen haette man frueher Klebezettel verschoben, das ist das selbe, nur so viel besser”.
    Das ist keine Antwort. Man haette frueher auch die Zahl am Zahlenstrahl zeigen koennen, bei mir im Klassenzimmer hing der analog an der Wand. Wo ist der Gewinn durch das Smartboard? Spitzer hat recht, waere die Zahl geschrieben, waere es besser - oder man haette auch Analog drauf zeigen koennen.
    Was soll der Mist? Da macht doch jemand mit Lehrmitteln Kasse, das ist alles, und man schreit “Juhee, wie modern”. Die Kinder gewinnen so Medienkompetenz.
    Bullshit.

    Ein anderer Punkt der Diskussion: Das Thema Spiele und Sucht. Der Herr rechts Aussen meinte, dass die Spieleprogrammierer nicht wuessten wie man ein suechtig machendes Spiel programmiert, sonst wuerden die einen Millioenseller nach dem anderen machen. Fast gut das Argument. Die bauen natuerlich alles ein was sie wissen was suechtig macht - Belohnungssysteme, Anreize jetzt nochmal weiterzumachen weil gleich was ganz tolles Erreicht ist etc. Ganz so doof ist der Mensch aber auch nicht, es muss auch Spass machen. Ist es zu schwer, wird man frustriert, ist es zu leicht, wird man gelangweilt. Es gibt natuerlich viele Faktoren die den Erfold bestimmen, und die sind nicht alle leicht zu treffen. Aber Suchpotental versucht jeder einzubauen. Nur weil es nicht gelingt, heisst es nicht dass es nicht versucht wird. Kein Argument.

    Wie gesagt- ich habe Spitzers Buch nicht gelesen, kann aber seine Argumente nachvollziehen. Nicht weil ich seiner Argumentation folge, sondern aus eigenen Beobachtungen an mir und Leuten meiner Umgebung.

    Jeder der sagt “sitzen am Computer hat mir nicht geschadet” sollte sich mal ueberlegen was er all die Stunden gemacht haette wenn es keinen Computer gegeben haette, und keinen Fernsehen. Waere das schlechter gewesen? Besser?
    Auf jeden Fall anders.
    Das sind Denkanstoesse die gegeben werden muessen, und ich an Spitzers Stelle haette wenig Lust in Talkschows zu gehen in die Leute eingeladen werden die das Buch nicht gelesen haetten und dann mit mir reden wollen, und immer wieder gegen die selben “Argumente” anzuwettern, und immer wieder nicht verstanden zu werden, und immer wieder nicht mit dem Kernpunkt durchzukommen: “es geht nicht um euch, es geht um Kinder”.
    Respekt vor dem Mann. Egal ob er recht hat oder nicht, es gibt wenigstens einen der sich da hinsetzt und das ueber sich ergehen laesst. Hat er recht, sollten mir dankbar sein, hat er nicht recht, sollten wir Respekt zeigen, er meint es vermutlich gut.

    Kommentar von hobel - 04. September 2012 um 10:30 Uhr
  51. >Ich habe das Buch nicht gelesen, ich werde es auch nicht lesen, aber alles, wirklich ausnahmslos alles, was ich davon mitbekomme,[..]

    lololol

    Kommentar von S. Schwarzmeister - 04. September 2012 um 11:44 Uhr
  52. @Rob:

    “Wie will er das machen? Der Gesellschaft (Die ja übrigens die Technologie hervorbringt) verbieten, damit umzugehen?”

    Vermutlich weiß Spitzer selbst, dass Gesetzgebung außerhalb seines Kompetenzbereichs liegt. Jedoch ist das von ihm beschriebene Problem kein unlösbares: Er könnte zum Beispiel ein Buch schreiben, um so einen gesellschaftlichen Diskurs anzustoßen, der Eltern und Bildungseinrichtungen dazu bringt, ihr Handeln zu reflektieren. Ups, genau das hat er ja auch gemacht.

    Dass seine Thesen teilweise das Kind mit dem Bade ausschütten und dass sein autoritär-aggressives Auftreten unsympathisch ist, ist dann ein anderes Thema.

    Kommentar von Daniel - 04. September 2012 um 16:02 Uhr
  53. @Daniel

    lustig, jemand der den “Umgang mit Technologie ablehnt”, schreibt ein Buch, damit andere Ihr Handeln reflektieren und dann auch Technologie ablehnen?

    Nee, es ist viel einfacher: er benutzt vielmehr die Technologie “Buch”, um sein Online-Konto zu füllen und überall, im Radio, im Fernsehen und Online bekannt zu werden. Das ist toll, überall eingeladen zu werden, um dort seine Thesen besser weiterzugeben und gleichzeitig die Verkaufszahlen seines Buches zu steigern.

    Er bedient sich der Technologie zu seinem Vorteil, die er ablehnt.

    Ich denke, durch das bald ständige Wiederholen der immer gleichen Thesen, wird dieser Mann dann auf Dauer auch einseitig und dumm.

    Kommentar von Rob - 06. September 2012 um 10:42 Uhr
  54. Ohne das Buch gelesen zu haben, zeigen mir die überwiegenden Kommentare hier, das Spitzer zu spät mit seinem Buch kommt. Ohne es zu wollen, bestätigen fast alle seine Thesen indirekt mit ihren bodenlos dummen Argumenten.

    Kommentar von Neutrum - 09. September 2012 um 22:24 Uhr
  55. Hallo. Vielleicht solltest du das Buch zu erst lesen und dich dann drüber auslassen. Das wäre zumindest fairer. Ansonsten sollte man vllt. wirklich darüber nachdenken, ob dieses andauernde ins Laptop-Geglotze so gut ist.

    Ich hab heute jemanden gehört, der ein Zugabteil im ICE “Großraumbüro” genannt hat, weil heute jeder Zweite im Zug sein Laptop, I-Phone, I-Pad usw. rausholt um zu arbeiten oder irgendwelche Präsentationen zu erstellen. Ich finde, der Ausdruck passt. Heute muss jeder überall (egal wo er steht oder sitzt) mit irgendwelchen Handys oder Computern hantieren. Es geht anscheinend nicht mehr anders. Das finde ich persönlich auch sehr nervig und verstörend, denn so kapselt sich der einzelne Mensch wirklich von seiner eigentlichen Umwelt ab und konzentriert sich nicht mehr auf seine Mitmenschen, sondern nur noch auf digitale Bilder und Texte.

    Ich glaub auch nicht, dass das menschliche Gehirn sowie der menschliche Körper für solche Tätigkeiten (stundenlanges rumsitzen am Computer, einseitige Belastung der Muskel etc. sowie die andauernde Belastung des Gehirns mit Reizen) “gemacht” sind. Das muss man in der Diskussion immer mit einbeziehen. Der “moderne” Mensch denkt anscheinend immer, dass sein Körper auch für den modernen Alltag strukturiert ist. Das stimmt aber nicht. Im Grunde ist unser Körper und unser Gehirn immer noch an das Leben in der Steinzeit angepasst. Deswegen gibts ja die ganzen Zivillisationserkrankungen. Das haben genug Wissenschaftler eindeutig bewiesen. Es ist somit hochgradig unnatürlich stundenlang vor dem Computer zu sitzen, sich wenig zu bewegen und dem Gehirn keine Möglichkeit zum Abschalten zu lassen.

    Ich von mir kann sagen, dass ich nicht andauernd erreichbar sein möchte sowie unter einem andauernden beruflichen Stress stehen möchte. Die Menschen machen sich in meinen Augen nur dadurch kaputt, merken es aber nicht, weil sie denken, dass das richtig ist, was sie machen. Sie haben den Blick dafür verloren, wann es genug ist. Das Beispiel mit dem Großraum-Büro Zugabteil spricht schon für sich. Es gibt noch massiv andere Beispiele. Wenn ich dabei noch bedenke, dass die Kinder mit solchen Vorbildern aufwachsen und vllt. auch oft nicht mehr lernen, dass ein Computer nur Mittel zum Zweck ist und nicht etwas, das uns dominieren sollte, dann kann ich die Kritik schon nachvollziehen.

    Ich selber bin kein Technikgegner. Finde z. B. dass die Erfindung des Internets ein Meilenstein der Geschichte ist. Ich bin auch täglich online und nutze viele Dienstleistungen im Internet. Ich finde aber auch, dass unsere Gesellschaft zu Technik-Hörig ist. Ich besitze kein I-Phone, jedenfalls noch nicht. Denn ich weiß, wenn ich jetzt eins kaufe, ist es im nächsten halben Jahr schon wieder veraltet. Und so gehts mit allen Technik-Kram. Ich persönlich komm da oft nicht mehr mit, auf der anderen Seite ist mir mein Leben auch zu kurz, um mir über Apps den Kopf zu zerbrechen.

    Um nochmal auf deinen Text zurück zu kommen: wenn man jemanden, der ne andere Meinung vertritt, von vornherein Unwissen und Populismus unterstellt, selber aber keine Gegenargumente liefern kann und auch nur einseitig austeilt, der sollte vllt. lieber doch zu Hause bleiben.

    Kommentar von Monika - 23. September 2012 um 00:07 Uhr
  56. Ich finde auch der Spitzer oder wie der heissen tut ist voll daneben, nur weil er viel sagt kennt er sich nicht aus. Der hat von Fernsehen keine Ahnung, der soll einmal Fernsehen mehr betrachten und nicht immer sagen wie schlecht Fernsehen ist.

    Du hast wirklich recht, ich schaue viel im Fernsehen und weiss viel mehr, weil das ganze Wissen man gut im Fernsehen sehen kann. Man kann mit ein Bild mehr als 1000 Worte sagen, und das erst im Fernsehen!

    Weiss auch nicht, was der Spitzer immer da sagt, der kennt sich überhaupt nicht aus finde ich.

    Kommentar von Michi - 20. April 2013 um 05:31 Uhr

Deine Friedenstaube