Ich hab seit Kurt Cobain um keinen Star mehr geweint. Weil mir das absurd schien, weil mich der (zusätzlich verstärkend auch noch “freiwillige”) Tot von Cobain so mitgenommen hat. Ich sass einen ganzen Tag heulend in meinem Zimmer. Ich war aus sehr egoistischen Gründen traurig. Warum auch sonst, ich kannte den ja gar nicht. Aber der hat mir, hat meinen Gefühlen eine Stimme gegeben. Hat mich auf eine ganz gewisse Weise verstanden. So wie eigentlich nur Musiker das können, so wie das nur Songs können. Und dann ist der plötzlich weg und wird nie wieder etwas machen, wird mich nie wieder verstehen, wird mich nie wieder verstärken. Und diese Endlichkeit, dieses “nie” hat mich dann so fertig gemacht und so traurig, das ich geweint habe. Ein totaler Verlust für mich, für meinen Geist, für den Teil meines Hirns, der Inspiration, der die Kreativität von Anderen braucht, um zu überleben. Ich hab mir geschworen, dass mir das nie wieder passieren wird. Dass ich mich nie wieder so auf einen “Star” einlasse.
Und jetzt laufen mir hier die Tränen aus den Augen, weil ich über die Google Bildersuche nach Bildern von Adam Yauch suche.

Yauch war besser bekannt als MCA, ein Drittel der Beastie Boys. Die Beastie Boys begleiten mich seit frühester Jugend. Es ist eine lange Liebe und, wie in einer richtigen Beziehung, auch eine, die mal stärker, mal schwächer war. Es gab Zeiten, da haben die mich so unglaublich gelangweilt. Nur um mich dann mit dem nächsten Album wieder umzuhauen, wegzublasen. Ich hab die zu “Hello Nasty”-Zeiten sogar mal live in Köln gesehen und fand es, ehrlich gesagt, ein kleines Bisschen langweilig. Umso mehr hab ich mich über das letzte Album gefreut und sogar auf eine neue Tour spekuliert. Ja, da wusste man schon, das MCA Krebs hat, aber es hiess andauernd, es würde ihm wieder besser gehen. Und wenn man so etwas über jemanden hört, dann vergisst man irgendwann nachzufragen. Man vergisst nachzuhorchen, zu gucken ob es wirklich besser geworden ist oder vielleicht doch wieder schlechter. Vor zwei Wochen, als die Beastie Boys einen Preis bekommen haben, war er schon gar nicht mehr dabei. Dieser Tot war also nicht plötzlich und trotzdem kommt es einem so vor. Weil man nicht mehr nachhorcht.
Ich werde die Beastie Boys nie wieder live sehen. Sie werden nie wieder eine neue Platte machen. Die Welt ist so viel ärmer ohne die kompromisslose Kreativität dieses wahnwitzigen Trios. Ich vermisse jedes Lied, das sie nicht mehr schreiben konnten.
Fuck Alter. Du fehlst mir. Mir ganz allein. Ganz egoistisch.
Machs gut. Machs verdammt nochmal gut. Und danke für alles, was du mir gezeigt hast.
Rap ist ab heute nur noch halb so groß.
Fuck.



<3<3<3
Word!
Krebs kann man nicht besiegen. Krebs ist und bleibt scheisse.
Ich mag keinen Rap. Und auch als “junger” Erwachsener hab ich nur Metal und so nen Rotz gehört, dabei ist es nicht geblieben, aber Gitarre und handgemacht muss es schon sein. Aber natürlich gibt es ein “Aber”:
Aber die Beastie Boys. Immer fernab von diesem lähmend langweiligen “Reim dich oder ich fress dich”-Stil, frech und wortgewaltig, lässig und fetzig, sind ganz oben auf einer verdammt knappen Liste von Musikern, deren Taten ich vollends schätze.
Krebs ist scheiße … MCA, fare thee well.
schön
1994. ich saß in meinem jugendzimmer, im fernsehen sprach jemand über die beastie boys. aber anders, da war jemand wirklich in love. danach sure shot.
12 stunden später stand ich im plattenladen und habe “check your head” und “ill communication” gekauft. auch ich war in love.
nils, danke, dass du mir die beastie boys “gezeigt” hast.
<3
“Sabotage” ist nicht zu toppen, einer meiner Allzeit-Favoriten! Danke für diesen wirklich mir aus der Seele sprechenden, kleinen Nachruf! Wirklich sehr betroffen war ich das letzte Mal beim Tod von Peter Steele / Type ´o Negative. Das zieht mich bis heute runter…