Lieber Sven Regener,

ich schreibe dir diesen Brief als Antwort. Auf deinen Rant beim BR/Zündfunk. Ich hab versucht, dir eine Antwort aufzunehmen, als Podcast, weil es mir die logische Reaktion auf dein frei gesprochenes Telefonat schien. Aber die Diskussion ist vermutlich zu wichtig, um sie mit Schaum vor dem Mund zu führen. Deswegen dieser Brief.

Ich schreibe diesen Brief aus zwei Positionen:

1.) Künstlerfreund.
Ich habe sehr viele Freunde und Bekannte, die Musik machen bzw. sogar davon leben. Ich hatte ja auch selber mal eine Band und wir haben zwei Alben bei einem Sublabel (Königshaus) des Majors WEA damals rausgebracht und zwei Deutschlandtourneen gespielt. Alles übrigens recht erfolglos, aber mit unglaublichem Spass. Eine Zeit, die ich auf gar keinen Fall missen möchte. Im Gegenteil: Ich denke immer noch recht häufig über eine Reunion nach und eine weitere Tour. Nur noch einmal dieses lustige Rock´n´Roll-Leben mitmachen, das wärs. Man kann also von einer grundsätzlichen Künstlersympathie und -empathie bei mir ausgehen.

2.) Internetfreund
Seit ich ins Netz schreibe, hat das so viel mit und für mich gemacht. Und um mich herum verändert, sogar in mir. Ausserdem habe ich es schätzen gelernt als einen Ort nicht enden wollender Zerstreuung (okay, das ist nicht immer gut, aber sei´s drum), offen zugänglicher Information (die man auch erstmal lernen muss zu filtern) und überbordender Kreativität und Freiheit. Im Netz kann jeder sein und machen, was er will. Das ist ein unglaublicher Platz, eine unfassbare Freiheit. Das ist im Prinzip die ultimative Kreativität. Das zieht natürlich jemanden wie mich, der sich nie festlegen konnte, was er am liebsten macht oder machen will, natürlich magisch an.

Man müsste also erstmal meinen, das ich zwischen den Stühlen sitze. Das ich genau dazwischen bin. Denn wenn man die Diskussionen um ein neues Urheberrecht, über neue Vergütungsmodelle und -Kriterien für Künstler in Zeiten des Internets oder nur mal die größtenteils erstaunlich argumentarme Diskussion über die Rolle der Gema für Musiker und Hörer verfolgt, dann scheint es nur zwei Positionen zu geben. User, die raffgierig alles umsonst haben wollen und Künstler, die halb verhungert auf der Strasse sitzen, weil niemand ihre Musik kauft. So falsch die beiden Bilder sind, so sehr kann ich beide Seiten verstehen.

Das Netz (eine per se schon schwierige Pauschalisierung, das ist als wenn du sagen würdest: “alle Menschen, die heute schwarze Socken tragen” oder “jeder, der Klopapier benutzt”) hat Angst um seine Freiheit. Das ist in manchen Fällen Hysterie, in anderen berechtigte Sorge. Klar ist, das dieser Ort frei sein muss, sonst funktioniert es nicht. Facebook beispielsweise hat für viele Menschen eigentlich schon den Stellenwert des Netzes eingenommen, die bewegen sich kaum da raus. Dennoch merken sie, wie schnell sie an ihre Grenzen stossen, wenn zum Beispiel ihr Name für ein Pseudonym gehalten wird (oder tatsächlich eins ist) und sie sich komischen Tests unterziehen müssen oder direkt ihren Perso scannen und an Facebook schicken. Da wird jedem klar, das das mit Freiheit nicht wahnsinnig viel zu tun hat. So weit, so gut. Schön, wenn man das noch merkt.

Das Urheberrecht, das alte, das nun auf das Netz angewendet wird, kannte das Internet gar nicht und konnte sich das auch nichtmal vorstellen. Und macht es dadurch zu einem unfreien Raum. Und damit meine ich nicht die Freiheit Songs zu “klauen” oder so. Aber die Freiheit Songs auf YouTube zu gucken, um sie danach eventuell zu kaufen, wenn sie mir gefallen haben und ich mehr davon will, die wird mir genommen. Und das ist irgendwie schade, denn eine große Stärke dieses Netzes ist es, das ich solche Sachen wie Songs, zumindest theoretisch, jetzt vorher hören kann, bevor ich sie kaufe. Das ist ja irgendwie voll gut.

UPDATE: Weil die Diskussion hier und auf Facebook in den Kommentaren aufkam, hier zur Sache: Der obige Absatz ist ein bisschen verwaschen, da hab ich mich zu sehr von so einer Wut leiten lassen. Das Urheberrecht hat erstmal nix mit der Gema/YouTube-Problematik zu tun. Nicht direkt. Das Urheberrecht soll dazu da sein, das der Urheber entsprechend entlohnt wird, also die Rechte an seinen Werken hat und hält. Und das am Besten überall, in und auf jedem Medium. Videos, die bei YouTube nicht zu sehen sind, werden nicht von der Gema gesperrt - um das nochmal klipp und klar auszusprechen - sondern von YT/Google in einer Art vorrauseilendem Gehorsam (und formulieren es dann extra so schwammig das man, ohne die Hintergründe zu kennen, meinen könnte die GEMA würde Videos sperren - Bad Move YT! Von wegen “Do no evil!”…). Das sich beide Parteien endlich einmal einigen müssen, gerade im Interesse der Künstler, liegt aber auf der Hand. Also, der Künstler die das wollen. Die Anderen können ja das, was sie dann mit YT-Views verdienen, spenden :) Weitere Infos zu dem Gema/YT-Konflikt, sehr viel detaillierter und versierter zusammengetragen, hier bei Spreeblick. Weiter im ursprünglichen Text:

Nun sagst du, das YouTube dafür zahlen soll, das sie Videos abspielen und das ist auch irgendwie richtig. Da muss man sich wohl auf einen fairen Preis einigen. Dann kommt noch das “die gehören nämlich zum bösen Google!”-Argument schnell hinterher, um zu rechtfertigen, das die ja auch das nötige Kleingeld dafür hätten. Das macht dein Argument leider wieder ein bisschen madig. Weil natürlich Google ein Konzern ist der natürlich Geld verdienen möchte. Welch Überraschung. Und das die alle lieber auf ihrem Geld sitzen, anstatt es auszugeben, ist irgendwie auch nicht die Nachricht der Woche. Aber Fakt ist, das die sich endlich einigen müssen. MÜSSEN. Es kann nicht sein, das wir das einzige Idiotenland sind, in dem man keine Videos gucken kann, weil sich zwei bockige Parteien nicht einigen können. Denn wer leidet darunter? Also, ausser den Labels, denen eventuelle Einnahmen entgehen? Na klar, die Künstler. Deichkind haben sich erst vor kurzem öffentlichkeitswirksam darüber beschwert, das ihr Video gesperrt wurde. Man mag von der Gema halten, was man will. Ich hab die von meiner Künstlerseite aus immer als einen sehr entgegenkommenden Verein erlebt, wo man auch mal mit ungewöhnlichen Fragen anrufen konnte und die haben stets versucht, mit dem Künstler zusammen eine Lösung zu finden. Aber was die da jetzt machen, das geht nicht. Diese Bevormundung. Einem Künstler nicht zu erlauben, selber darüber zu verfügen, was mit seiner Musik passiert, das geht einfach nicht. Wenn ein Artist dann eben in Kauf nimmt, kein Geld durch YT-Plays zu verdienen, dann soll man ihm doch auch bitte dieses Recht einräumen, oder nicht?

Damit kämen wir auch schnell zu deinem anderen Argument, das es “uncool” sei, sich gegen Downloads etc. in der Öffentlichkeit zu positionieren. Du sagst das vor allem junge, kleine Labels die Schnauze halten, weil sie Angst haben als “uncool” wahrgenommen zu werden.

Dicker. Das müssen wir jetzt aber nicht auseinanderklambüsern, oder? Das ist natürlich Unsinn. Gerade junge Labels nutzen das Netz wie niemand anders und wissen um seine Wirkmechanismen. Und weisst du woran das liegt? Die haben keine Angst, die sind damit aufgewachsen. Die sind anders sozialisiert. Die kennen das nur so. Für die ist das Internet ein selbstverständlicher Raum. Im Privaten wie eben auch im Beruf. Deswegen nutzen die das so, wie sie es tun. Das du Angst davor hast, okay. Aber wir helfen dir gerne, die abzubauen. Ehrlich.

Ich empfinde deine Argumentation, nach einem Blick auf die Element of Crime-Karriere auf der Wikipedia, mit Verständnis. Du bist seit 27 Jahren Major-Act. Da kann man den Blick für das ausserhalb der Blase schonmal verlieren. Das kann man dir nicht verübeln. Denn, ja, ich hab auch schon Diskussionen im Netz geführt, tatsächlich auch zum Großteil mit Piraten, die der Meinung waren, das Künstler doch mit touren und Merchandise Geld verdienen könnten. Das ist natürlich himmelschreiender Blödsinn. Selbstverständlich müssen Künstler mit ihrer Kunst Geld verdienen können. Das sich Musiker nun die am verhältnismässig leichtesten reproduzierbare Kunst dabei ausgesucht haben, ist ein doofer Zufall. Das darf ihnen aber nicht zum Verhängnis werden. Es müssen neue Vergütungsmodelle gefunden werden, von denen ganz klar alle Beteiligten profitieren. Die User und die Hersteller. Das ist nicht einfach und man hätte schon vor sehr langer Zeit damit anfangen sollen, sich diese Gedanken zu machen. Es ist erst jetzt so weit. Nun gut. Aber dann machen wir doch das Beste draus.

Michael Seeman, ein Netzdenker, hat heute auf Twitter - auch mit Bezug auf deinen Rant - geschrieben:

“der grundfehler der urheberrechtsdebatte ist die fixe idee, die gesellschaft sei den künstlern ein funktionierendes geschäftsmodell schuldig”

Ich weiß nicht, wie sehr er damit Recht hat. Ich denke nicht zur Gänze, denn auch der Gesellschaft sollte an fairer Entlohnung für geleistete Arbeit gelegen sein, aber er hat einen wichtigen Punkt: Anstatt immer zu fordern, dass sich jetzt alle mal Gedanken machen sollen, wie sie Musiker richtig bezahlen können, könnten diese sich doch auch einmal zusammensetzen und selber drüber nachdenken. Oder? Denn vom nachplappern dessen, was einem die diversen Lobbyverbände seit Jahren einflüstern, wird sich niemand ein Brötchen kaufen können. Das ist nur einzementierung des Status Quo.

- Anstatt immer gleich den Gesetzgeber anzurufen, könnte man doch auch mal versuchen dem User entgegenzukommen.

- Anstatt jeden Downloader als Schwerverbrecher oder mindestens Ladendieb hinzustellen, könnte man doch mal auf der eigenen Festplatte gucken ob jedes Logic-PlugIn, mit dem man da seine Musik produziert, jedes Stück, das man da hört, ob das alles rechtmässig gekauft ist.

- Anstatt zu versuchen, so viele Menschen wie möglich zu kriminalisieren, könnte man doch versuchen ihnen in Ruhe zu erklären, warum es cool ist, für ein Musikstück zu zahlen.

- Anstatt zu klagen, wie wenig Geld nur noch beim Künstler ankommt, könnte man doch mal die Labels fragen, ob immer noch so viel wie bei einer CD-Produktion bei ihnen hängenbleiben muss. Oder die Gema, ob ihr Verteilungsschlüssel nicht überaltert und unfair ist.

Es gäbe so viele Ansätze, Künstlern zu helfen zu ihrem verdienten Brot zu kommen. Lass sie uns suchen und versuchen. Bis wir den oder die Richtigen gefunden haben.

Musik wird es immer geben. Lass uns ein faires Business drumherum bauen.

Leg die Scheuklappen ab, Sven.
Es lohnt sich.

Ahoi,
dein Nilz.

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36 Friedenstauben

  1. Lieber Nilz
    Du bringst sehr viele richtige und wahre Argumente mit in die Diskussion. Ergänzend noch diese von mir:
    In einer Welt in der Selbstverwirklichung und Egomanie zur Normalität geworden ist, geht auch eine wertelose Gesellschaft genauso mit Künstlern um, wie sie mit Schwächeren umgeht nämlich brutal und schweinisch.
    Werte wie Grosszügigkeit, Hilfbereitschaft, Loyalität, Toleranz etc. sind auf dem Tiefststand. Das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten durch - nicht nur “Hartzer” - die ihre Kinder einfach im Müll verdursten lassen, sondern ebenso Emporkömmlinge, die ebenso aus Familien der totalen Wertelosigkeit stammen, was ihnen erst ermöglichte über Leichen zu gehen und damit erfolgreich zu sein. Und da existiert eben diese Doppelmoral auch bei einem erwähnten Piraten, aber eben auch bei den sogenannten Künstlern! Es ist doch ebenso eine Schweinerei, wenn sich die mafiöse Abmahnindustrie mit Slogans wie “Wir lieben Musik - Turn Privacy into Profit” die Taschen vollstopft. Mit Abmahnungen lässt sich ordentlich Gewinn machen. Man muss nur genügend verschicken. Die Digiprotect GmbH hat nach eigenen Angaben im Jahr 2009 zwischen 45.000 und 60.000 Abmahnungen verschicken lassen. Das hat der Gesetzgeber nicht unbedingt so vorgesehen, aber es ist ein funktionierendes Geschäftsmodell. 450 Euro für ein einzelnes Lied ist schon deftig.
    Dieses Geschäftsprinzip hat auch ein Frankfurter Plattenproduzent, der absurderweise einen christlichen Vornamen trägt. 1997 brach er dem TV-Moderator Stefan Raab im Streit die Nase. Dafür musste er 50.000 Mark Strafe zahlen. Heute lässt der Produzent andere zahlen. In der noblen Frankfurter Villa sitzt er hinter einem Schreibtisch aus schwarzem Stein. Der erinnert an den Tisch des Gangsterbosses Tony Montana aus dem Film “Scarface”. Mit Personalunionen und Verträgen haben die Musikproduzenten ein feines Netz aus Firmen und Kanzleien gesponnen, das von außen nur schwer durchschaubar ist. 60 Cent verdient man heute durch den Verkauf eines Songs. 90 Euro, wenn man einen illegalen Download durch einen Anwalt abmahnen lasse. Teile der Plattenfirmen, die Herr Regener so verteidigt, profitieren also durch die illegalen Aktivitäten der Musikpiraten im Netz. Weil sie mit juristischem Sperrfeuer mehr Geld einnehmen als mit dem Verkauf von Musik.

    Kommentar von Marcello Bärlin - 22. March 2012 um 17:10 Uhr
  2. “Es müssen neue Vergütungsmodelle gefunden werden, von denen ganz klar alle Beteiligten profitieren.

    Es gäbe so viele Ansätze, Künstlern zu helfen zu ihrem verdienten Brot zu kommen.”

    Das ist seit ca. 10 Jahren das einzige “Argument” (d.h. “die einzige Phrase”) von den Leuten aus dem Internetz: “Wir müssen da weiterdenken!”, “Das Urheberrecht muss reformiert werden” “Es muss was passieren” usw usf.

    Ich habe noch keinen einzigen wirklichen Ansatz und keine einzige brauchbare Idee gelesen, wie das gehen soll. Denn es geht wohl nicht. Die Leute wissen Zeug nicht zu schätzen, dass sie auch klauen können. Ich bin 25 und kenne in meinem Freundeskreis niemanden, der Geld für Musik ausgibt. Ich werde für verrückt gehalten, weil ich es tue.

    Kommentar von Social Heinz - 22. March 2012 um 17:11 Uhr
  3. Zwei Anmerkungen:
    1. Die Erklärung, dass es in Deutschland keine Einigung gibt, könnte in folgenden 3 Fakten liegen:
    a) Im Urheberrecht haben die Künstler im Gegensatz zum Copyright tatsächlich ein Mitspracherecht
    b) Deutschland ist also der größte Musikmarkt der Welt, mit einem Autoren-Urheberrecht.
    c) Die GEMA ist eine gut funktionierende Künstler-Gewerkschaften mit allen Vorteilen (Verhandlungsmacht und gute Konditionen für Künstler) und Nachteilen (altbacken, wenig flexibel)

    2. Zum Seemann-Zitat:
    Die Menschenrechte sehen das anders: “Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.”
    http://nachdenkstoff.wordpress.com/2008/09/04/menschenrechte-artikel-27/

    Kommentar von RJonathan - 22. March 2012 um 17:13 Uhr
  4. Es ist ärgerlich, dass Musikhören (und Hollywood-Filme gucken, Videospiele spielen, Modedesigns klauen usw.) zum Menschenrecht erklärt wird. Es gibt doch für alle, die das Urheberrecht für überflüssig halten, eine ganz einfache Lösung: Verzicht!

    Hört einfach nur noch, was CC ist und von den Künstlern kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wem das nicht reicht, der muss eben bezahlen…

    Damit die GEMA Rechte für einen wahrnimmt, muss man ihr beitreten. Ähnliches bei der VG Wort. Wer also nicht will, das seine Videos gesperrt werden - wie Deichkind - unterschreibt halt keine entsprechenden Verträge.

    Kommentar von Klardeutsch - 22. March 2012 um 17:29 Uhr
  5. “Die Leute wissen Zeug nicht zu schätzen, dass sie auch klauen können.”
    Das ist seit ca. 10 Jahren das einzige “Argument” (d.h. “die einzige Phrase”) von den Leuten mit Angst vor’m Internetz. ;-)

    Siehe exemplarisch: http://www.comicsalliance.com/2010/10/22/underground-4chan-steve-lieber-sales-pirated-scans/

    In Kürze: Ein Comic wird online umsonst verfügbar. Und plötzlich laufen die Leute aus dieser Raubkopier-Community, die es EH SCHON umsonst haben(!) los und kaufen die Comics. Wenn das keine Wertschätzung für “Zeug” ist, das man nicht nur “klauen” könnte, SONDERN BEREITS “GEKLAUT” HAT, dann weiß ich auch nicht.

    Und ich bin mal so frei und füge an: Deine These ist widerlegt.

    Kommentar von Stov - 22. March 2012 um 17:32 Uhr
  6. Hallo Nilz,

    ich denke, die Künstlerseite hast Du sehr wenig beleuchtet.
    Mit nur 10 Zeilen im Absatz “1.) Künstlerfreund.” lassen sich
    die umfangreichen Belange und Künstlern freilich kaum
    wiedergeben.

    Ganz klar, das Thema ist ein schweres und komplexes, so richtig
    ausführlich und tiefgehend habe ich mich selbst noch nicht damit
    befasst, muss ich gestehen. In meinem kleinen Rahmen als Fotograf
    versuche ich natürlich auch meine Urheberrechte zu wahren und achte
    auch bei bei Publizierung von Fotos anderer Fotografen auf die
    Wahrung derer Urheberrechte.

    Gut finde ich, dass Du Dich überhaupt mit dem Thema auseinander
    gesetzt und auch versucht hast, Lösungsansätze zu zeigen.

    Da ich denke, dass man als Blogger, also regelmäßiger Schreiber im Netz,
    grundlegende Rechtschreibregeln beherrschen sollte, kannst Du mal zum
    Thema das und dass googeln, und wenn Dich das nicht weiter bringen sollte,
    erreichst Du mich auch telefonisch. Wenn Du es *einmal* gelernt hast,
    wirst Du die beiden Bösewichte nie wieder falsch zitieren ;-)

    LG aus Karlsruhe
    von Micha :)

    Kommentar von Michael M. Roth - 22. March 2012 um 17:43 Uhr
  7. Ja, Michael, das ist in der Tat ein Problem die ganze Zeit im totalen Gleichgewicht zu bleiben. Natürlich wollte ich auch eher eine konstruktive, gemässigte Netzposition einnehmen, aber mit dem Schwerpunkt auf gerechter Vergütung der Künstler. Also eben dieses Dazwischending. Die reine Künstlerseite hat in diesem Fall ja Sven :)

    Und das/dass hab ich schon so oft gelernt, ich glaub ich krieg es in diesem Leben nicht mehr hin….man muss sich auch mit eigenen Schwächen abfinden. Aber nächstes Mal ruf ich dich vorher an :)

    Kommentar von nilzenburger - 22. March 2012 um 17:48 Uhr
  8. Nilz, da fängst Du so gut an, und endest doch im Nichts. Schade. Es gäbe vieles zu sagen, etwa gegen die abenteuerliche Asi-Argumentation eines Seemann (Seemann, Pirat … Zufall, die Nähe?) doch ärgert mich vor allem Dein Unwissen in einem Punkt, den Du selbser anscheinend für wichtig hältst: GEMA vs. Youtube. Es könnte nicht schaden, sich da mal ein wenig schlau zu machen und nicht etwas nachzuplappern, Zitat, “was einem die diversen Lobbyverbände seit Jahren einflüstern”. Die GEMA sperrt keine Videos auf Youtube. Das sagt die GEMA, das sagt Youtube. Die Formulierung im Sperrvermerk auf Youtube behauptet nicht einmal, dass es so sei. Es ist nur unendlich geschickt, bei Text-Nicht-Verstehern den Eindruck zu erwecken, das KÖNNE ja so sein. Genau diese Politik eines (US Copyright-)Konzerns wie Google ist es ja, die uns Urheber so unendlich wütend macht. Die Auseinandersetzung zwischen GEMA und Youtube ist nichts weiter als ein Tarifstreit: Profaner Alltag. Im Übrigen müsstest Du uns mal die Frage beantworten, warum es überhaupt irgendeine Bedeutung haben soll, dass irgendetwas nicht auf Youtube zu sehen ist. So what? Es gibt doch andere Plattformen, Streamingdienste, iTunes - oder auch die Website von Element of Crime. Fasrt überall gibt es fast alles fast umsonst. Und das Ende der Freiheit im Netz ist gekommen, weil die deutschen Komponisten und Textdichter sich entscheiden, Youtube nichts schenken zu wollen (was sie im Übrigen schon gesetzlich gar nicht dürften …, aber das führt zu weit)? I don’t get it.

    Kommentar von Matthias - 22. March 2012 um 17:51 Uhr
  9. Matthias, ja.
    Erstmal das: Du hast natürlich Recht wenn du sagst, das die Gema keine Videos aktiv sperrt. Das macht YouTube selbst in einem vorrauseilenden Pseudogehorsam und it dem Text tun sie so, als wüschen sie ihre Hände in Unschuld. Das ist richtig und perfide. Dennoch: In dem ganzen Rechtstreit sind beide Parteien so festgefahren, das es nicht vor und zurück geht. Die Gema genauso wie Google. Nun hab ich das etwas verkürzt dargestellt, aber du hast Recht, das sollte man nicht. Das werde ich dann gleich noch evtl. klarer formulieren (natürlich mit Update-Vermerk).

    Die Bedeutung warum etwas nicht auf YT zu sehen ist, ist wieder ein anderer Schnack. Natürlich gibt es 1000de andere Möglichkeiten, Videos im Netz zu sehen. Und wenn ich etwas sehen will, dann kann ich das in den meisten Fällen auch sehen. Nur: Wenn eine russische oder chinesiche oder sonstwo gehostete Seite Geld damit verdient, das ich Act XY sehen kann, ist das plötzlich voll okay? Das Geld, das da fliesst, siehst du als Band mit Sicherheit nirgendwo. Das zum Ersten.

    Zweitens: YT ist nunmal der dickste Player. Wenn ich etwas unbedingt sehen MUSS, dann google ich so lange bis ich es finde. Aber wenn mich etwas nur mal so interessiert, dann gucke ich bei YT, vielleicht noch bei Dailymotion, aber dann vergeht mir schon die Lust weiterzusuchen. Und einer mir unbekannten Band vielleicht die Chance, das ich sie kennenlerne.

    Es müsste also allen daran gelegen sein, sich zu einigen. Nur geht nichts voran. Natürlich ist nicht die Freiheit im ganzen Netz bedroht, aber die “Freiheit der Kunst” meinetwegen schon. Natürlich möchte ich als Künstler in der Gema sein. Weil die auch meine Verkäufe so toll abrechnen und wie oft ich in Österreich im Radio lief. Super. Wenn ich dann noch ein bisschen Geld durch YT-Plays bekäme, super! Aber das ich nicht mehr entscheiden darf, ob ich mein Lied da laufen haben will, auch umsonst, das ist ein Fehler im System, der einfach angeglichen werden muss. Nichtmal im Urheberrecht, sondern in der Gemasatzung.

    Aber schwierig. Stimmt schon.

    Kommentar von nilzenburger - 22. March 2012 um 18:03 Uhr
  10. Lieber Klardeutsch,

    entschuldige, aber Du solltest dich erstmal informieren, bevor Du soetwas schreibst. Eine kleine Hilfe zur Selbstinformation findest Du unter dem Stichwort “GEMA Vermutung” in einer Suchmaschine Deiner Wahl.

    PS: Urheberrecht-Besitz/Urheberrechts-Schutz und Aufführungs-Lizenzverwaltung/Geldeintreibung durch GEMA und VG Wort sind zwei so unterschiedliche Paar Schuhe, dass es sie nicht im gleichen Laden zu kaufen gibt.

    Kommentar von Wonko - 22. March 2012 um 18:06 Uhr
  11. Meine Frage (und das ist keine rhetorische Frage, sondern eine aus Interesse): Vor zwanzig Jahren liefen Musikvideos doch nahezu ausschließlich auf MTV. Wie war das denn damals mit den Gewinnverteilungen geregelt? Haben die Plattenfirma auch Erlöse vom Fernsehsender bekommen, hat die Gema etwas dafür verlangt, wie wurden die Künstler beteiligt?

    Kommentar von Tiberius - 22. March 2012 um 18:15 Uhr
  12. Ist es auch “geklaut”, wenn ich die DVD eines Films 2nd Hand verkaufe, weil er mich nicht interessiert. Wenn ich ihn so großartig finde, dass ich alle meine Freunde zu mir zum Videoabend einlade, damit wir ihn zusammen anschauen können? Wenn sich in der Bibliothek 1000mal Leute einen Film ausleihen, für den die Bibliothek eben auch nur einmal gezahlt hat? Wenn ich eine CD auf dem Flohmarkt kaufe, wovon der Künstler dann eben auch nix hat? Um in Regeners Diktion zu bleiben: Pinkel ich ihm damit auch ins Gesicht? Und wird Musik wirklich nur wertgeschätzt, wenn man willens ist, dafür 99 Cent auszugeben? Und was ist Musik wert, wenn ihre Wertschätzung nur dadurch Ausdruck findet, dass man 99 Cent dafür ausgibt? Doch eigentlich nur 99 Cent, oder?

    Und warum sind Downloads immer gleich “geklaut”? Meine Definition von “klauen” lautet: “Etwas wegnehmen, damit man selbst etwas hat, was der Vorbesitzer nun nicht mehr hat” und nicht: “Ich vermehre etwas, dann haben beide es.” Hat Jesus von Nazareth auch schon geklaut, als er bei der Bergpredigt aus fünf Laib Brot 5000 Menschen gespeist hat? Kam danach die Abmahnung vom lokalen Bäcker? Wurde Jesus deshalb ans Kreuz geschlagen? Wegen dem Galilea Copyright Act?

    Ich finde übrigens auch, dass YouTube den Künstlern mehr Geld abdrücken soll. Wo Milliarden Gewinn entsteht, kann auch mal ein bisschen Liebe zurückfließen. Die Gema darf aber auch gerne damit aufhören, Beamten-Mikado zu spielen.

    Kommentar von Michael Finkelhorn - 22. March 2012 um 19:25 Uhr
  13. Super geile Gedanken - Respekt.

    Kommentar von monkey_ffm - 22. March 2012 um 20:01 Uhr
  14. Die Gema hat gerade mal vor drei(!) Monaten, im Dezember 2011, die Streaming-Vergütungen massiv nach unten korrigiert. Davor waren für einen einzigen Abruf 12,78 Cent fällig.

    Weder Sven Regener noch dem Autor dieses Artikels scheint bekannt zu sein, daß Youtube bereits heute Urheber für ihre Inhalte bezahlt und an ihren Werbeerlösen beteiligt. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß ins Content-ID-System eingespeist wird und der Schalter auf “Monetarisieren” gesetzt wird.

    Der wahre Grund von Sven Regeners Rant ist natürlich ein anderer: Er ist stinkesauer, daß niemand seine Mucke hören will, nicht mal dann, wenn sie nichts kostet.

    Sven Regener findet auf Youtube quasi nicht statt, Element of Crime auch nicht. Nicht ein einziges Video hat 1 Million Views, obwohl sie zum Teil schon mehrere Jahre drinstehen, was also will ausgerechnet Sven Regener von Youtube? Deichkinds “Illegale Fans” hatte innerhalb von wenigen Tagen mehr Views als sämtliche Werke dieses an Arroganz und Inkompetenz nicht zu übertreffenden Jammerlappens.

    Ich für meinen Teil habe Sven Regener dauerhaft aus meinem YT-Kanal verbannt. Wer mir ins Gesicht scheißt, dem pinkle ich auch nicht ins Gesicht.

    Kommentar von Jeff - 22. March 2012 um 20:31 Uhr
  15. Ein Artikel vom 18.04.1977:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40915958.html

    “Klang-Supermarkt zum Nulltarif

    Die Musikbranche feiert den 100. Geburtstag des Tonträgers und wagt sich nicht einzugestehen, daß das “Jahrhundert der Schallplatte” zu Ende geht. Erstmals werden mehr Tonband-Kassetten als Schallplatten verkauft. Vor allem die Leerkassette stellt die Musikfirmen vor kaum lösbare Probleme: Sie verlieren durch Überspielungen in Westdeutschland pro Jahr rund eine Milliarde Mark. Das Unterhaltungsgewerbe steuert in eine Existenzkrise.”

    LOL…

    Kommentar von Jeff - 22. March 2012 um 20:40 Uhr
  16. Künstlern automatisch Neid zu unterstellen, wenn sie etwas zum Urheberrecht sagen, was vielleicht nicht der eigenen Weltsicht entspricht, ist Kindergarten. Und dann aus Trotz zu sagen “Die höre / lese / schaue ich nicht mehr” ebenso.

    @Michael Finkelhorn: Bibliotheken zahlen für ausliehene Medien. Zb. durch an die VG Wort. Und die schüttet an die Urheber aus. Das Argument “Man kann nichts klauen, was nicht materiell existiert” ist vermutlich eher ein sprachliches Problem und hilft bei der Klärung der Sache “Wird Geld für MusikFilmBuchGame bezahlt und wer erhält wieviel” kaum weiter.

    Kommentar von Holden - 22. March 2012 um 20:48 Uhr
  17. Wunderbare Replik eines Piraten, der Sven Regener die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft erklärt:
    http://www.piraten-schwaben.de/schwabenblogs/2012-22/sven-regener-du-erzahlst-unsinn-und-ich-erklar-dir-warum/

    Kommentar von Jeff - 22. March 2012 um 21:49 Uhr
  18. Zündfunk reloaded, Oberpirat Christopher Lauer stutzt den Regener-Unsinn zurecht:
    http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/pop-platten/sven-regener-urheberrecht100.html

    Kommentar von Jeff - 22. March 2012 um 22:32 Uhr
  19. Sehr wichtige Diskussion, auch zum Selbstverständnis unserer Gesellschaft.

    Aus reinem Egoismus sollten wir uns fragen: Will ich in Zukunft noch qualitativ gute Musik und Filme schauen oder reichen mir Unterschichten-TV und Mainstream-Pop bzw. Volksmusik?

    Sven Regener lehnt sich jedenfalls aus dem Fenster seine Musik als Indie-Rock zu verkaufen - so indie ist er, wie wir gelesen haben,dann doch wieder nicht…
    Dass er gute Musik macht und ich dafür bin, dass solche leute weiterhin ihren Tag damit verbringen diese zu erschaffen, steht auf einer anderen Seite.

    Um das mal festzuhalten:Wir (die Netzgeneration) sind in einem Supermarkt aufgewachsen in dem man leichter an der Kassiererin vorbeischlüpfen konnte als in einem Schlecker-Markt - weil da einfach keine da war! Napster, torrents, emule, rapidshare und wie sie alle hießen, die Flohmärkte auf denen es alle “Medien” umsonst gab. Das “mediale” Zeitalter wurde ausgerufen, aber niemand machte sich darüber gedanken wie sich “youtube” oder “emule” eigentlich anhören!? Ohne Inhalte sind die “medien” nämlich erstmal still und ziemlich dunkel. Also gibt es da offenbar tausende von Künstlern (ja ich nenne die so, ich bin auch einer) die sich das erstmal aus ihren Gehirnen gequetscht haben. Manchmal neben dem Job, manchmal so fokussiert und zeitaufwendig, dass es ihr Job werden musste. Das finde ich toll - und ich glaube alle anderen auch!!! Denn welche Identität haben wir denn ohne Kunst, Musik und Filme ??? Das ist schlichtweg die Kultur unserer Gesellschaft und die halte ich für wichtig. So wichtig, dass ich finde für die mühe die sich da viele machen sollten sie ihre Rechnungen bezahlen dürfen, so wie alle anderen die sich weit sinnentleertere mühen machen auch bezahlt werden.
    Also diesen Schuh müssen wir uns anziehen - Wenn wir qualitative Kultur wollen und uns daran zu erfreuen,müssen wir irgendjemanden dazu motivieren sie zu schaffen (es sei denn das Essen,der Strom und die kleidung sind auch umsonst und wir haben alle den ganzen Tag lang Zeit diese Kultur zu schaffen…) und am einfachsten gibt man diese Anerkennung in unserer Gesellschaft durch Geld.
    Also sollten wir langsam aus der scheinheiligen ausrede “ich hör mir das kurz auf youtube an und dann kauf ich das album” rauskommen. Bitte wer macht das schon?
    Oder wer geht ins Kino und kauft die DVD von einem Film den er sich über die Börse und Rapidshare schon in Blueray-qualität vor Kinostart gesaugt hat?
    Da ist die ach so schöne,freie, aufgeklärte Netzgemeinde (keine Angst, ich fasse auch an meine Nase) nämlich seit Jahren sehr verlogen! Also bitte tut nicht so als wären wir heilig - wir sind es ganz und garnicht! Im großen und ganzen SCHEISSEN wir auf die “Künstler”und das seit Jahren.
    Ich nehme hier bewusst eine differenzierung vor, denn wer wissen will was keine Kunst ist muss nur RTL2 am nachmittag anschauen oder sich das ARD-Abend-Rentnergeschunkel reinziehen. Das ist reine Unterhaltung, damit kann man sich aber nur identifizieren wenn man blind, taub oder ein Vollidiot ist.

    Jetzt aber zu der anderen Seite:
    Wir (die an Qualität und Kultur interessiert sind) sollten dagegen der GEMA und UNIVERSAL und SONY und wie sie alle heißen vorwerfen das Internet nicht richtig zu nutzen und nicht richtig genutzt zu haben. Wie man an Youtube sieht gibts da offensichtlich ganzschön viele Werbeeinnahmen abzugreifen - die bisher leider nur an Google fließen und nicht an die Künstler und damit Schaffer der Inhalte. Warum erheben wir als Kulturliebhaber kein interesse daran, dass die GEMA die Künstler auf fair entlohnt? GEMA als NGO mit offengelegten Geschäftspraktiken? das selbe gilt für SONY und UNIVERSAL. Wenn ich meinem Künstler wirklich helfen will, dann doch bitte direkt spenden! Nicht ein Musikimperium unterstützen, dass einige bewusst “hyped” und dem andere egal sind, nur weil man dadurch mehr Profit erzeugen kann.
    ACTA und die ganze diskussion kommt viel zu spät - die habens einfach verpennt und wollen es jetzt wieder hintenrum wieder reinholen, das ist auch falsch!
    Warum nehmen wir unsere “Medien” nicht selbst in die hand, sondern belassen sie bei Konzernen? Das internet ist ein anfang, aber ausser ein Medium zu sein hat es die, die Inhalte schaffen, noch nicht genug unterstützt. Ich kenne nicht so viele Menschen die von ihrer Musik leben können, aber jeder idiot hat ihre songs auf dem Ipod. Fordert, dass Google und YT Anteile ihrer Werbeeinnahmen an die Künstler zahlen. Denn die profitieren davon wenn ihr die songs auf YT eine million mal anhört. Alles andere ist so, als wäre man gegen Joseph Kony oder die U.S. Army ohne zu sehen, dass davon eigentlich nur die Rüstungsindustrie profitiert!

    Kommentar von Johannes R - 22. March 2012 um 23:04 Uhr
  20. Das alte Urheberrecht verblasst momentan, da es bessere Geschäftsmodelle gibt. Hätte mir das jemand vor 5 Jahren gesagt, ich hätte es wohl nicht geglaubt.

    Jetzt sieht es eher so aus, als ob es in ein paar Jahren kein Urheberrecht mehr geben würde.
    Durch die Restriktionen der letzten Jahre und das sehr nervige Abmahnwesen scheint es wohl auch in der Öffentlichkeit eine Mehrheit dafür zu geben.

    Das mit dem Geschäftsmodell gilt auch für die Zeitungen und die Parteien.

    Die Blogger haben mit der einfachen Kommentarfunktion ein deutlich besseres Geschäftsmodell als die Zeitungen. Bei den Zeitungen ist das mit den Kommentaren meist sehr umständlich.

    Die klassischen Parteien verlieren (vermutlich) im Moment die engagierten Mitglieder. Die Piratenpartei hat einfach das bessere Geschäftsmodell, das verspricht, dass gute Argumente auch gehört werden. Bei den klassischen Parteien scheint sich das Geschäftsmodell eher die Verteilung von Geld und Macht zu sein, wovon nur wenige profitieren.

    Kommentar von Spider - 22. March 2012 um 23:24 Uhr
  21. “Wenn ich meinem Künstler wirklich helfen will, dann doch bitte direkt spenden! Nicht ein Musikimperium unterstützen”
    “…Fordert, dass Google und YT Anteile ihrer Werbeeinnahmen an die Künstler zahlen.”

    Das hatte Kim Schmitz auf Megaupload schon vor und wie man sieht, sind solche Gedanken gefährlich. Er hatte angekündigt, mit den Künstlern direkt verhandeln zu wollen und die “Industrie” draussen zu lassen.
    Es dürfte klar sein, dass “die Industrie” sich das nicht gefallen lassen kann und wird.

    Natürlich wurde Kim Schmutz nur wegen anderer (illegaler) Dinge hochgenommen (offizielle Version), aber der Zeitpunkt passt dummerweise doch auch auf andere Gründe.
    Ich möchte fast wetten, dass es Google nicht gelingen würde, die Künstler direkt am Gewinn zu beteiligen. Google wird vielleicht nicht hopsgenommen, aber so viel Macht haben sie nun auch wieder nicht, wie die “Industrie”.

    Kommentar von Frank - 23. March 2012 um 00:19 Uhr
  22. sorry, ein u mit i vertauscht.

    Kommentar von Frank - 23. March 2012 um 00:20 Uhr
  23. @Holden

    Nun gut, eine Bibliothek zahlt also, wenn ich eine Element of Crime CD ausgeliehen habe - ja, was? 2 cent an die GEMA? aus öffentlichen mitteln des steuerzahlers? und dann können wir uns nicht auf eine kulturflatrate oder ähnliches einigen?

    und “klauen” etc. - ich bin der ansicht, ein offensichtlich nur seiner drastik wegen verwendetes wort wie “klauen”, das nicht dazu geeignet ist, den sachverhalt zu beschreiben, sondern nur denjenigen auf ein moralisch höheres podest hieven soll, der es verwendet, hilft zu dieser klärung erst nicht weiter. warum sollte man es also verwenden, bzw. diesen gebrauch verteidigen?

    Kommentar von Michael Finkelhorn - 23. March 2012 um 01:09 Uhr
  24. Genauso wenig, wie man den Künstlern geschickt kombinierte Nullen und Einsen klaut im Sinne von wegnimmt, haben wir früher Songs aus dem Radio kopiert. Eine digitale, verlustfreie Kopie ist eben was anderes als vom Kumpel von Kassette überspielt, der es mit dem Rest der Anmoderation und dem Beginn des Verkehrsfunks aus dem Radio aufgenommen hat.
    Was mich an Regener am meisten stört, ist, dass er anscheinend kein bisschen die Vorteile reflektiert, die ihm Google bietet, dass man seine Werke über die Suchmaschine findet, aber gern auf einem Teil des Konzerns rumhackt.

    Kommentar von Will Sagen - 23. March 2012 um 09:56 Uhr
  25. Das ist ja eine schöne Diskussion der Ahnungslosen hier. Die sogenannte Internetgesellschaft scheint mir eine Gruppe von weltfremden Spinnern zu sein. Natürlich unterstützen euch (mental) Konzerne wie Facebook und Google dabei, denn die sind nicht ganz so weltfremd, sondern verdienen gutes Geld damit.

    Kommentar von firtz lang - 23. March 2012 um 15:16 Uhr
  26. >“Es müssen neue Vergütungsmodelle gefunden werden, von denen ganz
    >klar alle Beteiligten profitieren. Es gäbe so viele Ansätze, Künstlern zu
    >helfen zu ihrem verdienten Brot zu kommen.” Ich habe noch keinen
    >einzigen wirklichen Ansatz und keine einzige brauchbare Idee gelesen,
    >wie das gehen soll

    Es wird auch wahrscheinlich nicht so homogen aussehen wie es früher war.

    Aber schau mal http://blog.koehntopp.de/archives/3214-Eben-nicht-schwarzer-Maerz!.html und http://blog.koehntopp.de/archives/3218-Eben-nicht-schwarzer-Maerz!-Der-Nachschlag.html. Da sind in Summe gute drei Dutzend Beispiele vorhanden, für die es funktioniert. Nicht alles ist immer für jeden, aber wahrscheinlich ist für jeden was passendes dabei.

    Kommentar von Kristian Köhntopp - 23. March 2012 um 17:50 Uhr
  27. Ich finde übrigens den “Sven Regener, ich erklär dir mal wie alles geht”-Beitrag von “Fritz” schlimm bis schlimmer. Der Text selber ist schon ein bisschen sehr von sich überzeugt, ohne irgendwas anzubieten. In den Kommentaren dreht der Autor aber dann völlig frei und sucht keine Diskussion, sondern nur Gründe, seine Kommentatoren anzublaffen. Uarg. Gruselig.

    Kommentar von nilzenburger - 23. March 2012 um 20:11 Uhr
  28. Yep, Nilz, wo kann ich unterschreiben? Ach so, hab ich ja schon, in meinem Blog: http://www.volkerkoenig.de/2012/03/23/offener-brief-an-sven-regener/
    Ich hoffe, dass Sven Regener das Netz als solches nicht kennt (ich bin zwar fast so alt wie er, aber seit 85 online und daher sowas wie ein Native). Ich kann mir seinen Rant nur so erklären, dass er vom Label die ganzen Zahlen vorgekaut bekommt, nach denen inzwischen jeder der 7 Milliarden Erdenbürger ein paar tausend Raubkopien auf seinem PC haben müsste (sic).
    Die Zahlen (die ich in meinem Posting etwas zerlegt habe) sagen eher, dass der Absatz von CDs trotz Ur-Napster, das 2001 kaputt gemacht wurde, stetig stieg und 2001 sogar seinen Zenith hatte. Der Einbruch fand 2003 statt, zu einem Zeitpunkt, wo MSN Music, Yahoo, iTunes und der Bezahl-Napster Fuß fassten. Und zurück gehen die Umsätze mit CDs seit 2010. Ich spekuliere mal: Jedes Jahr werden rund doppelt so viele iPhones neu verkauft wie im Vorjahr. 850.000 Android Handies gehen laut Guhgel jeden Tag (!) neu ans Netz. All das sind mobile Devices, die den Umsatz mit Musik in Dateiform fördern.
    Der Hohn ist, dass bei den Verhandlungen über neue urheberrechtliche Regelung nur wieder so ein Leistungschutzkram rauskommt, weil nur die Industrie am Tisch sitz. Die Urheber und uns, die wir den Kram finanzieren sollen, sperrt man aus.

    Kommentar von VolkerK - 23. March 2012 um 21:41 Uhr
  29. Interessanter Artikel :)

    Ich muss sagen, ich befasse mich nun, von einem Freund angestoßen, seit einiger Zeit mit dem Urheberrecht im Netz und bin gerade zufällig auf diese Sven-Regener-Diskussion gestoßen. Mann, was für ein Unfug da teilweise bei rumkommt.

    Um mal fix was zu meckern: “sondern von YT/Google in einer Art vorrauseilendem Gehorsam” -> Leider verklagt die GEMA Youtube/Google, wenn die sowas nicht machen, das ist also leider nicht vorauseilend, da droht die GEMA schon durchaus =/

    Und jetzt weiter: Es gibt so viele Geschäftsmodelle, die schon Jahrhundertelang funktioniert haben, und die man heute zumindest einmal versuchen könnte.

    Beispiel 1: Die Antike. Da waren alle Künstler natürlich zumeist Philosophen, klar. Aber es gab ja auch Musiker, und die waren gleichzeitig Handwerker. Dass das heute beides zusammen geht, zeigen die tausenden kleinen Vorort-Bands, die regelmäßig touren und gleichzeitig ganz normal arbeiten gehen. Da die das Musikmachen nicht Hauptberuflich machen, brauchen die auch keine Angst vorm Geld zu haben. Und es funktioniert prächtig. Oder man nehme sich sogar die mittlerweile sehr berühmten Jungs von Heaven Shall Burn. Obwohl ich heute nicht mehr weiß, was an denen gut sein soll: Die studieren im Semester, und in den Ferien touren die auf riesen-Festivals.

    Beispiel 2: Mittelalter. Im Mittelalter haben die Künstler an den Höfen der Fürsten gedient und von denen ihren Obolus bekommen. Das will man ja heute sogar wieder einführen, mit dieser “Kulturpauschale”. D.h., der Staat erhebt eine Zusatzsteuer, die dann anstatt von der GEMA vom Staat an alle Künstler verteilt wird. Ja, das Argument gibt es ja - das wäre wie diese Leermedienpauschale oder wie die hieß, die es früher auf die leeren Kassetten gab, nur dass es die dann auf den Internetanschluss gibt.

    Aber hier muss ich auch mal ganz klar sagen, dass hier ja auch die nicht-Netzaffine Bevölkerung zahlen solle, und bevor man DENEN die Vorteile aufgezählt hätte, hätten die ‘nen Putsch angekündigt oder sowas. Das ist auch ein Problem, das das Volk selber hat. Alles irgendwo scheisse, aber was der Herr Regener da abgezogen hat, ist die Krönung, weil damit alle Argumente, die schon seit Jahren als obsolet galten, wieder hervorgeholt wurden. =/

    Guter Artikel. :)

    Kommentar von Hendrik - 24. March 2012 um 09:46 Uhr
  30. es geht ja immer um die kleinen künstler. die scheinen ja dem regener so wichtig zu sein. na dann will ich auch mal. ich release seit 2006 in regelmäßigen abständen auf vinyl, cd und mp3 auf nem kleinen label in köln. unteranderem auch auf compilations mit prodigy auf ministry of sound. will nur sagen, dass ich hier und da auch schon meine kleinen erfolge hatte. kann ich davon leben???? natürlich NICHT. hab ich in den 6 jahren geld verdient, was von großer relvanz ist? NEIN. teile ich meine kohle mit label, vertrieb und allen anderen. klar. find ich das gut? GEHT SO. suche ich ständig nach neuen möglichkeiten? na klar! ich bin z.b. total happy, dass es sowas wie youtube gibt und freu mich über jeden aufruf. bin ich froh über die promo? absolut! hatte ich die chance früher: NEIN! hilft mir die monetisierung bei youtube, die es ja schon seit jahren gibt? NEIN. dazu bin ich als künstler viel zu klein und unbekannt. auch die cents, die über eine kultuflatrate oder welches model es werden soll, helfen mir da nicht. lustigerweise hilft mir aber SHAREN!!!! da sehe ich konkret bewegung drin. das ist aber nicht im interesse der labels.

    das jetzt labels mit 1000 verkauften vinyl copies pro artist den regener toll finden ist klar. das sind ja auch labels. 1000 vinyls bei nem indilabel ist gerade mal kostendeckend für das label. das die wege suchen, wie sie die rechte der künstler besser “verwerten” können, ist auch klar. aber ganz ehrlich. brauch ich als kleiner künstler eigentlich ein label, um 1000 oder 500 copies zu verkaufen??? ich denke gerade durch die möglichkeiten des netzes nicht mehr. man muß halt immer schauen, wer hier jammert.

    mir würden ganz andere dinge konkret helfen. crowdfunding könnte ein model sein. bedingungsloses grundeinkommen. banken die einen mal nen kredi gönnen und nicht wie vollassis behandeln, damit man sein studio ausbauen kann um es dann natrülich auch z.b. zu vermieten. in meinem fall auch höhere und fairere DJ gagen.

    in einem punkt stimme ich regener aber zu: musik hat seinen wert. was immer das heißen mag. sieht ja jeder aus seiner position anders.

    ich bring noch mal kurz das beispiel bodi bill, die sogar radio airplay mit ihrem letzten album haben. also da gibt es gema einnahmen. die haben 3 jahre daran gearbeitet und nach allen kosten läppische 7400€ zu dritt verdient. trotz radio airplay, downloads, vinyl & cd verkäufen.

    hier der link: http://on3.de/#/element/12940/on3-schaut-bodi-bill-in-die-geldboerse-je-digitaler-desto-aermer

    auch hier wird leider nicht gesagt, dass ja digitalverkäufe neuerdings dazu kommen. statt dessen wird nur gesagt, das es sich nicht lohnt. da ABER auch die gigs nicht aufgelistet werden, ist das ganze ne milchmädchenrechnung. wer airplay hat, bekommt eigentlich auch bei ner tour gute gagen bzw. anständige konzerteinnahmen (je nach deal natürlich). und wie ich weiß, sind die bodi bill konzerte gut besucht. also schwer zu sagen, wie “schlecht” es bodi bill wirklich geht.

    und ups… hab ich das etwa gepostet? verdammt. wieder promo für bodi bill. verflucht sei das internet!

    und eins noch:
    regener ist 27 jahre bei nem major und bezeichnet sich als indi musiker???
    dass ist soooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo verlogen.

    Kommentar von curv - 25. March 2012 um 10:35 Uhr
  31. Abgesehen von einigen obskuren Sven-Thesen ist die Diskussion, die einige seiner Sätze im Radio ausgelöst haben, doch eine ganz konstruktive Geschichte. Ich finde es ja nicht so cool, wenn ihr jetzt alle auf ihn einprügelt.

    Kommentar von Mark Kowarsch - 26. March 2012 um 00:45 Uhr
  32. @ mark: regener hat sicher seinen kulturellen beitrag geleistet. als author sowie musiker. aber wer so vom leder zieht, darf sich nicht wundern, wenn er antwort bekommt. vorallendingen, wenn er so halbwarheiten ausposaunt. und ich bin ganz bei dir. endlich kommt die diskussion wieder ins rollen… :)

    Kommentar von curv - 26. March 2012 um 07:59 Uhr
  33. Jawoll! Status Quo einzementieren - “You are in concrete now” oder “Pictures of concrete men”

    Im Ernst: toller Artikel. Und ich mag Element of Crime sehr - aber irgendwie hat auch der Herr Regener die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Und daß, obwohl auf die Zeile “Bring den Vorschlaghammer mit, wenn Du heute Abend kommst, dann hauen wir alles kurz und klein…” bezogen auf die Musikverwertungsindustrie und ihre Lobbyisten gar nicht mal so übel klingt… http://www.youtube.com/watch?v=r4ZCrbpQkSQ

    Kommentar von Erik - 26. March 2012 um 16:57 Uhr
  34. @Frank:deine Aussage ist mit Verlaub mehr als blauäugig.
    Selbverständlich würde es Google gelingen, Künstler direkt am Gewinn zu beteiligen-wer soll sie daran hindern? Die “Industrie”?
    Hier ist ja viel von Zahlen die Rede, lustigerweise tauchen aber kaum Zahlen auf. Ändern wir das mal; da mir ein wenig die Zeit fehlt, reicht es nur zu einer oberflächlichen Betrachtung-und bevor ich Prügel beziehe: JA, es ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen - evtl. werden die Machtverhältnisse dadurch trotzdem etwas klarer:
    Google Umsatz im 3.Quartal 2011: 9,7 Milliarden Dollar - Gewinn 2,7 Milliarden
    Google-2010: Umsatz 29,32 Milliarden - Gewinn 8,5 Milliarden (ca 6,38 Mrd Euro)
    (Jeweils weltweit)
    Die “Industrie” - in Deutschland, dem 2.-3. stärksten Musikmarkt der Welt
    2009: Umsatz 1,803 Mrd. Euro (inkl “neuer Felder” wie Merchandising, Konzerten etc)
    2008: Umsatz 1,575 Milliarden Euro (ohne neue Felder)

    mhhh…. wer ist hier goliath?

    Quellen:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/gute-werbeeinnahmen-google-steigert-seinen-gewinn-11492618.html
    http://www.pcgameshardware.de/aid,808439/Google-2010-mit-29-32-Milliarden-US-Dollar-Umsatz/Internet/News/
    http://www.musikindustrie.de

    Kommentar von Ingo - 27. March 2012 um 22:56 Uhr
  35. Hi, zusammen!
    Da hat der Sven ja ne schöne Diskussion losgetreten, wurde auch Zeit.
    Hier mein Senf:

    Die konsumierende Masse will doch eigentlich nicht wirklich auch nur irgendwas bezahlen (”is leider geil, bin ja nicht blöd”). Und wenn man es wagt, dass moralisch zu kritisieren, kommt der Mist “der Preis ist mir zu hoch, kommt ja nix beim Künstler/Hersteller an” oder “Ich möchte selbst entscheiden, wieviel ich dafür bezahle!”

    Tolle Idee, aber wenn die so geil ist, warum soll das dann nur für immaterielle Güter gelten, aber nicht für Brot, Benzin, Elektronik und sämtliche Dienstleistungen? “Mach den scheiss Döner billiger, sonst nehme ich den für lau mit!”

    Was ist uns was wert? Polemisch: Keine 99€ für´n Song auf der Tasche, aber locker und gerne für die an 10 Kumpels versendete MMS mit nem Foto vom kackenden Wellensittich zahlen? Für 10 Jahre Mp3-Hören Files auf der Platte, aber dann ständig über die immens gestiegenen Konzertkartenpreise abkotzen! So sind wir, in der Masse.

    Die Piratenpartei, die “Netzgemeinde”, der mündige Bürger fürchtet mit Recht um die Freiheit des Netzes, die Privatheit in der Kommunikation, der Datenschutz ist tatsächlich durch die technischen Möglichkeiten immer mehr in Gefahr.
    Das ist der Masse aber scheissegal! Es ziehen sich doch täglich alle Deppen bei Facebook für alle Zeiten nachvollziehbar aus.

    Es gibt immens starke Interessen die Menschen im Netz zu identifizieren, um sie 1. zu überwachen (from the cradle to the grave) und 2. um Geld mit ihnen zu verdienen.

    -> Die Logik der Piraten: Wenn wir das Urheberrecht abschaffen, erlischt das Interesse der “Industrie”, der Staaten, das Netz zu kontrollieren.

    Und dafür wird für die Masse die Parole “Freibier im Internet” auf die Fahnen geschrieben, dann gröhlen auch alle schön mit.
    (Der andere Kram da mit Datenschutz und so, Bürgerrechte blabla, da hört doch keiner hin, Alter!)

    Wenn man das Konzept des geistigen Eigentum (und seiner Verwertung) an sich in Frage stellt,

    (siehe: http://aggregat7.ath.cx/2009/07/19/probleme-der-ethischen-begrundung-von-%E2%80%9Cgeistigem-eigentum%E2%80%9D-und-immaterialguterrechten-im-informationszeitalter und http://wiki.piratenpartei.de/Urheberrecht)

    dann leuchtet mir nicht ein, warum man nicht auch die grundsätzlich Idee von Eigentum (materiell also) generell in Frage stellt!

    Wenn die Antwort darauf lautet, “weil es technisch eben nur mit Einsen und Nullen geht”, dann entlarvt sich das Ganze doch schon von selbst als mindestens nicht zu Ende gedacht…

    Gema vs YT : ich find Tarifverhandlungen immer super!

    Kommentar von Kai - 28. March 2012 um 19:06 Uhr
  36. Dummerweise hat kaum einer von denen die über GEMA, Urheberrecht, GVL und Leistungsschutzrechte so recht Ahnung davon. Weder Indie Sven noch die wilden Piraten.

    So wirklich einfach lässt es sich auch nicht erklären, daher vereinfacht man die Diskussion in Gut/Böse und jeder kann mit reden.

    Was für ein Quatsch. In 10 Jahren redet niemand mehr über die Debatte, und die Majorcompanies werden behaupten sie haben das Internet erfunden.

    Kommentar von Bambi - 06. May 2012 um 09:01 Uhr

Deine Friedenstaube