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Mir ist Kino.to egal, weils für Menschen ist, denen Filme egal sind.

Ich habe drei, offenbar von der großen Masse nur als völlig “bizarr” zu bezeichnende Vorlieben, die mir eine Nutzung von Kino.to immer unmöglich gemacht haben:

- Ich mag Bild und Ton synchron.
- Ich mag Bilder ohne “Fragmente”
- Ich mag es, wenn ein Film einfach läuft und nicht vor- oder nachladen muss.

So. Und das ist noch frei von jeglicher Kritik an der Moral, der fleissigen Nutzer des gestern geschlossenen Streaming-Dienstes. Ich war nie so ein Qualitäts-Fetischist. Mir ist Dolby total Wurst und ich hol mir zwar BluRays und das Bild ist zwar besser, aber selbst das wäre mir eagl. Ich brauche kein gestochen scharfes Bild, auf dem ich jede Falte erkennen kann. Ich brauche aber ein schönes Bild. Das kann es auch auf einem kleinen Fernseher geben, das ist mir egal. Es sollte nur flüssig und stabil sein. Mich hat das schon seit dem Anfang von Filmraubkopien gewundert. Ich erinner mich: Als der neue, erste Star Wars, also Episode 1, rauskam, da musste man hierzulande ja noch ewig warten. Ein Freund, der aus dem Indien-Urlaub kam, hatte aber eine Raubkopie auf VHS dabei, die er da irgendwo auf einem Markt gekauft hatte. Gut, ich gebe zu: Das zu gucken war äusserst skurril, denn das wurde in einem wohl sehr vollen Kino abgefilmt. Inklusive Räuspern, Gelaber und Gelächter der anwesenden Kinogäste. Aber damit, einen Film ernsthaft zu gucken, hatte das wirklich nichts zu tun.

Und da kommt die Frage ins Spiel: Wer tut sich sowas an? Warum ist den Leuten selbst ein Minimum an Qualität egal, solange es umsonst ist? Denn ich denke das hier das große Rätsel des Erfolgs von Kino.to steckt: Die schnelle Zufriedenheit der Masse. Oder anders gefragt: Gibt sich das Fernsehen, das Kino, geben die sich alle zu viel Mühe? Sind die Budgets zu übertrieben? Offensichtlich ist den Leuten nämlich egal was läuft, solange einfach irgendwas läuft (Der Erfolg dieser ganzen “scripted reality”-Geschichten, die ich auch gerne gucke, könnte auch ein Hinweis darauf sein…). Denn, mal ehrlich: Als ich mir interessehalber mal Kino.to angesehen habe: Bei der Hälfte der Filme habe ich mangels eines Mindestmass an Qualität einfach mal gar nix erkennen können. Wo macht das denn bitte Spass? Was hat das denn mit “Film gucken” zu tun? Das ist Hörspiele hören gewesen, mehr nicht. Hörspiel mit Geflacker.

Ich steh drauf mir Serien oder Filme ins Regal stellen zu können und rausnehmen zu können und dann sofort und überall gucken zu können. Auf jedem Rechner, an jedem Fernseher. Selbst irgendwo anders. Deswegen, auch wenn das anachronistisch sein mag, führt für mich nunmal kein Weg an der DVD/BluRay/TheNextPhysicalDatenträger vorbei. Isso. Das mögen Andere anders sehen, das ist okay. Nur das es so viele Andere gibt, denen es sogar nix macht nix zu sehen - das find ich dann doch schon erstaunlich.

Ergänzung: Mir ist durchaus bewusst, das es auch qualitative Streams auf Kino.to zu sehen gab - das habe ich jetzt aber dennoch mal ausser acht gelassen, weil es mir nur um diesen Teilaspekt ging. Viele andere Sachen haben auch dafür gesorgt, das es mir nie in den Sinn kam, die Seite anzusteuern und die sind immernoch nicht von meiner vielleicht persönlichen Respektbekundung einer Produktion eines Films oder einer Serie gegenüber geschuldet. Zum Beispiel dieser Bannerterror. Klar, die wollten Kohle machen. Asi genug, aber das dann auch noch alles so scheisse aussehen zu lassen? Come on. Desweieteren hatte ich das Gefühl das die meisten nur auf die Seite gingen, wenn sie aus Langeweile mal wieder “King of Queens” oder “Two and a half men” gucken wollten - das ungefähr 27.000mal wiederholt wird! Und die DVDs dazu kosten auch nicht mehr die Welt und werden regelmässig vergünstigt bei den großen Medienmärkten angeboten. But maybe it´s just me.

1 Trackback

  1. Links fürs Wochenende

31 Friedenstauben

  1. Gut gesagt. :)

    Kommentar von Sumi - 09. June 2011 um 11:55 Uhr
  2. Ganz meiner Meinung, ich sehe das genau so.

    Kommentar von NerdFlyer - 09. June 2011 um 11:56 Uhr
  3. Totally agree! Besonders mit dem Punkt den Kram im Regal zu haben. Das sind noch nichtmal so die Specials, mehr einfach das Gefuehl sein Regal mit irgendwas gutem zu fuellen. Geht mir bei Musik uebrigends garnicht so, keine Ahnung warum das so ist ;)

    Kommentar von Kenny - 09. June 2011 um 11:58 Uhr
  4. Keine Zustimmung von mir. Ich habe Bücher, CDs und DVDs auch gerne im Regal, aber mich stört es auch nicht weiter, wenn sie dort nicht stehen. Dementsprechend lese ich viel mit dem Kindle und schaue viel über Streams. Und kurz trotzdem nochmal zur Qualität der Letzteren: Es wird auch in HD gestreamt, mit synchronem Ton und geilem Bild ;)

    Kino.to wurde soviel genutzt, weil es einfach ist. Weil man eben gleich loslegen kann und irgendeinen Film gucken, statt erst einen Tag darauf warten zu müssen. Und zwar ohne sich erst ein Apple TV Dingens zu kaufen. Dieses Phänomen ist auch gar nicht mehr aufzuhalten: Die Leute werden weiter über illegale Streams konsumieren, ganz egal wie viele derartige Plattformen vom Netz genommen werden. Die Filmindustrie kann da weiter zugucken. Oder sie bietet selbst mal ne Alternative (Schleichwerbung: Ich hab dazu auch schon was zu gebloggt: http://www.acht9.de/2011/06/kino-to-ist-offline-und-jetzt).

    Und noch zum Fernsehen: Ich sitz hier an nem HD-Monitor. Unser Fernseher is noch immer ne Röhre. Die Bildqualität ist da also schlechter als am Computer ;)

    Kommentar von Moritz - 09. June 2011 um 12:32 Uhr
  5. Endlich mal Widerrede :)

    Wie gesagt: Ich bekomme mit das sich die Erde weiterdreht und ich weiss das ich mit meinem Wunsch nach Haptik von Produkten eher zum alten Eisen gehöre. Und das ist voll in Ordnung, ich find es gut das es da heute andere Gewohnheiten gibt. Aber ich kann da nicht aus meiner Haut raus, ich muss was in der Hand haben :)

    Kino.to wurde, ja vielleicht auch genutzt weil es so einfach ist, aber wie Johnny schon so richtig drüben bei Spreeblick feststellte, wurde es vor allem deswegen so sehr genutzt, weil es so umsonst war. Und natürlich wird das nicht aufzuhalten sein. Natürlich ist das eine Hydra und natürlich wird für jedes geschlossene Kino.to 20 neue nachrücken. Das ist mir alles klar. Aber deswegen muss ich es ja nicht gut finden. Ich finde ja auch nicht gut, was die Industrie macht. Die trifft genau so viel “Schuld”. Aber es ist eben keine entweder-oder Frage. Es geht nicht um entweder illegal oder Industrie.

    Aber Kino.to jetzt so heilig hochzustilisieren find ich eher schwierig. Das waren nämlich genau solche Abzockschmierlappen wie irgendwelche Abmahnanwälte :)

    Kommentar von nilzenburger - 09. June 2011 um 12:39 Uhr
  6. Hallo Nilz. Schön geschrieben und zu großen Teilen stimme ich Dir zu. Allerdings muss man hier schon unterscheiden. Es gibt jene, die sich Filme auf Kino.to ansehen wollten (statt dem niemals geplanten Kinobesuch), jene die einfach mal “kleiner Programmdirektor” spielen wollten und über die genaue Uhrzeit bestimmen wollten, wann sie die 2452te Folge von 2 1/2 Men sehen wollten, aber ohne Kohle für die DVD´s hinzublättern. UND: Es gab/gibt wirkliche Film-& Serienfans, die sich lediglich englischsprachige Serien zeitnah ansehen wollten; ich sage nur die aktuelleste Episode von “How i met your mother” - if you know what i mean - und sich TROTZDEM die DVD´s kaufen werden/gekauft haben. Ich glaube, dass TV-Sender das bitte richtig anfangen sollen zu nutzen, also Inhalte LEGAL und BREITFLÄCHIG (und auch gerne von Werbung durchzogen) anbieten sollen. Das wesentliche Merkmal des Siegeszugs (a.d.) von Kino.to und ähnlicher Seiten bei Liebhabern von Filmen/Serien ist m. M. nach, dass es a) keine wirklich-wirklich legalen Alternativen gibt für b) den originalsprachigen Zugang zu Serien, über deren Laufzeit MAN SELBST bestimmen kann.

    Und für eben jene Personen, zu denen ich mich auch zähle, tut mir das mit Kino.to nun doch leid. Klar, es gibt bessere und aktuellere Alternativen, gerade für US- oder UK-Serien, aber letztlich sind die alle wie Kino.to. Vielleicht ohne die DivX-Player-Mafia, aber dennoch.

    Sendeanstalten der Welt, gebt uns bitte Alternativen zu vorbestimmten Zeiten & Sprachen und macht nicht denselben Mist, wie Plattenfirmen damals - Kriminalisierung ist keine Option, das Stichwort: Inhalte auf die Wünsche des Publikums gerichtet anbieten. Internet = hier, jetzt, wo auch immer ICH will. Macht mal!

    Kommentar von Kobalth - 09. June 2011 um 12:39 Uhr
  7. Das mit dem Kram im Regal, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Zum einen finde ich das völlig unpraktisch. Es macht mir nicht mehr Laune darauf etwas anzusehen und nimmt mir zudem noch sehr viel Platz weg. Da gibt es zwischen mir und meiner Frau auch einen himmelweiten Unterschied in der Betrachtung von Büchern.
    Bei allem anderen kann ich dich verstehen. Zu gut erinnere ich mich auch noch an das Betrachten des Cam-Rips von Matrix. Zu erkennen war fast nix und man hatte im Grunde nur das Gefühl den Film gesehen zu haben.

    Auch als jemand der seit mehr als einem Jahr in Saudi-Arabien lebt muss ich aber sagen, dass gerade der physikalische Besitz von Filmen/Musik unheimlich behindert. Physikalisch auf einzelne Datenträger und nicht auf eine Platte mit vielen Elementen bezogen. Ich bin froh, dass wir hier nur eine große Platte haben, auf der vieles drauf ist. Hier legal an Neues heranzukommen ist auch so eine Sache, v.a. wenn man wenig Originalsprachen affin ist, wie wir. Kino.to war für mich aber auch nie eine Alternative. Ich meine ich habe die Seite vielleicht 2 mal besucht ;)

    Es gibt aber also durchaus Leute/Bedingungen für die/unter denen es Sinn macht sich vom Konzept des physikalischen Besitzes als Datenträger zu lösen :)

    Kommentar von Andi - 09. June 2011 um 12:41 Uhr
  8. Ich korrigiere/erweitere meine Aussage aufgrund der Aussage von Andi: Es gibt durchaus Leute, die Geld zahlen würden (oder, sich mit Werbung vollladen lassen würden und so mit ihrer Zeit zahlen). Allein der haptische Aspekt (DVD etc) macht heutzutage keinen Film/Serienfreund mehr aus…das ist doch soooo ´00er!! ;)

    Kommentar von Kobalth - 09. June 2011 um 12:46 Uhr
  9. Du sagst es besser als ich es könnte.
    Hab selber zweimal dort versucht, einen Film zu sehen. Beide Male im Spätsommer 2010 mit meiner jüngst Verflossenen. Die hat da Erfahrungen, guckte ihre Vampirserien immer auf kino.to, sobald die verfügbar waren.
    Beim ersten Versuch klickten wir uns durch gefühlte 4000 angebotene Streams des (nichtmal aktuellen) Films, den wir sehen wollten, wobei ich mich durch die ganzen mehr als dubiosen Teile klickte, die noch den Download eines bestimmten Plugins erforderten (hahaha, nice try, als ob Flash an sich nicht schon unsicher sei). Ok, meine Verflossene hatte mit ihrem MacBook da weniger Angst, sich Malware einzufangen.
    Als der Film dann aufgefunden war konnten wir ihn schauen, auf dem Sofa mit dem Notebook auf dem Schoß war es auch heimelig und es lief auch angemessen. Aber ok, junge Liebe und die spontane Idee, nach Ladenschluss nen bestimmten Film zu schauen halt.
    Der zweite Versuch verlief Freitagabend im Bett ähnlich abtörnend bei der Suche nach einem nicht ganz zu dubiosen Stream.
    Nach 57 Minuten unterbrach der Film jedoch.
    Dass es 57 Minuten waren weiss ich genau, denn der Streamanbieter meldete mit nem Popoup, dass pro IP-Adresse und 24h nur 57 Minuten geguckt werden dürften, wenn man nicht doch lieber das kostenpflichtige Angebot wahrnehmen wolle.
    Bei einem Film mit 121 Minuten Gesamtlänge großes Kino - ich würde ihn über drei Tage verteilt sehen müssen und die letzten 7 Minuten am letzten Tag. Was für ein Cliffhanger!
    Die regelmäßigen Nutzer von Kino.to muss man gar nicht bestrafen, das sind die schon, weil sie den Dienst genutzt haben.

    Kommentar von VolkerK - 09. June 2011 um 12:59 Uhr
  10. Habe kino.to auch nie genutzt und bin ebenfalls leidenschaftlicher Film- und Seriensammler. Meine persönliche Motivation beim Besuch solcher Seiten wäre immer die Aktualität. Bestes Beispiel: Die momentanen HBO-Serien. Ich will die sehen! Ich bezahl da auch gerne Geld für! (Natürlich nicht unbegrenzte Summen…)
    Aber woher? Die DVDs kommen logischerweise erst viel später raus, Import ist teilweise teuer, die deutsche Version kommt entweder nicht oder erst Jahre später. Ich bin kein amerikanischer Staatsbürger, also kann ich auch die Internet-Dienste des Senders nicht in vollem Umfang in Anspruch nehmen. Warum? Was im Internet ist, kann ich doch auch von hier aus gucken - und genauso auch bezahlen!
    Ich stimme deshalb den Vorschlägen einiger Vorredner völlig zu und hoffe, dass die Sender und Filmverleihe sich mal sinnvolle(re) Geschäftsmodelle einfallen lassen.

    Kommentar von Jenny - 09. June 2011 um 13:10 Uhr
  11. Ich denke auch, Qualität und Kostenfaktor sind nach nachrangig, in erster Linie geht es um den Sofort-Aspekt. Felix hatte darüber mal auf wirres.net gebloggt, es geht den Medienkonsumenten heute einfach darum, schnell und bequem auf die Inhalte zuzugreifen. Da ist ein neues Album? Ich will es sofort haben -> Ab in den MP3-Store. Ein neues Buch? Her damit -> Ab auf den Kindle! Neuer Film? Neue Serie? -> Die Filehoster oder Kino.to sind da meist schneller als die Videothek um die Ecke, für die man ja auch das Haus verlassen müsste..

    Die nach wie vor vorhandene Vorliebe für physikalische Datenträger wird so schnell nicht aussterben, aber die Sofortkultur ist eindeutig auf dem Vormarsch. Und die Contentindustrie befeuert diesen Trend durch ihr eigenes Marketing. Da werden globale virale Marketingkampagnen für Filme gestartet, um Emotionen zu erzeugen, Begehrlichkeiten zu wecken, um mit dem Verlangen der Konsumenten zu spielen. Und dann sollen wir monatelang auf einen Release hierzulande warten? Dass einige Serien hier gar nicht ankommen, dass Kino teuer und nervig geworden ist (Werbung), dass BluRays mich wie einen Verbrecher behandeln usw. kommt ja alles noch dazu.

    Ich gönn es den Betreibern der Streamingportale oder Filehoster auch nicht, dass sie mit dem schmierigen Geschäftsmodell Geld verdienen. Ich fand Kino.to extrem hässlich und es ist mir egal, dass es weg ist. Aber ich halte es auch für falsch, die Nutzer dieser Angebote zu “beschimpfen”. Solange die Industrie die Nachfrage nicht bedient, muss sie sich auch nicht wundern, wenn andere die Gelegenheit nutzen und einspringen.

    Kommentar von ToBa - 09. June 2011 um 13:14 Uhr
  12. ToBa: Toller Beitrag, vollste Zustimmung.

    “Sofortkultur” –> hervorragend, ab sofort gemerkt! ;)

    Kommentar von Kobalth - 09. June 2011 um 13:27 Uhr
  13. Kino.to hat eine Nische besetzt, die gezeigt hat, dass in der Diskussion lange, lange zwei Faktoren übersehen wurden: es gab ein Publikum für eher unbequeme, unästhetische Wiedergaben, und man kann damit Geld verdienen, Streams kostenlos ins Netz zu stellen. Erst als das nach und nach durchgesickert ist, kam doch überhaupt die Diskussion über Mediatheken auf. Wenn es so Seiten wie kino.to nicht gegeben hätte, wären wir um einige Ideen ärmer, was man im Netz so alles anstellen kann.

    Lustigerweise ist genau das die Moral vieler Hollywood-Filme: Man braucht halt immer einen, der das Gesetz überschreitet, damit verkrustete Strukturen nicht den Erfolg einer Idee gefährden. Die ganze Bigotterie der Hollywood-Produktion kam ja da erst so richtig schön auf den Punkt: Oceans 11 produzieren und dann wollen, dass sich alle Nutzer brav an die Vorgaben halten, wie man es zu kucken hat.

    Kommentar von Fred - 09. June 2011 um 13:33 Uhr
  14. Ich schaue Filme grundsätzlich O-ton oder OmU falls ich die Sprache nicht verstehe, allein das macht deutsches TV schonmal zum no-go, ausser manche steifen bei den öffentlich rechtlichen irgendwann nachts afaik, aber egal hab eh schon länger keinen fernseher mehr weil das medium den zuschauer prinzipbedingt verdummt.
    Kino fällt aus dem O-ton grund leider auch meist flach, ausser in wenigen fällen hier in unserem kleinen kulturkino in der innenstadt, ein angebot dass ich durchaus gerne nutze, nur ist es nicht umfangreich genug.
    bleiben noch DVDs oder Bluerays, die gibts mit div tonspuren, aber ich habe längst keine optischen laufwerke mehr in meinen geräten (ok, ausser autoradio, das kann neben bt und usb auch noch cds lesen, aber eben keine filme zeigen..) und will die rolle rückwärts auch nicht mehr mitmachen.
    Was ich brauche ist ein vernünftiges streamingangebot, solange es das nicht gibt (und kino.to war kein vernünftiges angebot) bleibt bittorrent. mit heutigen internetleitungen >100mbit ist ein filmchen in aller regel in 2 bis 10min da, die auswahl ist riesig und dank bewertungsfunktion auf den filmseiten meines vertrauens bleibe ich vor fiesen camrips verschont. rosige zeiten also :)

    Ich sehe es so: die musikindustrie hat dazugelernt, die meisten künstler die mich interessieren verkaufen ihre mp3s direkt auf ihrer seite oder zumindest auf amazon, oder wollen überhaupt kein geld für ihre stücke und livesets, dafür geh ich bei gefallen in den club wenn sie auflegen und hau mir da die hucke voll damit der DJ seine gage kriegt. klassische win-win situation also, so muss musikbusiness funktionieren ;)

    Die filmindustrie muss noch umlernen: Die budgets der streifen werden schrumpfen. Denke das Bombastkino der letzten 2 jahrzehnte wird einfach nicht mehr finanzierbar sein, die digitalen tricks werden immer besser, irgendwann wird unweigerlich der punkt erreicht sein wo ein einzelner rechner oder eine kleine renderfarm 100% realistische bilder ausspucken, und für 10000$ exakt das gleiche ergebnis liefern wie ein 500k$ filmset. Ich bin gespannt wo es mit schauspielern hingeht, wenn sie erstmal digital ersetzbar sind. denke statisten sind dann schnell geschichte, die protagonisten wahrscheinlich nicht wg minenspiel und ausdrucksweise, doch auch das wird man irgendwann zu 99% kopieren können und sich für kleines geld nen johnny depp von 1995 downloaden können :)
    was dann übrig bleibt ist: drehbuch, regisseur, grafiker, schnitt. 4 mann, oder auch einer, oder auch 50 bei nem top streifen, aber auch die kommen mit wenig mio budget aus, und die geniale 1-mann soloproduktion kann auch blendend aussehen, bei einer top story ein welterfolg werden und sich zb rein durch youtubes werbeerlöse finanzieren… spannende zeiten also :)

    Kommentar von FK - 09. June 2011 um 13:35 Uhr
  15. @Kobalth: natürlich gehören wir hier mit unseren Randbedingungen (nicht in Deutschland und Internetgeschwindigkeit gewöhnungsbedürftig) zu einem Randgebiet, aber ich kenne auch viele andere die das physikalische nicht mehr benötigen. Die Sofortkultur, die ToBa, in Anlehnung an wirres propagiert kann ich nur unterstreichen. Gäbe es ein Angebot, zu einem vernünftigen Preis, dass wir auch hier ohne Gängelung nutzen könnten, wären wir wohl dabei. Und dazu zählt eben auch, dass wir es nicht streamen können.

    Kommentar von Andi - 09. June 2011 um 13:46 Uhr
  16. ich hasse physical datenträger wie cds/dvds…ich muss alles digitalisiert haben…am liebsten alles…!
    Deine Überschrift finde ich absolut zitierfähig…werd ich mir merken <3
    :D

    Kommentar von Hurkunde - 09. June 2011 um 13:52 Uhr
  17. @ FK: Bis zu diesem Satz stimme ich Dir zu: “Ich bin gespannt wo es mit schauspielern hingeht, wenn sie erstmal digital ersetzbar sind.” -> Du vergisst, wer auch komplett virtuellen/animierten Figuren die Stimme gibt: Schauspieler, nach wie vor.

    Unser stete Gewöhnung an die schlechtere Qualität von Musik/Film hin oder her: Wenn tatsächlich mal die Technik so weit sein sollte, dass man auf komplett realistische Weise jegliche stimmliche Betonung, Akzentuierung etc. mit digital erzeugten und veränderten Stimmen derart anpassen kann, dass diese denen eines Schauspielers entsprechen…ich glaube, bis dahin wird es zig neue Möglichkeiten geben, schauspielerischer Kreaitvität Ausdruck zu verleihen.

    Kommentar von Sewi - 09. June 2011 um 13:54 Uhr
  18. @FK: Auf diese “geniale 1-mann soloproduktion” bin ich sehr gespannt. Anders gesagt: Ich finde dieses Kleinenrechnen von Bugets (und damit irgendwie des Marginalisieren der Mühen, die hinter jeder guten künstlerischer Arbeit stehen) sehr zweifelhaft. Auch diese “Ich saufe, damit der Künstler etwas daran verdient”-Argumentation. Wenn der Klemper kommt, wirst du ja auch kaum sagen: “Ich bezahl nichts, aber wenn ihr Bauarbeiter mal ne Party macht, komme ich vorbei und trinke und davon profitiert ihr ja schließlich auch.”

    Kommentar von HomeRecord - 09. June 2011 um 14:31 Uhr
  19. @Sewi: Naja, stimmen imitieren kann man bereits perfekt wenn man manuell an der gewünschten intonantion schraubt (dem system quasi lautschrift zeigt), nur an der darstellung von wirklich fotorealistischen menschen harperts noch.
    bild (3D raytracing, physiognomie bei bewegungen und körper beachten, usw.) rendern ist allerding auch ein um magnituden größeres problem als ton (=schallwellen modellieren ist nur ein 2D problem wenn man so will, viel kleinere datenmengen)

    Aber du sprichst noch einen anderen aspekt an den ich interessant finde: wieviel schauspieler braucht man? richtige akzntuierung, sein schauspiel eben, das bisschen eigenes einbringen was der figur leben einhaucht, etc. ich zumindest bin jemand der braucht das nicht. schaue auch mal gern animes & co, hab schon filme geschaut die von amateuren complett in computerspielen gedreht wurden (machinimas), für mich ist die story das A und 0. Ich mag die geschichten, oder eben nicht, alles andere ist baiwerk. schön wenn der jeweilige schauspieler das blendend hinbekommt, aber mehr ein zusatznutzen, 95% des films ist die storyy die fesseln muss. bin wohl deswegen auch ein guter kandidat für file komplett aus dem rehcner weil ich fehler eher verzeihe solang die geschichte top ist, an dem punkt dürften sich aber die geister scheiden.
    btw, schauspiel gibts im theater. so ein paar mal im jahr ziehts mich dahin (und auch weils bei dates natürlich super ankommt) und staune oft wie gut stinknormale theaterschauspieler verglichen mit steinreichen hollywoodgrößen sind..

    Kommentar von FK - 09. June 2011 um 14:32 Uhr
  20. Warum jemand Kino.to nutzt? Kennst Du die South-Park-Folge, wo Fluggäste so von den Fluggesellschaften, ihrem Gehabe und ihrer großkotzigen Arroganz angewidert sind, daß sie sich lieber von einem neuartigen Gefährt den Allerwertesten penetrieren lassen? So ähnlich geht es uns mit der Filmindustrie.

    Ich *kaufe* einen Film und muß mir dann zum Dank minutenlang Raubkopierhinweisblödsinn anschauen. Manchmal auch noch Zwangswerbung. Und darf all das nicht überspringen. Hallo?! Ich gebe Geld für eine DVD/Blueray aus, muß aber trotzdem noch vorher gründlich im Netz schauen, welche Variante qualitativ halbwegs gut ist und vielleicht mehr als nur eine Tonspur hat. Hallo?!

    Ich würde ganz reelles Geld für Streaming-TV bezahlen wollen, aber Originalfassungen bietet keiner an. Hallo?! Ich schaue gerne asiatische, russische oder noch exotischere Filme an, gerne sogar in Originalfassung mit Untertiteln. Laut der Filmindustrie gibt es nur Mainstream-Quatsch, also wird nur dieser Markt bedient. Hallo?!

    Die Filmindustrie (und genauso die Musikindustrie) bekommt jetzt die Quittung für das Verhalten der letzten Jahrzehnte. Und wie sie aktuell darauf reagiert, beweist, daß sie inzwischen nicht nur die Zeichen der Zeit verkennt, sondern vollständig ersetzbar ist. Für jeden abgeschlagenen Kopf wachsen zehn neue nach und die lächerliche GVU begibt sich in eine Schlacht, die sie niemals gewinnen kann.

    Ja, wir nutzen Kino.to und nehmen all die von Dir beschriebenen Nachteile in Kauf. Das alles wird aber durch einen riesengroßen Vorteil aufgewogen: Wir wissen bereits im Vorfeld genau, was wir bekommen. Nicht mehr und nicht weniger - und all das ohne bürokratischen Scheiß drumrum. Insofern bleibt die Nachfrage nach Streaming-Inhalten ungebrochen und solange die Industrie nichts Legales in der Richtung anbietet, bedient das Netz halt alleine diesen Markt.

    Kommentar von Dirk - 09. June 2011 um 17:34 Uhr
  21. Ich muss mich auch als bekennender kino.to - Nutzer outen.
    Gerade für Schüler wie mich, mit um die 20€ Taschengeld pro Monat kommen DVDs oder gar BluRays leider überhaupt nicht in Frage. Klar ist die Qualität eher bescheiden, aber immerhin besser als nichts, oder ?
    Insgesamt habe ich bestimmt 50% aller Filme die ich je gesehen habe auf kino.to geschaut und ich kenne niemanden in meinem Umfeld, der nicht Ähnliches von sich behaupten könnte - man wächst einfach damit auf…

    Kommentar von Chrisl - 09. June 2011 um 21:02 Uhr
  22. Kino.to habe ich nie wahrgenommen, weil man mit Torrents herrlich die Zeit überwinden kann, bis die geliebten Serien auf BluRay erscheinen. Das ist doch auch alles schnell und in HD und haste nicht gesehen. Was ist denn jetzt überhaupt verlorengegangen?

    Kommentar von SenorKaffee - 10. June 2011 um 09:13 Uhr
  23. Ich halte es ja für eine Mär der Unterhaltungsindustrie, dass der wahre Genuss von Filmen nur auf bestimmtem Übertragungsweg erreichbar ist. Mag dieser Idee anhängen, wer will. Der echte Effekt findet im Kopf statt, nicht auf der Mattscheibe. Das ganze ist ja auch keine Moral- oder Kunstproblematik, sondern eine rein juridische. Und da war das Ansehen des Streams keine Rechtsverletzung, so what? Es ist doch keine Staatsaufgabe, den Eigentumsbegriff so zu dehnen, dass der Unterhaltungsindustrie gleichbleibende Einnahmezahlen bleiben.

    Gerade der Kunst rsp. der Ästhetik wird hier nicht notwendig ein Abbruch getan: Die deutschen Fans der Serie “Chuck” sind quasi ausschließlich Streamseher. Pro7 hat das Zeigen der Serie derart vergeigt, dass sie seit der 1. Staffel nicht mehr gezeigt wird.

    Kommentar von Carsten - 10. June 2011 um 12:00 Uhr
  24. Was hier als Argument für das Schauen bei kino.to noch fehlt, ist die Filmauswahl. Wir wohnen hier in der schwäbischen Provinz. Bei uns gibt es eine Videothek, wo ein Film von heute auf morgen 3,60 Euro kostet. Die Auswahl ist noch dazu eher begrenzt, so dass wir fast nie die Filme finden, die wir sehen wollen. Wir haben auch schon diverse online-Videotheken oder Video-on-demand probiert, aber letztendlich war auch hier die Auswahl zu schlecht. Die Filme, die man dort nicht findet, kann man dann auch nicht für 3,99 im Mediamarkt kaufen, sondern nur für 20 Euro bei amazon. Klar würde ich mir die Filme auch gerne alle im Kino anschauen, aber wie schon erwähnt, schwäbische Provinz. Und Fernsehen? Wir haben ein kleines Kind, dass es uns fast nie erlaubt um 20:15 Uhr vorm Fernseher zu sitzen (und Privatsender haben wir ohnehin nicht).

    Es gibt aber auch einen anderen Ansatz. Der Film “Ink” war nur im Internet zu sehen. Die Macher freuen sich über jeden, der ihren Film gesehen hat, weil sie ihren Film einfach geil finden. Und wenn man ihn gesehen hat und mochte, darf man, wenn man will, auf ihrer Homepage Geld dafür spenden. Finde ich eigentlich eine gute Idee. Klar ist mir klar, dass man auf so einer Basis keine riesigen Produktionen verwirklichen kann, aber die großen Blockbuster haben doch eh kein Problem Geld einzuspielen.

    Kommentar von AnJu - 12. June 2011 um 20:12 Uhr
  25. Ein legaler Streaming-Dienst mit einer großen Filmbibliothek und optionalem Originalton fände ich ja genial. Da würde ich auch ein paar Euro pro Film ausgeben. Betonung auf “ein paar”, nicht 10 oder 15. DVDs sind mir doch etwas zu teuer, dafür, dass der Film dann ein oder höchstens zweimal angesehen wird. Ins Kino geh’ ich nicht gern (da sitzen andere Menschen, igitt!) und von der Leinwand abgefilmte Streams machen mir überhaupt keinen Spaß.

    Gegen Leute vorzugehen, die Musik und Filme um jeden Preis kostenlos haben wollen (egal, ob sie nun echt arm sind, ihr Verhalten ideologisch begründen oder ganz offen zu ihrem Geiz stehen), macht keinen Sinn, denke ich. Bei denen ist doch eh’ kein Geld zu holen, also kann man ihnen ihr Vergnügen auch lassen. Die Filmindustrie sollte es lieber gebacken kriegen, bei Durchschnittssesselhockern wie mir abzukassieren und dafür Komfort und Bequemen Zugang anzubieten. Da wären alle glücklich.

    Kommentar von Ey Lou - 13. June 2011 um 20:33 Uhr
  26. Einmal habe ich bei einem Freund Kino.to angeschaut. Der Film lief 1a.
    Ich sehe die illegale Nutzung kritisch. Wir wollen alle wertvolle Filme wie z. B. “The American History X” sehn, aber diese müssen finanziert werden. Wenn wir uns alles umsonst holen, werden die Kreativen nicht belohnt. Die Konsequenz wird sein, dass durch die Umsonstkultur die Qualität von Fernseh- und Kinoproduktionen weiter abnehmen wird.
    Und wollen wir das?

    Kommentar von Deprifrei-Leben-Blog - 10. July 2011 um 20:44 Uhr
  27. Ich habe es nie geschafft einen Film dort zum laufen zu bringen, habs bestimmt 6 mal versucht. Lade mir lieber HD Filme runter und kann die dann ohne Sorgen starten wann ich möchte und O-Ton ist da sowieso immer dabei.
    Wenns 1-2€ kosten würde wäre mir auch recht wenn die Qulität gut ist. Im Augenblick geb ich Geld für die OneClickHoster aus (~50/Jahr) würde auch das doppelte bezahlen, wenns dann legal ist.

    Kommentar von henning - 12. July 2011 um 14:38 Uhr
  28. kino.to-Nutzer mit gewissenlosen Raubkopieraten (HAR HAR) gleichzusetzen, ist inzwischen auch widerlegt: http://www.heise.de/tp/blogs/6/150152

    Kommentar von dopey - 21. July 2011 um 19:47 Uhr
  29. Es wird immer weiter solche Plattformen geben, da die Nachfrage einfach riesig ist. Da kann man leider herzlich wenig gegen unternehmen. Das einzige was einem bleibt ist immer weiter schön ins Kino zu gehen und sich an den heimischen DVDs zu erfreuen.

    Kommentar von Laura - 28. July 2011 um 12:38 Uhr
  30. Ich stande auch not auf Schärfe. Manche Dinge kommen in shit quality besser. z.b. Als die Digitaltechnik zur C64time noch in den kidshoes standete, splashte ich mir einen auf Sam Fox Poker. Ging gut trotz der Qualität. Etwas weg vom TV, Brille mit -5 Dioptrie abgetaked und dann sah man die Pixel not und brauchte sogar ein wenig Fentesi of laif.
    Also. Alles Onsichtssache.
    Alles normal maken of laiph.

    Kommentar von Jerry B. Anderson (tm) - 14. August 2011 um 23:07 Uhr
  31. Tolles Statement.. danke - das werd ich mir klauen :)

    Kommentar von Marc - 19. August 2011 um 15:50 Uhr

Deine Friedenstaube