Dreiundzwanzig Prozent aller Bayern

Wenn die Volksabstimmung in Bayern etwas bewiesen hat, dann das: 23% der Bayern sind selbstgerechte, rechthaberische Scheisser, die mit aller Macht ihren Willen durchgesetzt bekommen wollen, entgegen einer etwaigen Toleranz oder dem Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben aller. 23% aller Bayern haben an einem schönen Tag nichts besseres zu tun, als mit angeschwollener Halsschlagader in ein Wahllokal zu rennen, um endlich ihren Willen durchgesetzt zu bekommen. 23% aller Bayern halten nicht viel von Demokratie/Wahlfreiheit und glauben, wenn sie sich für etwas in ihren Augen “Gutes” einsetzen, das sie auch das Recht haben, diese Ansicht anderen aufzuzwingen. 23% aller Bayern erinnern mich an die Menschen, die jetzt in PrenzlBerg Clubs schliessen lassen, weil sie ihnen zu laut sind. Wohlgemerkt: Clubs, die seit Jahren existieren werden verbannt von Menschen, die gerade da hinziehen. 23% aller Bayern sind nicht mal ein Viertel der Gesamtbevölkerung, aber haben dennoch das Recht, zu bestimmen. Ein ziemlich deutlicher Beweis “pro Quorum”.

23% aller Bayern haben keine Freunde. Ausser sich selbst.

Disclaimer: Ich habe aufgehört zu rauchen. Ich weiß gar nicht mehr genau wie lang. Ich glaube jetzt schon fast 4 Monate! Ein ziemlicher Erfolg für mich, der ich leidenschaftlicher Kettenraucher war. Was mich aber nachwievor am Meisten nervt, ist diese bescheuerte Rücksicht, die jetzt auf mich genommen wird. Ich möchte das meine Freunde weiterhin in meiner Gegenwart rauchen, wenn sie rauchen möchten und nicht aufstehen und auf den Balkon gehen. Was soll denn das? Das ist doch totaler Quatsch. Jeder der rauchen will, soll das auch tun. Und der soll meinetwegen auch spezielle Kneipen dafür bekommen. Aber jetzt so einen nicht mehr entfernbaren Keil zwischen die Lager zu treiben ist kurzsichtiger Idiotenscheissdreck von jemandem, der offensichtlich einen gewissen “Geltungsdrang” hat. Und hörrt mir auf mit “da stinken die ganzen Klamotten nach…”. Dann geht halt nicht aus. Zu Hause bleiben die Klamotten sauber und rein. Da muss man sie gar nicht mehr waschen.

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  1. Naja, man muss halt auch erwähnen, dass die, die gerne rauchen wollen, ja auch zur Wahl hätten gehen können.

    Und ich mag es auch wenn Leute um mich herum rauchen.

    Kommentar von Phil - 05. July 2010 um 09:38 Uhr
  2. @phil: da hast du vollkommen recht, die raucher (wie ich das schon hasse, jetzt in solche gruppen unterteilen zu müssen…) habens auch verbockt. auch weil die plakate gegen das rauchverbot so unendlich peinlich waren, das man damit in bayern kein schwein erreicht (mit so nackten ärschen und so..im konservativsten bundesland!!!).

    dennoch: auch wenn insgesamt nur zwei leute für ein rauchverbot gestimmt hätten, dann wäre das jetzt beschlossen. und sowas nennt sich demokratisch? wahlen aufzwingen? eine niedrige wahlbeteiligung könnte auch bedeuten: warum zwingt ihr mich zur wahl? und das finde ich nicht okay.

    Kommentar von nilzenburger - 05. July 2010 um 09:50 Uhr
  3. gut, dann gehört es halt ab jetzt auch zu meiner lebensqualität, dass ich andere ab sofort mit einer wasserpistole nasspritzen darf, dass es entspannt mich nämlich…
    nur ist halt wasser nicht sooo gesundheitsschädlich wie dieser blaue dunst - bleibt aber ähnlich gut in der kleidung hängen…
    ich habe für den nichtraucherschutz gestimmt, da es hier (augsburg) eben nicht mit den nichtraucher-/raucherkneipen funktioniert und ich aber trotzdem gern ausgehe… nur eben nicht, wenn ich von allen seiten zugeräuchert werde…
    meiner halsschlagader gehts trotzdem gut -danke

    Kommentar von leyla - 05. July 2010 um 09:52 Uhr
  4. Die grundsätzliche Kritik am Volksentscheid solltest Du aber eher an das Bundesland richten, denn wenn es nun mal nicht festgelegt ist, dass es eine Wahl-Mindestbeteiligung geben soll, dann ist das nicht die Schuld des Volksentscheid.

    Über die Schädlichkeit des Rauchens brauchen wir ja im Jahre 2010 nicht mehr diskutieren, ebenso über die Schädlichkeit des Passivrauchens. Wenn der Biertrinkende Kollege am Tresen nebenan meine Leber schädigen würde, dann wäre ich auch für ein Alkoholverbot in Kneipen.

    Und so wie niemand bisher gezwungen war, eine Raucher-Kneipe aufzusuchen, ist auch kein Raucher gezwungen, in der Kneipe zu rauchen. Kann man ja auch zuhause machen - wobei meiner Erfahrung nach dort der Nichtraucherschutz durch Frau-Entscheid meistens un-diskutierbar durchgesetzt wurde.

    Meine Solidarität mit den Rauchern leiste ich durch meine Krankenkassenbeiträge.

    Mein Gefühl sagt mir, dass der Großteil derer, die unbedingt weiterhin in Kneipen rauchen wollen, auch zur Wahl gegangen sind. Den 60% Nicht-Wählern war es also egal und sie können mit beiden Entscheidungen leben, weil sie entweder tolerante Nichtraucher, keine Kneipenbesucher oder Raucher, die auf’s Kneipenrauchen verzichten können, sind.

    Ich bin ein Freund von klaren Entscheidungen und klaren Regelungen. Die Bayren haben jetzt eine und sind entgegen dem Image hier endlich mal fortschrittlich und demokratisch. Ich hoffe, dass NRW schnell nachzieht (hier bräuchten wir z.B. ein Wahlbeteilligung von 50%).

    Kommentar von Dominic - 05. July 2010 um 09:53 Uhr
  5. Na ja, der Nichtraucher hat die Wahl zwischen sich verpesten lassen und zuhause bleiben. Ich finde mit Toleranz hat das nichts zu tun. Eher mit fehlendem Bewußtsein der Raucher. Rauchen ist eh so bescheuert, dass es sich eigentlich nicht lohnt, darüber nachzudenken oder sich gar zu streiten.

    Kommentar von big brother - 05. July 2010 um 09:54 Uhr
  6. um das mal gleich klarzustellen: natürlich sind viele raucher nicht die aufmerksamsten oder tolerantwsten zeitgenossen. das weiß ich auch. so wie ich auch weiß, das viele menschen nicht freundlich sind. bin ich deswegen unfreundlicher? nein!
    müssen die nichtraucher deswegen noch härter, unerbittlicher und hass-freudiger gegen raucher sein? nein!

    als ich noch geraucht habe bin ich für jede zigarette in anwesenheit von nichtrauchern auf den balkon/raus gegangen, habe niemandem ins essen geraucht und hatte auch meinen spass in nichtraucherlokalen, wo ich dann mal für eine kippe vor die tür gegangen bin. warum erlaubt man rauchern keine räume? warum dürfen die keine kneipen für sich haben? warum ist da die toleranz zu ende?

    Kommentar von nilzenburger - 05. July 2010 um 10:02 Uhr
  7. Ganz einfach. Weil die Raucherkneipe sonst als Ausrede benutzt wird, genauso wie wir es hier in Berlin erleben. Das Verbot hilft also den Wirten, die sich bisher nicht getraut haben.

    Kommentar von big brother - 05. July 2010 um 10:22 Uhr
  8. Ich seh das (mittlerweile) auch komplett anders.
    Am Anfang sah ich das Rauchverbot in Kneipen auch sehr skeptisch. Dann, als es da war (und da war ich auch noch starker Raucher) stellte ich aber schnell fest, dass das eigentlich gar nicht so übel ist.

    Dort wo man ißt trinkt und sich aufhält hat man gute Luft und die gemütlichen Rauchergespräche verlagern sich nur nach draußen. Keine so schlimme Sache. Außerdem bin ich grundsätzlich für Volksentscheide, weil es basisdemokratischer nicht geht. Dazu gehört dann eben auch die Entscheidung, ob einem das Thema einen Wahlgang wert war oder nicht.

    Das Rauchverbot schützt letztendlich nur die, die außer zu Hause bleiben keine andere Wahl hätten.

    Kommentar von Herr Baron - 05. July 2010 um 10:40 Uhr
  9. @Herr Baron:
    “und die gemütlichen Rauchergespräche verlagern sich nur nach draußen”

    Genau, die verlagern sich jetzt nach draußen unter die Fenster der Anwohner, die eh schon rumzicken, weil’s ihnen zu laut ist. 20 gemütliche Raucher draußen vor der Tür, um drei Uhr morgens. Das gibt doch nur noch mehr Stress!

    Ich find das Ergebnis furchtbar und ich bin dabei überzeugter Nichtraucher. Schon immer. :)

    Kommentar von Kerstin - 05. July 2010 um 10:45 Uhr
  10. was @343max sagt ! (http://343max.de/2010/07/05/liebe-raucher-ihr-stinkt/ )

    Kommentar von leyla - 05. July 2010 um 10:53 Uhr
  11. genau. was @343max sagt. die kneipen sollen jetzt gefälligst auch aufhören, mit fett zu kochen. das stinkt auch überall. kommt als nächstes verbot. sonst noch jemand mit irgendwas unzufrieden? sollen wir noch was verbieten? ich finde ja das die meisten menschen nicht nur idiotisch tanzen, sondern danach auch noch nach schweiss riechen. das belästigt mich, ich kann nicht richtig atmen, verschlucke mich, könnte sterben. also tanzverbot. noch was?

    Kommentar von nilzenburger - 05. July 2010 um 10:57 Uhr
  12. Bier stört mich extrem. Das wird verschüttet und dann kleben die Schuhe wieder und der Flur und das Treppenhaus sehen dann auch wieder so schlimm aus und dann schmeißt einen der Vermieter raus und dann wohnt man unter der Brücke und dann fängt man an bier zu trinken, das ist dann aber verboten und man kommt in den Knast und ….

    Kommentar von Phil - 05. July 2010 um 11:05 Uhr
  13. Die Diskussion wird gerade aber schon ein wenig albern oder? Was hat ein potentieller Kehlkopfkrebs mit fettig riechender Kleidung oder gar einer Menschenansammlung auf der Straße zu tun? Mein Stammpub (recht kleine Einraumkneipe) war jedenfalls spätestens ab23:00 Uhr die Hölle vor dem Rauchverbot. Bin froh, dass das nicht mehr so ist.

    Kommentar von Herr Baron - 05. July 2010 um 11:14 Uhr
  14. Sorry, kann dir hier nicht zustimmen! Rauchen ist nun mal leider nichts, was man nur für sich alleine tut, denn die Entscheidung, eine Zigartte zu reichen, betrifft auch immer alle, die anwesend sind. Mich stört der Rauch von anderen, mich stört es, am Tag nach einem Barbesuch noch immer Rauch in den Haaren und den Klamotten zu riechen. Wer nun ruft, ich solle dann doch bitte Nichtraucherkneipen aufsuchen, dem kann ich nur entgegnen, warum? Warum soll ich, die ich nichts mache, woanders hin gehen?? Warum soll ich mich verstecken, damit ihr in Ruhe rauchen könnt? Was ist den mit den Rechten der Nichtraucher? Wen ich mich “entschließe” nicht zu rauchen, dann wird diese Entscheidung jedes Mal mit Füßen getreten, wen sich neben mir jemand eine Zigarette anzündet. Nein, nicht alle Raucher sind egoistisch und blöd und was immer, das ist mir klar, das weiß ich, das will ich hier nicht sagen. Aber prinzipiell wäre es für mich immer noch gesünder, wenn ihr neben mir ne Line Koks ziehen würdet, als euch ne Zigarette anzuzünden und das ist leider hart aber wahr.

    Kommentar von claire - 05. July 2010 um 11:17 Uhr
  15. “”Warum soll ich, die ich nichts mache, woanders hin gehen?? ”

    Nagut, dann sollen halt die Raucher woanders hingehen. Aber dieses “woanders” wurde gestern abend verboten.

    Kommentar von Kerstin - 05. July 2010 um 11:18 Uhr
  16. “Woanders” - Vor die Tür reicht doch schon!

    Kommentar von claire - 05. July 2010 um 11:25 Uhr
  17. das ding ist: warum engagiert sich denn niemand dafür, das zigaretten verboten werden? warum wird das rauchen kriminalisiert? warum ist der raucher der arsch? der süchtige wird in seine vier wände geschickt (denn, wie es oben schon stand: was meint ihr, wie lange es dauert, bis die ersten patrouillen zu den kneipen geschickt werden um sicher zu gehen, das auch draussen keine menschenmenge davor steht…). sozusagen das ende der kette wird bestraft. super. wenn rauchen das schlimmste auf der welt ist und alle mernschen, die auch nur daran vorbeigehen gefährdet, dann schafft es doch ab! verbietet es!

    das geht mir so auf den sack, dieses “es ist schlecht für alle”. warum gibt es keine räume für raucher? wenn in einer stadt 1000 nichtraucherkneipen wären und eine raucherkneipe, dann würden irgendwann die proteste losegehen, das die nichtraucher nicht in diese kneipe könnten. warum?

    das mit dem fett bezog sich auf 343max posting, in dem er schrob, das man wenn man ausgeht entweder nach rauch oder nach fett riechen würde. häh? was ist das für ein vergleich? was ist das für eine aussage?

    Kommentar von nilzenburger - 05. July 2010 um 11:30 Uhr
  18. Das stimmt doch gar nicht! Raucher drängen sich selbst in diese “ich armer “verfolgter” Raucher” -Ecke. Und bisher wurde ich als Nichtraucherin eher immer als “die Feindin” betrachtet, weil ich auch gerne mal sage “Rauch mich nicht an” und außerdem wird hier doch gerade der Ton in der Diskussion eher so, dass Nichtraucher die mäkligen kleinen Nerver sind, die hier den Trouble auslösen und wie DU selbst patzig sagst, “keine Freunde haben”. Niemand hat hier gesagt “äh, doofer Raucher” (hab ich auch so eher selten gehört) sondern es heißt immer eher “äh, intoleranter, meckernder Nichtrauer”. Und es gibt doch in vielen Bars Raucherräume! Sogar am Bahnhof habt ihr euren Quadratmeter, farblich markiert (ok, diese markierten Stellen finde selbst ich ein wenig, naja, gemein).
    Und bitte, niemand möchte “euch” loswerden! Ich habe viele Raucherfrende, wäre ja furchtbar, wenn ich nie wieder mit denen in eine Kneipe könnte. Ihr sollt doch nur kurz vor die Türe/Nebenraum gehen, meine Güte! Niemand lacht über euch, niemand findet euch doof, wir sind alle gleich, relaxt!

    Kommentar von claire - 05. July 2010 um 11:40 Uhr
  19. okay claire, dann haben wir ein bisschen aneinander vorbei hyperventiliert..;)

    so wie du das sagst finde ich das doch auch wunderbar! nebenräume! her damit! super! funktioniert eins a! worum es geht ist: in bayern wurde für eine “zero tolerance”-politik gestimmt. das heisst keine nebenräume und vor der tür dürfen sich keine menschen ansammeln, wegen anwohnerschutz etc. blabla. (deswegen wurden da schon die heizpilze veboten zum beispiel).

    ich gebe ja zu das mein obiger artikel sehr pathetisch ist. es ist eben ein rant. der soll sich mal auskotzen aber legt keinen wert auf faktische versiertheit. dafür hab ich ja immer die kommentarspalte hier. und klar: der soll auch ein bisschen kitzeln. ich glaube nämlich schon, das auch militante nichtraucher freunde haben. nur eben nicht so coole wie ich…:)

    wie gesagt: ich bin ja jetzt nichtraucher und es ist immernoch nicht sooo einfach. das verlangen ist noch total da und ich hab mindestens einmal in der woche träume vom rauchen. aber ich weiss eben auch das mein atem für nichtraucher stinkt, wenn ich eine geracuth habe. und das rauchen nicht gesund ist. aber ich ergreife immernoch gerne partei für raucher, wenn ich sehe, wie asi manchd nichtraucher über raucher sprechen. das geht mir gegen den strich.

    und das in bayern eine minderheit etwas entscheiden kann finde ich gelinde gesagt problematisch. darum geht es mir eigentlich in erster linie.

    Kommentar von nilzenburger - 05. July 2010 um 11:48 Uhr
  20. Es gibt aber jetzt keine Nebenräume mehr. Nur noch “raus vor die Tür”. Und genau das finde ich als Nichtraucher einfach übertrieben.
    Hier in München zicken eh so viele Anwohner rum, wenn’s draußen mal ein bißchen lauter wird (man wohnt gerne in der Innenstadt, da wo was los ist. Nur los darf da nix sein…) und das wird jetzt noch viel schlimmer. Und dann Raucher-Nebenräume verbieten. Ganz toll…

    Kommentar von Kerstin - 05. July 2010 um 11:48 Uhr
  21. Rauchen wird eben nicht kriminalisiert, denn es gibt schließlich noch Zigaretten… ;)
    Sorum kann man es ja auch mal sehen.

    Ich bin ja grundsätzlich auch ein liberaler, eher links der Mitte denkender Mensch der etwas gegen sinnlose Verbote und Gesetze hat. Aber wenn man die schlechteren Argumente hat, muss man das auch mal einsehen können.

    Dieses blöde “Dagegen” das sich die Blogwelt auf die Stirn tätowiert hat, nervt nàmlich an vielen Stellen. Aber das nur am Rande…

    Kommentar von Herr Baron - 05. July 2010 um 11:53 Uhr
  22. Dass wir uns noch mal so einig sind! ;) Spießbayern! Ich rauche weiter alle drei Monate eine Packung Zigarillos mit vanilligem Pfeifentabak leer. Und alle so: Riecht yeahh ;)

    In Berlin hätte das Ergebnis sicher nicht anders ausgesehen. 23 Prozent der Gesellschaft sind doof.

    Kommentar von Matthias Schumacher - 05. July 2010 um 11:59 Uhr
  23. Kennt jemand hier den sogenannten Schornsteineffekt? So nennt man das, wenn Luft aus den unteren Wohnungen aus dem Fenster an der Hauswand entlang in die drüber liegenden Wohungsfenster strömt. Raucher als Untermieter sind also selbst für den zu Hause bleibenden Nichtraucher ein Problem… Ach komm Nilz, bitte sag, dass ich ja auch im Keller wohnen könnte, wenn mich da stört ;)

    Ansonsten wär ein Zigarettenverbot sicher die bessere Lösung, aber da spielt die Lobby nicht mit. Und wenn man Menschen nach ihrer Meinung fragt, riskiert man, dass sie diese auch äußern. So gesehen hatten die Bayern gestern ihr inneres Minarettverbot…

    Kommentar von Toba - 05. July 2010 um 12:00 Uhr
  24. Was ich an dieser Diskussion bemerkenswert finde: Volksentscheide scheinen immer solange beliebt zu sein, wie das Ergebnis einem selbst in den Kram passt, ansonsten sind sie auf einmal “undemokratisch” (und meistens kommt dann auch noch das beliebte “Das-Volk-würde-auch-für-die-Todesstrafe stimmen”-Argument). Sehr bizarre Argumentation.

    Was ist demokratischer, als einfach mal das Volk in dieser hitzigen Frage, in der die Fronten quer durch alle Parteien gehen, selber entscheiden zu lassen. Und wenn 70 Prozent sagen: “Ist mir eigentlich egal” und nicht zur Abstimmung gehen (das wäre hier auch eher meine Position), ist das sehr wohl auch eine demokratische Meinungsäußerung, die man respektieren sollte. Bedeutet nämlich, dass die große Mehrheit der Bayern prima mit der verschärften Regelung leben kann, sonst wäre sie zur Wahl gegangen und hätte dagegen gestimmt.

    Kommentar von Enk - 05. July 2010 um 14:00 Uhr
  25. Genau! Ich will auch auf dem Bürgersteig Auto fahren. Fußgänger? Die können doch zuhause bleiben, wenn ihnen das nicht passt.

    Kommentar von big brother - 05. July 2010 um 14:01 Uhr
  26. @enk: ich finde auch volksentscheide, die keine mindestbeteiligung haben, die nach meinem gutdünken entscheiden problematisch. ich finde volksentscheide per se problematisch. und eben nicht demokratisch. auch wenn sie so tun.

    @bigbrother: seh ich genauso.

    Kommentar von nilzenburger - 05. July 2010 um 14:04 Uhr
  27. @Nilz: aber wenn ein Volksentscheid schon nicht demokratisch ist, was ist denn deiner Meinung nach dann demokratisch?
    (ich denke du weißt, was “demos” heißt)

    Kommentar von Herr Baron - 05. July 2010 um 15:11 Uhr
  28. @ Herr Baron
    Volksentscheide sind nicht demokratisch, da der typische Wähler sich Untersuchungen (z.b. in der Schweiz) zufolge leicht beeinflussen läßt. Wer die meiste Kohle ausgibt bestimmt also wer gewinnt. Das spielt immer den Populisten und Überzeugungstätern in die Hände.
    Ich denke die Bevormundung beim Nichtraucherschutzgesetz nervt einfach. Wenn ein Wirt erlauben will dass man in seinem Lokal raucht, dann gut. Aber dieser Mist mit Raucherzimmern, oder Lokalgröße konnte nicht gut gehen.
    Ich rauche selbst und finde es völlig Ok nach draussen zu gehen.

    Kommentar von Mungo Park - 05. July 2010 um 18:31 Uhr
  29. Dagegen!
    Also gegen die ganze Polemik pro und contra Rauchverbot. In meinen persönlichen Augen ist das Ergebnis des Entscheids vor allem eine Schlappe an die CSU, die exakt dieses Gesetz bereits einmal beschlossen hatte (okay, mit Ausnahmen, von denen der damalige MP Beckstein aber auch zugegeben hatte geglaubt zu haben, die könnten nicht so ausgenutzt werden wie geschehen) und dann aus Angst vor Wählerrückgang zurückgerudert ist. Nicht zuletzt deshalb halten die sich ja jetzt auch in der Bewertung so raus…

    @ Mungo Park:
    Im Prinzip hätte ich das auch gedacht: wer am meisten wirbt, gewinnt. Stimmte hier glücklicherweise nicht; die Werbung von Gastro-Vereinen und der Tabakindustrie war m.E. unübersehbar präsenter.

    Kommentar von stilhäschen - 05. July 2010 um 22:25 Uhr
  30. So viel Intoleranz, wie aus diesem Artikel spricht, habe ich ja noch selten erlebt!
    Woher hast Du die Information, dass die Ja-Sager die gleichen sind, die sich für die Schliessung irgendwelcher Clubs einsetzen würden? Das sagt Dir Dein Weltbild?
    Bestimmt sind das auch die gleichen, die eine Partei wählen, die Dir nicht passt, die eine Biersorte trinken, die Du nicht magst und die eine Auto fahren, dass Dir nicht gefällt.
    Demokratie ist nur, wenn man in Deinem Sinne entscheidet? Falsch. Demokratie hat was mit Überzeugen und mit Engagement zu tun und ist anstrengend.

    Halsschlagader-Frank

    Kommentar von Frank 72 - 06. July 2010 um 10:47 Uhr
  31. @frank72: falls du die kommentare nicht gelesen hast: der artikel ist ein rant, ist polemisch, ja, er ist sogar übertrieben. er ist aus einem moment der wut heraus entstanden und ich habe vieles überspitzt (übrigens: die art etwas unbedingt “verbieten” zu wollen, für den eigenen vorteil, sehe ich dennoch nachwievor als parallele zwischen neu-prenzlbergern und krampfhaft verbots-schreienden nichtrauchern…was nicht heissen soll das ich nichtraucher-dissende raucher, die sich wildestens echauffieren und jeden anstand vermissen lassen gutheissen würde. aber ich darf doch das eine scheisse finden ohne das andere gleich supitoll finden zu müssen, oder?)

    ich habe nichts gegen menschen die eine andere partei wählen als ich, ein anderes bier trinken oder ein auto fahren (ich habe nichtmal nen führerschein), warum auch, das wäre ja absurd und total lächerlich. ich habe aber was gegen bevormundung. und den glauben, das es die braucht, damit sich etwas reguliert. da werd ich empfindlich.

    demokratie ist bei weitem nicht das, was in meinem sinne entscheidet, sonst sähe das land in den letzten 8 jahren sicherlich anders aus. aber weisst du was? auch wenn es dich überrascht: das macht mir nicht nur nichts, das finde ich aucbh in ordnung so. denn die meisten haben etwas anderes gewählt und ich habe das mitzutragen. denn das ist demokratie.

    keine demokratie ist es hingegen, wenn ich aus angst, eh nicht genug menschen mobilisieren zu können, nichtmal selber, wenn ich eine volksabstimmung mache, für eine mindestquote bin. das ist keine demokratie. das ist eigene interessen durchpeitschen. das ist hoffen, das so wenige wie möglich mitmachen, damit es kein wirkliches abbild des willen der wähler gibt. das ist alle so lange wirklich mit einem thema zu nerven, das sie bei schönem wetter was besseres zu tun haben, als ins wahllokal zu gehen, weil ein kleiner pedant von land seine meinung bestätigt haben möchte. keine demokraie ist es bei einem realen ergebnis von 23 % immer von 61% zu faseln. das ist keine demokratie. das ist augenwischerei und peinliches bauerntheater. und darum ging es mir im kern.

    Kommentar von nilzenburger - 06. July 2010 um 11:02 Uhr
  32. Sorry, Nilz, aber am guten Wetter letzten Sonntag waren echt nicht die Nichtraucher Schuld. Glaube ich. :-)
    Und nochmal: die Entscheidung ist ein Abbild des Willens der Wähler. Alle anderen sind Nichtwähler. Und niemand kann sagen, er hätte nichts von der Abstimmung gewusst, die Wahlbenachrichtigung hatte jeder im Briefkasten.

    Du willst, daß es eine Mindestquote für Volksentscheide gibt? Mach’ doch einen Volksentscheid, hihihi!

    Kommentar von stilhäschen - 06. July 2010 um 11:33 Uhr
  33. @Nilz
    1) Du darfst scheisse finden, was Du willst, solltest aber nicht alle Leute, die für etwas stimmen, was Du nicht magst, beschimpfen. (Eigentlich antworte ich ja nicht auf so blöde retorische Fragen - ist mir aber jetzt rausgerutscht)
    2) Ich glaube, es gibt viele Stellen, an denen Bevormundung angebracht ist.
    3) Dein letzter Absatz ist vollkommen rätselhaft. Die Befürworter des Nichtraucherentscheides sind für eine Mindestquote? Das muss ich auf dem Abstimmzettel überlesen haben.
    Ausserdem wollte ich mich entschuldigen, dass ich einfach reingegangen bin ins Wahllokal und nicht gewartet habe, bis der ganze Ort da war, um sicher zu sein, dass das Ergebnis eine Aussagekraft in Deinem Sinne hat.
    Es war übrigens ein schöner Teil meines Wochendes am Sonntag morgen bei schönstem Wetter ins Wahllokal zu radeln um abzustimmen. Es gab da sogar Kekse und Gummibärchen!
    Frank, relaxt

    Kommentar von Frank 72 - 06. July 2010 um 12:53 Uhr
  34. Ich weiß nicht warum um das Rauchen immer so ein Theater gemacht wird, es aber völlig ok ist, wenn ich an jeder Straße Abgase und Feinstaub einatmen muss. Wenn also das Rauchen zum Schutz der Nichtraucher verboten ist, dann sollte doch auch das Autofahren zum Schutz der Fußgänger und Radfahrer verboten werden, oder nicht? Die Autos raus aus der Stadt und man hat gute Luft zum Atmen. Dann stört auch gleich das bisschen Zigarettenqualm nicht mehr ;-)

    Kommentar von AnJu - 08. July 2010 um 11:05 Uhr
  35. @Nilz “wenn in einer stadt 1000 nichtraucherkneipen wären und eine raucherkneipe, dann würden irgendwann die proteste losegehen, das die nichtraucher nicht in diese kneipe könnten. warum?”

    Danke! 1000 % Zustimmung! So läufts doch immer bei Fanatikern und Wichtigtuern und Dummschwätzern. Bzw. fanatischen, dummschwätzenden Wichtigtuern. Ich könnte echt kotzen über diese ständig, mal mehr, mal weniger schleichende Bevormundung durch Staat und Staatsinsassen.

    Kommentar von Kai - 09. July 2010 um 20:06 Uhr
  36. Jetzt warte ich ja noch auf den thread, der Hamburger Wohlstandseltern beschimpft, weil sie ihre Meinung zu einem Thema geäußert haben und undemokratischerweise nicht gewartet haben, bis 100% der Wahlberechtigten abgestimmt haben.
    Aber Schulbildung ist ja jetzt auch nicht sooooooo wichtig.

    Frank 72

    Kommentar von Frank 72 - 20. July 2010 um 15:03 Uhr
  37. Lieber Frank. Ich weiß das du darauf wartest, allein, den Gefallen werd ich dir nicht tun. Ich habe mich zum Beispiel schon auf Facebook dazu geäussert und ja: auch das Abstimmungsergebnis in HH ist, vielleicht sogar noch mehr als das in Bayern, in erster Linie nicht Resultat von Volkes Willen, sondern von Geld. Geld das sich Argumente und Wähler gekauft hat. Und mal wieder ein lupenreiner Beweis für das Scheitern eines “Volksentscheides” ist. Schulbildung ist sogar noch wichtiger als das quenglen von militanten Nichtrauchern. Aber die Diskussion hier führt zu nix.

    Kommentar von nilzenburger - 21. July 2010 um 17:05 Uhr
  38. Okay, fast ein Monat vergangen, aber trotzdem ;) Liebe Nichtraucher, Ihr stinkt. http://bit.ly/bzt58C

    Kommentar von stadtkindFFM - 04. August 2010 um 07:39 Uhr

Deine Friedenstaube