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Eine extrem lose Gedankensammlung zum Zustand dieses Landes nach dem Beschluss des Internet-Zensur-Gesetzes

Es muss jetzt einfach raus: Achtung, dieser Artikel ist nicht sonderlich faktisch. Er wird eher ein “Luft machen” sein. Er wird beseelt sein von einer Fassungslosigkeit, von einem desillusionierten Blick auf die momentane Politik. Er dreht sich um mein persönliches Empfinden und handelt von Ohnmacht gegenüber unserer Regierung und allen die da noch folgen werden. Es geht um Zukunft und Perspektivlosigkeit. Und es geht um das Ende einer Freiheit, einer elementaren Freiheit: Nämlich die der Information.

Ich bin ein Informationsjunkie. Wirklich. Ich absorbiere sie, brauche sie jederzeit. Immer und überall verfügbar. Dabei kann ich nicht mal behaupten, das sie meinem Leben konkret einen besonderen Mehrwert verschaffen würde. Obwohl, eigentlich ja schon, denn ich liebe sie. Ich mag es über allerlei Dinge informiert zu sein, besonders über solche, die ich gar nicht so richtig verstehe. Komplexe Zusammenhänge finde ich immernoch schwer nachzuvollziehen, aber wenn meine Aufmerksamkeit Informationen gegenüber etwas gebracht hat, so hat sie mich stark dafür sensibilisiert, das wirklich ALLES immer zwei Seiten hat. Das man nie vorschnell urteilen darf, das man immer auch versuchen sollte, zwar nicht andere Standpunkte einzunehmen, aber wenigstens gewiss zu sein, das es andere Standpunkte gibt.

Naja, auch diese Toleranz hat ihre Grenzen. So bin ich ziemlich davon überzeugt einen alleinanspruch auf einen guten Musikgeschmack zu haben, aber wer glaubt das nicht von sich (obwohl, bei mir stimmts ja auch…;)). Bei Filmen war es auch immer so, aber da hat sich das stark geändert durch meine Mitarbeit an den 5 Filmfreunden. Da habe ich nochmal verschärft gemerkt, das meinen Geschmack nicht alle teilen können, was ich natürlich auch schon vorher wusste, aber einem da noch mal Gewiss wird, wenn man sich mit Kommentatoren streiten muss, die nicht begreifen wie man “High School Musical 3″ eine gute Wertung geben kann (von meiner damaligen Höchstwertung zu “Freddy got fingered”, von der ich übrigens immernoch nicht abweiche, mal ganz abgesehen…). Ich kann das akzeptieren, das die da anders sozialisiert sind, nehme das hin und finde es auch spannend. Wieder etwas schönes, was mir frei verfügbare Information beschert hat. Ich würde übrigens nachwievor nicht mit einer Frau ausgehen, die die Genialität von “Verrückt nach Mary” nicht erkennt.

Aber, wie gesagt, ich habe auch eine Art Verständnis. Ich verstehe warum man im Osten so viel Rechts wählt. Ich verstehe wie Schill damals in Hamburg an die Macht kommen konnte. Ich verstehe was junge Menschen an Bushido fasziniert. Ich verstehe warum die Bild-Zeitung das tut, was sie eben tut. Ich verstehe warum die Irren bei P.I. meinen nicht rechts zu sein. Ich verstehe worauf Attac hinaus will. Ich verstehe warum ich bei “Punkt 12″ mehr über Naddels Brüste, als über Proteste im Iran erfahre. Ich verstehe warum sich auf Twitter und in Blogs der Spitzname “Zensursula” für die Familienministerin durchgesetzt hat. Ich verstehe wenn Leute nicht zur Wahl gehen. Ich verstehe warum ältere oder uninteressierte Mitbürger ein Klischee-Bild von Videospielen im Kopf haben. Ich verstehe warum Politiker nicht in der Lage sind, sich selbst öffentlich zu korrigieren. Ich verstehe warum die Deutschen alles mit sich machen lassen. Ich verstehe warum einige Menschen auf Ankerpunkte zwischenmenschlichen Zusammenlebens scheissen. Ich verstehe das man mit Steuerpolitik im Moment keine Wahlen gewinnen kann. Ich verstehe was ich verstehe. Ich verstehe. Verstehe. Auch wenn ich das alles nicht gut heissen kann.

Komisch, wenn man so oft “verstehe” sagt, denkt man irgendwann “gestehe” zu hören. Aber wenn man nun alle “verstehe” mit “gestehe” austauschen würde, dann wär das ja ein ganz komischer Text:

Aber, wie gesagt, ich habe auch eine Art Verständnis. Ich gestehe warum man im Osten so viel Rechts wählt. Ich gestehe wie Schill damals in Hamburg an die Macht kommen konnte. Ich gestehe was junge Menschen an Bushido fasziniert. Ich gestehe warum die Bild-Zeitung das tut, was sie eben tut. Ich gestehe warum die Irren bei P.I. meinen nicht rechts zu sein. Ich gestehe worauf Attac hinaus will. Ich gestehe warum ich bei “Punkt 12″ mehr über Naddels Brüste, als über Proteste im Iran erfahre. Ich gestehe warum sich auf Twitter und in Blogs der Spitzname “Zensursula” für die Familienministerin durchgesetzt hat. Ich gestehe wenn Leute nicht zur Wahl gehen. Ich gestehe warum ältere oder uninteressierte Mitbürger ein Klischee-Bild von Videospielen im Kopf haben. Ich gestehe warum Politiker nicht in der Lage sind, sich selbst öffentlich zu korrigieren. Ich gestehe warum die Deutschen alles mit sich machen lassen. Ich gestehe warum einige Menschen auf Ankerpunkte zwischenmenschlichen Zusammenlebens scheissen. Ich gestehe das man mit Steuerpolitik im Moment keine Wahlen gewinnen kann. Ich gestehe was ich gestehe. Ich gestehe. Gestehe.

Ich soll an all dem Schuld sein? Meine Schuld, das im Osten rechts gewählt wird? Geht das nicht etwas zu weit?

Oder ist vielleicht doch was dran. Sind wir “Informierten”, was ja zumindest das ist, wofür wir uns halten, sind wir nicht auch Schuld daran, das es so weit kommen konnte, wie es jetzt ist? Hätten wir nicht von Anfang an alle zu jeder Zeit an unserem Wissen oder zumindest unserer Kombination von Zusammenhängen teilhaben lassen? Ich habe das Feld vermutlich zu früh geräumt. Ja, die Deutschen haben Angela Merkel gewählt. Die Idioten. Warum wählt nicht jeder Grün? Warum sind die Alten so arrogant zu denken, wer die bessere Politik für uns Menschen macht. Verdammt, wollen die denn nicht alle frei sein? Aber ist so eine Einstellung nicht auch wahnsinnig arrogant von mir (das ist eine rhetorsiche Frage, denn natürlich ist sie das….)?

Ich habe gelernt zu verstehen, wie wichtig Vorurteile für manche Menschen, ja sogar ganze Berufststände sind. Warum sollten Politiker da eine Ausnahme sein? Klar, sie sollten bestenfalls einen weitreichenden Blick für die Sachverhalte haben, aber wie schwer es immer ist, den zu behalten, kennen vielleicht einige aus Diskussionen netz-unaffinen Menschen zum Beispiel den Sinn von Twitter zu erklären. Man tut schon alles den eigenen Ductus von allzu viel fachchinesich zu befreien, und trotzdem lässt es sich immernoch nicht vermitteln, worauf man hinaus will. Etwas was einem selbst selbstverständlich erscheint, ist für andere ein Buch mit sieben Siegeln. Wenn ich irgendwelche Technikprobleme mit meinem Blog habe und mich vertrauensvoll an Freunde wende, die davon Ahnung haben (oder großartige, selbstlose Twitterer: Hallo Ingozen!), und die erzählen mir dann was das Problem sei oder was ich machen muss, so höre ich immer nur “Kruxipluxiquarotschizixi”. Wird es mir dann eingehender erklärt, gebe ich schon vor mehr zu verstehen, aber in mindestens 45% der Fälle, habe ich immernoch keinen Plan, was genau passiert ist. Und dann kommt aber der Clou: Ich begebe mich dann Vertrauensvoll in die magischen Code-Hände dieser Personen. Und ich kann nie einschätzen, wie aufwändig das für sie ist, die Lösung des Problems herauszubekommen, aber es freut mich unheimlich wenn dann alles wieder klappt.

Und so geht es wohl den meisten Menschen mit Politikern. Also, zumindest teilweise: Sie trauen ihnen vielleicht nicht immer, aber sie haben sie immerhin gewählt und sie freuen sich dann, wenn wieder alles klappt. So geht es den Politikern sicher auch mit den meisten Menschen. Also fast. Sie freuen sich, wenn sie von den Menschen gewählt werden, trauen denen aber keinen Meter über den Weg und schützen sich dann vor ihnen, nur um nachher behaupten zu können, sie würden sie vor sich selber schützen. Womit ich ENDLICH den Bogen zur bevorstehenden, und ich tue mich immernoch schwer es so zu nennen, Zensur geschlagen habe.

Mich hat kaum ein Medium so bereichert, wie das Internet in den letzten 4 Jahren, seitdem ich blogge und mich noch mehr mit der Materie auseinandersetze. Und das wird jetzt alles vorbei sein? Werden Nachrichten jetzt gefiltert? Werde ich nur noch selektiv informiert? Nun, ich glaube der Regierung erstmal ihr hehres Ziel, es allein auf Kinderpornographie abgesehen zu haben. Ein absolut abstraktes Verbrechen. Schäbig, ekelhaft, verachtenswert aber vor allem: Höchst dramatisch. Das Menschen ihren Kick daraus beziehen, ein anderes Leben zu zerstören. Da muss eine Menge schief gelaufen sein. Das schüttelt mich.

Kinderpornographie ist hierzulande verboten. Selbstverständlich. Und selbstverständlich gilt das auch für das Netz. Wer hierzulande online KiPo anbietet, verkauft, tauscht, whatever, macht sich strafbar. Und kann problemlos ermittelt werden. Wenn man es denn wollte. Die Regierung möchte aber Stop-Schilder vor KiPo-Seiten packen, damit da niemand aus Versehen drauf landet.

Wie sagte Ben Stiller in “Verrückt nach Mary” so schön zu dem Anhalter, der ihn fragte was er von seiner Idee halte ein 7-Minuten-Fitness-Video auf den Markt zu bringen und somit den Hauptkonkurrenten, das 8-Minuten-Fitness-Video hinter sich zu lassen? “Ich verstehe was du meinst.” Der Dialog geht aber noch weiter. Denn Ben Stiller fragt den etwas verwirrt scheinenden Anhalter, was er denn mache, wenn jemand ein 6-Minuten-Fitness-Video auf den Markt bringen würde. Das erzürnt den Anhalter, der sich die ganze Zeit an seinen Seesack klammert, wie ein Politiker an seinen Stuhl und er brabbelt nur noch unverständliches Zeug, warum es unbedingt die 7 Minuten seien müssten (”7’s the key number here. Think about it. 7-Elevens. 7 dwarves. 7, man, that’s the number. 7 chipmunks twirlin’ on a branch, eatin’ lots of sunflowers on my uncle’s ranch. You know that old children’s tale from the sea. It’s like you’re dreamin’ about Gorgonzola cheese when it’s clearly Brie time, baby.”). Und Ben Stiller, etwas eingeschüchtert, fragt nicht mehr weiter nach. Und das erinnert mich doch ziemlich an die momentane Debatte. Über 130.000 Menschen haben online eine Petition unterschrieben, in der sie sich gegen das heute beschlossene Gesetz gestellt haben. Hat es etwas genützt? Nein. Die Minister, die Abgeordneten, haben wider besseren Wissens für ein Gesetz gestimmt, das wirkungslos ist. Zumindest wirkungslos in puncto “Schutz missbrauchter Kinder”. Denn Kinderporno findet schon lange nicht mehr auf großen, öffentlichen Seiten statt (hat er vermutlich auch nie). Netzsperren, wie die die jetzt kommen werden, haben schon in anderen Ländern zu keinem Erfolg geführt. Es wird alles nur noch mehr verschleiert, mehr in den Untergrund getrieben, überspitzt liesse sich sagen: Die Regierung sorgt gerade dafür, das das Problem, das sie behaupten bekämpfen zu wollen, seine kriminelle Energie noch mehr professionalisiert. Wenn sie das nicht ohnehin schon längst getan haben. Aber damit ist sie ja in guter Gesellschaft, zumindest der Teile, denen sie gefallen will. Die “Deutsche Kinderhilfe”, ein zwielichtiger Verein der vom Spendenrat niemals als gemeinnützig anerkannt wurde, bejubelt die konservative Regierung. Lobbyarbeit nennt man sowas. Alte Kolumnisten schwafeln in den Zeitungen, die sie eh vom Internet bedroht sehen, von ein paar Spinnern, die das Netz als rechtsfreien Raum behalten wollen. Was niemand will und auch nie jemand so empfunden hat. Ursula von der Layen behauptet mit den Sperren nun vor allem solche Leute wegzuhalten, die vielleicht aus Versehen auf KiPo-Seiten gelandet und von der Materie angefixt worden seien. Von Kinderpornographie. Hallo? So nach dem Motto: Oh, ist ja doch ganz geil, was die da machen, oder wie?

Nochmal: Menschen, die das anturnt, sind krank. Schwer krank. Brauchen Hilfe. Ganz bestimmt. Aber es ist ja nicht so, als wenn KiPo etwas wäre, was jemand ernsthaft auszuprobeiren in Bertracht zieht, wenn er nicht sowieso schon komplett gestört ist. Das ist nicht wie wenn ein Mann zu seiner Frau sagt: “Du Schatz, wollen wir nicht vielleicht mal eine dritte Frau dazuholen?”. Es sagt ja keiner: “Du Schatz, mir ist langweilig mit dir zu schlafen, mal sehen ob ich was fescheres im Kindergarten finde.”

Was mich ebenso fassungslos macht: Mich für komplett verblödet zu halten. Und das tun eigentlich im Moment alle, denen ich auch eigentlich bis zu einem gewissen Grad vertrauen sollte. Ich sollte der Politik vertrauen. Das kann ich nun gar nicht mehr, weil sie mich nicht hört, sich über mich hinwegsetzt und auf ihre, statt auf meine Interessen setzt. Ich sollte, bis zu einem gewissen Grad, auch den Medien vertrauen können. Aber die wollen ihren eigenen Arsch retten, um weiter zu existieren, um weiterhin in der Reisekostenabrechnung den Puffbesuch mit dem Interviewpartner zurückerstattet bekommen und deswegen ziehen sie alles, was ich für wertvoll halte, in den Dreck. Ohne auch nur zu differenzieren oder zu versuchen, zu verstehen womit ich mich täglich und viele andere Menschen auch umgebe. Und so bricht gerade ein Kartenhaus nach dem anderen zusammen. Die Musikindustrie. Dank Dieter Gorny nicht mehr ernstzunehmen. Die Verlagshäuser. Dank dem sogenannten Heidelberger Appell nicht mehr ernstzunehmen. Und spätestens heute hat es eben auch die Politik erwischt.

Denn: Es hat nicht nur ein Großteil des Parlaments das Gesetz durchgewunken, das uns das Internet verbietet (übrigens: Abgesehen von der Wirkungslosogkeit der sowieso einfach zu umgehenden Sperren, soll die Liste, auf welcher die Seiten stehen, die ein Stop-Schild bekommen einzig und allein vom BKA verwaltet werden - keine weitere Kontrollinstanz - die Polizei als Richter, Vollstrecker und Ankläger). Was viel schlimmer ist: Sie haben es aus machtpolitischen Gründen getan, nicht aus Überzeugung. Und allen Beschwörungen zum Trotz, werden jetzt schon Begehrlichkeiten zur Erweiterung angemeldet.

Kölner Stadt-Anzeiger: Auch Killerspiele sperren

18.06.2009 - 21:20 Uhr, Kölner Stadt-Anzeiger

Köln (ots) - Der CDU-Bundestagsabgeordnete und
baden-württembergische CDU-Generalsekretär Thomas Strobl will über
die Sperrung kinderpornografischer Seiten im Internet hinausgehen und
hat auch die Sperrung von Killerspielen ins Gespräch gebracht. “Wir
prüfen das ernsthaft”, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger”
(Freitag-Ausgabe). “Wir gehen nach Winnenden nicht zur Tagesordnung
über. Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf
das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein
rechtsfreier Raum sein.”

Es geht schon lange nicht mehr um das Verhindern von Kinderpornographie. Es geht um viel mehr. Es geht um die Demonstration von Macht. “Seht ihr, auch wenn ihr mich noch so laut anbrüllt, das ich falsch liege, ich kriege alles durch, also haltet mal schön die Schanuze, ihr verdammten Nerds.” So ruft wohl das kleine Teufelchen auf der Schulter der Familienministerin. Das kleine Engelchen auf der anderen Seite sagt schon lange nichts mehr und sitzt nur traurig dreinblickend da und hofft, das diese schlimme Zeit des Politikerdaseins bald ein Ende hat. Es würde nämlich gerne wieder gehört werden.

Ich habe eben bei Spreeblick einen ganz furchtbaren Kommentar gelesen. “Willkommen im 4. Reich” stand da. Und falscher, dämlicher, unreflektierter und verfolgungswahniger kann man es wohl nicht ausdrücken. Aber das ist dann eben auch wieder die andere Seite de Medaille. Wieviele Leute, die das richtige wollten, haben die falschen Worte dafür gewählt. Haben Dialog lieber durch Diffamierungen ersetzt. Haben sich im Ton vergriffen. Aus Panik. Aus Angst. Das haben sie ja dann irgendwie wieder mit der momentanen Politik gemeinsam.

Jetzt gehts erst los. Killerspiele, Musikseiten, freie Projekte, freie Kreativität, die auch mit Zitaten spielen können soll, wenn sie es will - forget it. Nach der Wirtschaftskrise kommt jetzt die kulturelle. Und das alles nur, weil ich die Mitschüler ausgelacht habe, die damals in der jungen Union waren. Weil sie nicht verstanden haben, auf was für einem falschen Weg sie waren. Weil ich nicht verstanden habe, das sie ja nur Liebe und Respekt wollten.

Diese Regierung wird nicht abgewählt. Wir haben nicht die Lobby, nicht die Kanäle den Menschen begreiflich zu machen, was da gerade für Schindluder betrieben wird. Die nächste Regierung wird Schwarz-Gelb und die FDP wird plötzlich vergessen, das sie am heutigen Tage vor dem Brandenburger Tor stand um gegen die Netzsperren zu demonstrieren. Weil die CDU ihr dafür Pöstchen anbietet, für die plötzliche Amnesie.

Der Anhalter in “Verrückt nach Mary” sagt am Ende seines wirren Monologs noch etwas zu Ben Stiller, was auch gut passt wenn man Stiller als Symbol für uns, das Volk, nehmen möchte und den Tramper, der immernoch fest seinen Seesack umklammert, als Stellvertreter für die uns Regierenden:

“Und jetzt komm in mein Büro!”
“Warum?”
“Weil du gefeuert bist!”

Wer den Text bis zum Ende gelesen hat, und nicht mindestens so verwirrt ist wie ich: Meinen Glückwunsch. Ich hätte nicht gedacht das es dich gibt.

2 Trackbacks

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20 Friedenstauben

  1. Manchmal bedarf es keiner Worte, sondern nur einem Schulterschluss, den ich hiermit vollziehe.

    Kommentar von reeft - 19. June 2009 um 00:34 Uhr
  2. so kann man sich täuschen.

    Kommentar von pulmoll - 19. June 2009 um 01:10 Uhr
  3. Trotz Verwirrtheit einer der besten Texte zum Thema bislang. Ausserdem hast du ja mehrere rote Fäden gelegt. Das meine ich nicht politisch…

    Kommentar von Patrick - 19. June 2009 um 07:48 Uhr
  4. Bin durch… und ein bißchen über die dritte Frau gestolpert - sind zwei schon Standard? Weia :-)
    Tja, und im Ernst? Bleibt nicht viel zu sagen, die Fassungslosigkeit ist überwältigend. Ich dummes Ding hoffe ja tatsächlich noch auf ein Eingreifen des BVG. Sowas darf doch einfach nicht gehen!

    Kommentar von stilhäschen - 19. June 2009 um 08:16 Uhr
  5. Ein vollständiges und uneingeschränktes “Wort!” von mir

    Kommentar von Tobert - 19. June 2009 um 09:40 Uhr
  6. Sehr geehrter Herr Weltfrieden,

    Sie benutzen auf Ihrer Webseite 10 mal das Wort “Kinderpornopraphie”. Damit haben Sie sich für den neuen Stop-Schild Award qualifiziert.

    Das Stop-Schild wird Ihnen in den nächsten Tagen mit der Post zugesendet. Bitte installieren Sie danach umgehend eine entsprechende Netz-Sperre, da wir nicht so genau wissen wie das geht.

    Hochauchtungsvoll

    Ihre Ursula

    Kommentar von John Doe - 19. June 2009 um 10:11 Uhr
  7. Auf Karlsruhe zu hoffen, ist wohl nur bei einer realen Ausweitung der Sperrbezirke möglich und sinnvoll.
    Was mich viel mehr bewegt, ist die gesellschaftliche Frage…
    Denken so wenig Leute mit? Mir ist es unerklärlich, wie so viele Leute ruhig bleiben können, die von der derzeitigen Lage (und nicht nur vom Stop-Schild) stark betroffen sind.
    Hängen die alle vor der Kerners Lanz(e)? Sind die alle von Springer und Bertelsmann domestiziert? Betäuben die sich alle?
    Leider scheint es wirklich schwarz-gelb zu werden. Ich gebe zwar die Hoffnung nicht auf, dass es anders kommt, halte das aber für nicht realistisch.
    Gibt es keine politische Gruppe, die nachdenkt außer an sich selbst zu denken? Viele Fremdgesteuerte freuen sich schon auf Aufsichtsratspöstchen oder Beraterverträge. oder : http://tinyurl.com/kugvfq ? …
    Wie bekommen die Bürger außerhalb des Binärsystems die Diskussionsbeiträge um die Denkmurmel nutzen zu können?

    Isarregengrüße

    Kommentar von *ch* - 19. June 2009 um 10:25 Uhr
  8. Auch wenn es wirr scheinen mag, besser kann man es nicht sagen. Danke!

    Kommentar von Timothy - 19. June 2009 um 11:15 Uhr
  9. Ich bin ebenfalls durch mit dem Text und nicht verwirrt. Er drückt wohl aus, was viele von uns denken (was ich wohl auch schreiben würde, wenn meine Website nicht grad down wäre).

    Nur ein kleiner Punkt: Eine Kontrollinstanz soll jetzt wohl doch eingeführt werden. So richtig klar ist noch nicht, wer das machen soll, da sich der Bundesdatenschutzbeauftragte dafür NICHT bereit erklärt hat (man hatte ihn vorgesehen). Aber es sollen wohl “unabhängige Experten” prüfen.

    Kommentar von Addliss - 19. June 2009 um 12:54 Uhr
  10. Es kann nur eine Kontrollinstanz geben und das sind die Herren und Damen, die in England weiße Perücken aufhaben, in den USA mit dem Hammer auf den Tisch hauen und in Deutschland meist vorsintflutliche Arbeitsumgebungen vorfinden und sich mit der Robe hübsch machen.

    Was mich vor allen nervt: Das Gesetz schreit in vielen Dingen schon wieder mögliche Verfasungsunvereinbarkeiten heraus. Warum können Gesetze nicht so gestaltet werden, dass nicht ständig Karlsruhe angerufen wird, bzw. werden muss?
    Kann doch echt nicht so schwierig sein…

    Kommentar von *ch* - 19. June 2009 um 13:12 Uhr
  11. Hör mal nilz, wenn ich das nächste mal in der s-bahn sehen werde ich dich küssen müssen, einfach so für diesen artikel.

    Kommentar von creezy - 19. June 2009 um 18:13 Uhr
  12. So, bin durch. Und gar nicht verwirrt. Mit das Beste was ich zu dem Thema bislang gelesen habe! *verneig*

    Kommentar von spontiv - 19. June 2009 um 20:02 Uhr
  13. Schwarz-Gelb, Schwarz-Rot, Rot, Schwarz oder Ampel, ist das nicht mittlerweile völlig egal? Das ist für mich das Traurigste… Es gab eine Zeit in der ein Satz wie “die da oben sind doch alle korrupt” peinliche Polemik von Weltverschwörern und Generalfrustrierten war. Aber heutzutage ist das ja tatsächlich so. Schon blöd wenn Nicht-Wählen plötzlich zur einzig sinnvollen Alternative wird.

    Kommentar von aristokitten - 20. June 2009 um 13:18 Uhr
  14. puh, ja ,alles richtig.
    und wenn wir uns treffen wissen wir wieder nicht worüber reden.

    Kommentar von kosmar - 21. June 2009 um 14:05 Uhr
  15. .

    Kommentar von Markus Merz | Hamburg St. Georg - 21. June 2009 um 14:16 Uhr
  16. Natürlich gibt es mich. Ich bin einer von vielen..
    Bin wie die anderen, wie ihr!

    Kommentar von Ezekiel - 21. June 2009 um 20:30 Uhr
  17. Jeder hat ein Recht auf meine Meinung. Du auch Nilz.

    Kommentar von schaezle - 22. June 2009 um 17:17 Uhr
  18. Naja, bevor Waschmaschinenvideos zensiert werden, fließt sicher noch viel Wasser den Rhein hinab. Erstmal abwarten, was konkret passiert.

    Kommentar von big brother - 23. June 2009 um 22:06 Uhr
  19. Wehret den Anfängen! Aber klar ist auch dass nicht alles im Netz erlaubt sein muss. Kipo ist so ein Fall. Einerseits sind natürlich Politiker empfänglich für schnelle (und vor allem populistische und billige) Lösungen um noch drei Wähler zu gewinnen. Auch wenn die Sperre für Profis natürlich albern sind. Andererseits finde ich den Heidelberger Appell sinnvoll, denn von was sollen die Autoren leben? Muss ich wirklich unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit mein Urheberrecht aufgeben? Was ist mit Google? Muss ich mein Haus (so ich eins hätte) filmen lassen, damit eine Firma damit Geld verdient? Ich finde dass man mehr differenzieren sollte, obwohl auch ich dafür bin alle kontrollierenden Tendenzen auf das schärfste zu verurteilen. Denn sonst werden auch alle anderen die im Netz andere Leute ausnehmen je bestraft werden und immer so weitermachen.
    Der Mung

    Kommentar von Der Mungo - 24. June 2009 um 16:24 Uhr
  20. Lieber Nils,
    sehr wahr was du da sagst. Sehr wahr.

    Was ich an anderen Stellen oft vermisse und du nachgeholt hast:
    Das “Umdrehen der Medaille”.

    Ich bedanke mich dafür. Danke. Das musste mal jemand sagen.

    Kommentar von lattenzaun - 24. June 2009 um 21:48 Uhr

Deine Friedenstaube