HERRRMS AAAAARFZ

Mein geheimer Bruder Herm, mit dem ich zusammen ein Wrestling Team habe (ruht derzeit, Probleme mit der Liga), hat ein Buch geschrieben. Das fand ich schon sensationell genug. Nun habe ich mir die ganze Zeit überlegt, was der wohl für ein Buch schreibt. Ich hatte keine Vorstellung. Ich weiß wohl, dass er mal in einen “Kreativurlaub” gefahren ist, aber das war wohl erst auf der Rückfahrt ergiebig.

Würde es eine Abhandlung über Cola im Wandel der Zeit werden? Ein Wrestling-Kompendium? Eine Mariah Carey-Biographie aus der Sicht von Turtle Raphael? Alles war drin. Aber was ist es geworden?

AAARFZ (Amazon-Partnerlink) ist es geworden, der vielleicht hier-igste Liebesroman, den ich seit langem gelesen habe.

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Die Stadt, Berlin, ist nicht im Nebel, die Gefühle sind nicht hoffnungslos und nicht mal das Kaff im Osten ist trist. Eigentlich ist bei Herms Buch alles anders, als in den ganzen jungen Büchern der letzten Jahre. Weil er nun mal Herm ist. Der kann gar nicht anders. Er bzw. seine Figur Tobias (ich behaupte jetzt mal, das die Übergänge da sehr fliessend sind) macht sich Gedanken über seinen alten Nachbarn, er beschreibt das Geheimnis der Ehe seiner Eltern, in dem er Vaters Verhalten beschreibt und er ist beseelt von dem Traum, ins All zu fliegen. Vielleicht um endlich mal Distanz zum eigenen Leben zu kriegen, zur eigenen Herkunft, zum eigenen Ich. Vielleicht aber auch viel eher, weil es so cool wäre, mal Cola zu trinken, wenn sie quer durch den Raum fliegt.

Tobias ist freier Musikjournalist und rätselt sich so durch den Tag. Er überlegt Astronaut zu werden, ohne den Hauch einer Ahnung davon zu haben. Bei ihm ist alles immer so ungefähr durchdacht. Aber dann trifft er eines Tages ein tolles Mädchen und plötzlich scheinen ganz andere Sachen wichtig zu sein. Vielleicht. Vielleicht ist das aber auch wieder nur so ungefähr durchdacht. Das ist im Grunde genommen die Handlung.

In einer Episode traut er sich in einen Army Shop und kauft sich Astronautennahrung (und ein sinnloses Täschchen, damit sein Einkauf nicht so jämmerlich wirkt). Dabei stößt er auf Schokolade der schweizer Armee und der Verkäufer, Military Meik, erklärt ihm lachend, dass er drei Tage nicht mehr “mockern” müsste, wenn er die essen würde. Natürlich isst er sie und natürlich setzt Meiks Vorhersage nicht ein. Aber diese kleinen Episoden und ihre ausufernden Erklärungen, bis er endlich so einen doofen Keks isst (der dann auch noch unspektakulär schmeckt und ganz schnell abgehandelt ist), die machen Aaarfz so lesenswert. Keine Sorge: Das Ausufern ist nie Selbstzweck, sondern immer dramaturgisch begründet.

Ausserdem hat das Buch wirklich eine der unpeinlichsten Sexszenen, die ich jemals irgendwo gelesen habe. Keine “schwitzigen Körper”, kein “reines Verlangen”, keine Pimmel oder Mösen. Sondern: “Wie ein Römertopf der Lust verschmelzen wir zu einem vollkommenen Gesamtbild.” Römertopf der Lust! Jetzt bin ich geil UND hungrig! Warum ist vorher niemand auf dieses klare, sofort nachvollziehbare Bild gekommen? Weil es dazu eben einen Herm braucht, der sich - wie man in Köln so schön sagt - für nix fies ist. Hermis Welt ist eine Gute. Eine Weltfriedenwelt. Klar, ab und zu gestört durch das aufflackern einer Hässlichkeit, die er auch wahr nimmt und kommentiert, aber ansonsten: Großes Staunen über Alles. Alles auf dieser Welt ist bewundernswert. Und Herm erinnert mal wieder daran. Danach können ja alle wieder ihren Deprisound von James Blake hören, aber “Aaarfz” ist “Friday, i´m in love“.

Das Buch ist toll, das Artwork ist toll (sieht also auch gut aus, wenn es einfach nur rumliegt) und Herm ist toll. Drei sehr gute Gründe, sich das Teil direkt mal zu besorgen. Mir hätte das Buch definitiv auch gefallen, wenn ich Herm nicht kennen würde. Als Beweis noch ein kurzer, fiktiver Dialog aus dem Buch, anhand dessen uns “Tobias” erklärt, warum das Kino einfach kein guter “First Date” Ort ist:

“Ein kleines Popcorn und eine mittlere Cola, bitte.”
“Das macht dann so ungefähr dreihundertneunundfünfzig Euro.”
“Okay, null Problemo.”

Perfekt.



18 Jahre Domian

Domian hat 18-jähriges Jubiläum und das bedeutet, mehr oder weniger, dass ich seit 18 Jahren jede Nacht zwischen 1 und 2 Uhr WDR gucke. Das ist die Hälfte meines Lebens! Grund genug also, dieser Sendung mal ein paar Zeilen zu widmen:

Domian und ich, wir haben ungefähr zur gleichen Zeit beim Fernsehen angefangen. Er ein Jahr später als ich, aber dafür auch deutlich konstanter on Air. Dabei hat er viele andere Call-in-Formate kommen und gehen sehen. Aber Domian blieb. Bis heute. Warum?

Domian hat Meinung, der sitzt da nicht so neutral wie möglich, sondern der macht auch mal Ansage, wenn ihm etwas gehörig gegen den Strich geht. Das Angenehme dabei ist, das er nicht psychologisch oder juristisch korrekt argumentiert, sondern nur nach gesundem Menschenverstand. Dass er dabei in den vergangenen 18 Jahren schon eine Menge gehört hat, ist klar. Manchmal tut er heutzutage noch so, als würde ihn ein Anrufer mit irgendeiner seltsamen Neigung schocken. Das kann man ihm nicht mehr so richtig abnehmen. Der hat doch schon alles gehört. Legendär dabei ist sicherlich der Hackfleischbeischläfer - wobei ich mir bis heute unsicher bin, ob der sich nicht einen Spaß gemacht hat. Aber vielleicht ist das auch der Witz von Domian oder das Geheimnis: Alles sofort Ernst zu nehmen, auch wenn es zum lachen ist. Dann lachen und trotzdem ernst nehmen.

Unvergessen auch dieser FC-Fan-Depp, der die Anti-Pezzoni-FB-Seite initiiert hat und dann auch noch bei Domian anruft. Oh Lord.


[YouTubeDirektFandepp]

Ich hab aber noch einen persönlichen Bezug zu Domian:

07.09.1996

Ich sitze in meiner ersten eigenen Wohnung (WG) in Köln und hab das Telefon bereitliegen. Der Fernseher läuft. Die Leute erzählen Domian ihre Probleme. Dabei steht ein Foto von mir in die Kamera gerichtet neben ihm auf dem Schreibtisch. Das Bild musste ich ihm selber einwerfen gehen, bei irgendeiner Adresse in der Stadt. Da hab ich mir noch gedacht: “Guck mal, ich soll das einwerfen, weil der bestimmt so einen komischen Schlafrhythmus hat und ein reiner Nachtmensch ist. Wie so einer, der von der Schicht kommt.” Das fand ich sehr interessant.

In der Sendung hat er dann von seinen Anrufern Fragen an mich gesammelt und mich zehn Minuten vor Ende angerufen, um die mit mir abzuarbeiten. Leider kam irgendwie keine wirklich interessante Frage, was ein bisschen schade war, aber cool fand ich es trotzdem, so Teil der Sendung zu sein. Als ich einige Zeit später (für mich) überraschend Proband eines Piloten einer KHM-Sendung war, ist er in der Sendung noch mal aufgetaucht, ich glaube als Bühnenhelfer zusammen mit Biolek. Was für eine Ehre (Einer Sendung übrigens, in der Wolfgang Lippert als Zauberer für mich aufgetreten ist.). Mehr hab ich mit dem leider nie zu tun gehabt. Aber ich mag den.

Domian ist einfach superrreal. Ich find es schade, dass die Talkshow-Versuche von dem nie so hingehauen haben, ich fand die nämlich immer extrem gut. Wie der da einmal diesen Nazi bei sich in der Sendung hatte und dem die Meinung gegeigt hat, dass war toll. Domian ist sozusagen in den Medien das personifizierte Rückgrat.

Und natürlich liebe ich, wie alle Anderen auch, die ganzen Spinner, die da immer anrufen und so herrlich skurril sind. Ich erinner mich an einen Anrufer, der meinte Unglücke im Traum vorhergesehen zu haben. Dann erzählte er von einem Flugzeugabsturz, an den sich aber Domian nicht erinnern konnte und der Anrufer kam total ins stottern, weil seine Konstruktion plötzlich im Eimer war. Ich hab mich kaputt gelacht. Ich glaube, das war einer der lustigsten Anrufer ever. Domian ist aber ganz ernst geblieben (ich meine abe gesehen zu haben, wie er ein Schmunzeln unterdrückte…). Für solche Anrufer liebe ich die Sendung.

Deswegen, Domian, alles Gute und Beste zum Jubiläum! Du bist ein wichtiger Anker des deutschen Fernsehens! Echt jetzt mal (Und halb Twitter würde ohne dich nachts zu Grunde gehen…). Deswegen: Alles so weitermachen wie bisher. Auf die nächsten 18 Jahre!



Die Welt als Loop

Ich hab ein neues Handy bekommen. Entschuldigung, “Smartphone” sagt man ja heute dazu. Handy klingt noch so nach “Snake”.

Ich habe also ein neues Smartphone bekommen, von denen, die uns schon “Snake” gebracht haben: Nokia.
Und auf dem Lumia (920 um genau zu sein, aber ohne die Aufladematte, die ich gerade noch in jedem Shop Berlins suche…:)) wurden mir ein paar Apps vorinstalliert. Viele hab ich runtergeschmissen, weil unnötig. Aber eine hab ich erst ein bisschen liegen lassen, dann benutzt und nicht kapiert und als ich sie kapiert habe, gings ab.

“Cinemagram” hilft einem dabei, GIFs zu erzeugen, kleine Bewegtbildloops. Und zwar mit der eigenen Kamera. Dazu nimmt man mehrere Sekunden eine Szenerie auf und die App analysiert dann, welche Bereiche sich bewegt haben. Daraus bietet sie dann eine Auswahl, bei der man entscheiden kann, on man ihr folgt. Ansonsten kann man aber auch selber markieren, welchen Bereich man animiert sehen möchte und wie lang die Animation sein soll. Abspeichern. Fertig. Das ist so simpel, das krieg sogar ich hin.

Und das macht derbe Bock. Deswegen, hier, meine ersten Gifs aus der echten Welt.

Hier gleich mein absoluter Liebling. Ich hab dann noch die Sequenz etwas verkürzt, damit die Person wirklich die ganze Zeit hintereinander kommt.

Das hier war mein Erstes.

Ich steh auf so ganz minimale Animationen, hab ich festgestellt.

Wenn man die quasi kaum merkt und zweimal hingucken muss, weil man nicht sicher ist, ob man das eben richtig gesehen hat.

Oder hier auch:

Und der “Klassiker” des Cinemagrammens darf natürlich auch von mir nicht fehlen:

Ich steh auf so nen Quatsch.

Übrigens: Eine tolle Freundin von mir hatte zuletzt die tolle Idee, warum denn nicht auf den ganzen Smartphones von Werk aus Erste Hilfe Apps installiert sind. Ich finde den Gedanken großartig und unterstütze den hiermit total. Das muss man noch mal en Detail durchdenken, aber das macht total Sinn. Viele würden das sofort löschen, aber ein Paar nicht. Die würden sich das vielleicht noch mal ansehen. Und einer von denen, würde das dann vielleicht anwenden, in einer Notsituation. Und schon wäre einer mehr gerettet. Wie super das wäre! Hey! Handymacher! Macht mal! Das wäre Smart!

Disclosure: Ja, die haben mir das Handy Smartphone umsonst gegeben. Und vielleicht wollten die so einen Test dafür oder so, ich bin da total frei. Da ich aber von Technik eh keine Ahnung habe, mir die App aber so viel Spaß gemacht hat, hab ich mich für diesen Beitrag entschieden. Irgendwelche Techniktests müsstet ihr woanders suchen, sorry!