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The Sound of the Europa-Center - “Die gefundenen Fressen” aus Berlin

Ich hab ja desöfteren in Berlin im “Rodeo” aufgelegt. Ein Club der mittlerweile Geschichte ist, wie so viele Clubs in Berlin. Und das ist bestimmt auch gut so. Das ein Club schliesst, bevor er beliebig wird (am Ende gabs da DJs die allen Ernstes “Summer of 69″ aufgelegt haben… O_o ). Nun habe ich da nicht immer alleine aufgelegt. Ich traf da mehrere DJ-Kollegen. Viele von denen hatten einen Knall oder Sockenschuss oder einen an der Waffel oder waren zu druff, um noch auf einer normalen, menschlichen Basis miteinander kommunizieren zu können. Aber zwei Jungs, die ich da traf, waren richtig korrekt. Und vor allem großer Spaß beim gemeinsamen auflegen. Der eine war Alan Always, ein New Yorker in Berlin, der immer zurück wollte nach New York und jetzt mittlerweile, wenn ich das richtig mitbekommen habe: In New York ist. Seine MySpaceSeite geht nicht mehr, auf facebook ist er auch nicht zu finden: Gehen wir vom Besten aus.

Der andere DJ mit dem ich einen Abend lang wirklich sehr lustig, musikleidenschaftlich und freundschaftlich gebattlet habe war/ist Bobby Solo. Der wiederum ist noch in Berlin, legt bestimmt auch noch auf und hat unter Anderem eine Band mit eben dem Namen “Die gefundenen Fressen“. Und er hat mir einen Link zum Stream ihrer neuen EP geschickt. 5 Tracks mit dem Titel “Grunewald”. Hier also meine messerscharfe Track-by-Track-Analyse des Short Players:

1. Grunewald
Ich mag die Instrumental-Nummer eigentlich bis zum Break, weil sie dann das Feeling verliert, das sie vorher die ganze Zeit hat: 80er Jahre, Westberlin, Kudamm. Dafür spricht zum Beispiel das äusserst prominente Saxofon und diese Gitarre mit diesem Delay-Effekt. Da kann man sich direkt vorstellen, wie zum Beispiel Christiane F. ins Europa-Center flüchtet und an den Schaufenstern vorbei trippt. Ausserdem war das für mich kleinen Westdeutschland-Jungen immer Berlin: Der Kudamm und das Europa-Center. Weil das in ALLEN Filmen damals immer so auftauchte. Ich fühl mich da dann direkt wohl. Wie gesagt: Die Nummer hält das bis zum Break, dann wirds für meinen Geschmack ein bisschen zu ambitioniert im Melodien-Bereich und die Gitarre Michael-Schenkert mir ein bisschen zu viel rum. Andererseits: Auch das sind die 80er in Berlin…

2. Sinus
Eigentlich ein klasischer Opener: Eine gute Nummer, die die Richtung vorgibt, in die man sich nun bewegen wird, aber auch nicht der klassische “Hit”. Bei so einem Song kann man noch ein bisschen rumprobieren. So auch der Text “Ein Schritt vor und nen halben Schritt zurück”. Funktioniert, macht Spass. Kopfnicker.

3. Naja
Jetzt kommen wir zu einem wirklich seltsamen Fall. Eigentlich genau das richtige für so einen Musik-Justus-Jonas wie mich, der ganz oft von Songs fasziniert ist um sich dann auf die Suche nach dem Faszinosum zu machen. Erstmal das: Die Nummer hat ein unglaublich langes Intro. Und im ersten Moment, wenn diese komischen Synthie-Flächen einsetzen hat man ein bisschen Angst, es hier mit veritablen Mark Knopfler Fans zu tun zu haben. Bevor der Ekel aber dann bis auf die Hirnrinde hochgekrochen ist kommt plötzlich ein Wechsel und ein Klangholz-Synthie-Melodie-Loop setzt ein, der entfernt an Ace of Base erinnert. Nicht das Ace of Base irgendwie “besser” als Knopfler gewesen wären (naja, waren sie vielleicht sogar…), aber immerhin anders und im oben erwähnten Kontext dann durchaus eine überraschende Referenz. Dann setzen (endlich) die Lyrics ein. Da die recht lustig bis originell sind, ist man auch schneller bereit sich mit dem Instrumental zu versöhnen. Ein Beispiel:

“Kritik ist nur gut wenn man beim ersten hören sofort weiß, das sie von einem selber hätte stammen können - oder von der Mutter!”

Find ich ertsmal textlich gut. Interessant ist eh der Gesang, der für mein Empfinden sehr spliffig ist. Ihr seht also anhand der Referenzen: Wir sind nachwievor sehr 80er unterwegs. Aber gut! Vor allem die Hook hat es mir angetan, auch textlich: “Kommt ihr auch? So gut klar? Wie ich? Naja.”

Hat was, gefällt mir. Dann bricht die Nummer plötzlich in ein Crossover-Inferno und fände ich das bei moderner Musik anachronistisch, empfinde ich das hier plötzlich als total vorne und groß und erlösend. Sehr gut! Leider ist dieser Break deutlich zu kurz in einem zu langen Lied, aber man kann nicht alles haben. Live geht der bestimmt länger. Also: Hoffentlich.

4. Simple Present
Es darf geindierockt werden. Erinnert mich in besten Momenten an Kraftclub, die aber ein klein wenig mehr Grandezza haben. Finde aber auch hier wieder diesen 80er-hysterischen-Berlin-Deutsch-Gesang in den Strophen wieder schön. Und die Steigerung(en) am Ende ist/sind super. Großes Rock 1×1, sehr gut. I like. Nur textlich wär aus der Hook sicher noch was rauszuholen gewesen. Dennoch: Schöner Track.

5. Er Sie Es
Jetzt kommt das einzig wirklich unangenehme an der EP. Der Song wirkt auf mehreren Ebenen piefig:

- Der Rap/Gesang ist so schlimmer 90er HipHop, für den sich alle Protagonisten von damals heute noch schämen. Und da sind alle durchgegangen. Es gab auch guten HipHop in den 90ern, keine Frage. Es gab aber diese eine, ganz bestimmte Art, die unangenehm war. Und auf diese Art hat jeder damals einen Song gemacht. Eigentlich hatte man das Gefühl, man hätte sich geeinigt diese Art ad acta zu legen, aber anscheinend nicht. Diese verklausulierte Sozialkritik in den Texten, die nach Möglichkeit auch noch “krass” rüberkommen soll. So ne krasse Story. Uärgs. No please. Textlich hoffe ich, das es sich um eine “Jugendsünde” handelt, anders kapiere ich nicht warum jemand so was noch schreibt. Gut, ausser derjenige ist 14. Aber selbst die haben heute krassere Lyrics. Sorry. Ich will nicht mosern. Aber ich hab mich ein bisschen fremdgeschämt.

- Die Musik ist der Nummer entsprechend und klingt ein bisschen wie Schulband oder Hip Hop Band Anfang der 90er die sagen: Wir machen jetzt mal was mit Liveband. So unmodern, so “hallo, wir spielen alles selbst!!!”-mässig. Das Klavier gibt sich alle Mühe und entfaltet zum letzten Break (nach 4 Minuten!!!) auch endlich mal wieder melodische Raffinesse, indem es sich ein bisschen an so 70er/80er AOR-Harmonien vergreift, die wieder ordentlich Raum für das Saxofon bieten. Ab da mag ich es wieder. Über das Vorher hüllen wir mal vorsichtig den Mantel des Schweigens.

Alles in allem machen “Die gefundenen Fressen” Spass und wenn ich das höre gehe ich vor allem von einer guten Livepräsenz aus. Eine klassische “muss man wohl dabei gewesen sein”-Band. Auf Platte habe ich oft das Gefühl, das nur ich was damit anfangen kann, weil andere vielleicht gar nicht auf dieses sehr spezielle 80er-Feeling abfahren, das ich ja nun schon oft genug erklärt habe. Ich mag mich da aber gerne irren. Wer in meiner Kritik öfters mal gesagt hat: “Ja, geili!”, für den ist die EP sicher etwas. Ich mag sowas. Und die Männer nehmen sich auch nicht zu ernst: Hier wird Musik noch gemacht mit der Hauptmotivation “Bock drauf” und nicht “Dicken Deal absahnen”. Ist ja auch nicht mehr selbstverständlich, obwohl es das sein sollte.

Ausserdem: Bobby ist ein korrekter Kollege, solche Menschen sollten immer full Support bekommen. Damit die Doofen irgendwann ausgestorben sind.



Zwei Bücher - meine Meinung

Ich habe zwei grossartige Bücher gelesen, von denen eins nun in meine Top 3 der besten Bücher aller Zeiten aufgestiegen ist, aber kümmern wir uns erstmal um das Andere:

- “Marshall McLuhanist eine hinreissende Biografie, geschrieben von Douglas Coupland, die einen selbst dann interessieren könnte (und sollte), wenn man mit McLuhan erstmal nix anzufangen weiß.

marshall_mcluhan

Coupland dürfte den meisten noch ein Begriff sein, wegen seines Romans “Generation X”, der in den frühen Neunzigern praktischerweise gleich als Label für die Generation verwendet wurde, die ihn las. Seitedem hat der Kanadier noch eine Menge anderer Bücher geschrieben, die ich alle nicht gelesen habe (welch wichtige Information für sie, liebe Leser). Nun also die McLuhan-Bio. Ich mochte McLuhan immer ganz gut leiden, seit ich das erste Mal von ihm im Medienwissenschaftsunterricht an der Filmhochschule gehört habe. Der war irgendwie in seinen Theorien nicht so fantasymässig wie Flusser und nicht so miesepetrig wie Postman. Das mag natürlich auch an den Vorträgen meiner Professorin gelegen haben (die vermutlich die besten Medienwissenschafts-Vorlesungen auf der ganzen Welt hält). Ausserdem ist McLuhan persönlich in einem Woody Allen Film aufgetaucht. Der kann also kein schlechter Mensch gewesen sein. Nun wusste ich noch um die zentrale These von McLuhan (”The Medium is the message”, “heiße” und “kalte” Medien) und damit war mein Wissen über ihn erschöpft. Wenn also Coupland eine Biografie über ihn schreibt: Hey, die ist doch bestimmt gut lesbar. Und was soll ich sagen: Sie ist es.
Coupland verfällt weder dem Zwang, dem sich viele Biografen unterwerfen, nämlich faktisch und zeitlich immer superkorrekt zu bleiben, noch blickt er verklärend auf das Leben McLuhans zurück, wie es in Autobiografien (natürlich) zu oft der Fall ist. Coupland zeichnet den Lebensweg dieses Fremden nach und mischt sich selbst, so oft es geht, in die Geschichte ein. Und das geht sehr oft. Manchmal geht es auch gar nicht und er macht es trotzdem. Und damit macht er dieses Buch zu einer der amüsantesten, kurzweiligsten und gleichzeitig spannendsten Biografien, die ich jemals gelesen habe. Ich bekommen zu jeder Zeit auch noch eine zeitliche und gesellschaftspolitische Einordnung der Äusserungen McLuhans, auch auf das hier und jetzt bezogen. Mehr kann ich mir von so einem Buch eigentlich gar nicht mehr wünschen. Den einzigen Vorwurf den man Coupland machen könnte ist, das das Buch einem kaum noch Gelegenheit lässt, selbst über die Theorien und McLuhan nachzudenken - aber wie und wo könnte das ein ernstzunehmender Vorwurf sein, ausser bei totalen Erbsenzählern und Deutschlehrern? Eben. Selbst wenn man noch nie von McLuhan gehört hat: Kaufen und lesen. Tolle Geschichte! (Und, btw, auch recht schnell zu lesen. Eigentlich perfekt für die Osterferien)

- “Deutschboden: Eine teilnehmende Beobachtungist, seitdem ich es zum ersten Mal gelesen habe, eines meiner drei liebsten Bücher ever, über den Autor Moritz von Uslar, der nach Ostdeutschland fährt um sehen zu wollen, wie es da eigentlich so ist, in dieser unbekannten Welt zwischen Tankstellen und Klischees.

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Boah. Ich bin meganeidisch auf dieses Buch. Das ist genau das Buch, das ich hätte schreiben wollen - aber nie gekonnt hätte. Moritz von Uslar hat mal so ungefähr die genialste Sprache, die ich jemals gelesen habe. Das ist unglaublich. Auf jeder Seite wieder ein Satz, über den ich mich total gefreut habe und den ich am liebsten irgendwem gezeigt hätte, hätte ihn irgendjemand aus dem Zusammenhang gerissen verstanden (ich hab es 2,3 Mal bei meiner besten Freundin versucht und musste feststellen: Wenn ich mitten aus der Story einen Satz reisse und ihr kichernd vorlese, so lacht sie zwar aus Höflichkeit, kann aber nicht so wirklich was damit anfangen…also quasi das “Muss man wohl dabeigewesen sein”-Syndrom). Und das waren bis jetzt nur die Formalismen. Der Inhalt ist ja dann auch nochmal ein ganz anderer Schnack:

Ich fahre ja überdurchschnittlich viel Bahn, was ja unter Anderem auch daran liegt, das ich keinen Führerschein habe. Und jedesmal wenn ich dann durch die Pampa fahre, vorzugsweise die Ostpampa, denke ich mir bei ganz vielen Dörfern, an denen mein ICE vorbeirast: HIER müsste man mal aussteigen und sich das alles genau angucken. Da vorne hab ich doch ein total interessantes Haus gesehen! So in etwa muss man sich meine Gedankenwelt vorstellen, wenn draussen die echte Welt vorbeirast. Natürlich bin ich noch nie ausgestiegen und vermutlich werde ich das auch nie machen - vor allem jetzt wo von Uslar das schon gemacht und das Maximum an Geschichte und Emotionen aus dieser Situation rausgeholt hat. Er sucht sich ein Dorf in der Nähe von Berlin aus, weil er das Leben auf dem ostdeutschen Land kennenlernen will, quartiert sich dort in einer Pension ein und lernt nach kurzer Zeit ein paar Einheimische kennen. Da er (irgendwie logisch) als Fremder direkt an die kommunikativsten Jungs gerät, lernt er natürlich schnell auch die meisten Anderen Vögel des Ortes kennen, in dem er bleibt. Und er erfährt die Geschichten, die man sich erzählt, die jeder von sich selber parat hat. Die große Frage, die ihn dabei auch umtreibt, ist natürlich immer: Was findet man hier? Was findet man hier, was man zu Hause in der Grossstadt nicht findet? Was ist hier anders? Oder ist hier überhaupt irgendetwas anders?

Was das Buch dabei so aufregend, so schön, zu so einem herzerreissenden Werk von umwerfender Genialität macht, ist die Blöße, die Moritz von Uslar sich gibt. Er weiß das er als Fremder, noch dazu als Wessi und Städter und jemand, der keine Ahnung von Autos oder ähnlichen Dingen, die den dortigen Jungs etwas bedeuten, hat, ein totaler Trottel ist. Und es macht ihm nichts aus. Deswegen wird er so schnell in die Mitte der Leute aufgenommen, deswegen wird er ernst genommen. Weil er sagt: Ich weiß nichts, aber es interessiert mich und ich lass mich gern begeistern. Er findet plötzlich Autos geil, obwohl er keine Ahnung hat. Findet eine PunkRockBand geil, obwohl mindestens die Hälfte der Songs in ihrem Set Coverversionen sind. Er verguckt sich in ein Mädchen, das er in der Stadt vielleicht nicht so begehren würde. Kurz: Er lebt diesen einen, speziellen Sommer. Diese Art von Sommer, die man liebt. Weil es ein besonderer Sommer ist, der so niemals wiederkommen wird. Und er lernt etwas über sich selbst. Ich weiß gar nicht genau was, vielleicht ist das auch gar nicht wichtig. Es geht nicht darum, das er sich groß wandeln würde, oder so. Es geht vielmehr darum zu sehen, wie sich Menschen in ihrem Leben einrichtenm glaub ich. Keine Ahnung. Ich habe es eben erst fertig gelesen und bin immernoch total geflasht. Geiles Buch. Echt. Für mich persönlich in einer Reihe mit Eggers “Herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität” und Davids “Peacocks Manifest”. Nun also mit “Deutschboden” ein drittes Buch in meiner persönlichen Bestenliste. Endlich! Hört sich gleich viel besser an sagen zu können: “Meine drei Lieblingsbücher sind…”, weil die Leute ja immer so auf drei stehen.



Black, Ferell, Wood, Sarandon, Riley, Rogen und Co präsentieren: Die neue Beastie Boys Platte

Wenn grenzenlose Liebe zu steigern ist, dann ist das eben passiert, als ich diesen Trailer zum 30-Minüter zum neuen Beastie Boys Album gesehen habe. Ich liebe diese Band und ich könnte mie vor Glücksgefühlen den Sack abreissen, wenn ich dieses Video sehe:


[YouTubeDirektHurra]

Und wie immer in ihrer gesamten Karriere haben sie mal wieder einen neuen, komplett eigenen Standard gesetzt. Unglaubliche Band.



Neues Metronomy-Video “The Look”

Ich steh ja auf Metronomy, nicht nur, aber natürlich auch wegen den Videos. Das neue ist wieder sehr schick, aber der Song ist wieder ein absoluter Knaller, an dem ich mich nicht satt hören kann, auch wenn “an dem ich mich nicht satt hören kann” eine furchtbare 80er-Formulierung ist, an der ich mich schon satt gehört habe. Passt aber vom Style her so gut zu Metronomy. Und jetzt alle: “And now you´re given me the look look…”


[DailymotiondirektGuckGuck, via 365 Stones]



What it´s worth

Da ist dieser eine, sehr gute Freund von mir. Der ist eine Seele von Mensch. Immer freundlich, immer höflich, immer zuvorkommend. Jemand, der pingelichst genau darauf achtet, niemals jemanden zu verprellen oder zu verärgern. Jemand, der jedem zuhört und jedem gerne hilft, wenn er kann. Kurzum: Ein guter Mensch, der versucht ein guter Mensch zu sein.

Und der kriegt dann vor ein paar Wochen die Diagnose: Hodenkrebs.

Und in den ersten Mails, die er nach der Diagnose schreibt, merkt man seine Hilflosigkeit, seine Verzweiflung. Und er wurde dann sofort operiert. Und das ging alles so furchtbar schnell. Und dann wurde geguckt, ob der “gestreut” hat, aber da war wohl alles gut. Und dann hat man ihm gesagt, das man eine einzige Chemo-Anwendung machen wollen würde, um sicher zu gehen, das der Krebs nicht mehr wieder kommt. Und sein Arzt hat ihn aufgemuntert und ihm gesagt, das an Hodenkrebs heute niemand mehr stirbt. Man hat das wohl ganz gut im Griff.

Das hat mir mein Freund alles erzählt, als er bei mir war und wir Videospiele gezockt haben und uns Wasser mit Geschmack im spät geöffneten Supermarkt gekauft haben. Und wisst ihr was das allerbeste war: Er hat gestrahlt. Er hat von innen heraus gestrahlt, totale Zuversicht, gesunden Optimismus und einen Löwenmut ausgestrahlt. Er hatte noch Angst, aber er hat sie zu etwas positivem gemacht, zu einem Retter, zu einer Hilfe. Die letzten Wochen vor der Diagnose war er zwar wie immer supernett und so, aber auch ein bisschen getresst wegen Arbeit und Studium und sowas. Aber jetzt nicht mehr. Jetzt hat er eine innere Ruhe und Zufriedenheit ausgestrahlt. Ich möchte auf gar keinen Fall sagen, das die Krankheit etwas Gutes gebracht hat. Das wäre falsch und vermessen. Die Krankheit ist schrecklich - das schlimmste was mir einfällt. Und ich habe unglaubliche Angst davor. Aber mein Freund hat etwas ganz spezielles daraus gemacht. Und das bewundere ich und finde ich toll.

Heute hat er seine Chemoanwendung bekommen und liegt jetzt erstmal flach. Ich wünsche ihm so schnell es geht wieder auf den Beinen zu sein. Und das er den Scheiss besiegt hat.

Das Video ist nur für dich, Alter. Ich freu mich dein Freund zu sein.


[YouTubeDirektWert]





Wenn irgendwas Weltfrieden ist, dann ja wohl mal dieses Video!

Hab ich gestern bei René entdeckt und seitdem schon viele, viele Male gesehen und es macht mich immernoch happy. Ich will da auch mitmachen!


[YouTubeDirektBunt]



“Forever Today” - I´m from Barcelona sind wieder da!

Hach.

Meine superduper Lieblingsband hat ein neues Album veröffentlicht (und mir hat übrigens keiner Bescheid gesagt). Nachdem ich erfolglos versuchte die Platte im Elektronikmarkt um die Ecke zu bekommen, hab ich sie mir eben jetzt bei iTunes geholt. Leider fällt damit das Booklet weg (liebe Bands, liebe Plattenfirmen: Das kann man auch einfach als PDF mit zum Download dazupacken. Das geht, echt!) und somit auch das für mich so wichtige “Lied hören und gleichzeitig mitlesen”. Aber: Die erste I´m from Barcelona hatte ich zuerst auch nur als Bookletlosen Download, insofern wieder alles auf Anfang.

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Das erste Album hat mich ja damals so umgehauen, weil das so eine neue, herrlich ironiefreie Freundlichkeit war. So ohne diese Coolnes oder diesen Zynismus, ohne den moderne Bands gar nicht mehr auszukommen scheinen. Die Message wurde überdeutlich kommuniziert: Wie lieben euch, uns, das Leben, diese Welt. So deutlich, das die meisten Songs überhaupt nur eine Strophe hatten, die dann gerne auch nochmal wiederholt wurde, bis wirklich auch der Letzte kapiert hatte: Das sind meine neuen Freunde. Und die meinen das auch so.

Dann wurde getourt und getourt und getourt und jeder, der die einmal live gesehen hat, war total verzaubert. Dann kam das zweite Album und die Unbeschwertheit ist einer neuen Schwere gewichen. Also, die Songs waren immernoch toll und immernoch I´m from Barcelona, aber es hatte sich trotzdem etwas geändert. Wie jemand, der sein Leben lang sagt, er wolle die Welt besser machen und dann nimmt ihn mal jemand mit in alle Armenviertel, die es gibt, zeigt ihm Robbenschlachtungen und geht mit ihm eine Woche in einen beliebigen Krieg. Da wird wohl der größte Idealist verzweifeln. Und so war das auch mit dem zweiten Album. Überhaupt: Das Nachfolgealbum ist ja immer so eine knifflige Angelegenheit. Während es viele Fälle gibt, in denen das zweite Album erst der eigentliche Startschuss zur vollen Grandezza einer Band war (z.B. Nirvana, Smashing Pumpkins, Pantera, Kanye West, Fanta 4, Oasis, um nur einige zu nennen), gibt es ebenso viele Beispiele wo das zweite Album im Gegensatz zum Superdebut einfach scheitern MUSSTE (Lupe Fiasco, Weezer, Bis, etc.). Jetzt nichtmal kommerziell oder so, sondern künstlerisch im Gegensatz zum Vorgänger. So ähnlich ging es auch der freundlichen Band aus Schweden. Das war zwar eine tolle Platte, aber wo war denn die Leichtigkeit? Musste ich jetzt die Band trösten, statt wie vorher umgekehrt? Hm. Komisch. Das Konzert zu dem Album war aber trotzdem toll.

Als nächstes kam ein eher wahnsinniges Projekt: Jedes einzelne Bandmitglied durfte ein eigenes LIed machen. Und das wurde dann als Sammelalbum veröffentlicht. Bei ca. 30 Mitgliedern kam da einiges zusammen, wurde aber sympathischerweise als Download auf der Bandseite verschenkt. War aber eben auch kein reguläres Album und musikalisch sehr zerfasert und über grosse Strecken uninteressant. Und dann hiess es wieder warten und warten und warten. Wenn ich ehrlich sein soll: Ich hatte schon mit dem Split gerechnet. Weiss auch nicht wieso, hatte das Gefühl das lag so in der Luft. Aber ich habe mich getäuscht und jetzt wo ich “Forever Today”, das neue Album, im ersten Durchlauf gehört habe, muss ich sagen: Zum Glück! Denn wir sind wieder da, wo wir angefangen haben!

forever-today

“Forever Today” (Amazon-Partnerlink) erfüllt endlich wieder das Versprechen, das zwischen der Band und dem Zuhörer besteht. Ultrafreundliche Instrumentals, manchmal mit einer melancholischen Note (aber diese Wohlfühl-Melancholie, dieses traurigsein, in dem man sich so gerne suhlt - wie wenn man mit dem iPod alleine durch den nächtlichen Frühlingsregen geht und plötzlich anfängt zu rennen, weil einen das Gefühl überwältigt, rennen zu wollen und zwar nicht weglaufen, sondern dem Frühling und der einsamen, warmen Nacht in die Arme laufen…) aber immer sehr bejahend, sehr hoffnungsvoll, sehr hier. Genau die Art von Platte, die die Welt jetzt dringender braucht denn je. Wo lang die Reise geht, kann man schonmal an der ersten Single hören: “Get in line”


[YouTubeDirektAnstellen]

Jetzt hat man eine sehr klare Vorstellung wie das Album klingt. Wunderherrlich. Und ein besonderes Schmankerl gibts noch oben drauf, als Sahnehäubchen: In Schweden haben I´m from Barcelona zuletzt ein Konzert gespielt zusammen mit dem klassischen Orchester “Jönköping Sinfonietta” und dabei haben sie auch ein LIed vom neuen Album gespielt mit dem Titel “Always spring”


[YouTubeDirektImmerFrühling]

Und ohne Scheiss: Ich hab geweint als ich das zum ersten Mal gesehen und gehört habe. Ich weiss selber nicht mal warum, aber das hat mich auf eine ganz bestimmte Art und Weise an einer ganz bestimmten Stelle total berührt. Komisch. Aber absolut wunderschön. Der Weltfrieden hat endlich wieder einen neuen Soundtrack. Hurra! Kaufen, sonnen, glücklich werden!