State of Shock

- Thriller war meine erste Schallplatte, auf der nicht erzählt wurde.
- Ich war mit meinem Bruder im Müngersdorfer Stadion bei der Bad-Tournee, mit Kim Wilde als Vorband.
- Ich hatte einen kleinen Spiegel, wo das Foto vom Singlecover von Billie Jean draufgedruckt war, in meinem Zimmer hängen.
- Erst nach der “Thriller” entdeckte ich die “Off the Wall” als mir die “Bad” zu langweilig wurde.
- Ich habe mir als kleiner Junge auf einem holländischen Wochenmarkt die Single “State of Shock” gekauft, weil ich den Song aus Formel Eins kannte.
- Ich habe wirklich jeden Tag mit einem furiosen Comeback gerechnet.
- Was immer auch war: Er war, ist und bleibt der King of Pop. Unbestritten. Die Beatles, Michael Jackson und Nirvana. Mehr braucht man nicht um Musik zu verstehen.
- Und er ist der Schöpfer meiner Lebensphilosophie: “I´m a lover, not a fighter.”
- Jetzt hat er endlich die Ruhe, die ich ihm immer gewünscht habe.
- R.I.P. MJ


[YouTubeSchönerFanzusammenschnittMitEinemSeinerBestenSongs]



Malcolm und Nilz - Zwei Doofe, ein Finale (Liveblog!)

Heute ist das Finale der wirklich atemberaubenden Castingshow “Germanys next Superstars”, bei dem es darum geht das die Gewinner Support Act bei DJ Bobo werden dürfen. Und wie schon vor zwei Wochen dürft ihr wieder live verfolgen, was Malcolm und ich dazu zu sagen haben. Und ihr vermutlich auch. Heute um 20:15! Viel Spaß! (Und wie immer: Für alle die es nicht mitbekommen haben, die dürfen sich dann durch unseren unnachvollziehbaren Wust an dämlichen Kommentaren danach lesen…)



Das Video des Monats, das noch nicht Video des Monats ist

Frage: Guckt ihr eigentlich das “Video des Monats” immer in der Sidebar? Und habt ihr auch schon die Page mit den gesammelten Ex-Videos des Monats entdeckt? Und, die regelmässigen Weltfriedenleser betreffend: Soll ich eigentlich hier mit einem POsting immer ankündigen, wenn es ein neues Video des Monats gibt? Weil bislang tausch ich die ja einfach immer aus, wenn ich ein neues tolles Video entdeckt habe.

Vor kurzem erst habe ich da das Matt and Kim Video reingepackt, das ihr da gerade sehen könnt. Ich finde nicht nur das Lied charmant und die dauergrinsende Schalgzeugerin, sondern auch das Video supercool. Schöne Idee, find ich. Jetzt hab ich aber gestern ein neues, tolles Video entdeckt, aber da Matt and Kim erst so kurz in der Sidebar sind, möchte ich die da noch ein bischen stehen lassen. Und deshalb verwurste ich mein neues Lieblingsvideo jetzt hier und es wandert später (vielleicht, wenn nichts anderes dazwischen kommt) in die Sidebar.

Dinosaur jr. sind wieder da! Und die alten Säcke haben ein wundervolles, kalifornisches alte Säcke-Video gemacht. Mit einem grandiosen Song, den so eben nur Dinosaur hinkriegen. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen. Die haben es einfach drauf, diese Band wird nie schlecht. Mindesthaltbarkeitsdatum: Forever.


[YouTubeDirektKickflip]



Eine extrem lose Gedankensammlung zum Zustand dieses Landes nach dem Beschluss des Internet-Zensur-Gesetzes

Es muss jetzt einfach raus: Achtung, dieser Artikel ist nicht sonderlich faktisch. Er wird eher ein “Luft machen” sein. Er wird beseelt sein von einer Fassungslosigkeit, von einem desillusionierten Blick auf die momentane Politik. Er dreht sich um mein persönliches Empfinden und handelt von Ohnmacht gegenüber unserer Regierung und allen die da noch folgen werden. Es geht um Zukunft und Perspektivlosigkeit. Und es geht um das Ende einer Freiheit, einer elementaren Freiheit: Nämlich die der Information.

Ich bin ein Informationsjunkie. Wirklich. Ich absorbiere sie, brauche sie jederzeit. Immer und überall verfügbar. Dabei kann ich nicht mal behaupten, das sie meinem Leben konkret einen besonderen Mehrwert verschaffen würde. Obwohl, eigentlich ja schon, denn ich liebe sie. Ich mag es über allerlei Dinge informiert zu sein, besonders über solche, die ich gar nicht so richtig verstehe. Komplexe Zusammenhänge finde ich immernoch schwer nachzuvollziehen, aber wenn meine Aufmerksamkeit Informationen gegenüber etwas gebracht hat, so hat sie mich stark dafür sensibilisiert, das wirklich ALLES immer zwei Seiten hat. Das man nie vorschnell urteilen darf, das man immer auch versuchen sollte, zwar nicht andere Standpunkte einzunehmen, aber wenigstens gewiss zu sein, das es andere Standpunkte gibt.

Naja, auch diese Toleranz hat ihre Grenzen. So bin ich ziemlich davon überzeugt einen alleinanspruch auf einen guten Musikgeschmack zu haben, aber wer glaubt das nicht von sich (obwohl, bei mir stimmts ja auch…;)). Bei Filmen war es auch immer so, aber da hat sich das stark geändert durch meine Mitarbeit an den 5 Filmfreunden. Da habe ich nochmal verschärft gemerkt, das meinen Geschmack nicht alle teilen können, was ich natürlich auch schon vorher wusste, aber einem da noch mal Gewiss wird, wenn man sich mit Kommentatoren streiten muss, die nicht begreifen wie man “High School Musical 3″ eine gute Wertung geben kann (von meiner damaligen Höchstwertung zu “Freddy got fingered”, von der ich übrigens immernoch nicht abweiche, mal ganz abgesehen…). Ich kann das akzeptieren, das die da anders sozialisiert sind, nehme das hin und finde es auch spannend. Wieder etwas schönes, was mir frei verfügbare Information beschert hat. Ich würde übrigens nachwievor nicht mit einer Frau ausgehen, die die Genialität von “Verrückt nach Mary” nicht erkennt.

Aber, wie gesagt, ich habe auch eine Art Verständnis. Ich verstehe warum man im Osten so viel Rechts wählt. Ich verstehe wie Schill damals in Hamburg an die Macht kommen konnte. Ich verstehe was junge Menschen an Bushido fasziniert. Ich verstehe warum die Bild-Zeitung das tut, was sie eben tut. Ich verstehe warum die Irren bei P.I. meinen nicht rechts zu sein. Ich verstehe worauf Attac hinaus will. Ich verstehe warum ich bei “Punkt 12″ mehr über Naddels Brüste, als über Proteste im Iran erfahre. Ich verstehe warum sich auf Twitter und in Blogs der Spitzname “Zensursula” für die Familienministerin durchgesetzt hat. Ich verstehe wenn Leute nicht zur Wahl gehen. Ich verstehe warum ältere oder uninteressierte Mitbürger ein Klischee-Bild von Videospielen im Kopf haben. Ich verstehe warum Politiker nicht in der Lage sind, sich selbst öffentlich zu korrigieren. Ich verstehe warum die Deutschen alles mit sich machen lassen. Ich verstehe warum einige Menschen auf Ankerpunkte zwischenmenschlichen Zusammenlebens scheissen. Ich verstehe das man mit Steuerpolitik im Moment keine Wahlen gewinnen kann. Ich verstehe was ich verstehe. Ich verstehe. Verstehe. Auch wenn ich das alles nicht gut heissen kann.

Komisch, wenn man so oft “verstehe” sagt, denkt man irgendwann “gestehe” zu hören. Aber wenn man nun alle “verstehe” mit “gestehe” austauschen würde, dann wär das ja ein ganz komischer Text:

Aber, wie gesagt, ich habe auch eine Art Verständnis. Ich gestehe warum man im Osten so viel Rechts wählt. Ich gestehe wie Schill damals in Hamburg an die Macht kommen konnte. Ich gestehe was junge Menschen an Bushido fasziniert. Ich gestehe warum die Bild-Zeitung das tut, was sie eben tut. Ich gestehe warum die Irren bei P.I. meinen nicht rechts zu sein. Ich gestehe worauf Attac hinaus will. Ich gestehe warum ich bei “Punkt 12″ mehr über Naddels Brüste, als über Proteste im Iran erfahre. Ich gestehe warum sich auf Twitter und in Blogs der Spitzname “Zensursula” für die Familienministerin durchgesetzt hat. Ich gestehe wenn Leute nicht zur Wahl gehen. Ich gestehe warum ältere oder uninteressierte Mitbürger ein Klischee-Bild von Videospielen im Kopf haben. Ich gestehe warum Politiker nicht in der Lage sind, sich selbst öffentlich zu korrigieren. Ich gestehe warum die Deutschen alles mit sich machen lassen. Ich gestehe warum einige Menschen auf Ankerpunkte zwischenmenschlichen Zusammenlebens scheissen. Ich gestehe das man mit Steuerpolitik im Moment keine Wahlen gewinnen kann. Ich gestehe was ich gestehe. Ich gestehe. Gestehe.

Ich soll an all dem Schuld sein? Meine Schuld, das im Osten rechts gewählt wird? Geht das nicht etwas zu weit?

Oder ist vielleicht doch was dran. Sind wir “Informierten”, was ja zumindest das ist, wofür wir uns halten, sind wir nicht auch Schuld daran, das es so weit kommen konnte, wie es jetzt ist? Hätten wir nicht von Anfang an alle zu jeder Zeit an unserem Wissen oder zumindest unserer Kombination von Zusammenhängen teilhaben lassen? Ich habe das Feld vermutlich zu früh geräumt. Ja, die Deutschen haben Angela Merkel gewählt. Die Idioten. Warum wählt nicht jeder Grün? Warum sind die Alten so arrogant zu denken, wer die bessere Politik für uns Menschen macht. Verdammt, wollen die denn nicht alle frei sein? Aber ist so eine Einstellung nicht auch wahnsinnig arrogant von mir (das ist eine rhetorsiche Frage, denn natürlich ist sie das….)?

Ich habe gelernt zu verstehen, wie wichtig Vorurteile für manche Menschen, ja sogar ganze Berufststände sind. Warum sollten Politiker da eine Ausnahme sein? Klar, sie sollten bestenfalls einen weitreichenden Blick für die Sachverhalte haben, aber wie schwer es immer ist, den zu behalten, kennen vielleicht einige aus Diskussionen netz-unaffinen Menschen zum Beispiel den Sinn von Twitter zu erklären. Man tut schon alles den eigenen Ductus von allzu viel fachchinesich zu befreien, und trotzdem lässt es sich immernoch nicht vermitteln, worauf man hinaus will. Etwas was einem selbst selbstverständlich erscheint, ist für andere ein Buch mit sieben Siegeln. Wenn ich irgendwelche Technikprobleme mit meinem Blog habe und mich vertrauensvoll an Freunde wende, die davon Ahnung haben (oder großartige, selbstlose Twitterer: Hallo Ingozen!), und die erzählen mir dann was das Problem sei oder was ich machen muss, so höre ich immer nur “Kruxipluxiquarotschizixi”. Wird es mir dann eingehender erklärt, gebe ich schon vor mehr zu verstehen, aber in mindestens 45% der Fälle, habe ich immernoch keinen Plan, was genau passiert ist. Und dann kommt aber der Clou: Ich begebe mich dann Vertrauensvoll in die magischen Code-Hände dieser Personen. Und ich kann nie einschätzen, wie aufwändig das für sie ist, die Lösung des Problems herauszubekommen, aber es freut mich unheimlich wenn dann alles wieder klappt.

Und so geht es wohl den meisten Menschen mit Politikern. Also, zumindest teilweise: Sie trauen ihnen vielleicht nicht immer, aber sie haben sie immerhin gewählt und sie freuen sich dann, wenn wieder alles klappt. So geht es den Politikern sicher auch mit den meisten Menschen. Also fast. Sie freuen sich, wenn sie von den Menschen gewählt werden, trauen denen aber keinen Meter über den Weg und schützen sich dann vor ihnen, nur um nachher behaupten zu können, sie würden sie vor sich selber schützen. Womit ich ENDLICH den Bogen zur bevorstehenden, und ich tue mich immernoch schwer es so zu nennen, Zensur geschlagen habe.

Mich hat kaum ein Medium so bereichert, wie das Internet in den letzten 4 Jahren, seitdem ich blogge und mich noch mehr mit der Materie auseinandersetze. Und das wird jetzt alles vorbei sein? Werden Nachrichten jetzt gefiltert? Werde ich nur noch selektiv informiert? Nun, ich glaube der Regierung erstmal ihr hehres Ziel, es allein auf Kinderpornographie abgesehen zu haben. Ein absolut abstraktes Verbrechen. Schäbig, ekelhaft, verachtenswert aber vor allem: Höchst dramatisch. Das Menschen ihren Kick daraus beziehen, ein anderes Leben zu zerstören. Da muss eine Menge schief gelaufen sein. Das schüttelt mich.

Kinderpornographie ist hierzulande verboten. Selbstverständlich. Und selbstverständlich gilt das auch für das Netz. Wer hierzulande online KiPo anbietet, verkauft, tauscht, whatever, macht sich strafbar. Und kann problemlos ermittelt werden. Wenn man es denn wollte. Die Regierung möchte aber Stop-Schilder vor KiPo-Seiten packen, damit da niemand aus Versehen drauf landet.

Wie sagte Ben Stiller in “Verrückt nach Mary” so schön zu dem Anhalter, der ihn fragte was er von seiner Idee halte ein 7-Minuten-Fitness-Video auf den Markt zu bringen und somit den Hauptkonkurrenten, das 8-Minuten-Fitness-Video hinter sich zu lassen? “Ich verstehe was du meinst.” Der Dialog geht aber noch weiter. Denn Ben Stiller fragt den etwas verwirrt scheinenden Anhalter, was er denn mache, wenn jemand ein 6-Minuten-Fitness-Video auf den Markt bringen würde. Das erzürnt den Anhalter, der sich die ganze Zeit an seinen Seesack klammert, wie ein Politiker an seinen Stuhl und er brabbelt nur noch unverständliches Zeug, warum es unbedingt die 7 Minuten seien müssten (”7’s the key number here. Think about it. 7-Elevens. 7 dwarves. 7, man, that’s the number. 7 chipmunks twirlin’ on a branch, eatin’ lots of sunflowers on my uncle’s ranch. You know that old children’s tale from the sea. It’s like you’re dreamin’ about Gorgonzola cheese when it’s clearly Brie time, baby.”). Und Ben Stiller, etwas eingeschüchtert, fragt nicht mehr weiter nach. Und das erinnert mich doch ziemlich an die momentane Debatte. Über 130.000 Menschen haben online eine Petition unterschrieben, in der sie sich gegen das heute beschlossene Gesetz gestellt haben. Hat es etwas genützt? Nein. Die Minister, die Abgeordneten, haben wider besseren Wissens für ein Gesetz gestimmt, das wirkungslos ist. Zumindest wirkungslos in puncto “Schutz missbrauchter Kinder”. Denn Kinderporno findet schon lange nicht mehr auf großen, öffentlichen Seiten statt (hat er vermutlich auch nie). Netzsperren, wie die die jetzt kommen werden, haben schon in anderen Ländern zu keinem Erfolg geführt. Es wird alles nur noch mehr verschleiert, mehr in den Untergrund getrieben, überspitzt liesse sich sagen: Die Regierung sorgt gerade dafür, das das Problem, das sie behaupten bekämpfen zu wollen, seine kriminelle Energie noch mehr professionalisiert. Wenn sie das nicht ohnehin schon längst getan haben. Aber damit ist sie ja in guter Gesellschaft, zumindest der Teile, denen sie gefallen will. Die “Deutsche Kinderhilfe”, ein zwielichtiger Verein der vom Spendenrat niemals als gemeinnützig anerkannt wurde, bejubelt die konservative Regierung. Lobbyarbeit nennt man sowas. Alte Kolumnisten schwafeln in den Zeitungen, die sie eh vom Internet bedroht sehen, von ein paar Spinnern, die das Netz als rechtsfreien Raum behalten wollen. Was niemand will und auch nie jemand so empfunden hat. Ursula von der Layen behauptet mit den Sperren nun vor allem solche Leute wegzuhalten, die vielleicht aus Versehen auf KiPo-Seiten gelandet und von der Materie angefixt worden seien. Von Kinderpornographie. Hallo? So nach dem Motto: Oh, ist ja doch ganz geil, was die da machen, oder wie?

Nochmal: Menschen, die das anturnt, sind krank. Schwer krank. Brauchen Hilfe. Ganz bestimmt. Aber es ist ja nicht so, als wenn KiPo etwas wäre, was jemand ernsthaft auszuprobeiren in Bertracht zieht, wenn er nicht sowieso schon komplett gestört ist. Das ist nicht wie wenn ein Mann zu seiner Frau sagt: “Du Schatz, wollen wir nicht vielleicht mal eine dritte Frau dazuholen?”. Es sagt ja keiner: “Du Schatz, mir ist langweilig mit dir zu schlafen, mal sehen ob ich was fescheres im Kindergarten finde.”

Was mich ebenso fassungslos macht: Mich für komplett verblödet zu halten. Und das tun eigentlich im Moment alle, denen ich auch eigentlich bis zu einem gewissen Grad vertrauen sollte. Ich sollte der Politik vertrauen. Das kann ich nun gar nicht mehr, weil sie mich nicht hört, sich über mich hinwegsetzt und auf ihre, statt auf meine Interessen setzt. Ich sollte, bis zu einem gewissen Grad, auch den Medien vertrauen können. Aber die wollen ihren eigenen Arsch retten, um weiter zu existieren, um weiterhin in der Reisekostenabrechnung den Puffbesuch mit dem Interviewpartner zurückerstattet bekommen und deswegen ziehen sie alles, was ich für wertvoll halte, in den Dreck. Ohne auch nur zu differenzieren oder zu versuchen, zu verstehen womit ich mich täglich und viele andere Menschen auch umgebe. Und so bricht gerade ein Kartenhaus nach dem anderen zusammen. Die Musikindustrie. Dank Dieter Gorny nicht mehr ernstzunehmen. Die Verlagshäuser. Dank dem sogenannten Heidelberger Appell nicht mehr ernstzunehmen. Und spätestens heute hat es eben auch die Politik erwischt.

Denn: Es hat nicht nur ein Großteil des Parlaments das Gesetz durchgewunken, das uns das Internet verbietet (übrigens: Abgesehen von der Wirkungslosogkeit der sowieso einfach zu umgehenden Sperren, soll die Liste, auf welcher die Seiten stehen, die ein Stop-Schild bekommen einzig und allein vom BKA verwaltet werden - keine weitere Kontrollinstanz - die Polizei als Richter, Vollstrecker und Ankläger). Was viel schlimmer ist: Sie haben es aus machtpolitischen Gründen getan, nicht aus Überzeugung. Und allen Beschwörungen zum Trotz, werden jetzt schon Begehrlichkeiten zur Erweiterung angemeldet.

Kölner Stadt-Anzeiger: Auch Killerspiele sperren

18.06.2009 - 21:20 Uhr, Kölner Stadt-Anzeiger

Köln (ots) - Der CDU-Bundestagsabgeordnete und
baden-württembergische CDU-Generalsekretär Thomas Strobl will über
die Sperrung kinderpornografischer Seiten im Internet hinausgehen und
hat auch die Sperrung von Killerspielen ins Gespräch gebracht. “Wir
prüfen das ernsthaft”, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger”
(Freitag-Ausgabe). “Wir gehen nach Winnenden nicht zur Tagesordnung
über. Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf
das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein
rechtsfreier Raum sein.”

Es geht schon lange nicht mehr um das Verhindern von Kinderpornographie. Es geht um viel mehr. Es geht um die Demonstration von Macht. “Seht ihr, auch wenn ihr mich noch so laut anbrüllt, das ich falsch liege, ich kriege alles durch, also haltet mal schön die Schanuze, ihr verdammten Nerds.” So ruft wohl das kleine Teufelchen auf der Schulter der Familienministerin. Das kleine Engelchen auf der anderen Seite sagt schon lange nichts mehr und sitzt nur traurig dreinblickend da und hofft, das diese schlimme Zeit des Politikerdaseins bald ein Ende hat. Es würde nämlich gerne wieder gehört werden.

Ich habe eben bei Spreeblick einen ganz furchtbaren Kommentar gelesen. “Willkommen im 4. Reich” stand da. Und falscher, dämlicher, unreflektierter und verfolgungswahniger kann man es wohl nicht ausdrücken. Aber das ist dann eben auch wieder die andere Seite de Medaille. Wieviele Leute, die das richtige wollten, haben die falschen Worte dafür gewählt. Haben Dialog lieber durch Diffamierungen ersetzt. Haben sich im Ton vergriffen. Aus Panik. Aus Angst. Das haben sie ja dann irgendwie wieder mit der momentanen Politik gemeinsam.

Jetzt gehts erst los. Killerspiele, Musikseiten, freie Projekte, freie Kreativität, die auch mit Zitaten spielen können soll, wenn sie es will - forget it. Nach der Wirtschaftskrise kommt jetzt die kulturelle. Und das alles nur, weil ich die Mitschüler ausgelacht habe, die damals in der jungen Union waren. Weil sie nicht verstanden haben, auf was für einem falschen Weg sie waren. Weil ich nicht verstanden habe, das sie ja nur Liebe und Respekt wollten.

Diese Regierung wird nicht abgewählt. Wir haben nicht die Lobby, nicht die Kanäle den Menschen begreiflich zu machen, was da gerade für Schindluder betrieben wird. Die nächste Regierung wird Schwarz-Gelb und die FDP wird plötzlich vergessen, das sie am heutigen Tage vor dem Brandenburger Tor stand um gegen die Netzsperren zu demonstrieren. Weil die CDU ihr dafür Pöstchen anbietet, für die plötzliche Amnesie.

Der Anhalter in “Verrückt nach Mary” sagt am Ende seines wirren Monologs noch etwas zu Ben Stiller, was auch gut passt wenn man Stiller als Symbol für uns, das Volk, nehmen möchte und den Tramper, der immernoch fest seinen Seesack umklammert, als Stellvertreter für die uns Regierenden:

“Und jetzt komm in mein Büro!”
“Warum?”
“Weil du gefeuert bist!”

Wer den Text bis zum Ende gelesen hat, und nicht mindestens so verwirrt ist wie ich: Meinen Glückwunsch. Ich hätte nicht gedacht das es dich gibt.



Hörbuchpodcast 8 bis 10/12: Alice im Wunderland

Jahaa, ihr dachtet das wäre eine Serie, die ich anfange, aber nicht zu Ende bringe? Hier ist der Gegenbeweis. Nur noch zwei Kapitel, dann ist es vorbei. Oder besser gesagt: Als Belohnung für das lange Warten, nun drei Kapitel auf einmal. Viel Spass nun mit einem sonderbaren Croquet-Spiel, der seltsamen Bekanntschaft mit einem Greif und einer falschen Schildkröte und einem kleinen Privatkonzert am Strand.

Alice im Wunderland - Achtes Kapitel - gelesen von Nilzenburger

Alice im Wunderland - Neuntes Kapitel - gelesen von Nilzenburger

Alice im Wunderland - Zehntes Kapitel - gelesen von Nilzenburger

ACHTUNG: Zu Anfang sind die drei Teile hier fies übersteuert. Ging gerade nicht anders. Wenn es für euch nicht auszuhalten ist, dann kann ich die gerne nochmal aufnehmen. Aber vielleicht reicht es euch ja auch so. Aber dennoch: NICHT ZU LAUT AUFDREHEN. Ich will ja nicht das ihr aus dem Bettchen fallt, wenn ich euch was zum einschlafen vorlese.

Alle bisherigen Kapitel findest du hier.



Fernsehen mit deiner Schwester Lieblingsblogperson

Der Malcolm und ich, wir wagen heute das unwagbare: Wir gucken die zweite Folge von “Germanys Next Showstar” auf Pro 7 und ihr dürft bei unseren Eindrücken live dabei sein (oder wenn ihr es verpassst habt, hier nachlesen), denn zum ersten Mal wird auf dem Weltfrieden live gebloggt! Um 20:15 Uhr gehts los, viel Spass!



Fiffige Forschläge für fiele Festival Fans

Festivals sind ja ein Universum für sich. Ein Wochenende lang hängt man mit Freunden ungemütlich im Schlamm und versucht noch ein bischen von seiner Lieblingsband mitzubekommen. Was schwer fällt, wenn man den Tag schon mit einem Frühschoppen beginnt. Und trotzdem: Wenn das Festival dann vorbei ist, dann erinnert man sich nur daran, was man für eine grossartige Zeit gehabt hat.

Denn auf Festivals, da kann man auch mal abspacken. Und da man mit der Lust daran nicht alleine ist, kommen schnell ganz viele andere dazu, die gerade auf der gleichen Wellenlänge unterwegs sind. Und nirgends kriegt man das mal wieder schöner und lustiger demnstriert, als in folgendem Video:

Ein Typ spackt, vermutlich breit oder von sich und der Musik (und dem grandiosen Ausblick) berauscht, ein bischen zur Musik rum. Ein anderer kommt dazu und spackt aus Spass etwas mit. Und dann kommt der beliebte Eigendynamikeffekt. Ich hab mich auf jeden Fall kaputtgelacht. Vor Freude. DAS ist gelebter Weltfrieden. Guckt mal:


[YouTubeDirektSpontanFlashmob]

Nun, spontanes abspacken hat auch seine Grenzen. Zumindest für manche Polizisten. Während 2 der 3 hier beteiligten Staatsdiener anscheinend eher deeskalieren wollen, reitet sie der dritte, nervöse in die Scheisse und versucht die Situation mit Elektroshocks unter Kontrolle zu kriegen. Und auch wenn Typen, die alles ausdiskutieren wollen nerven: Das ist wohl etwas zu viel des Guten. Oder Schlechten. Je nachdem. Deswegen: Passt auf, wenn ihr nackt aufs Festival geht! Die Jungs sind unberechenbar!

[VimeoDirektTaserGegenLöres]

[Erstes Video via Facebook, zweites via René]



Hier, meine Karte

Nehmen wir mal an ich bräuchte noch eine Visitenkarte (ein äusserst anachronistisches Utensil, das sich damals die Menschen vor allem auf Geschäftstreffen in die Hand gedrückt haben um ihre Kontaktdaten auszutauschen, ja Kinder, die waren da drauf gedruckt!), so hatte ich immer ein Design/Inhalt favorisiert, das ich mal vor nem Jahr oder so im Netz gesehen habe:

img_1871

Aber was ich jetzt gesehen habe, ist der absolute Wahnsinn. Eine wirklich fantastische Visitenkarte von einem der lustigsten Menschen der Welt. Allerdings ist die Karte selber auch schon alt, ich glaube der benutzt heute auch keine mehr. Aber die, die er damals hatte, die war der Hammer. Die würde ich heute noch machen. Vielleicht fällt mir ja doch ein guter Grund ein, wofür ich Visitenkarten brauche, dann kann ich sie so machen wie Steve Martin:

steve-martin

[Karte von Andrew Bush, via der grossartigen Katja Riot 36]



Das beste Online Museum der Welt

Wisst ihr, von mir aus kann die CDU, die Regierung, die Content-Industrie, und wer sonst noch so meint das Netz sperren zu müssen, das gerne machen. Die sollen alle Seiten zu machen. Google? Pff, Zeitfresser. SpOn? Kann ich auch im Heft nachlesen und gleichzeitig dadurch auch noch den Printjournalismus retten, der ja so bedroht ist. Blogs? Die Klowände des Internet. Twitter? Die Klowand der Klowände des Internet. Facebook? Wer braucht das, sind doch eh alles Nazis da. Echt. Macht den ganzen Kladderadätsch zu. Plötzlich boomen auch wieder so schwer angeschlagene und unser aller Mitleid verdienende Industriezweige wie (Kulturindustrie deiner Wahl einfügen). Und die POst wird sich auch freuen, das wieder mehr Briefe verschickt werden.

Das ist mir alles egal. Es darf nur eine einzige Seite aufrufbar bleiben. Wir nennen es dann auch nicht mehr “das Internet” sondern “das Kompetenznetz”, obwohl es gar kein Netz mehr sein wird. Und jeder muss sich täglich diese Seite angucken. Denn was es da zu sehen gibt, das ist der Wahnsinn. Das hat mir gerade so eine unglaubliche Freude bereitet, das ich aus dem kichern nicht mehr raus komme. Es ist ein Museum der Alltagskultur. Ein Museum das sich nur um den einen Gegenstand dreht, den jeder von uns schonmal gesehen hat. Mit dem jeder von uns schon auf die ein oder andere Weise in Berührung gekommen ist. Und dieses Museum bildet diesen Gegenstand in seiner mannigfaltigen Erscheinungsweise ab, zeigt uns wo er auftaucht, beweist uns das er weiter verbreitet ist, als wir ohnehin schon geahnt haben.

Ich könnte noch weiter ausholen in meiner Lobrede auf die jetzt schon beste Idee des Jahres, die in einem Blog veröffentlicht wurde. Stattdessen möchte ich aber das ihr jetzt alle zu Dirk rübergeht, der laut seiner Domain “Bigstyler”, was er mit diesem, übrigens ständig erweitert werdenden, Post bestens unter Beweis gestellt hat. Meine Damen und Herren, liebe Kinder und Rentner, ich präsentiere ihnen:

Das deutsche Fliesentischmuseum!

Für mich ab heute absolute Pflichtdomain zum täglichen checken.

[via Malte Welding]



Hat mal jemand gerade 2,3 Millionen Dollar?

Ich möchte ja nach Kalifornien auswandern und nach längerer Suche habe ich jetzt auch den Ort gefunden, wo ich hin will.

Hier.

Ich meine: Hallo? Das ist das Haus von Cameron! Und zwar in diesem Fall nicht das meiner Herzensdame Diaz, sondern von Cameron aus “Ferris macht blau”. Das Haus in dem die den Ferrari aufbocken und rückwärts laufen lassen, damit der Kilometerstand zurückgeht. Das Haus von Camerons Eltern! Und das ist zu verkaufen! WAAAH! Ich liebe das Internet. Und jetzt mein Plan: Wir legen alle zusammen und ziehen da hin, okay? Könnte etwas eng werden bis wir auf die benötigte Summe kommen, aber mal im Ernst: In dem Haus in dem eines meiner Top 10 Meisterwerke des Films aller Zeiten gedreht wurde, da bin ich froh wenn ich da nur im stehen schlafen darf. Also: Wer ist dabei?