Was ich im Netz vermisse…

Überall hört man Netz 2.0, innovativ, modern, kommunikativ, Twitter, dumichauch. Aber was ich schon so oft vermisst habe, wenn ich mal wieder überlegt habe was ich in die Adresszeile meines Browsers etwas eintippe: Eine tägliche, intelligente, gerne auch Meinungs-behaftete, frische, junge, spannende, interessante, ausführliche, runduminformierende, aktuelle, bisweilen auch amüsante, meinetwegen auch Netz-affine, vernünftige, sauber recherchierte, modern präsentierte, coole Nachrichtensendung. Ich hätte gern so tägliche 15 Minuten, nach denen ich mich sauber informiert fühle und wenn ich mehr wissen will, dann stehen die Links unter dem Video schon parat.
Auf sowas bin ich noch nicht gestossen, ihr? Dann bitte sofort den Link her. Wenn das aber keiner gefunden hat: Was machen wir dann damit?
“Wer weiss es, wer weiss es? Keiner weiss es? 1834.” (Ok, das Filmzitat musste jetzt einfach sein…;))





Verloren Eingefroren

Ich war ja bei diesem Freeze Berlin Ding am Samstag. Dazu ist vermutlich auch schon alles gesagt worden, aber ich gebe es gerne nochmal aus der Sicht eines Beteiligten wieder:

15 Minuten vor Beginn der Aktion war ich am Alexanderplatz, weil ich noch vor dem Kaufhof verabredet war. Ich komme da also an, vor mir in der Bahn eine Gruppe junger Menschen die sich unterhalten und so Sachen sagen wie “Freeze Berlin - Wir waren dabei!” und so. “Süss”, denk ich mir und steige aus. Und was soll ich sagen: Der Alex war proppenvoll! Das standen Tausende rum und da ist auch schon das eigentilche Problem: Die standen rum!

Diesen Textanfang habe ich seit ca. 2 Tagen offen auf meinem Desktop liegen und ich habe nun gemerkt, das ich wirklich keine Lust habe, diesen Text zu schreiben. Ja, es war lusitg, hat Spass gemacht und die meisten haben es nicht gerafft sondern standen rum bis 15 uhr, standen dann 5 minuten rum um danach wieder rumzustehen. So lässt es sich ganz gut zusammenfassen. Wirklich beeindruckend war die plötzliche Stile auf dem übervollen Alex. Das fand ich toll. Und ein hübsches Mädchen hat mich in meinem Freeze fotografiert, das fand ich auch toll. Das wars eigentlich auch schon. Wir wollten danach im Kaufhof-Restaurant noch Kuchen essen, aber das ist ein ziemlich schauriger Ort, vor allem an einem Samstagnachmittag. Wir haben dann in Mitte Kuchen gegessen. Ich aß eine Tiramisu-Torte die sehr lecker war und dann traf ich noch zufällig meine Münchener Frisörin in einem Brillenladen. Ihr seht: Die Sachen, die ich nach dem Event gemacht habe waren irgendwie aufregender.



Alaaf you!

Meine Güte, das wird ja hier noch zum Frustrationsblog…Machen wir lieber schnell weiter.

Ich werde dieses Jahr meiner Tochter zum ersten Mal kölner Karneval zeigen und freu mich schon wie Bolle (Was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, denn Bolle ist ja eine Berliner Figur…kicher…was? Nicht lustig? Nerdspässchen? Und selbst die findes eher mau? Menno.). Nun haben wir aber ein Kostümproblem, oder besser gesagt ICH habe eins. Denn meine Tochter will unbedingt als Cindy Lou Who gehen, das kleine Mädchen aus “Der Grinch” und da ja unsere Kostüme zusammenpassen sollen, ist ja wohl Ehrensache, muss ich als was gehen? Genau.

Nur, wie mache ich mir jetzt einen grünen, fusseligen Vollkörperanzug?



And all I know of love is how to live without it…

Nicht verknallen ist ja auch keine Lösung. Ich halts da mit *ch*: Der Sommer kommt. Bestimmt.

Das einzige was man sich nur immer fragt: Soll man jetzt kämpfen oder nicht?
Das ist ja eigentlich immer die Frage. Soll man um etwas kämpfen, wenn man nicht weiss ob es sich zu kämpfen lohnt. Klar, werden jezt einige sagen, lieber mit wehenden Fahnen untergehen als es nie probiert zu haben. Aber so einfach ist es ja nunmal nicht. Man will sich ja eigentlich nur dann der Gefahr aussetzen sich eventuell zum Affen zu machen, wenn man auch glaubt den Hauch einer Chance zu haben. Das kann ich aber nunmal so gar nicht einschätzen. Da steht man also ratlos da, überlegt und so langsam, ganz langsam geht das Feuer aus. Und dann trifft man sie nach langer Zeit zufällig wieder. Und dann ärgert man sich noch mehr, das man damals einfach so aufgegeben hat.

Hm. Ich glaub ich lass es lieber. Ich bin einfach ein paar Wochen zu spät. Schade. Dabei liegt mir viel an ihr. Aber es wird wohl nie mehr so unbeschwert wie es war, als ich noch in sie verknallt sein durfte.

Wir haben uns am Wochenende zufällig gesehen und gäbe es einen Preis für verkrampftes Aufeinandertreffen: Wir hätten gross abgesahnt.

Vielleicht ist “nicht verknallen” doch eine Option. Dann muss man es aber auch durchziehen. Die Anleitung dazu haben nicht nur praktischer- sondern auch ironischerweise die Schnulzenkönige “The Carpenters” abgeliefert:

All the years of useless search
Have finally reached an end.
Loneliness and empty days will be my only friend.
From this day love is forgotten
I´ll go on as best I can..

What lies in the future is a mystery to us all.
No one can predict the wheel of fortune as it falls.
There may come a time when I will see that Ive been wrong.
But for now this is my song…
And its: goodbye to love


[YouTubeDirektHalloSingleleben]



Und jetzt sprecht mir alle nach:

Ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet.

Und nochmal!

Ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet.

Das ist doch wirklich ein scheiss Ort. Alles bleibt virtuell und wenn es dann mal echt wird, dann klappts auch nicht. Das Internet ist herzfeindlich. Gut zum wichsen, schlecht zum lieben und alles was die Liebe behindert, ist der Weltfriedenfeind und deswegen:

Ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet.

Ja ja, am Ende ist es doch nur meine eigene Doofheit. Ich weiss. Aber meint ihr das will ich jetzt hören? Warum passiert mir immer das gleiche in Herzensangelegenheiten? Warum muss ich mir seit 20 Jahren die gleichen Sprüche anhören? Und warum müsst ihr das jetzt mit ausbaden? Lecko mio, ich war wirklich lang nicht mehr verknallt, jetzt hab ich wenigstens begriffen warum. Bringt ja nix ausser Aua.

Ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet.

Ich habe schon oft gelesen, das es Leute befreit ins Netz zu schreiben. Sich den Frust von der Seele schreiben oder den geistigen Müll im Blog entsorgen. Aber ich sage euch eins: Das funktioniert nicht. Mir wird es nach diesem Eintrag nicht besser gehen. Kein Stück. Vielleicht auch nicht schlechter, das weiss ich nicht. Aber besser auf keinen Fall. Weil es ja nichts an der Tatsache an sich ändert. Lasst es uns noch einmal zusammen sagen, obwohl es ja gar nicht s dafür kann, das arme Kleine:

Ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet,
ich hasse das Internet.

Und jetzt nur noch den Router zum Wertstoffhof bringen.



Nachtrag zur Wikipedia-Diskussion

Dieser Diskussionsbeitrag hat meinen Tag gemacht….



Das Internet und die Lüge

Ja, klar, ich weiss: Reisserische Überschrift unter der man jetzt weiss ich was erwarten kann. Es geht aber um einen konkreten Fall. Dafür hole ich mal etwas aus:

Ich lese eigentlich täglich das PoliticallyIncorrect-Watchblog Politisch Korrekt von Dietmar Näher. Es ist unglaublich was der Mann sich täglich für eine Arbeit macht, um die rassistische, islamophobe Drecksschleuder als das zu entlarven, was sie ist, nämlich eine islamophobe und rassistische Drecksschleuder. Wobei entlarven vielleicht das flasche Wort ist, denn das machen die ja selbst schon den lieben langen Tag. Näher dokumentiert das hauptsächlich. Dabei recherchiert er recht sauber und führt die Typen ein ums andere Mal vor. Was diese scheinbar unbeeindruckt lässt. Aber wenn man ab und zu sieht, was sie ihm für Mails schreiben, dann merkt man schon das ihnen nicht immer ganz wohl in ihrer Haut ist.

Wie dem auch sei: Die PI-Macher lügen gerne und oft in ihren Beiträgen. Ich will ihnen gar nicht vorwerfen, das sie das immer bewusst machen, sicher ist das ab und zu auch mit Recherche-Unfähigkeit oder -Unlust zu erklären und ausserdem dem Zwang, “andere” Nachrichten als der Mainstream zu generieren. Da muss man sich das schonmal alles zurechtbiegen, um das eigene Klickvolk bei der Stange zu halten. Exemplarisch nehmen wir uns mal einen recht aktuellen Eintrag (Link zum Watchblog) vor:

Unter “Starbucks: Erklärung gegen Israel”, behauptet PI das der Kaffee-Gigant antiisraelisch sei und lieber arabische Kunden hätte, plus dem nahen Osten. Die ganze Geschichte ist so anstrengend konstruiert, das man nur den Kopf schütteln kann. Ich kann es kurz anreissen: Im Netz wird behauptet, Starbucks unterstütze Israel. Was übrigens im Netz im Moment von allen möglichen Firmen behauptet wird. Starbucks sagt: Nein, tun wir nicht, wir unterstützen niemanden, wir sind ein weltweites Unternehmen, das für alle da ist. Weil sie diese Meldung neben vielen anderen Sprachen auch in arabisch übersetzen, sieht PI einen eindeutigen Beweis für die Antiisraelität des Konzerns. Konstruiert? You Betcha! Amüsante Pointe: Der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Starbucks ist Sohn eines jüdischen Hilfsarbeiters.

Wirklich erstaunlich, wie so oft bei den selbsternannten Aufklärern, wird es dann in den Kommentaren (Man verzeihe mir, das ich hier nichts von dem menschenverachtenden Blog verlinke). Man werde dort nun nicht mehr seinen Kaffee kaufen, die werden schon sehen, was sie davon haben, sollen sie doch pleite gehen, blablabla. Einer, der sich honigbaer nennt, schreibt dann:

Der Laden steht kurz vor der Pleite. Will 9.600 “Mitarbeiter” entlassen. Gewinne sollen um 69 % gefallen sein.

Okay. Starbucks hat gerade ein echtes Problem. So weit, so richtig. Man muss Leute entlassen und Filialen schliessen. Das stimmt. Beide Zahlen aber, in dem wirklich kurzen Kommentar, sind so nirgends aufzufinden. Der Gewinneinbruch beträgt 70%, so ist es überall zu lesen. Es sollen ca. 12.000 Leute entlassen werden oder aber versetzt. Da verstehe ich jetzt schon zwei Sachen nicht: Woher kommt die “9.600″ in dem Kommentar und warum wurde Mitarbeiter in Gänsefüsschen gesetzt? Sind Starbucksmitarbeiter keine echten Mitarbeiter? Wird da nicht gearbeitet? Oder ist nur dieser eine Begriff in dem Kommentar ein Zitat und somit auch das einzig nicht erfundene? Und warum ist der Laden kurz vor der Pleite? Weil ein honigbaer das gerne so möchte? Ja, das sind sehr grosse Zahlen, um die es da gerade geht, aber wenn man so eine aggressive Expansionspolitik wie Starbucks betreibt, dann ist scheitern nicht nur imament, sondern auch komplett einkalkuliert. Klar, man hat Probleme durch die Konkurrenz, allen voran McCafé. Aber wir reden hier von 7% der weltweiten Mitarbeiter, deren Posten auf der Kippe steht. Sieben Prozent! Es sollen in USA 600 Filialen geschlossen werden..600 von 11000! Und dann noch on top: Nach diesen Nachrichten lag die Aktie auch noch leicht im Plus! Ja, sind die denn alle verrückt geworden?

Das ist aber nur die Faktenlage. Darum soll es gar nicht gehen. Mich fasziniert etwas anderes: Warum lügt jemand einfach so? Warum lügt der Zahlen in seinen Kommentar, was verspricht sich dieser Mensch davon? Aufmerksamkeit? Joa, sicher. Aber hätte er die nicht auch mit den echten Zahlen? Ich glaube da wird gelogen, weil das ein elementarer Bestandteil des politischen Weltbildes ist. Man hat es nicht leicht als islamophober Waschlappen und muss sich seine Argumente andauernd zusammenlügen, so das man es schon gar nicht mehr merkt und so ist es ein Reflex, wenn man irgendwo Zahlen liest, diese zu eigenen Zahlen zu machen und ein bischen umzulügen. Versteht ihr worauf ich hinaus will? Die wollen unbedingt EIGENE Meldungen, Nachrichten und lügen dann eben bekannte Meldungen um. Das haben die Kommentierer natürlich gelernt, von ihrer Basis, PI. Aber ist das nicht erstaunlich? Lügen, damit man was eigenes hat. Wie traurig ist das eigentlich?