Knappe Entscheidung

Wer konnte denn auch schon ahnen, das so kurz vor Ende des Jahres noch die eigentlichen Knaller erst jetzt bei mir ankommen? Während sich alle auf MGMT stürzen, die ich zwar gut finde, aber irgendwie zu kunststudentisch und englisch (als das sie mir wirklich sympathisch sein könnten), gibt es da ein paar Jungs aus Kalifornien, die schon bei ersten sehen und hören ihres Songs alle meine Rezeptoren für Glück, Freude, Geborgenheit und Mixtapes ansprechen: Iglu & Hartly.

Ich weiss, komischer Bandname. Da kann ich ja auch nix für. Ich find die super und den Song auch und der ist auch genau das, was ich bei diesem verkackten Müllscheisswetter, wo alles Grau in Grau ist, brauche: Eine leichte Überdosis Kalifornien. Schön. Noch knapp reingerutscht, aber hiermit besiegelt: Mein Lieblingslied 2008.


Iglu & Hartly - In This City - OFFICIAL PROMO
Hochgeladen von Iglu-Hartly


Der Club der langsam gehenden Menschen…

…trifft sich jeden Morgen an der Bahnstation der Schule meiner Tochter, wo er in einiger Gruppendynamik die Treppe versperrt für die Menschen, die auch noch Termine resp. ein Leben haben. Anders kann ich mir das nicht erklären. Es sind diese Momente wo ich mir wünsche, ein leidenschaftlicher In-die-Hacken-Treter zu sein..



Die 100 besten Songs aller Zeiten - Platz 1

Es ist soweit. Ihr und ich, wir haben alle gewusst das dieser Moment kommen müssen würde, auch wenn wir uns wünschten, es würde noch ewig so weitergehen. Aber diese Liste ist an ihrem Ende, resp. ihrem Anfang angelangt. Der erste Platz. Das beste Lied aller Zeiten, ohne Diskussion. Wahnsinn. Als ich die Liste angefangen habe, hätte ich nie gedacht, das ich so weit komme. Aber dank euch, Weltfriedenleser, habe ich es geschafft, habe durchgehalten. Hier ist er, unser aller Preis:

Platz 1

Ehrlich gesagt bin ich etwas verwundert, das in noch keinem einzigen Kommentar nach der folgenden Gruppe gerufen wurde. Aber rollen wir das Feld mal von Hinten auf: Als Kind fand ich die Band total super, weiss auch nicht warum. Da muss etwas in den Kompositionen sein, was kindlichem Musik-Harmonie-Bedürfnis entspricht. Als ich dann Teenie wurde, da fand ich keine Band uncooler als die, ihre Hits hingen mir zu den Ohren raus. Hits übrigens, die ich auch im Blockflötenunterricht zu spielen lernte. Den ich mit Waldi besuchte. Das war cool, weil wir im Sommer immer mit der Lehrerin im Garten unterm Kirschbaum sassen und übten. Privatunterricht. Was uns eben auch den Luxus ermöglichte, uns Lieder zu wünschen, die wir spielen sollen. Sie besorgte also Notenblätter (wohlgemerkt in einer Zeit lange VOR dem Internet) der Songs. Da war viel Disneykram dabei, so Mary Poppins und so, aber eben auch die gleich folgende Band. Mit ihren grössten Hits. Vermutlich auch ein Grund, warum mir das so zum Halse raushing.

Die Jahre zogen ins Land, ich interessierte mich mehr für Punkrock, Hip Hop, Crossover und so Zeug. Ich lernte 5 Akkorde aus “Peter Burschs Gitarrenschule” (bis heute mein gesamtes Repertoire an Akkorden) und schrieb damit unzählige Hits Songs. Die Band um die es hier geht, war mir immernoch egal. Dann kam ich ins Krankenhaus, die Mandeln rausoperiert. Das war ziemlich dringend, wegen Erstickungsgefahr und so. Im OP lief ein Radio. Ich wurde reingeschoben und die Narkose begann langsam zu wirken. Es war die Band leise zu hören und ich fragte, ob man nicht Nirvana anmachen könnte, woraufhin der OP-Saal milde lachte und ich in die Narkose fiel.

Nun lag ich eine Woche im Krankenhausbett. Mit 17. Geburtstag hatte ich auch noch in der Zeit und bekam einen Discman geschenkt. Und die neue und erste Ärzte CD, nach ihrem Split! Wie toll! Mein Bruder kam vorbei, brachte mir meinen Walkman mit und Kassetten, die er aufgenommen hat. Zum Beispiel mit dem Helmet Album “In the Meantime” oder mit dem Smashing Pumpkins Album “Siamese Dream”. Ich kannte die Bands nicht, ich kannte die Platten nicht, aber es hat mich alles begeistert. Aufgesogen. Umgehauen. Was musikalisch alles möglich war, wie sehr Gitarren Emotionen wie Hass (Helmet) oder Liebe (Pumpkins) ausdrücken können, völlig unterschiedlich. Das war der Wahnsinn.

Doch dann ist es passiert. Ich lag im Bett, döste vor mich hin und hatte dabei die Kopfhörer auf. Mein Walkman hatte Auto-Rewind, das heisst die Kassette drehte sich von selber um. Ich hatte keine Lust sie schon wieder zurückzuspulen, wie ich es immer tat, weil sie mir so gefiel. Nein, ich wollte sie jetzt mal durchhören. Doch was hörte ich da? Die mir so verhasste Band, mit einem ihrer gähnigen Hits. Ich beschloss es einfach durchlaufen zu lassen, so ein bischen Berieselung, die meine Konzentration nicht erfordert, sollte zum einschlafen doch ganz gut sein. Die Lieder liefen, meine Augen wurden schwerer, ich war kurz vor dem Schlaf.

Aber dann kamen sieben Minuten und siebenundvierzig Sekunden, die mein komplettes Weltbild aus den Fugen gehauen haben. Die wirklich Alles verändert haben. Die meine Sicht der Dinge auf den Kopf drehten. Ich hörte dieses Lied und dachte:

Aha, mmmhh…Moment mal! Das ist dieselbe Band?!?!?! Das ist von denen?!?! So ein krasses Lied? Das gibts doch gar nicht! Das ist ja Metal oder fast schon Doom! Nein, das ist ein klassischer Blues! Ach Quatsch, das ist lupenreiner Grunge! Iwo! Hör dir mal die mehrstimmigen Gesänge an, das ist ganz klar Pop! Es ist eine kleine Oper! Eine Punkrockperle! Eine Rockballade! Das Lied ist so alt und so neu! Ich habe sowas noch nie gehört! Das bedeutet ja, die Band war gar nicht so ne Popband, sondern die waren ja richtig progressiv! Die haben ja alles gemacht! Die haben alles erfunden! Wahnsinn!

Und ich spulte den Song wieder zurück. Und hörte ihn nochmal. Und dachte wieder das Gleiche. Und spulte ihn nochmal zurück. Und hörte ihn nochmal. Und dachte wieder das Gleiche. Und spulte ihn nochmal zurück. Und hörte ihn nochmal. Und dachte wieder das Gleiche. Ich war nun natürlich Hellwach. Ich hatte eine Entdeckung gemacht, das war der Hammer. Klar, vor mir haben sicherlich viele diese Entdeckung auch gemacht, aber das war jetzt egal. Ich persönlich begriff zum ersten Mal, wie sehr Musik machen mit dem Begriff Freiheit verbunden ist und auch sein muss, um bis ans Herz zu klingen. Mein Herz war von dem Lied genauso getroffen wie mein Kopf oder mein Bauch. Erstaunlich: Der Song ist recht melancholisch, fast ein bischen düster, eigentlich gar nicht meine Art, aber hier auf Platz 1. Das beweist es ja auch wieder nur: Musik bedeutet Freiheit. Der Verdienst dieses Songs ist es nicht, mir gezeigt zu haben WAS alles möglich ist, sondern DAS alles möglich ist. Und das in 7:47 Minuten hinzukriegen, das ist schon eine einmalige Leistung. Bitte erheben sie sich von ihren Bürostühlen und zollen sie dem folgenden Lied den Respekt der ihm gebührt. Der erste Platz in der Top 100 Liste der besten Songs aller Zeiten, geht an:

The Beatles - I want you (She´s so heavy)


[YouTubeDirektAllesIstMöglich]

P.S.: Morgen kommt dann noch das Bonusmaterial dieser Liste, dann ist damit aber wirklich erstmal Schluss….:)



Die 100 besten Songs aller Zeiten - Platz 2

Ich bin so aufgeregt! Dabei weiss ich doch schon längst, wer gewonnen hat. Habe übrigens nach dem ersten Platz noch ein Superspecial für den nächsten Tag geplant, unbedingt dranbleiben. Moment mal, wir sind ja gar nicht beim Fernsehen! Hier ist der Silbermedaillengewinner und es war wirklich sauknapp und hauchdünn:

Platz 2
Das letzte Mal im Leben, das ich wirklich Fan sein sollte. Das wusste ich zum Zeitpunkt dieses Songs aber noch nicht. Da habe ich nur eins gemerkt: Wie sich Kraft anhört. Reine, pure, echte, verzweifelte, wütende, brachiale, kanalisierte, forcierte, ungeschönte, raue, dreckige, ehrliche, anziehende, spuckende, brennende, kneifende, keifende, brutale, moderne, inspirierte, freie, künstlerische, kollektive, verwirrende, saftige, hypnotische, einzigartige, lüsterne, durstige, schreiende, wahre Kraft. Und sowas beeindruckt einen 15/16-jährigen so sehr, das es locker 16 Jahre anhält und wohl auch nicht mehr weggehen wird. Und sich die Gänsehaut immernoch sofort einstellt, sobald man das Anfangsriff hört. Ich hab früher immer scherzhaft gesagt, wie genervt meine kinder mal sein werden, wenn ich ihnen im Alter Nirvana vorspiele und ihnen vermitteln will, wie genial das ist, während sie das langweilig finden, weil es eben Elternmusik ist, und sie lieber im Jahr 2015 Kroxy Syxpolax hören oder so. Aber der Witz ist, jetzt wo ich ja auch schon seit 7 Jahren Vater bin weiss ich: Es wird genauso kommen. Der Song ist unsterblich.
Nirvana und “Smells like Teen Spirit


[YouTubeDirektSporthalle]

Übrigens: Der einzig wahre und annehmbare Grund, der Band auf Platz 6 dieser Liste jedweden Platz zu verbieten und für immer aus Bestenlisten zu verbannen, ist hier zu sehen, aber wir sehen einmal generös drüber hinweg. Achtung, NOT SAFE FOR MUSIKLIEBHABER!


[YouTubeDirektUnterhemdZerreissen]



Die 100 besten Songs aller Zeiten - Platz 3

Der Countdown beginnt. Ihr seid vor Spannung geborsten, was da wohl kommen mag. Und deswegen will ich euch nicht weiter auf die Folter spannen. Hier also Platz 3:

Es gibt Musikstile, die bleiben im Prinzip immer gleich. Metal ist so einer: Klar, da gibt es dann mal Ausreisser wie System of a down oder so, aber im Grunde genommen machen die auch nichts anderes als Maiden 83, nur das es raffinierter aufgenommen wurde. Es gibt aber auch Musikstile, die sind einem stetigen Wandel unterworfen, die erfinden sich alle paar Jahre neu. Und darum soll es auch bei Platz 3 gehen: Hip Hop. Ich weiss nicht wieviele Richtungsänderungen und Stylechanges diese Musik schon erlebt hat, seit die Sugarhill Gang “Hotel - Motel - Holiday Inn” gerappt hat, aber es waren und sind einige. Mittlerweile geht es ja in Richtung Elektro, was einige Hardliner als Weg zurück zur Basis betrachten, weil in den Anfangstagen des Rap ja auch Electro eher die stilprägende Musikrichtung war, Stichwort Africa Bambaata. In Amerika ging es dann Mitte der 80er eher in Richtung Gangsta Rap. N.W.A. und Konsorten gaben den Ton an, so wie es in etwa heute im Deutschrap der Fall ist. Wobei, das muss man ja auch sagen, deutscher Gangster-Rap sich so langsam wieder verabschiedet. Einer der letzten ist Bushido, der gerade mit seinem neuen Album, das er zum achtem Mal rausgebracht hat, seinem eigenen Genre munter das Grab schaufelt. Das ist wohl das, was man die deutsche Mitnahme-Mentalität nennt. Egal, kommen wir wieder zurück zu den wahren Pionieren des Sprechgesangs. Wie gesagt: Die 80er Jahre standen im Zeichen der O.G.s und das wäre wohl noch eine Zeit so weiter gegangen, wenn man nicht 1991 plötzlich ein Saxophon durch die Rapcharts hätte tröten hören. Und der Beginn der zweiten Strophe (ich muss den Text hier mal etwas unchronologisch auseinander rupfen…):

Yo, check it, exit the old style
Enters the new.

..sagt eigentlich wohin die Reise geht. Hier ist eine Band, die ihren Stil perfektioniert hat. Und sich auf ihrem zweiten Album schon für tot erklärt, dabei ging es jetzt erst richtig los, denn: Der Welthit war da. Und das zu Recht. Eine dermassen hookige Nummer die von und für alle produziet war, die neben Hip Hop auch noch Musik mögen, also musikalische Musik meine ich, nicht blosse Rythmus-Transporter. Die Band selbst beschreibt den Song so:

I got a funky new tune with a fly banjo.

So werden Lieder für die Ewigkeit gemacht. Denn, das ist ja eben auch das Besondere daran: Dieses Lied lieben auch Menschen, die sonst mit Hip-Hop eher weniger anfangen können. Eine Fähigkeit des Songs, die für modernen Hip Hop auch praktisch wäre, erhöht es doch die Aufnahmeberietschaft und Toleranz sprechgesangsfremder Musikliebhaber. Aber heute will ja jeder lieber wieder sein eigenes Süppchen kochen. Bis dann endlich wieder die nächsten De La Soul kommen und uns ihren Anrufbeantworter vorrappen: “Ring Ring Ring“, zu Recht auf Platz 3.


De La Soul - Ring Ring Ring (Ha Ha Hey)
by Hakunamatata67

[DailyMotionDirektAB]

P.S.: Eigentlich weiss das ja vermutich schon jeder, aber ich will es nur nochmal gesagt haben: Die Raffinesse von De La Soul lag ja vor allem auch in ihrer stil- und geschmackssicheren Sampleauswahl für die Songs. Das hatten sie mit den Beastie Boys gemein. Wobei man ja vor allem anerkennen muss, das die Wahl, quasi als Hook den Song “Name and Number” der englischen Funk-Pop-Band Curiosity killed the Cat zu covern, mehr als genial war. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, der möge sich doch bitte mal den Refrain des folgenden Liedes zu Gemüte führen, welches 2 Jahre vor “Ring Ring Ring” veröffentlicht wurde. Ich fand das damals super. Und Nein: Auch wenn es den Eindruck macht, ich möchte hier keine Verschwörung aufdecken, es ist ja jedem bekannt, das De La Soul das gecovert haben. No big deal, but a great choice!


Curiosity Killed The Cat - Name And Numb
by jpdc11

[DailyMotionDirektGuterSongScheissDance]



Die 100 besten Songs aller Zeiten - Vorfinale

Lange Zeit habe ich mit mir gehadert. Erst wollte ich die Plätze 10 - 1 als letzten Post machen. Dann habe ich aber gedacht, das das den Gewinnern nicht gerecht wird. Dann habe ich überlegt die Top 5 als Einzelpostings zu machen, das hat aber einen Klickstreckengeschmack, finde ich. Aber nur Platz 1 als einzelner Beitrag ist irgendwie auch zu wenig. Deswegen: Jetzt die Plätze 10 - 4 und die letzten Drei dann einzeln. Ist doch ein guter Kompromiss. Für alle die die letzten 6 Teile nicht mitbekommen haben: Diese Liste ist indiskutabel, das bedeutet das es daran nichts, aber auch wirklich gar nichts zu rütteln gibt. Endlich mal eine Liste die stimmt. Los gehts:
Gib mir den Rest, Baby!



Die 100 besten Songs aller Zeiten - Part 6

Die Plätze 25 - 11 sind heute dran, das bedeutet: Endspurt. Der letzte Teil der Liste, in dem noch Plätze an Blogger vergeben wurden…Morgen dann das grosse Finale. Zumindest fast. Jetzt gehts aber erstmal hier los:
Gib mir den Rest, Baby!



Die 100 besten Songs aller Zeiten - Part 5

Ein freundliches “Hallo” auch an alle Leser, die von Spiegel Online hier gelandet sind. Ich stelle gerade eine Liste auf, mit den 100 besten Songs aller Zeiten. Sie müssen wissen, das diese Liste bindend ist und nicht diskutabel, das heisst was hier steht ist Gesetz. Ansonsten sind sie alle natürlich herzlich willkommen, hier auf dem Weltfrieden. Wo es normalerweise auch noch viele andere Sachen zu lesen gibt ausser komische Chartlisten. Widmen wir uns aber nun den Platzierungen 40-26:
Gib mir den Rest, Baby!