Wegen Scheissspiel heute geschlossen.

Ach ja, fair play und so: Glückwunsch Spanien.



Neues aus der Videowelt

Nach dem vermeintlichen Buhei um das letzte Video “Stress” von den französischen Housepoppern Justice (siehe auch hier), ist nun endlich die Originalversion des Clips im Netz aufgetaucht. Mannometer, da gehts aber gut ab, in den pariser Vorstädten. Es ist Feuer zu sehen, viel sinnlose Gewalt und ein perfider “Streich”, der sicher noch Konsequenzen haben wird. Vorsichtshalber schonmal die Klingel abstellen, wegen Nachahmern….

[DailyMotionDirektKlingelmäuschen via]

Als wenn das nicht schockierend genug wäre, habe ich hier den neuen, zutiefst obszönen Clip der Gruppe Katze entdeckt mit dem Titel “Hübsch aber Dumm”. Aber Achtung: NSFH!!!! (Not Safe for Home)


[YouTubeDirektLecken]



Freunde und die Farbe Rot

Es gibt doch nichts schlimmeres als Freunde darauf hinweisen zu müssen, das sie irren, oder? Ich meine: Wenn mir ein Arschoch begegnet das sich kapital auf dem Holzweg befindet, dann teile ich ihm das gerne mit (manchmal) und man kann das ja dann auch in der richtigen Situation und Konstellation richtig schön geniessen, aber bei Freunden? Ich meine, wenn die so richtig, richtig, richtig falsch liegen, das alles zu spät ist? Wenn man. schon aus reiner Freundschaft, den schweren Gang gehen MUSS und ihnen mitteilt, das sie schief gewickelt sind? Gibt es irgendjemand der das gerne macht? Nein? Gut, dann muss ich es wohl selber tun:

René, du hast dich sowas von vertan.

Ich habe mir am Wochenende das neue Album von Weezer geholt und ich muss sagen: Endlich. Endlich sind Weezer wieder da, wo sie hingehören. Oder besser gesagt: Endlich haben sie ihr drittes Album aufgenommen. Der aufmerksame Fan wird nun sagen: Nanu? Drittes Album? Ist das nicht schon das 6.? Dann erkläre ich euch mal meine Weezerrechnung:

Das erste Album ist das Blaue. Eine nachwievor hervorragende Platte die wirklich gar keinen Staub angesetzt hat und vermutlich auch nicht mehr wird. Eine Platte für die Ewigkeit. Oder die einsame Insel. Oder zum Helden zeugen. Wie auch immer, ihr alle kennt das Album, ich muss euch nix erzählen, niemals in der Geschichte wurde Pop mit Metal und Punk und Folk so auf den Punkt gebracht, wie auf der Platte mit dem Smash-Hit “Buddy Holly”.

Das zweite Album ist “Pinkerton”. Nach dem blauen Album hat man alles erwartet. Kinderchöre, Gospelchöre, Chorchöre. Weitere brilliante und ausgefeilte Rocksongs, mit der geliebten Süsse eines Carpenters-Albums. Und was bekam man stattdessen? Ein sperriges Möbelteil, das beim Auszug plötzlich nicht mehr durch die Tür passen will, obwohl man es doch genau da vor ein paar Jahren noch durchbekommen hat. Plötzlich begann Ironie zu triefen (”Everyones a little queer, why can´t you be a little straight?” aus Pink Triangle), Gitarren waren überverzerrt und alles klang wie im Proberaum aufgenommen. Und plötzlich spürte man so etwas wie…Spass! Liebe an der Musik! Klar, die gab es auf dem blauen auch zu hören, aber das hier war anders. Man musste nicht mehr beweisen, wer oder was man war, man spielte jetzt einfach drauf los. Eine Wahnsinnsplatte. Ebenfalls für die Ewigkeit.

Dann kamen ein paar Platten, die für reguläre Weezeralben gehalten wurden. Erst das grüne Album, mit dem sie musikalisch wieder versuchten da anzuknüpfen, wo sie beim blauen aufgehört haben, das ganze aber nur wie ein Aufguss rüberkam bzw. klang als wären es Songs, die es nicht auf die blaue geschafft haben. Uninspiriert. Als nächstes Maladroit. Eine schöne Platte, aber unausgegoren. Zu früh veröffentlicht, ausserdem scheints, sehr inspiriert von River Cuomos Leidenschaft für Hairspraymetal, was erstmal nicht schlehct ist, aber gerade die Mischung hat es bei Weezer immer ausgemacht. Hier war man etwas zu nah am Original, also auch kein Album, sondern ein Versuch. Und dann gab es noch Make Believe, das angebliche Album mit dem angeblichen Hit “Beverly Hills”. Reden wir einfach nicht drüber.

Und jetzt endlich zu haben: Das neue Album. Das rote Album. Die Platte ist die dritte von Weezer, denn hier wird sich wieder auf alte Stärken rückbesinnt, ohne zu übersehen, das die Welt sich weitergedreht hat. Weezer müssen kein zweites blaues Album machen, den Job haben jetzt OK Go übernommen. Ein zweites Pinkerton würde aber auch nicht so recht passen. Und was haben sie dann stattdessen gemacht? Eine Mischung aus beiden Platten! Der Rotz von Pinkerton trifft den Kitsch vom Blauen. Und dabei kommen grossartige Songs zustande. Songs die uns alle überleben werden. Nicht in Stadien, icht in Bierzelten. Vielleicht nur in ganz wenigen CD-Regalen oder auf ganz wenigen, extrem lange haltbaren Festplatten, aber das sind Lieder, die kann man nicht kaputt machen. Und da ist die Single “Pork and Beans” trotz ihres charmanten Internetstar-Videos noch eines der schlechtesten Lieder auf der Platte. Der zweite Song zum Beispiel: “The greatest man that ever lived” ist nichts weniger als Weezers “Bohemian Rapsody”. Ein langes Lied mit gefühltem dutzendfachem Tempo-, Stimmungs- und Harmoniewechsel. Als ich das zum ersten Mal gehört habe, morgens nach dem Frühstück am Ufer des Flusses, da musste ich sofort und instinktiv auf Repeat drücken, weil ich nicht glaubte, was ich gerade gehört hatte. Wahnsinn. “Heart Songs”, eine Ballade über das Fansein und plötzlich selber Fans haben. Absolut rührend und das meine ich komplett Ironiefrei. “Everybody get dangerous” mit nachgespieltem HipHop-Beat-Grundsample schafft Clubstimmung, ohne ein Clubsong zu sein. “The Angel and the One” beweist mal wieder was für ein grossartiger Balladier der Herr Cuomo ist. Und dann auch noch als Boustrack ein Cover von “The Band” und dann auch noch ausgerechnet “The Weight”, mein Lieblingsstück von denen. Wahnsinn. Auf dem blauen Album war “Say it ain´t so” immer mein Lieblingslied. Nun gibt es den Song quasi in Albenlänge (und in Rot). Ich bin wirklich und tiefsten Herzens beeindruckt, so ein Album hätte ich von Weezer nicht mehr erwartet.

Und René: Tut mir wirklich leid. Wir bleiben aber Freunde, ja? Auch wenn du keine Ahnung von Musik hast? (Gnihihihihihiiii…….)



Abriss

Auf zwei Festivals gewesen am Wochenende…stop…nach Jahren wieder Sonnenbrand gekriegt…stop…schönen weissen Abdruck im Gesicht, wo die Sonnenbrille war…stop…das Gelände des südlichen Festivals war schöner…stop…dennoch gewinnt das nördliche in der persönlichen Bestwertung…stop…warum, wollt ihr wissen…stop…weil das nördliche normale Zigaretten auf dem Gelände anbot und das südliche nur diese scheiss Ökofluppen, die zu teuer sind und aus denen nichts rauskommt, so sehr man auch saugt, man hat eher das Gefühl das gleich die eigene Lunge den Körper verlässt, aufgrund des Sogs, den man aufbringen muss um wenigstens ein “Mü” Rauch aus der scheiss Indianerkippe zu kriegen…stop…man hat da keine anderen Kippen bekommen, für mich ein klares NoGo und Marketingfehler…stop…ich schweife ab…stop…Stimmung war aber auf beiden Plätzen vom feinsten…stop…nächstes Jahr bitte noch die Nikotinproblematik in den Griff kriegen…stop…ich bin raus…stop…



Old habits die hard….

Und damit habe ich den Wettbewerb für die dämlichste Überschrift seit der Erfindung von Blogs gewonnen! Vielen Dank! Ich nehme den Preis an und danke der Academy für ihre…..Moment, ich komm ertsmal zum Thema.

Die sympatische Band Angelika Express war super. Ich hab sogar mal ein Lied von denen für meinen ersten Kurzfilm im Rahmen meines Studiums benutzt. Leider wurde der Film nie fertig und deswegen musste ich die Band nie anfragen, ob ich den benutzen darf, weil der Film ja sowieso nirgendwo gezeigt wurde. Trotzdem “Geh doch nach Berlin” war ein Superlied das mich prompt (trotzt des entgegengesetzt wirkenden Titels) an den Song “Geh nicht nach Berlin” erinnerte, von der Band “Die helfende Hand” ebenfalls aus Köln, aber ungefähr 10 Jahre vor Angelika am Start. Habe ich nun eine ausgewiesene Vorliebe für AntiBerlin-Lieder aus dem kölschsprachigen Raum? Ich denke nein. Aber wenn die Lieder doch so lustig waren…

Angelika Express haben sich aufgelöst und eigentlich wäre die Geschichte hier zu Ende. Wenn Angelika-Mastermind Robert nach ein paar Jahren Abstinenz nicht das Gefühl gehabt hätte, wieder ein paar Songs im Angelika-Style machen zu müssen. Ohne Bend gehts auch und deswegen nimmt er alle Songs im Moment selbst auf. Und irgendwann will er dann auch eine Band zu sammenstellen. Und wieder touren. Aber der Clou: Alle Songs, die er gerade neu schreibt, veröffentlicht er auf seinem Blog. Zum freien Download. Alles selber machen. So sieht der Masterplan aus. Und was soll ich sagen? Er hat das Songschreiben nicht verlernt. Angelika-Lieder haben immernoch diese schöne Mischung aus Druck, Noise und schönen Texten, die mich streckenweise sogar an die besten deutschen Songtextschreiber erinnern, die es je gab, nämlich die Lassie Singers.

Deswegen: Schnell herübergehen und sich die (bisher) 9 Lieder anhören, runterladen, auswendig lernen und verbreiten. Für eine bessere Rockmusik. Hier mal ein Beispielsong:





Quantcast

[via René]

Desweiteren fände ich es natürlich schön, wenn ich mal die Gelegenheit bekäme mit Waldi einen Remix von einem der neuen Songs zu machen. Ausserdem könnte ich mir auch gut vorstellen, mit Robert mal die ganzen Rots-Songs richtig aufzunehmen und so wie er das macht zu veröffentlichen. Aber nennen wir das doch erstmal “Zukunftsmusik”.



Nimm das, Beetlebum!

Jojo, zieh dich warm an. Denn die Weltfriedentochter hat das Comiczeichnen gelernt. Es mag manch einem noch ungewohnt vorkommen, die Sprechblasen von links unten entgegen dem Uhrzeigersinn bis zur grossen ganz obern zu lesen, aber die japanische Lesart hat sich auch bei deutschen Abdrucken von Mangas mittlerweile bewährt. Ausserdem ist dies der Cartoon einer Linkshänderin und die dürfen das. Als letztes sei mir noch erlaubt darauf hinzuweisen, das ich das Gefühl habe das der Weltfrieden edukativ auf der richtigen Spur zu sein scheint. Ich meine: Ich habe ihr nie etwas vom Weltfrieden erzählt, sie nicht mal danach gefragt. Sie mag halt einfach Herzen. Hier also nun der fantastische Comic meiner Tochter, schön schnell auf einen Block gekrakelt, so wie ichs mag. Auch auf die Gefahr hin, das nur ich den gut finde und mein Vaterstolz meine Kritikfähigkeit überschattet.

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Lachen über Fleisch

Mensch, da ist aber gestern Abend der Fips mit mir durchgegangen, als ich folgenden Knallerwitz kreierte:
Was macht ein snobby Deutschlandfan nach einem gewonnen Spiel?

Er steigt in ein Taxi und sagt “Folgen sie dem Corso!”

Knaller, oder? Zum Glück sehe ich dann aber immer, das ich nicht der einzige bin mit einem ausgeprägten Sinn für Humor, sondern die Menschen ohne Freunde e.V. Tierschützer haben den auch. Mal im Ernst: Gehts noch?
[via ix#]



Dieses Grummeln im Bauch…

Es wäre gelogen zu behaupten, das 1:0 gestern hätte mich wesentlich beruhigt, was den weiteren Verlauf des Turnieres betrifft.



Ich wurde gemacht um dich zu lieben, Baby.

Ich gehe eigentlich ungern auf Konzerte. Weiss auch nicht warum, aber meistens langweile ich mich da ganz schnell. Allerdings habe ich in letzter Zeit wieder ein bischen mehr Lust darauf bekommen, was sicher daran liegt das die Bands mittlerweile auch wissen, wie wichtig eine schöne Liveperformance ist (s.a. Deichkind). Am Montag war es wieder soweit: Eine Freundin hat mir netterweise Karten geschenkt. Nach dem Spiel am Sonntag und einem Ausflug am Montag, von dem ich an anderer Stelle sicher noch berichten werde, waren wir alle ziemlich im Eimer. Und deswegen musste ich dann Montag Abend alleine losgehen. Obwohl ich noch eine Karte übrig hatte. Ich bin auf das Konzert gegangen (gibt es eigentlich noch Menschen die “Konzi” sagen? Ich hoffe nicht…), weil ich dachte: Die Band muss man schonmal live gesehen haben. Die haben das Live-Band sein quasi erfunden. Und die meisten ahnen es bereits: Ich war auf dem Konzert von KISS.

Das Durchschnittsalter des Publikums war ungefähr 10-15 Jahre über meinem und wurde höchstens gedrückt durch ein paar Anwesende Jugendliche, die von ihren Vätern mitgeschleppt wurden. Bis auf einen Typen, den ich mit einem Metallica-Shirt sah, waren alle mit KISS-Leibchen bekleidet, jeweils immer verschiedene Tourshirts der Tourneen der letzten 30 Jahre. Das MOtto des Abends war übrigens: Alive 35! Vor 35 Jahren wurde das berühmte Alive-Album von KISS veröffentlicht. Meine Herren. Ganz schön was auf dem Buckel, die Platte. Wie die Vorband mit Namen hiess war nirgendwo zu lesen. Das waren so junge Emo-Rocker, ich glaube mit Kajal, wo der Sänger immer so schön sang und der andere Gitarrist und der Bassist immer zum konterkarieren ins Mikro grunzten. Die haben auch keinen Break zwischen den Songs gemacht, sondern einfach durchgespielt, eine halbe Stunde lang. Das ganze hat wohl zwei Gründe gehabt:

1.) Dadurch sparten sie Zeit bei den Ansagen und konnten so bestimmt mindestens ein Lied mehr spielen.
2.) KISS Fans zeichnen sich durch vieles aus, aber sicher nicht durch ihre Toleranz anderen oder neuen Bands gegenüber. Ich gebe gerne zu: Die beste Band war das nicht, eher so ein bischen uninspiriert, aber musikalisch hats okay gerockt, als Warm Up schon zu gebrauchen. Aber als die dann ganz fertig waren gab es Buh-Rufe und Pfiffe und drei Leute haben geklatscht. Da hätte ich auch durchgespielt.

Die waren auf jeden Fall irgendwann fertig und wurden von der Bühne geräumt. Dann fiel das grosse Banner mit dem bekannten Schriftzug und die Leute jubelten sich schonmal warm. Als nächstes kam so eine Art Synthesizer-Brummen, ein diffuser Sound und die Spannung stieg. Man hörte das laut kreischende “Berlin? Are you there?”, alle schrieen, mit lautem Knall und Feuer fiel das Banner und während man Eric Singer am Schalgzeug und im Pete Criss Make-Up schon am Schlagzeug auf dem Podest sitzen sah, kamen die anderen 3 Bandmitglieder Gene Simmons, Paul Stanley und Tommy Thayer instrumentespielnderweise auf einer Art Ufo von oben auf die Bühne geflogen. Es war klar: Jetzt gehts los. Die grosse Show. Ich war gespannt.

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Was soll ich sagen? Nach dem ersten Knalleffekt wurde es tatsächlich ein bischen langweilig. Die Band spielte ihre Songs runter, alles alte Albumtracks die man als Fan wohl kennt, die mir aber eigentlich nichts sagten. Ich schätze ich kenne so 6-10 Kisssongs, von denen war keiner dabei gewesen. Und auch die Show hielt sich in Grenzen. Klar, ab und zu mal ein kleines Feuerchen, Simmons spie sogar einmal Feuer von einer Fackel die wie ein Schwert aussah, aber es wurde schnell sehr redundant: Licht an, Song runterspielen, Feuer, Song zuende, Licht aus. Licht wieder an, Stanley spricht…moment. Das sollte wohl auch noch erwähnt werden. Stanley hat ausnahmslos alle Ansagen gemacht und mich dabei dann doch wieder sehr amüsiert, denn der spricht exakt so, wie er singt. Immer so schreiend gepresst. Das wurde am allerlustigsten, als er einen Song ansagte, an dessen Titel ich mich nicht mehr erinnere:

“The next song, is a song about alcohol. But remember Berlin: Don´t drink and drive! When you want to drink, do it in a safe place and take care that you don´t hurt yourself or others! Because we want to come back next year…(Jubel)…and we want to see everyone of you again!”

Die härtesten Überväter des Rock predigen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Nicht schlecht. Ich war ziemlich baff und habe sehr kichern müssen, was mir die umstehenden KISS-Fans aber wohl übel nahmen, zumindest guckten sie mich alle böse an. Der Gitarist hatte noch ein Solo bei dem er alleine auf der Bühne stand und mit Pyros die aus seiner Gitarre schossen Flammen in den Himmel zauberte. Natürlich nicht ohne vorher scheinbar endlos rumzugniedeln. Beim nächsten Song hatte dann der Schlagzeuger sein Solo, bei dem er wie wild trommelte, sein Schlagzegpodest nach oben fuhr und unten Qualm rausschoss. Dann kamen noch 2 Songs, die Band verneigte sich vor dem Publikum und verliess die Bühne.

Und dann ging es endlich richtig los.

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KISS kamen zurück und spielten alle ihre Hits. Dabei spuckte Gene Simmons Blut und flog auf die Traversen über ihm, an denen die Scheinwerfer befestigt waren. Paul Stanley flog auf einer Art Seilbahn über das Publikum und spielte einen Song auf einer kleinen Minibühne mitten in der Masse. Naja, sie war eher direkt neben dem Mischpult, aber das stand ja mitten in der Masse. Bei “Rock´n´Roll all night” wurden Riesen-Konfettikanonen abgefeuert die die ganze Riesenhalle sofort in einen Blizzard verwandelten und als dann “I was made for loving you Baby” lief, riss es die Leute von den Stühlen und alle tanzten. DAS war die Show wegen der ich hier war, DAS wollte ich mal gesehen haben. Hammer.

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Dann war alles vorbei. Die Leute strömten aus der Halle, schrieen auf der Strasse rum, oder sich gegenseitig an um sich zu versichern, das sie gerade KISS live gesehen haben, die Legenden des Rock. Und auch wenn es mir dann zum Ende hin noch gut gefiel, muss ich sagen: Die Männer sind alt geworden. Das sieht man vielleicht nicht unter dem ganzen Make-Up. aber das sieht man an der Art wie die sich bewegen. So komisch staksend. Und silberne Buffaloschuhe sind irgendwie auch nicht mehr cool. Das könnte man aber alles noch easy verkraften und als lustig abtun. Das Ding ist nur: Die Songs klingen so alt, wie sie sind. Mir ist mal wieder aufgefallen, warum ich eben nie so ein grosser KISS-Fan wurde: Weil die Songs so outdatet rüberkommen, so altertümlich, so antiquiert. Das liegt wahrscheinlich daran, das Simmons ja nun wirklich fast immer eine Art Discobass gespielt hat, der ausserhalb dieser Zeit im Rock eigentlich nicht wieder vorkam. Es hat bestimmt auch noch andere Gründe, keine Ahnung, aber irgendwie wirken die wie eine Parodie ihrer selbst. Eigentlich auch deswegen, weil sie alles auf der Bühne so furchtbar ernst nehmen, es gibt irgendwie keinen Moment der Ironie. Was die Show aber dringend bräuchte um ernst genommen zu werden. Das klingt paradox, ist aber nicht weniger seltsam als alte Männer in 40 Jahre alten Kostümen. Den musikalischen Vergleich mit AC/DC müssen sie sich gefallen lassen und den verlieren sie haushoch. Die Sachen die Angus Young und Co da produziert haben, klingen seit je her zeitlos, wahrscheinlich weil sie so altmodisch gemacht sind. Reiner, klassischer Rock. KISS haben da versucht moderner zu sein, das macht sie heute älter als sie sein wollen. Das Ding ist aber auch: Ich habe öfters lachen müssen, aber die Leute nehmen das auch so wahnsinnig ernst. Die vergöttern ihre Band. Die kämen mit einem ironischen Bruch vermutlich gar nicht klar. Und das ist ein bischen Schade.

Alles in allem war es aber ein wirklich unterhaltsamer Abend, der seine Längen hatte. Ich war aber auch schon ziemlich kaputt als ich ankam. Was meint ihr wie froh ich war, als ich zu Hause ins Bett fiel.



2 Fragen, die nur scheinbar etwas miteinander zu tun haben:

1. Kennt jemand einen guten Tätowierer in Berlin?
2. Kann Sperma schimmeln?