Politik

Ich wurde ja in den vergangenen Kommentaren dazu aufgefordert, doch mal etwas über Tibet zu schreiben. Nunja. Tibet ist sicher ein schönes Land, in dem es immer ziemlich kalt ist. Und einen schönen Berg haben die auch. Und eigentlich ist da auch der Dalai Lama der Chef, aber der regiert von Indien aus, weil es für ihn zu gefährlich in Tibet ist. Und jetzt begeb ich mich schon langsam auf das gefährlich dünne Eis der Spekulationen. Denn die Chinesen meinen ein Recht auf Tibet zu haben. Und vielleicht stimmt das ja sogar auch, ich weiss es nicht. Ich bin ja eher der Meinung, das auf einem Gebiet, wo ein Volk wirklich schon längere Zeit wohnt und lebt und sich ausgebreitet hat, das dieses Gebiet den Leuten dann auch zusteht. So wie eben Tibet den Tibetern, oder der Kosovo den Kosovovaren (?), oder Palästina…etc. etc. Ich gebe aber auch gerne zu mich einfach nicht genug auszukennen in der Geschichte und der Politik der jeweiligen Länder, um mir da ein wirklich abschliessendes und bindendes Urteil bilden zu können. Deswegen registriere ich zwar sämtliche Meldungen wo was wann passiert und versuche das für mich in einen sinnvollen Kontext einzuordnen, aber ich würde niemals meine Meinung herausposaunen nach dem Motto: Die und Die sind schlecht und Die und Die sind gut und jetzt solltet ihr gefälligst mal zu denen und denen stehen.

Ich will damit nicht sagen, das ich ohne Meinung sei. Ich versuche mir zu den jeweiligen Fällen durchaus meine Meinung zu bilden, aber es ist eben nie so einfach. Ich muss meine Sympathien auf fragile Gerüste bauen, denn ich muss auch damit rechnen, das sie jederzeit wieder eingerissen und geändert werden kann. Es ist eben in den allerwenigsten Fällen Schwarz und Weiss. Leider.

Ich kann freien Herzens hier und jetzt sagen, das Nazis Idioten sind. Stimmt aber nicht ganz, gibt sicher auch ein paar Clevere darunter, die nur einfach falsch abgebogen sind. Also, sehr falsch abgebogen. Die sehen dann aber ihre Chancen wohl anders oder haben andere Ziele, oder was weiss ich. Die Psyche von Nazis interessiert mich ehrlich gesagt nicht besonders, nur das: Ihre Meinung und ihre Ansichten sind von einer dermassen verblödeten Kurzsichtigkeit, das man es nicht aushalten kann. Selbiges gilt übrigens auch für Rassisten und Islamophobiker, obwohl: Das ist ja eh alles dasselbe und das Gleiche. Aber auch da: Ich würde einem Broder niemals vorwerfen dumm zu sein, das Gegenteil ist der Fall. Aber er vertritt eine Meinung, die ich nur schwer nachvollziehen kann, wenn ich mich ihr intellektuell nähere. Und dann denke ich mir: Aha. Siehst du, es geht ihm nicht darum seine Intelligenz zu nutzen, um den Leuten neue Erkenntnisse zu präsentieren, sondern er nutzt sie um die, die etwas weniger davon haben, dazu zu bringen ihm möglichst schnell und laut zu applaudieren. Keine Seltenheit: Gerade Menschen mit Grips sind wohl sehr anfällig für Eitelkeiten. Das ist bei Hass-Bloggern ja auch nicht anders.

Natürlich stehe ich eher auf der linken Seite politischen Spektrums, aber auch hier: Bullen mit Pflastersteinen zu bewerfen ist für mich nicht sinnvolle politische Aussage, sondern doof. Schlicht und ergreifend. Deswegen kann ich mich eben nicht zu 100 Prozent mit dem allen stellen. Ich würde auch niemals die Linke wählen, nur weil sie so heisst (wobei ich sie vermutlich sogar auch deswegen nicht wählen würde, WEIL sie so heisst) und einer der abschreckensten Gründe für mich ist dabei Petra Pau. Dieses hardlinerige Prinzipnörgeln ist für mich keine politische Arbeit sondern kurzsichtige PR-Arbeit. Mit der FDP übrigens genauso. Da nehmen die sich nichts.

Ihr seht also: Ich würde euch gerne zurufen: Unterstützt die tibetanischen Mönche! Boykottiert Olympia! Ich weiss, China ist nicht gerade zimperlich mit Kritikern, und doch: Ich glaub die Tibeter haben es hier und da auch etwas übertrieben. Ich weiss es nicht. Das kommt bloss aus einem Steinchen des Mosaiks, das ich mir zu der Situation zurechtzubasteln versuche. Und vor allem denke ich mir am Ende des Tages immer: China ist nicht die Regierung, sondern die Chinesen. Und die finden das wohl auch alles nicht so toll. Ach, ich verhedder mich da wieder.

Ich kann hier zu keinem klaren politischen Statement aufrufen. Höchstens das:

Informiert euch. Und wenn ihr denkt, ihr habt die Lage gecheckt: Dann sucht alles was dagegen spricht.





Musik to entspann by

Jetzt habe ich schon so oft darüber geschrieben, was es für eine Freude ist, wenn das Herz so stark getroffen wird, das man der Angebeteten gerne ein Mixtape aufnehmen würde. Und da habe ich doch beim Renè das folgende Tool gefunden und darf euch nun euer Weltfriedenmixtape präsentieren. Immer schön laufen lassen, vielleicht bei der Arbeit, beim knutschen, beim feiern…es passt einfach immer. Lieber Frühling, hier sind wir!



Schweizer Tierhass

Mit Kantonen auf Spatzen schiessen.
Der musste einfach raus…



Ein Märchen

Es standen einst drei Tannen auf einer Lichtung in einem Wald, der weit und breit von keiner einzigen Strasse durchbrochen wurde. Die erste Tanne war davon überzeugt gross und stark zu werden und den anderen Tannen zu zeigen, was eine richtige Tanne ausmacht. Sie träumte schon von ihren grossen und starken Ästen, den saftig grünen Nadeln und dem frischen Harz, das aus ihrer Rinde laufen würde. Mit diesen Vorstellungen nervte sie die anderen beiden tagein und tagaus.

Die mittlere Tanne hatte eine genaue Vorstellung davon, wo sie einmal landen würde. Sie war sich sicher das ihr attraktives und wunderschönes Holz einmal zu einem praktischen und klassischen Möbelstück verarbeitet würde. Und sie träumte bereits von all den tollen Büchern die man dann auf sie stellen würde oder daran, was man für ein gemütliches Bett aus ihr macht. Und wie sehr sich die Menschen daran erfreuen, wie ungeheuer nützlich sie doch sei: Diese eine mittlere Tanne.

Die kleine Tanne aber, die machte sich nichts aus dieser herumfantasiererei. Sie stand den lieben langen Tag auf der Lichtung und genoss die Sonnenstrahlen, die es bis zu ihr schafften. Sie freute sich wenn ihr Freund das Eichhörnchen mal wieder in ihren Ästen vorbeiguckte oder sich das liebe Reh an seinem Stamm schabte. Zufrieden lebte sie ihr Tannenleben und freute sich über das, was sie hatte.

Dann brannte der ganze Wald ab.

Ende.



Hallo Wach!

Das diffuse Gefühl, keinen klaren Gedanken im Kopf fassen zu können, ja, sie immer wieder durch die Hände glitschen lassen zu müssen, weil sie einfach nicht stillhalten wollen und man selbst zu schwach ist, sie wirklich fest an ihrem Schwanz zu packen und daran zu hindern abzuhauen, das dürfte wohl auf eklatanten Schlafmangel zurückzuführen sein.

Ach, ich wünschte es gäbe einen triftigen Grund dafür.

Um dem aufkeimenden Pathos zu entgehen etwas Musik:


[YouTubeDirektGewicht]



Fleischspiessrutenlaufen

Ich habe einen Stammdönermann in Berlin. Jeder, vor allem in Berlin, braucht einen Stammdönermann. Das gehört zu den elementaren Grossstadtüberlebensregeln. Aber das wisst ihr ja eh, ist ja das kleine Einmaleins.

Mit meinem Stammdönermann habe ich schon ein festes Ritual, das auf einem müden Gag basiert und das uns beiden trotzdem immer Spass macht. Denn ja: Ich liebe Redundanz als humoristisches Stilmittel. Der Gag geht auf jeden Fall so:

Mein Stammdönermann bietet seine Spezialität in zwei Ausführungen an. Normal und Hühnchen. Bei dem Hühnchenspiess ist immernoch so Gemüse eingeflochten und manchmal sogar oben am Ende des Spiesses eine dicke, fette, auf das gute Fleisch triefende, mich hämisch auslachende, halb aufgeschnittene Zwiebel. Deswegen kommt Hühnchen für mich natürlich überhaupt nicht in Frage, davon abgesehen das das normale Fleisch auch besser schmeckt. Ich bestelle also jedesmal wieder “Einen Döner, bitte.” und wirklich, ohne Ausnahme, jedesmal kommt dann die Frage:

“Chicken oder Hühnchen?”

Ich lache dann ein bischen, eher so in die joviale Richtung, sage dann sowas wie “Ne, heute nehm ich dann doch mal den Normalen.”, woraufhin der junge Stammdönermann so ähnlich lacht wie ich vorher, und dann macht er sich an die Arbeit. Dann fragt er mich noch nach meiner Sosse (Kräuter natürlich) und ob ich eine Tüte brauche (nur wenn ich eine Flasche Cola dazu nehme, was selten ist, weil ich sie meistens bei meinem anderen Freund im Späti hole), ich zahle und unser Geschäftsverkehr hat sich erledigt. Und jedesmal denke ich dann auf dem Rückweg wieder, Oh Mann, was für ein flacher Witz, aber gut, das gehört dazu. Es ist schon ein Ritual.

Gestern dann der Schock. Nicht böses ahnend gehe ich zu meinem Fleischfreund, wollte mir mal was besonderes gönnen und bestellte einen Dürüm und wartete auf den ritualisierten Sketch zwischen Verkäufer und mir. Aber was bekam ich stattdessen: Stille. Totale Stille. Der junge Fleischsäbler drehte sich um, buk das Brot auf, fragte mich schnell nach meiner Sosse und machte ansonsten Wortlos mein Essen fertig. Was war geschehen? Hatte ich etwas falsches gesagt? War Dürüm vielleicht eine lukullische Beleidigung oder habe ich es falsch ausgesprochen, so das es wie ein Schimpfwort klang welches phonetisch in der türkischen Sprache ganz nah beim Dürüm liegt? Vielleicht heisst Dörüm ja sowas wie bartloser Penisschädel, oder so. Das kann man dann schonmal falsch verstehen. Der Lautunterschied zwischen ö und ü ist ja nicht so wahnsinnig gross…Hilflos sah ich mich um. Vielleicht wollte er mir auch ein Zeichen geben. Vielleicht wurde der Laden gerade überfallen und die Verbrecher hielten ihn in Schach und er solle mich ganz normal bedienen und deswegen liess er das Ritual extra weg, damit ich wüsste das etwas nicht stimmt und Hilfe holen kann. Aber ausser uns war wirklich niemand in dem Laden. Das konnte es auch nicht sein. War es etwas an meiner Kleidung, was ihm nicht gefiel? War ich in seinen Augen etwa plötzlich “uncool”…? Hab ich es nicht real gekeept? Keine Dönercredibility für mich mehr? Er stand vor mir. Wartete, das das Brot fertig sei. Sah mich an. Ich sah ihn an, eingeschüchtert. Dann ging er beiseite, um das Fleisch schonmal zu schneiden und machte somit meinen Blick frei für das Unfassbare, den Dönergau, die Katastrophe per se, ja, ich sah die Wurzel allen Übels:

Normalfleisch war alle.



Die sprechende Frisur ist wieder da….

[DailyMotionDirektKonferenz]

Wenn ihr euch meine Worte zu Herzen nehmt, was ihr ja hoffentlich tut, dann besorgt euch doch die Platte hier, direkt bei den Küntlern sozusagen. Es lohnt sich derbstens. Also, natürlich nur wenn ihr gute Musik mögt. Desweiteren ist mir mal wieder aufgefallen, das die Haare ab müssen. Hat jemand Frisurenvorschläge? Dann bitte ab damit in die Comments.



Glück oder Sprung

Auf dem gegenüberliegenden Dach steht ein Schornsteinfeger bei der verrichtung seiner Arbeit. Irritierenderweise hat er aber statt eines Zylinders und einer schwarzen Jacke mit so grossen silbernen Knöpfen einen weissen Hoodie an! Und er hat sogar die Kapuze auf! Und so wie ich das von hier unten erkennen kann ist der Pulli sogar noch relativ sauber…Aber das wäre ja alles noch ok, wenn mein Hirn nicht die ganze Zeit erwarten würde, das der jetzt da irgendwie spektakulär vom Dach springt, indem er sich an der Regenrinne runterlässt und noch über drei Fensterbanken hüpft dabei, oder so. Der sieht halt in seinem Outfit aus wie ein Parcourer.

Symbolvideo:
[YouTubeDirektSymbolvideo]



Das zweitbeste Erlebnis des Wochenendes

Ich stehe im Club. Lerne einen Typen kennen, Klaus. Zwei Köpfe grösser als ich und einen Körper breiter. Er ist auch betrunkener als ich. Klaus hat einen Plan: Der Morgen graut schon, der Club macht langsam zu, Gäste sind kaum noch da. Da er das aber, aus welchem Grund auch immer, nicht zulassen will, den Abend hier zu beenden, möchte er möglichst viele Leute davon überzeugen mit ihm noch in eine weitere Bar zu ziehen. Mich fragt er auch. Mit einem lahmen Gag versuche ich abzusagen was er perfekt und anscheinend unabsichtlich superlustig kontert. Hier der Dialog. Aus meiner Erinnerung:

Klaus: Los! Wir ziehen noch weiter!
Ich: Och nö, lass mal. Ich bin schon alt, ich kann nicht mehr tagelang um die Häuser ziehen.
Klaus: Du bist alt?
Ich: Ja. 31. Wieso, wie alt bist du denn?
Klaus: Ich….ich bin…………..Klaus.

Mensch, war das ein Spass.
Der Erste der hier kommentiert: “Muss man wohl dabei gewesen sein” kriegt sofort 10 Jahre auf sein Alter im Pass draufgeschlagen. Das ist auch in der Nacherzählung lustig. Es vermochte mich übrigens trotzdem nicht davon überzeugen, weiterzugehen.