Meine Lieblingstweets des Jahres 2009

Hinweis: Das sieht jetzt so aus als wenn ich die Idee bei Spreeblick geklaut hätte. In Wirklichkeit habe ich dieses Tab aber schon seit 4 Tagen offen im Browser und noch nicht fertig gemacht. Sind wieder die anderen schneller. Aber seht es doch mal so: Jetzt habt ihr schon zwei verschiedene Listen mit tollen Tweets vom letzten Jahr. Ist das nichts?

Eine unprätentiöse Überschrift für einen Artikel, der doch so viel kapriziöses hat: So muss das sein. Keine lange Einleitung: 2009 war das Jahr in dem Twitter und ich endgültig in Love fielen, nachdem wir einen etwas mauen und anstrengenden Start hatten. Aber so ging es mir mit Facebook ja auch. Und es passiert immerwieder das ich mal meine Favoriten auf Twitter durchlese (das sind die tweets von andern, die ich als “gut” mit einem Sternchen markiere) und mich köstlich amüsiere. Deswegen jetzt und hier und als fröhlicher Jahresabschluss meine Best-Of-Liste anderer Leute tweets, die mich fröhlich machen/gemacht haben. Auf gehts.

Platz 10

Der Thombl bringt da ganz gut auf den Punkt, was eigentlich jeder bei Twitter jeden Tag erwartet. Deswegen zu Recht in dieser Liste vertreten und natürlich auch ein super Opener:

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Platz 9

Deef Pirmasens ist einer meiner Lieblingsfollower und Twitterer. Der hat eine gute Mischung aus trockenen Alltagsbeschreibungen und manchmal, ganz manchmal, da entfleucht ihm such a masterpiece wie dieses:

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Platz 8

Der Euphoriefetzen ist unbedingt lesenswert. Und zum Beweis habe ich einen grossartigen Tweet von ihm, der vor allem Freunden asiatischen Essens erst ein lautes “Aha!” und dann ein komisches Gesicht und dann ein Schmunzeln (mindestens!) entlocken wird. Übrigens: Euphoriefetzen twittert auch noch über viele andere tolle Dinge. Wie jeder in dieser Liste unbedingt Folgewert. Oder wie auch immer man das bei Twitterern nennt.

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Platz 7

Ich habe sehr rudimentäre Ahnung von Fussball, die meisten Namen sind mir aber geläufig. Was für ein Spass aber wäre das, wenn dem nicht so wäre? Findet auch reeft:

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Platz 6

Ein Sascha Lobo-Tweet gehört in diese Liste. Beherrscht er das Medium doch wie kein Zweiter. Und sondert meistens ganz wuderbare Tweets ab. Hier ist nun einer, zu dem man vielleicht die kleine Vorgeschichte erklären muss: Robert Basic, seines Zeichens Superblogger, hat vor nem Jahr oder so seinen Blog verkauft. Ich glaube der hat damals ne gute Stange Geld dafür gekriegt. So 50.000 Euro, wenn ich mich nicht irre. Hab gerade keine Lust nachzugucken. Zuletzt hat er wieder für Buzz um seine Person gesorgt, weil er nun seinen Twitter-Account zum Verkauf anbot. Und das man auch noch Sponsor bei seinem neuen Projekt “Buzzriders” werden könnte. Und hat eine Beispielrechnung gemacht, in der er für seinen Twitteraccount 50.000 Euro bekam. Bei, ich glaube, 4000 Followern. Nicht wirklich umwerfende Zahlen. Das ganze war ein bischen peinlich und hat für Aufmerksamkeit gesorgt (später behauptete Basic das er das ja hauptsächlich des Buzz wegen gemacht hätte und er noch kein passendes Angebot für seinen Account bekommen hätte - ja ne, is klar…). Und eben zu folgendem unfassbar lustigem Tweet von Sascha geführt, über den ich wirklich jedes Mal lachen muss, wenn ich ihn sehe:

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Platz 5

2009 - Das Jahr in dem “Schmidt und Pocher” endlich wieder aufhörte. Hipcheck hat das ganze noch etwas origineller formuliert und getweetet:

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Platz 4

Ich lese gerne Sibylle Berg. Wirklich. Ich mochte “Gold”. Frau Berg twittert auch. Manchmal sehr schräg, manchmal sehr Schwanz, aber manchmal auch einfach nur sehr lustig. Ich habe Milch über die Tastatur gespuckt, als ich ihren Tweet las, der sich auf Frank Schirrmachers Buch “Payback” oder, wie es hinter vorgehaltener Hand heisst: “Ein alter Sack kommt nicht mehr klar”, bezog:

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Platz 3

Johnny bloggt als Spreeblick (Nein, dieser Tweet war auch schon VOR dem Spreeblickartikel in dieser Auswahl und auch auf diesem Platz…;)). Und in diesem Sommer ging es auf Twitter wirklich heiss her, vor allem in Anbetracht der Bundestagswahlen, im September. Natürlich war die Piratenpartei dabei am meisten (selbstgemachtes) Thema. Aber es ging auch um grundsätzliche Fragen. Ich glaube irgendwann war bei jedem der Punkt erreicht, wo man den Scheiss nicht mehr lesen wollte. Das kann man aber auch eleganter ausdrücken, wie der Grand Seigneur der deutschen Bloggosphäre hier beweist (und mich vermutlich wegen dem eben verliehenen Titel töten wird) und bei dem ich mir immer vorstelle, das er ihn drehend auf seinem Bürostuhl mit piepsiger Stimme laut ruft, was das Ganze noch lustiger macht:

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Platz 2

Es war ein harter Kampf zwischen die beiden letzten Plätze. Klar war, das mein GTT-Partner Herm nicht fehlen darf. Vermutlich DER Qualitätstwitterer des Jahres. Jeder Tweet ein Treffer. Aber so viel Perfektion ist natürlich auch unheimlich. Und ich weiss nicht ob er in folgendem Tweet einfach nur einen Blick auf seine eigene Wand beschreibt. Ich bleibe da vorsichtig.

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Platz 1

Hurra! Der Gewinner des Jahres steht fest! Es ist Bosch! Bosch ist eigentlich ein Twitterer wie du und ich. Mal kommt der absolute Knaller von ihm, mal Belangloses. Was auch immer, der grösste Jazzexperte der Alster, Elbe und meinetwegen auch des Rheins, hat hier mit seinem Tweet voll ins Schwarze getroffen. Ich meine, das ist auf so vielen Ebenen lustig, das musste einfach Platz 1 werden. Ich verrate nicht zu viel, seht selbst:

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Ein sehr gutes Twitterjahr, wird man später einmal sagen. Ich bin gespannt was dieses Jahr passiert.



In´ner als ihr Name: Outros

Schön sind ja vielschichtige Lieder. Songs, die scheinbar niemals aufhören wollen. Episch lange Rockopern, die klassischen Symphonien in nichts nachstehen. Doch dabei gibt es ein paar bemerkenswerte Ausnahmen: Und zwar Songs bei denen man sich wünschen würde, sie fängen mit dem Ende an und kämen gar nicht zu dem anderen Kuddelmuddel. Deswegen starte ich jetzt hier die Sammlung von “Outros, die die Ursprunglieder bei weitem überflügeln”. Und da muss man, natürlich, als erstes zu Guns N Roses kommen und ihrem genialen Finale von November Rain, ein Song der vorher eigentlich ein bischen nervt mit seiner absoluten Keimfreiheit. Aber das Outro, wenn Slash die Gitarre singen lässt, das hat dann doch schon eine ganz eigene Qualität:


[SlicdDirektBeeerdigung]

Aber es gibt noch andere, klassischere Fälle: Hier einer, bei dem es sogar “nur” das Outro in einen Soundtrack geschafft hat. Ich bin gerade unsicher ob es “Casino” oder “Good Fellas” war, aber in einem von den beiden ist als Musik an einer bestimmten Stelle nur das Outro von Claptons “Layla” zu hören. (Übrigens wohl einer der seltenen Fälle, in denen das Outro länger als der eigentliche Song ist)


[SplicdDirektKlimperKlimper]

Welche Outros fallen euch noch ein?



ZURÜCK!

Der Weltfrieden ist wieder da. Ich hatte eine Gastwoche bei Nerdcore drüben und als ich zurückkam, ging mein login nicht mehr, das heisst ich kam nicht mehr hinter den Weltfrieden um hier neue Sachen zu scheiben. Diverse Experten zerbrachen sich die Köpfe aber hatten so ein komisches Syptom noch nie gesehen. Es wurde schon spekuliert, das man alles neu aufspielen müsse, was sicher gefährlich gewesen wäre. Als Ersatzbefriedigung habe ich mehr getwittert denn je, aber das ist ja auch nicht der wahre Jakob.

Jetzt geht aber alles wieder, dank Malcolm und dank Ingo ist jetzt auch Backstage alles neu und die verschissenen Spamwichser treiben hier nicht mehr ungesehen ihr Unwesen. Zwei Männer die den Weltfrieden gerettet haben. Ich liebe es, dieses Internet. Vielen, vielen Dank nochmal Männer! Und bevor wir endlich mit Alice weitermachen und abschliessen (wir haben ja noch 5 Kapitel) erstmal ein weiteres, sehr lustiges “literal” Video, das ich heute bei René gesehen habe.

In diesen Clips wird einfach nur gesungen, was man sieht. Da gibt es ein paar sehr lustige Klassiker, ein paar bloss gut gemeinte und jetzt ein Neues, so dermassen brilliantes, das ihr es unbedingt sehen müsst: Bonnie Tylers “Total eclipse of the Heart” in der literal Version:


[YouTubeDirektWhatTheEffing]



140 Zeichen setzen

Man kann sich über den Sinn und Nutzen von Twitter lange streiten. Ich zum Beispiel weiss bis heute nicht, was eigentlich die Intention des Dienstes war. Wer hat das warum erfunden? Was auch immer sich der Herr Twitter dabei gedacht hat: Der Erfolg gibt ihm recht. Twitter ist in aller Munde, mal als Aphorismen-Maschine, mal als News-Aggregator. Wie auch immer: Ich finde es ist ein lustiger Ort an dem ich manchmal spannende Dinge erfahre, schöne Links entdecke oder wunderbare Bonmots lese.

Die 140 Zeichen, die man zur Verfügung hat, werden immer mehr mit Bedacht gewählt und so nahm die Entwicklung ihren lauf. Besonders geschriebene, sogenannte “tweets”, wurden kurzerhand zur “Twitteratur” erklärt. Und was wäre eine Form der Literatur ohne Kritik? Eben. Nichts. Weswegen sich ein Haufen wagemutiger Twitterer und Blogger zusammentaten und die “Twitkrit” gründeten um ausgewählte tweets in ihren gesamtgesellschaftlichen Kontext einzuordnen und kritisch-fundiert unter die Lupe zu nehmen. Das war vor einem Jahr. Nun wird Geburtstag gefeiert und mehrere Blogger/Twitterer/Menschen wurden angefragt, mal eine Gast-Twit-Krit zu schreiben, so auch ich. Und wenn ihr die mal lesen möchtet, dann bitte ich euch hier entlang. Nochmal an dieser Stelle: Happy Birthday Twitkrit. Auf die nächsten 139 Jahre.



Der Paintgott lüftet seine Geheimnisse…

…und ihr dürft ihm dabei zusehen. Na? Stellt sich schon ein Bob Ross Gefühl ein?

[ScreenToasterDirektWasSieSchonImmerÜberPaintWissenWollten...]

Übrigens: Da das ganze eine Serie werden soll, dürft ihr euch schonmal wünschen, was ich in den nächsten Lektionen malen soll…Ich bin gespannt! Wünsche bitte in die Comments.



Man trifft sich, man kennt sich, man sieht sich.

Von Mittwoch bis Freitag war in Berlin die mittlerweile dritte re:publica. Eine Konferenz von Bloggern für Blogger. Und die Veranstaltung ist mächtig gewachsen. Von ca. 700 Besuchern im letzten Jahr zu mindestens dem doppelten in diesem. Deswegen hat man auch noch eine neue Riesenlocation dazu genommen, und zwar das alt-ehrwürdige Showtheater “Friedrichstadtpalast”.

Zur Konferenz selbst: Es gab viele Vorträge, Panels und Workshops. Ich habe auch oft genung vor Beginn der Konferenz ins Programm geschaut und mir überlegt, was ich mir wann angucken soll. Aber so richtig konnte ich mich nie entscheiden und ehrlich gesagt hatte ich auch keine Lust mit Textmarker auf meinem Monitor rumzuschmieren und beschloss deshalb auf die gedruckte Version des Programms zu warten, die ich am ersten Konferenztag bekommen sollte.

Mittwoch Morgen stand ich also vor dem grossen Prachtbau. Noch schnell was auf dem Weg gefrühstückt und dann die Akkreditierung abgeholt. Rein in den Palast und erstmal Platz genommen und WLAN gecheckt. Ging nicht. Wenn ihr jetzt einen running Gag erwartet, keine Sorge, der wird nicht kommen. Es ging manchmal einigermassen, dann wieder gar nicht. In der Kalkscheune ging es besser. Das WLAN war der Gag der Veranstaltung. Später haben alle nur noch Witze darüber gemacht, die am dritten Tag aber auch schon keiner mehr hören wollte. Soviel zu dieser Situation.

Ich werde nun einmal versuchen einen halbwegs chronologischen Ablauf, der Leute die ich traf aufzustellen, auch wenn mir dabei sicherlich nicht nur zeitliche Fehler unterlaufen, sondern ich eventuell auch noch den ein oder anderen vergessen werde, aber fangen wir doch einfach erstmal an:

- Als erstes traf ich einen schon recht müden Christoph vor dem Eingang, der schon einige Stunden länger als ich wach war, weil er beim Aufbau half.
- Im Vorraum traf ich Fräulein Tessa, ganz fleissig. Es war noch früh, wir waren beide noch nicht richtig fit, also ging ich in den grossen Saal, während sie weiter malochen musste.
- Als nächstes sah ich Herm, der schon mit Philipp, Zartha und Julie zusammensass. Christoph war auch wieder dabei und irgendwann setzte sich auch René zwei Reihen hinter uns, ohne uns direkt gesehen zu haben (Wir haben dann spekuliert ob die Abwesenheit des WLAN eventuell seinen Kopf wegen Informationsunterfütterung platzen lassen könnte…hehehe. Dabei fällt mir auf: Gibt es überhaupt einen “Information Underload”?)
- Nach dem Vortrag traf ich draussen Jamade und David und hielt einen schönen, kölschen Plausch mit den zwei Spitzbuben. Dazu stiess dann noch Gero, einer der beiden wunderbaren Conferenciers der Konferenz.
- Zurück im Saal flirtete ich über die riesengrosse SMS-Wand mit Lisa, mit der ich mich während der ganzen Veranstaltung zum Schnaps verabredete, was wir aber kein einziges Mal geschafft haben. Meinen romantischen SMS-Tweet hat sie auch verpasst, weil sie die Wand gerade nicht verfolgte. Der Text, der da schön gross zu lesen war lautete:

“ein schnaps, ein eis, ein herz. KdL09″

Abgesehen von der vermutlichen Begeisterung über diesen wunderbaren Text fragen sich sicherlich einige von euch, was denn KdL bedeuten soll. Das war meine Erfindung als Sub-Sub-Titel zur re:publica, die ja mit Zweitnamen schon “Shift happens” hiess. Ich fügte noch ein “Konferenz der Liebe” hinzu und wollte sehen, ob sie hält, was ich ihr verspreche. Klassischer Weltfridenstyle. Ich lud dann Lisa in der Pause und der Sonne auf ein Bottermelk Fresh Zitrone ein und lernte einige ihrer sehr nette OPAK-Kollegen kennen. Lustige Truppe (bis auf einen, der ein wenig müffelig war, aber vielleicht war das ja auch nur der lange Tag, oder so).
- Zurück auf der Konferenz lief mir endlich auch Herr Grau über den Weg. Wir setzten uns alle in den 4chan-Vortrag und hörten zu wie eine ehrliche Meme-Maschine funktioniert.

In der Mittagspause war ich mirt Herm und Julie bei dem schwedischen Klamotten-Giganten, um mir das Vincent Gallo Leinen-Jackett zu kaufen. Es war eins in meiner Grösse da und es stand mir ziemlich gut, deswegen wurde nicht lange gefackelt, sondern zugeschlagen. Danach schnell wieder zurück zur Location.

Am Abend habe ich dann zusammen mit Johnny die grosse, glamuröse und gigantische Gameshow “re:search - Deutschland sucht” moderiert (wo ich auch den sehr netten Lars kennengelernt habe) und was soll ich sagen: Es war ein Riesenspass! Danke auch nochmal an Johnny und Tanja dafür. Danach sind wir noch alle zusammen in die Kalkscheune rüber, wo Fettes Brot aufgelegt haben, was gut war, aber die Stimmung war ein bischen lau, weswegen ich dann auch nach Hause und ins Bett gegangen bin.

Tag Zwei ist recht schnell erzählt: Jens Scholz, Don Dahlmann und ich sassen im Hof. Der Tagesspiegel nannte es gar den “Altherrentisch“. Zwischendurch sind wir mal in den grossen Saal gegangen, weil da das WLAN funktionierte, dann haben wir uns aber wieder rausgesetzt. Ach ja, einen Vortrag habe ich dann doch noch gesehen, mit Jens zusammen, und zwar über die “One Laptop per child”-100-Dollar-Laptops und was man damit anfangen kann. Ich habe nicht so wahnsinnig viel verstanden, aber der vortragende Professor war sehr leidenschaftlich bei der Sache, das hat mir gefallen. Es war ein wahnsinnig angenehmer und gemütlicher Tag in grossartiger Gesellschaft. Jens und ich haben uns Poken geholt und abends haben wir alle noch die äusserst amüsante Twitterlesung gesehen, bei der auch Sascha Lobo dabei war. Und Stefan Niggemeier als Gastleser für die sehr lustigen Trottelbot-Tweets. Feinstes Entertainment, die re:publica-Abende wissen sehr zu unterhalten.

Der letzte Tag.
Ich kam erst spät auf die Konferenz, weil meine Mädels in den Urlaub gefahren sind und ich noch Lunch-Pakete machen musste und ein bischen Auto einräumen helfen. Die Gang habe ich dann vor Ort direkt getroffen und wir sind sofort in den Porno-Vortrag gegangen. Der war sehr gut. Sehr Filmwissenschaftlich und ehrlich gesagt sehr un-web2.0-ig. Auch die soziokulturelle Note (”Zukunftsvisionen im Pornofilm”) hab ich ncht so richtig mitbekommen. Es ging eher so darum, wie sich das Genre entwickelt hat, an Hand von Beispielen aus allen Zeiten. Ich fand es aber trotzdem ganz interessant. Wenn ich mir auch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Das klingt in dem Zusammenhang jetzt schlüpfrig, aber ich mein es gar nicht so.
Dann habe ich noch einen Vortrag über die “Hedonistische Internationale” gesehen, der wirklich sehr gut war, und dann war eigentlich auch schon alles vorbei. Ich habe einen etwas müden Björn Grau zum Newthinking Store als Pfleger begleitet und da wurden die Abschlussbiere getrunken. Es gab Reissdorf Kölsch, ich habe mich mit Peter Noster schon wieder viel zu lang über Filme unterhalten, was mir immer passiert wenn ich andere Filmfans treffe. Mit solchen Gesprächen können Umstehende dann meistens weniger anfangen und wenden sich ab. Ich dachte im Augenwinkel gesehen zu haben, wie Herm sich ein Mädchen “klarmacht”, aber die ist dann irgendwann gegangen, war wohl doch nix.
Und dann gingen wir alle zusammen auf Sascha Lobos Followerparty, bei ihm zu Hause. Der rotirokesene Impressario hat sich 6 neue Flatscreens geholt und in jedes Zimmer einen gehängt, auf dem man den Live-Twitter-Feed der Party lesen konnte. Ich habe die äusserst charmante Miss Caro kennengelernt und ihre nicht weniger charmante Old-Media-X-Beine-Freundin, deren Namen ich, Scham auf mich, leider vergessen habe (Susan oder so?). Immer wenn es hiess, das Bier sei gerade alle, kam Nachschub und die bezaubernde Mercedes Bunz, die ich ja toll finde, hat mich beim reinkommen so angelächelt, als wenn sie sich wirklich freuen würde mich zu sehen.

Einige werden sich jetzt zu Recht fragen, was das denn für ein Artikel über eine Blogger-Medien-Konferenz sei. Wo denn die Vortragsfakten blieben, was ich denn da überhaupt gemacht hätte. Oder wie Don Dahlmann es so schön am zweiten Tag am Altherrentisch formulierte: “Jetzt habe ich 60 Euro dafür ausgegeben, mit Nilz Bokelberg den ganzen Tag am Tisch zu sitzen.” Und genau darum geht es. Das ist die re:publica für mich. Die Leute sind alle da, alle auf einem Fleck. Es wird gequatscht, verabredet, diskutiert, gelacht. Es geht um das Treffen echter Menschen.

Deswegen ist das so ein Freudenfest für mich und deswegen freue ich mich schon auf die Neuauflage im nächsten Jahr. Scheiss doch auf funktionierendes WLAN, solange es funktionierende Münder gibt.



Tagesoutfit: Nicht nackt


Hey Mädels. Ich wollte mal eure Meinung wissen zu meinem heutigen Outfit. Ich bin nämlich etwas unsicher, vielleicht könnt ihr mir helfen: Heute habe ich mal etwas neues ausprobiert. Ich habe ein T-Shirt kombiniert zu einer Hose. Ich weiss, gewagte Kombi, aber ich erinner mich noch daran, wie YSL mal bei einem Interview 1987 gesagt hat:

“Pardonnez-moi, mais ou est la maison du pepe?”

Was frei übersetzt heisst: “Entschuldigen sie die Störung, aber wären sie so freundlich mir zu sagen was ich anziehen kann um in diesem überkandidelten und auf jede Style-Note achtenden Modebetrieb einen Akzent zu setzen?” und deswegen habe ich es einfach mal ausprobiert. Man achte auch auf meine neue und wie ich finde, schöne DIY-Idee, das ganze noch mit Schuhen zu kombinieren. Unsicher bin ich allerdings wegen der Mütze. Kann mir gut vorstellen das das etwas too much wirkt, oder?

Ein Eintrag für Zartha. Pose inspired by the wonderful Liz. Und wer sich fragt was das soll, der hat noch nie die (ironiefrei gemeint!) wundervolle Welt der Modeblogs für sich entdeckt…



Die 90er - Der Song

Es ist eine lange Geschichtem aber letztenendes hat sie dazu geführt das ich einen Song über die 90er geschrieben habe und ein kleiner Video dazu gemacht habe und das ganze ins Netz gestellt habe. Wollt ihr jetzt wirklich noch die Vorgeschichte hören? Hier ist der Clip, viel Spass!


VimeoDirektSchnellschuss



Verloren Eingefroren

Ich war ja bei diesem Freeze Berlin Ding am Samstag. Dazu ist vermutlich auch schon alles gesagt worden, aber ich gebe es gerne nochmal aus der Sicht eines Beteiligten wieder:

15 Minuten vor Beginn der Aktion war ich am Alexanderplatz, weil ich noch vor dem Kaufhof verabredet war. Ich komme da also an, vor mir in der Bahn eine Gruppe junger Menschen die sich unterhalten und so Sachen sagen wie “Freeze Berlin - Wir waren dabei!” und so. “Süss”, denk ich mir und steige aus. Und was soll ich sagen: Der Alex war proppenvoll! Das standen Tausende rum und da ist auch schon das eigentilche Problem: Die standen rum!

Diesen Textanfang habe ich seit ca. 2 Tagen offen auf meinem Desktop liegen und ich habe nun gemerkt, das ich wirklich keine Lust habe, diesen Text zu schreiben. Ja, es war lusitg, hat Spass gemacht und die meisten haben es nicht gerafft sondern standen rum bis 15 uhr, standen dann 5 minuten rum um danach wieder rumzustehen. So lässt es sich ganz gut zusammenfassen. Wirklich beeindruckend war die plötzliche Stile auf dem übervollen Alex. Das fand ich toll. Und ein hübsches Mädchen hat mich in meinem Freeze fotografiert, das fand ich auch toll. Das wars eigentlich auch schon. Wir wollten danach im Kaufhof-Restaurant noch Kuchen essen, aber das ist ein ziemlich schauriger Ort, vor allem an einem Samstagnachmittag. Wir haben dann in Mitte Kuchen gegessen. Ich aß eine Tiramisu-Torte die sehr lecker war und dann traf ich noch zufällig meine Münchener Frisörin in einem Brillenladen. Ihr seht: Die Sachen, die ich nach dem Event gemacht habe waren irgendwie aufregender.



Rele - gegen die Wand - Diskussionen bei Wikipedia

In Hamburg gibt es ein paar Jungs die die äusserst sympathische Premium-Cola herstellen. Mit dem erklärten Ziel alles anders zu machen, als das unter Unternehmen üblich ist. So werden alle Einnahmen gerecht geteilt, es wird eng mit Zulieferern und Abfüllern zusammengearbeitet und ständig so herumkalkuliert, das die, die sich den Arsch abarbeiten, auch fair entlohnt werden. Man kann das auch alles genauer auf dem Blog der Cola-Macher nachlesen. Wie ein Typ, der sich aus eigener Doofheit an einer Premium Cola Flasche verletzt hat zum Trost dennoch eine Kiste geschickt bekommt. Lauter solche Sachen. Dabei ist die Bescheidenheit und der Spass, den die Macher am bewussten anders-machen offensichtlich haben aber niemals billiges Kalkül oder wenn, dann spielen sie es wirklich sehr gut, aber ich finde das alles sehr ehrlich und transparent und spannend. Und ich habe tatsächlich noch nicht von solch einem Unternehmen gehört. Zumindest nicht in Zusammenhamg mit coolen Menschen…hehehe.

So sahen das auch schon andere Publikationen vor mir, wie der ausführliche Pressespiegel beweist. Das Experiment, das jetzt schon einige Jahre läuft, finden alle spannend und wundern sich wohl das es bislang bestens funktioniert. Ja, man kann anscheinend ein kleines Getränkeunternehmen gründen und am Leben halten, wenn man nur genug Einsatz und Freude an der Sache aufbringt. Ebenfalls eine schöne Idee: Die Innenseiten der Etiketten werden von Künstlern oder Freunden oder im besten Falle beidem gestaltet. Man weiss nie welches Etikett man kriegt. (BTW: Ich hab 2003 auch eins gemacht….siehe hier auf der letzten Seite, der kleine 4-Panel-Comic)

Auf der Homepage der Cola ist alles schlicht und simpel gehalten. Der Name führt zum Wikipediaeintrag der Marke. Und da ist das Problem:
Nach einer längeren Löschdiskussion ist der Eintrag wegen mangelnder Relevanz gelöscht worden. Das möchte den Jungs nicht so recht einleuchten und wenn man die Diskussion nachliest, kann man sehen wie engagiert sie zu Werke gehen um zu erläutern, warum ihr Unternehmen eben doch einen Wikieintrag behalten solle. Aber bei Wikipediarelevanzdiskussionen ist es wie im echten Leben: Die meisten Diskutanten diskutieren nicht um sich überzeugen zu lassen, sondern nur um ihren Standpunkt vehement zu verteidigen, komme was wolle. Uwe von Premium Cola hat sich die Relevanz Kriterien der Wikipedia angeguckt und auch genau auf Grundlage dieser diskutiert. Das hat den Jungs nicht gereicht. Dann hat er verlangte Belege für Media Coverage angebracht. Die war dann plötzlich nicht mehr gut genug. Egal was er machte, er hatte es hier mit einer Wand zu tun. Nun lässt sich sicher über die Relevanz von Premium Cola in einer Enzyklopädie streiten, aber als Modell-Betrieb ist das schon sehr spannend. Klar, jetzt kommt das Argument: Aber wenn man einen zulässt, dann muss man auch alle zulassen. Weiss ich nicht. Seh ich nicht so (obwohl es mich, ehrlich gesagt, schon sehr gewundert hat das der Fritz Cola Eintrag auch gelöscht worden ist - ich finde das die schon eine recht weite Verbreitung haben…kann aber nur mein subjektiver Eindruck sein). Ich finde das bei PC mehrere Faktoren zusammenkommen, die das Alleinstellungsmerkmal mehr als herausheben (andere wirtschaftliche Herangehensweise, ursprüngliches Afri Cola Originalrezept etc.). Aber jedes dieser Argumente ist den Wikiwärtern einzeln zu schwach.

Klar, die Premium Cola Jungs sind gefrustet. Kann ich verstehen. Bei ihnen entsteht der Eindruck: Nur was in grossen Medien (Spiegel, Bild etc.) auftaucht, wird bei Wikipedia relevant. Und mir fällt mal wieder auf, wie unangenehm ich die Löschdiskussionen finde. Klar, manchmal ist das ganz lustig. Und meistens, wenn die Autoren der Artikel oder diejenigen um die es in dem Eintrag geht, sich an der Diskussion beteiligen, geht deren Argumentation nicht über ein “Aber ICH finde das relevant!” hinaus und da schalten die Wiki-Leute auf Durchzug. Kann ich gut verstehen. Aber hier ist die Sache irgendwie schräg gelaufen. Finde ich zumindest, wenn ich die Löschdiskussion sehe. Auch wenn man sieht das eigentlich die eine Hälfte für behalten und die andere für löschen ist und dann trotzdem gelöscht wird. Unguter Beigeschmack von Gottspielen. Sehr unguter Beigeschmack.

Vielleicht bin ich auch voreingenommen, weil es hier um etwas Gutes geht, um ein Weltfrieden-Produkt. Vielleicht sehe ich das etwas verklärt. Vielleicht ist das alles wirklich nicht relevant. Viellicht sollte man aber den fleissigen Wiki-Pflegern mal ein bischen besser auf die Finger schauen. Und vielleicht sollte man den Premium Cola Artikel wieder reinnehmen.

Übrigens: Von mir aus können auch alle deutschen Colas einen eigenen Artikel kriegen, wen sollte das stören? Ich finde Getränke sind etwas so “Allgemeingütiges”, das hat schon immer auch seine Daseinsberechtigung. Das ist schon was anderes als ein “Hintertupfinger Skatverein”. Und einen etwas höflicheren Stil können die sich in ihren Löschdiskussionen auch mal angewöhnen.