Schlimme Liquide

Ich finde, es ist höchste Zeit, eine Liste ekeliger Flüssigkeiten anzulegen. Weil, naja, manche Flüssigkeiten sind so widerwärtig, aber niemand spricht drüber. Es scheint ein besonders schlimmes Tabuthema in unserer Gesellschaft zu sein und die Gutmenschen schweigen alles in ihrer übertriebenen Flüssigkeitstoleranz tot, nur um politisch-flüssig korrekt zu sein. Aber wenn es Flüssigkeiten gibt, die fies sind, dann wird man das ja wohl noch sagen dürfen! Auch wenn die FED versuchen wird, dieses Blogeintrag zu verhindern. NIcht mit mir! Lest! Schreibt! Folg mir nicht, nur weil ich euch die Wahrheit sage! Macht es wie der Wald, da gibt es keine Demokratie, da sind alle Flüssigkeiten gleich flüssig!

Entschuldigung, ich bin etwas abgedriftet. Es ist aber auch wirklich zu leicht, in so einen Stuss-Laber-Modus zu verfallen, wenn man die Kontrolle über das eigene Gehirn verloren hat. Nun aber wirklich zu ekeligen Flüssigkeiten. Ich mach den Anfang und ihr ergänzt in den Kommentaren, ja? Wider die grün-linksversiffte Flüssigkeitskritik-Zensur! Okay, sorry, ich leg los:

- Philadelphia-Wasser
Wenn man so eine frische Packung Frischkäse aufmacht und da auf der perfekt aussehend abgefüllten Creme diese leichte Pfütze trüben Wassers ist. Wuah. Superekelig. Ich schütte das immer weg, habe dann aber immer Angst, dass mir der Käse austrocknet. Ich bin mir der Absurdität bewusst, aber kann nichts gegen diese Gedanken machen.

- Nasenwasser, das man für Gehirnwasser hält
Manchmal läuft einem einfach so Wasser aus der Nase. Ich bin kein Nasologe, erkläre mir das aber mit Duschwasser oder Schwimmbadwasser, welches aus Versehen in irgendeiner Nebenhöhle oder Luftblase oder so eingeschlossen war und plötzlich raus läuft. Manchmal muss man sich nur doof bewegen, manchmal kommt es auch beim Headbangen. Ich habe im ersten Moment immer die Angst, es handele sich um Gehirnwasser und das läuft jetzt alles aus und mein Hirn liegt dann trocken und ich bin dann kaputt. Geht das als Phobie durch? Aquabraniusphobie, oder so?

- Tiersabber
“Der tut nix, der will nur spielen!” Ja, und mir seinen Sabber überall hinmachen. Das ist doch superekelig so Hundesabber, ich hab keine Ahnung, was da drin ist. Entsetzte Hundebesitzer werden mir jetzt vermutlich erklären, es handele sich dabei um eine der reinsten Flüssigkeiten der Welt, vergleichbar mit Quellwasser aus den Alpen, aber sorry: Die Nase hat vorher die ganze Zeit nach fremder Pisse geschnüffelt, der Mund hat Pansen und kalten Hühnermatsch gefressen und alles abgeleckt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Ich möchte davon bitte nicht abgeleckt werden.

Wurstwasser ist zu einfach, ihr seid dran!



Unverfilmte Soundtracks (”Endlich gute Musik”- Outtake)

Ich habe ein Buch geschrieben. Das heisst “Endlich gute Musik”
und ist im Buchhandel erhältlich (wessen Buchladen um die Ecke unfreundliche Verkäufer hat, der kann es natürlich auch bei zum Beispiel Amazon bestellen, wenn er oder sie dem obigen (Partner-)Link folgt). In dem Buch geht es um Popmusik im weitesten Sinne und wie ich sie sehe, verstehe und wie sie mich geprägt hat. Dabei kommen die unterschiedlichsten Bands und Einflüsse vor, von Abba über Pantera bis Cure und N.W.A., um nur einige zu nennen. Nicht alle Texte, die ich für das Buch geschrieben hab, haben es auch in das Buch geschafft. Deswegen jetzt und hier sozusagen die Outtakes. Damit man ein leichtes Gefühl für das Buch bekommt und für die, die das Buch schon haben, als schönes Bonusmaterial. Wie gesagt: Der astreine Stoff ist nur im Buch selbst zu finden. Viel Spaß!


[YouTubeDirektBuchtrailer]

Manche Lieder entwickeln einen recht seltsamen Sog, wenn ich sie höre. Ich weiß nicht ob das nur an meinem Regie-Studium und meiner damit verbundenen, ständigen Suche nach Inspiration lag, aber wenn ich diese Songs höre, habe ich direkt konkrete Filmszenen vor meinem inneren Auge und die sind dann auch für immer mit diesen Szenen verknüpft. Szenen aus Filmen wohlgemerkt, die es gar nicht gibt (und vermutlich auch nie geben wird). Manchmal ist das nur ein Ausschnitt, manchmal entsteht in meinem Kopf eine komplexere Geschichte. Was manche Lieder eben so auslösen können. Ich beschreibe mal ein paar dieser Szenen, vielleicht kann man sich dann auch den Song vorstellen:

My cruel Joke – Soulwax
Der frustrierte Typ, Mitte Zwanzig, geht die nächtlichen und regennassen Strassen hinunter. Sie hat ihn verlassen, für einen anderen Typen. Und er hat noch an die große Liebe geglaubt, hat gedacht, das mit ihnen, das wäre etwas Besonderes. Er geht an die Orte zurück, an denen sie gemeinsam Sachen erlebt haben. Das Restaurant ihres ersten Dates, der Club in dem sie zum ersten Mal miteinander getanzt haben. Aber die Magie der Orte ist nicht nur weg, im Gegenteil: Alles dort ist hässlich geworden. Monster sitzen an den Tischen und lachen ihn aus. Menschen knutschen ekelig. Alles ist dunkel und schwarz und ungemütlich. Die Romantik ist weg und die Orte sind mit Hass aufgeladen. Der Typ kauft sich ein Bier und trinkt es auf seinem Weg durch die Stadt. Überall sieht er sie. Sie, die Sonne, das weiche Licht. Aber jetzt ist sie weg und mit ihr alles, was gut war.
Er bleibt stehen, atmet ein, atmet aus. Jetzt nur nicht die Kontrolle verlieren. Tief ein- und ausatmen. Sein Blick schweift über die spärlich beleuchtete Strasse. Und da sieht er sie. Sie mit ihrem Neuen, lachend in seinem Arm. Sie schlendern die Strasse hinunter. Sein Blick wird entschlossen. Seine Hand greift die Bierflasche noch fester. Schnellen Schrittes geht er über die Strasse, hinter den Beiden her. Ohne irgendetwas zu sagen zieht er dem Neuen mit voller Wucht die Bierflasche über den Kopf.
Sie fängt an zu schreien. Ein Kampf entsteht. Sofort ist überall Blut. Der Angegriffene schlägt zurück, tritt gezielt auf den Frustrierten. High Kick. Fast Martial Arts. Der Gefrustete fliegt rückwärts zu Boden, richtet sich wieder auf – und bekommt wieder einen Punch, gezielt ins Gesicht. Er hat keine Chance, er muss hier weg. Der Angegriffene verfolgt ihn. Auf seiner Flucht rutscht er auf dem glatten und nassen Kopfsteinpflaster aus, steht aber schnell wieder auf und läuft weiter. Sein vermeintliches Opfer immer hinter ihm her. Wo ist hier Sicherheit? Stress! Nachdem er Ewigkeiten gelaufen ist, sieht er sich vorsichtig um. Er wird anscheinend nicht mehr verfolgt. Erschöpft lässt er sich in einem Hauseingang auf den Boden gleiten und atmet durch.

Spanish Bombs – The Clash
Buddy Komödie. Der smartere hat das Mädchen bekommen, aber das macht dem Anderen nix. Sie haben gegen alle Widerstände geschafft, was sie schaffen wollten. Jetzt sind sie an der Strandpromenade, mit den vielen kleinen Geschäften. Die spätnachmittägliche Sonne wird sicher bald untergehen. Die Jungs schlagen ein, die Frau in der Mitte. So gehen sie die Promenade hinunter, die Kamera fährt leicht nach oben, bleibt aber stehen. Die drei Protagonisten entfernen sich immer weiter von der Kamera. Passanten laufen herum. Der Abspann läuft über die rechte Hälfte vom Bild. Mit dem Ende des Songs wird auch das Bild langsam schwarzgeblendet.

Jesse James – Brazzaville
Der hübsche Mann führt das Mädchen aus. Sie unterhalten sich angeregt im Restaurant. Sie sitzen zusammen im Kino und lachen sich kaputt. Dann zieht sie ihn in einen Fotoautomat, er will erst nicht. Die schwarz-weiß Bilder sind lustig, weil er nur Grimassen zieht. Sie balanciert auf einem Geländer, er hält ihre Hand. Sie sind auf dem Flohmarkt, er guckt ihr verliebt beim feilschen zu. Sie hat ihm ein rotes Halstuch gekauft. Er wirft es sich um den Hals, lässt es im Wind flattern und macht Revolutionsposen. Sie rennen durch den Park. Im Schutz eines Baumes eingeholt haben sie einen Moment. Kurz vor dem ersten Kuss. Sie gucken sich an, kommen sich näher, küssen sich fast. Dann löst sie sich los und rennt wieder weg. Er lachend und augenrollend hinterher.

Lost on the sea – Amari
Superheisse Sexszene. Vielleicht was mit Matsch oder mit zwei Frauen. Oder beides.

Someone for everyone – Nikka Costa
Drängt sich natürlich auf, aber würde auch unglaublich gut funktionieren. Ensemble-Film. Sämtliche Beziehungen sind an einem Wendepunkt, die einen dramatischer, die anderen vielleicht sogar glücklicher. Kamera bleibt bei den Hauptprotagonisten. Zeitlupige Zufahrten auf die Gesichter. Mal traurig, mal in freudiger Erwartung. Alle in anderen Situationen. Mit dem Gitarrensolo geht die Sonne auf und taucht die Gesichter noch mal in ein anderes Licht. Kitschig? Ja, vielleicht. Effektiv? Mit Sicherheit.

Hustle – Jamelia
Anfang des Films. Wir lernen die Hauptfiguren kennen. Wie sie cool in ihr Auto einsteigen, wie sie zur Arbeit gehen, wie sie essen, küssen, tanzen, lachen. Alle Leben scheinen noch in Ordnung (später wird natürlich was passieren, ich weiß aber nicht was). Bei den Hauptcharakteren das Bild in cooler Pose einfrieren und den Namen drunter schreiben. Action, Style, Sexyness. Ich sehe Cabrios. Charlies Angels. Alle sind guter Dinge. Autos fahren mit quietschenden Reifen von der Kamera weg. Der Filmtitel wird übergroß im Bild eingeblendet.

Young until i die – Muff Potter
Auch Filmanfang. Buddykomödie. Man sieht die beiden Leben parallel geschnitten. Der eine steht auf, wohnt in chaotischer Wohnung. Stolpert nach dem aufstehen über Pizzakartons. Sucht in Wäschehaufen mit Geruchstest nach Klamotten, die er noch anziehen kann. Der Andere hat ein spartanisch eingerichtetes Schlafzimmer. Stylisch reduziert. Steht auf, geht sofort ins Bad wo seine Klamotten ordentlich über dem Stuhl hängen. Der Chaot rasiert und putzt sich die Zähne unter der Dusche. Der Aufgeräumte macht alles ordentlich nacheinander. Dabei achtet er genauestens darauf, das keine Zahnpasta im Waschbecken landet. Der Chaot schmiert sich ein Toastbrot, das sofort auf den Boden fällt. Er hebt es auf, pustet einmal sinnloserweise drauf und steckt es sich in den Mund. Beim verlassen der Wohnung zieht er noch das Sakko an, stopft das Hemd in die Hose, hat den Toast im Mund und schließt hektisch ab. Der Andere hat sich bereits angezogen, entfernt letzte Fussel von seinem Jackett mit einer extra Fusselbürste. Sein Frühstück hat er korrekt in einer Tupperdose verstaut. Alles in einen Rucksack eingepackt verlässt er seine Wohnung und per Knopfdruck verriegelt die Tür.
Eine verranzte, zugetaggte Haustür. Der Chaot kommt raus, Toastbrot schon fast aufgegessen, Hemd noch aus der Hose hängend und wirft sein Skateboard auf den Boden, springt drauf und skatet die Strasse runter. An einem vorbeifahrenden Polizeiauto duckt er sich und hängt sich hinten dran. Eine Andere, schöne und neue Haustür. Die Kamera schwenkt zur Seite. Ein Garagentor geht auf. Heraus kommt der Aufgeräumte auf einem teuren Rennrad. Seine Hose hat er mit Fahrradklammern zur Seite gemacht. Schnurstracks fährt er los. Gleichzeitig im Bild zu sehen, wie beide zur Arbeit fahren. Der Skater springt vom Board, tritt hinten drauf und fängt es. Rennt durch eine Glashalle in einen Aufzug. Der Korrekte steht schon drin. Beide im Fahrstuhl, geben sich High Five. Die Fahrstuhltür schließt sich, der Vorspann ist beendet.

Musik zum Text:

„My cruel Joke“ aus „Much against everyones Advice“ – Soulwax
„Spanish Bombs“ aus „London calling“ – The Clash
„Jesse James“ aus „…in Istanbul“ – Brazzaville
„Lost on the Sea“ aus „Poweri“ – Amari
„Someone for everyone“ aus „Pebble to a Pearl“ – Nikka Costa
„Hustle“ aus „Walk with me“ – Jamelia
„Young until i Die“ aus „Heute wird gewonnen, bitte.“ – Muff Potter



Die Welt als Loop

Ich hab ein neues Handy bekommen. Entschuldigung, “Smartphone” sagt man ja heute dazu. Handy klingt noch so nach “Snake”.

Ich habe also ein neues Smartphone bekommen, von denen, die uns schon “Snake” gebracht haben: Nokia.
Und auf dem Lumia (920 um genau zu sein, aber ohne die Aufladematte, die ich gerade noch in jedem Shop Berlins suche…:)) wurden mir ein paar Apps vorinstalliert. Viele hab ich runtergeschmissen, weil unnötig. Aber eine hab ich erst ein bisschen liegen lassen, dann benutzt und nicht kapiert und als ich sie kapiert habe, gings ab.

“Cinemagram” hilft einem dabei, GIFs zu erzeugen, kleine Bewegtbildloops. Und zwar mit der eigenen Kamera. Dazu nimmt man mehrere Sekunden eine Szenerie auf und die App analysiert dann, welche Bereiche sich bewegt haben. Daraus bietet sie dann eine Auswahl, bei der man entscheiden kann, on man ihr folgt. Ansonsten kann man aber auch selber markieren, welchen Bereich man animiert sehen möchte und wie lang die Animation sein soll. Abspeichern. Fertig. Das ist so simpel, das krieg sogar ich hin.

Und das macht derbe Bock. Deswegen, hier, meine ersten Gifs aus der echten Welt.

Hier gleich mein absoluter Liebling. Ich hab dann noch die Sequenz etwas verkürzt, damit die Person wirklich die ganze Zeit hintereinander kommt.

Das hier war mein Erstes.

Ich steh auf so ganz minimale Animationen, hab ich festgestellt.

Wenn man die quasi kaum merkt und zweimal hingucken muss, weil man nicht sicher ist, ob man das eben richtig gesehen hat.

Oder hier auch:

Und der “Klassiker” des Cinemagrammens darf natürlich auch von mir nicht fehlen:

Ich steh auf so nen Quatsch.

Übrigens: Eine tolle Freundin von mir hatte zuletzt die tolle Idee, warum denn nicht auf den ganzen Smartphones von Werk aus Erste Hilfe Apps installiert sind. Ich finde den Gedanken großartig und unterstütze den hiermit total. Das muss man noch mal en Detail durchdenken, aber das macht total Sinn. Viele würden das sofort löschen, aber ein Paar nicht. Die würden sich das vielleicht noch mal ansehen. Und einer von denen, würde das dann vielleicht anwenden, in einer Notsituation. Und schon wäre einer mehr gerettet. Wie super das wäre! Hey! Handymacher! Macht mal! Das wäre Smart!

Disclosure: Ja, die haben mir das Handy Smartphone umsonst gegeben. Und vielleicht wollten die so einen Test dafür oder so, ich bin da total frei. Da ich aber von Technik eh keine Ahnung habe, mir die App aber so viel Spaß gemacht hat, hab ich mich für diesen Beitrag entschieden. Irgendwelche Techniktests müsstet ihr woanders suchen, sorry!



Stirb, Medium, stirb!

Alles fängt an mit einem Tweet:

Erstmal zum Tweet-Autor: Ich mag Jens Best. Best geht vielen Leuten auf den Sack, weil er zu allem gerne seinen Senf abgibt. Ich bin auch oft uneins mit ihm, aber ich finde seine vehemente Auf-den-Sack-Gehigkeit wirklich aufrichtig bewundernswert. Er taucht nie ab, bleibt immer sichtbar und steht zu 100% für sich und seine Meinung. Find ich stark.

Aber hier irrt er und da er nicht der Einzige ist, der diese Annahme teilt, muss ich mal einen Text drüber schreiben. Keinen Text, der sich mit den grotesken Forderungen der Verlage (a.k.a. Leistungsschutzrecht) beschäftigt, da sind andere deutlich bessere Quellen mit fundierteren Meinungen. Ich finde das einfach nur Gaga.

Mir geht es um das im Netz sehr weit verbreitete Herbeisehnen des Todes von Medien, die älter sind als das Internet, also allen ausser dem Internet.

- Zeitungen
Zugegeben, die Verleger haben sich jüngst mit ihren Kampagnen keinen Gefallen getan und nicht unbedingt Freunde gemacht. Sie faseln von “Qualitätsjournalismus”, sind aber selber oftmals nicht im Stande, Grundqualität abzuliefern. Im Sinne von: Durchdachte Inhalte. Oder vernetzte Inhalte. Dazu noch die einseitige Berichterstattung über das Leistungsschutzrecht, das tut schon ein bisschen weh. Aber ich möchte trotzdem nicht drauf verzichten. Und viele Andere möchten auch nicht drauf verzichten.

Meine Eltern
Lesen jeden Morgen den KStA. Mein Vater regt sich immer auf, das die scheiße recherchieren, was ihm natürlich bei den Sachen auffällt, bei denen er sich auskennt. Und die Beispiele, die er mir genannt hat, die haben ja auch gestimmt. Dumme Redaktionsfehler, vielleicht Flüchtigkeitsfehler, vielleicht “Der Leser ist doch eh egal”-Fehler, aber definitiv unnötige Fehler. Und trotzdem hat er ihn noch abonniert und liest ihn jeden Morgen zum Frühstück. Um ein Grundbedürfnis nach Information zu decken. Das er nicht durchs Fernsehen decken lassen will, sowieso nicht durchs Internet, sondern durch die Zeitung beim Frühstück. Und wenn ich da zu Besuch bin, mach ich es genauso. Auch wenn ich iPad und Rechner und Kindle und Handy dabei hab: Ich finde das super beim Frühstück ein Holländerbrötchen zu essen und dabei in der Zeitung etwas ausführlicher als durch SpOn über die Geschehnisse von gestern informiert zu werden. Das ist fast meditativ.

Anderes Beispiel: Meine beste Freundin
Hat alles zu Hause und nutzt es auch ausgiebig. Computer, Handy, Fernsehen, alles da. Aber hat immer das Gefühl, uninformiert zu sein. Eine zeitlang gab es mal diese Zeitung zum selber zusammenstellen, ich glaube die hiess niuu oder so, da hab ich ihr mal (auch weil ich selber neugierig war) ein Probeabo zusammengestellt und schicken lassen. Und sie fühlte sich rundum informiert. Hat sich morgens mit einer Tasse Tee in die Küche gesetzt, wenn unser Kind in der Schule war, und gelesen. Oder die Zeitung in die Tasche gestopft und im Café gelesen. Die würde niemals einen Rechner mitnehmen oder im Café auf SpOn irgendwelche Neuigkeiten lesen. Da würde sie dann eher eine der herumliegenden Zeitungen nehmen.

(Nachtrag: Als ich eben mit ihr telefonierte, meinte sie, das sie mittlerweile doch Nachrichten auf dem Handy lesen würde, wenn sie irgendwo rumsitzt…na gut. Sie hat aber nochmal betont, wie sehr ihr die niuu gefallen hat!)

Zeitungen haben einen Sinn. Das Medium “bedrucktes Papier” hat einen Sinn. Ist robust, ist leicht, ist easy anwendbar. Das ist nicht zu ersetzen. Ja, seine Inhalte bedürfen einer Nachjustierung. Aber deswegen erkläre ich doch kein Medium für Tod.

“Ja, aber die FTD!”

Wenn man es nicht schafft, Leser von seiner Einzigartigkeit am Markt zu überzeugen, dann macht man vermutlich etwas falsch, vor allem wenn man als Letzter kommt. Es tut mir ja leid, aber da ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man auch wieder als Erster geht. Und wenn man sich so arrogant verabschiedet, wie die FTD das getan hat, dann war das vielleicht auch alles nicht so falsch.

“Ja, aber die FR!”

Ja, die FR bedauer ich auch, wobei ich die auch nur online gelesen hab. Aber hier gilt das natürlich auch: Wer liest die noch, wo ist der Leser. Und damit meine ich eben kein blindes hinterherrennen irgendwelcher Marktforschungs-Ergebnisse, sondern Intuition. Gespür für den Leser, für den Markt. Das war wohl nicht gegeben. Ich hätte ehrlich gesagt gedacht, das es zuerst die Berliner Zeitung erwischt, aber nun ja. Wenn man am Leser vorbeischreibt, dann kann man nicht bestehen, so leid mir das auch tut.

“Ja, aber die PRINZ!”

Hahahahahahahahahaha. Das letzte Mal, dass ich in die PRINZ geguckt hab, war das ein Gutscheinkatalog mit Partybildchen. Nichts mehr an Originalität, keine Meinung mehr, nur noch MaFo, MaFo, MaFo und dem Anzeigekunden in den Arsch kriechen. Sorry, aber warum gab es die überhaupt noch so lange?

Das sind eure Argumente für den Tod der Zeitung, für das Ende von Print? Da müsst ihr aber noch eine gehörige Schippe drauflegen, um mich zu überzeugen. Und viele Andere auch. Ich weiß natürlich auch ehrlich gesagt nicht, warum so viele im Internet sich wünschen, das gedrucktes stirbt. Es nimmt dem Netz nichts weg. Und so viele Baumschützer gibt es nicht mal online. Aber, liebe Leute: Get over it. Print bedient etwas, was das Netz nicht bedienen kann. Ja, es werden noch andere Zeitungen und Zeitschriften sterben. Es geht vielen schlecht. Und das große Auflagenwunder vergangener Jahrzehnte ist vorbei. Der Markt wird dünner. Aber er wird niemals verschwinden. Was eine Zeitung (in der analogen Welt) kann, kann nur eine Zeitung. Ich werde zumindest niemals eine Ecke meines Handys abreissen, um einen Kaugummi reinzupacken. Eine Telefonnummer auf meinen kindle kritzeln. Einen Tag später ausführliche Texte im Netz suchen zu Nachrichten, die ich da einen Tag vorher gelesen habe (wenn ich nicht drauf hingewiesen werde). Oder am Frühstückstisch meiner Eltern mit einem iPad sitzen.

- Fernsehen

Auch hier: Totaler, seltsamer Hass von Menschen, die sich stolz damit brüsten, gar keinen Fernseher mehr zu haben. Und die rufen es in die Welt hinaus: Fernsehen ist tot, braucht keiner mehr, Volksverdummung, blablabla. Regen sich aber dann über jeden TV-Beitrag über das Internet auf, der tendenziell negativ ausfällt. Wald? Hineinruft? Herausschallt?

Wenn man sich das Netz ansieht, hat man es beim Fernsehen immer noch mit dem Leitmedium Nummer 1 zu tun. Auf Twitter wird gemeinsam Tatort oder “Bauer sucht Frau” geguckt, bei Facebook versammelt man sich auf Fanpages über das Dschungelcamp und auf vielen Blogs lese ich Artikel über Dexter, Game of Thrones, Misfits oder die Big Bang Theory. Alles Fernsehen. Die Mediatheken der Sender laufen heiss, wenn eine neue Folge “Roche und Böhmermann” online geht und Zattoo dürfte zu internationalen Fussballturnieren einen deutlichen Download-Anstieg verzeichnen. Alles Fernsehen. Piraten lassen sich regelmässig zu Lanz oder anderen Talkern einladen. Bei Protesten vor dem Brandenburger Tor werden ZDF-Journalisten via Twitter beschimpft, weil sie zu wenig oder gar nicht berichterstatten, was so vielen berichterstattungswürdig erscheint. Und auf SpOn wird jede Talkshow am nächsten Tag besprochen. Alles Fernsehen.

Sieht so ein totes Medium aus?

Was ich nie kapiere ist: Das Wirkprinzip von Fernsehen ist ein komplett anderes, als das vom Netz. Die einzige Gemeinsamkeit sind laufende Bilder. Beim einen Medium als Default, beim anderen als Option. Das war es aber auch. Fernsehen ist eines der passivsten Medien, die es gibt, was gleichzeitig auch die Erklärung für seinen großen Erfolg ist. Ich muss nichts anderes tun ausser umschalten. Immer läuft irgendwo, irgendwas. Etwas läuft, was ich immer weiter laufen lassen könnte. Ich muss nichts tun. Nun mag es auch im Netz Seiten geben, die mir unendlich viele Videos hintereinander vorspielen, aber die sind eher selten. Und da ist das “umschalten” auch nicht so einfach, erfordert einen Mausklick, der sich aber vorher genauer mit dem Inhalt beschäftigen muss, damit ich überhaupt weiss, wo der Klick hingehört, wo der Link ist. Alles schon wieder viel zu viel Aktion. Ja, Fernsehen ist ein faules Medium. But guess what: Das ist sein Erfolg.

Warum also den Tod des Fernsehens herbeisehnen? Welchen Teil des Internets stört das Fernsehen? Ja, Fernsehen ist ein Medium, das primär “von oben herab” sendet. Die lassen sich die Inhalte nicht so leicht diktieren, wie irgendwelche Blogger oder im Zweifelsfall noch News-Seiten, das pisst viele an. Na und? Noch kein Grund zur Abschaffung oder kein Anzeichen des Untergangs. Diese ganzen schlauen Medienpropheten, die dem TV seine baldige Abwesenheit prophezeihen, vernachlässigen alle Umstände und stellen ihre eigene Sichtweise als Vision auf. Fernsehen muss auch nicht allen gefallen, das ist in Ordnung. Niemand kann gezwungnen werden, einen Fernseher zu besitzen. Auch okay. Aber einen gesunden Patienten, der hier und da ein paar Zipperlein hat, deswegen gleich für Tod zu erklären? Das ist wie bei “Ritter der Kokosnuss”, als der den Alten auf seiner Schulter zum Wagen rausbringt, auf dem die Toten gesammelt werden und der Alte ruft: “Lass mich runter, ich bin gar nicht tot, ich will spazieren gehen!”.

Das Fernsehen ist durchaus kritikwürdig. Heutzutage läuft da sehr viel Scheisse. Und das müsste nicht sein. Auch hier wieder: Marktforschungsoptimierte Programme sind ein Graus. Und die Verarschung und Vorführung von Leuten im Privatfernsehen in Formaten wie “Bauer sucht Frau” oder “Schwer verliebt” ist zum kotzen und soll allen Verantwortlichen ein fieses und fettes, haariges Furunkel am Arsch wachsen lassen. Aber Fernsehen darauf zu reduzieren, ist wie zu sagen: Das Internet ist vor allem Kinderpornographie. Reine, alberne Demagogie.

Ich freu mich schon, wenn irgendein Shoppingsender schliesst und dann online zu lesen ist: “Das große Fernsehsterben beginnt!”

- Radio

Warum lese ich eigentlich so wenige Rants gegen das Radio? Weil viele “Wortführer” im Netz von da kommen? Weil man das im Auto zur Arbeit noch braucht? Weil Podcasts nichts anderes sind?

Das finde ich erstaunlich. Die große Kritik am Medium Radio, die Rufe über ein “totes Medium” oder für “Kein Grundrecht auf Rundfunk” sind doch eher seltener Natur. Ich muss ehrlich gestehen, das mir das von allen Medien eigentlich am egalsten ist. Ja, ich höre gerne Domian, aber den kann ich ja auch gucken. Ich freu mich auch wenn ich mal einen guten, mir unbekannten Song im Radio höre - verfluche aber auch die Radiomacher dafür, es mir extra schwer zu machen, herauszufinden was ich da genau gehört habe. Ja, ich kann das online nachgucken, aber wie schön wäre es, wenn ich keinen Mediensprung machen müsste und mir einfach geSAGT würde, was ich gerade gehört hab? Max Goldt schrieb mal sehr schön sinngemäss über Radio, dass er niemand bräuchte, der ihm sagt, was für eine gute Stimmung er nun haben müsse, dass er seine Laune ganz gut selber im Griff hätte, er aber bei guter Musik immer gerne wissen würde, was er denn da nun gehört habe.

Radio ist das vielleicht schlimmste Opfer des Marktes, weil man hier (meine ich mich zu erinnern) irgendwie nicht so richtig “Quoten” messen kann und sich deswegen nur auf Zahlen gestützt wird, die irgendein Unternehmen im Quartal produziert, basierend auf Umfragen etc. Da wirds dann ganz abenteuerlich. Und alle Sender halten sich sklavisch an diese Zahlen, so wie es auch alle Werbekunden tun. Deswegen hat man beim Gros der Sender heute nur noch Jingle-Geballer und “Das Beste von Früher, Heute, Morgen und Niemals” oder so am Start.

Wie gesagt: Ich brauche Radio nicht unbedingt als Medium, zu selten sind unsere Berührungspunkte. Aber es gibt viele Menschen, die gerne Radio hören. Die jeden Morgen im Stau auf dem Weg zur Arbeit stehen und da gerne David Guetta hören, oder irgendwas Anderes, was sie vielleicht nicht selber auf CD haben. Oder die hören wollen, wo Stau ist. Oder auch Menschen, die dann zu Hause klassische Musik hören oder Hörspiele oder Reportagen. Es gibt Radiohörer und es soll sie geben. Radio nimmt meinem Medienkonsum nichts weg, gar nichts. Warum sollte ich also dagegen sein, warum sollte ich permanent rufen “Radio stirbt” und wenn dann nach fünf Jahren wirklich mal ein Lokalsender zu macht direkt rufen: “Seht ihr! Ich habs gesagt: Radio stirbt! Und das war erst der Anfang! Alle Anderen werden folgen! Radio stirbt, weil es unmodern ist!”

Warum rufen Menschen so was? Warum diese Verbitterung, diese Unentspanntheit?

Es gibt Tage, an denen kotzt mich das Internet an. Da bleibt man in irgendwelchen Kommentarspalten großer Zeitungen stecken oder liest dämliche Verschwörungstheorien oder klickt aus Versehen auf einen Broder-Artikel oder wundert sich über all den unreflektierten Hass und die Grabenkämpfe allerorten. Wundert sich, wie man dem Menschenbild, das im Netz konstruiert wird, jemals entsprechen soll. Wundert sich über das plötzliche aufpoppen eines Fettnäpfchens, das man nie als solches wahrgenommen hat, man aber gleich abgewatscht wird mit der Haltung, das man es schon immer hätte kennen müssen - denn es steht ja im Netz. Diese Tage frustrieren mich. Mich, der ich das Netz immer als tolles, fantastisches Medium propagiere. Als spannende Welt, als Meinungskanal, als vollkommen neue Möglichkeit des publizierens. Als spannenden Pool verschiedener Sichtweisen. Der leider oftmals dann aufhört, wenn die Meinung eine Andere ist.

Und dann klapp ich den Computer zu. Und mach den Fernseher an. Oder lese ein Videospielmagazin wie die “M!” oder das Rapfachblatt “Juice”. Oder ein Buch. Und denke:

Hach. Auch schön.



Abgewehrte Lebensgefahr, ein Testversuch und die bevorstehende Trennung einer großen Liebe

Wie passt all das zusammen? Was ist da los im Hause Nilzenburger? First things first. Ich kann das alles erklären:

Die Firma simyo kam vor der Re:publica auf mich zu und fragte mich, ob ich Lust hätte das iPad2 zu testen. Mit eben einer simyo-Simkarte drin. So das ich auch testen sollte und könnte, wie sich diese Kombi unterwegs so macht. Meine Herren, hab ich lange mit mir gehadert. Das ist ja Werbung, andererseits will ich so ein Teil mal ausprobieren. Andererseits verkaufe ich mich doch. Aber es geht um ein iPad2 und vielleicht darf ich es auch behalten und wenn es mir nicht gefällt, dann hab ich es wenigstens ausgiebig getestet! Aber es geht doch gar nicht um den Test des Geräts, sondern der mobilen Flatrate! Naja, ihr merkt schon, es wurden heftige Kämpfe in meinem Inneren ausgefochten. Ich habe mich dennoch dafür entschieden, meine Neugier auf das Gerät hat einfach gesiegt. Und wenn du das jetzt billig und nuttig und unweltfriedisch findest, dann tut mir das ehrlich leid. Ich verlöre dich ungern, kann es aber ein kleines Bisschen verstehen. Naja. ein klitzekleines Bisschen. Denn mal ehrlich: Allzu Hardlinermässig macht das hier doch auch alles keinen Spass. Puh. Ich fange schon wieder mit Rechtfertigungen an. Weg damit! Ich habs getestet und ich hab es gerne getestet und ich finds cool, das die simyo-Leute mir das Teil gegeben haben. Denn es gibt sicherlich technisch versiertere Blogger, bei denen etwas anderes als finaler Test-Artikel raussprang, als hier bei mir. So. Und das war erst die Einleitung.

Arbeiten wir doch die Überschrift der Reihe nach ab:

Abgewehrte Lebensgefahr

Ich habe mir vor guten 2,5 Jahren mein MacBook gekauft. Unibody. Und ich muss wirklich sagen, das ich in meinem ganzen Leben mit keinem Computer glücklicher und zufriedener war, als mit dem. Der macht alles, kann alles und hält alles aus. Irgendwie. Ich mache den quasi nie richtig aus, nehme den zum auflegen in Clubs mit, wo schon mal Getränke rumfliegen können, schleppe den tagelang in Taschen rum: Aber er
läuft immernoch wie eine Eins. Gut, mit Abstrichen und einen neuen Akku braucht er auch. Und eine neue Festplatte. Aber im Großen und Ganzen: So viel unkomplizierten Spass hatte ich mit keinem PC. Tolles Ding.

Ich hab zu Hause dieses Ikea-Kissen, bei dem die eine Seite Hartplastik ist, so das man da den Computer draufstellen kann und die untere, weiche Kissenseite auf seinen Schoss legen kann. Da steht mein Rechner quasi immer drauf. In letzter Zeit hatte ich ein paar Probleme mit dem Ladegerät. Da war irgendwie ein Wackler drin, weiss auch nicht. Ging immer an und aus. Und eines Abends ging das kleine LIchtlein auf dem Stecker, der ins Macbook geht und es mit frischem Strom versorgt, ein für alle Mal aus. Ich hab ein bisschen am Kabel gezurrt und gewackelt. Ich hätte das Lichtlein gerne wieder angehen sehen. Traurig blickte ich auf den Stecker. Er spuckte ein kleines Rauchwölkchen aus. Eher ein kleiner Rauchring. Richtig schön war das.

MOMENT MAL?!?!?! RAUCH?!?!??! Schnell zog ich den Stecker ab, der nicht mehr rauchte. Und warum nicht? Weil er mittlerweile brannte.

MOMENT MAL?!?!?! FEUER?!?!??! Schnell pustete ich den Stecker aus und zog ihn aus der Steckdose (ja, dämliche Reihenfolge, aber Panik!).

Jetzt stieg mir auch dieser ätzende Geruch verbrannten Plastiks in die Nase. Nicht zu fassen. Der Stecker meines Computers hat gerade gebrannt.

bischifo

Man stelle sich mal vor was passiert wäre, wenn ich geschlafen hätte oder nicht drauf geachtet. Nein, man stelle sich das lieber nicht vor. Jetzt habe ich auf jeden Fall eine Ahnung, wie so Hausbrände immer so entstehen können, das es keiner mitbekommt. Wundert einen ja immer. Anscheinend geht so etwas aber schneller, als man denkt. Gruselig.

Nun sitze ich also da, die Stromversorgung meines Computers mit schlechtem Akku wird sich in den nächsten 20 Minuten verabschieden und ich führe ein wahnsinnig interesantes Gespräch via Skype. Ach so: Es ist Sonntag Abend. Die grünen Akku-Füll-Anzeige-Lichtchen am linken unteren Rand meines Computers blinken immer weniger. Gleich bin ich weg. Nur noch kurz. dann war es das für heute mit der Kommunikation.

Ach! Hey! Ha! Wie geil ist das denn? Da liegt ja das iPad! Also hat sich dieser 4-Wochen-Test schon volle Kanne gelohnt: Er hat mir diesen Abend gerettet, an dem ich fast hätte gerettet werden müssen. Olé!

Weiter geht es mit:

EIN TESTVERSUCH

Ich muss mir nochmal klar machen: ich soll hauptsächlich testen, wie das iPad mit der simyo-Flatrate zusammenarbeitet. Gut. Aber wie schreibt man dazu einen Testbericht, der länger als ein Bierdeckel ist? Verdammt nochmal, womit füllen eigentlich Mobilfunkmagazine ihre Seiten? Das ist ja unglaublich! Ganz klar, ich werde viele Grafiken und Diagramme anfertigen müssen.

balkchen

Somit dürfte schonmal was zum Empfang gesagt werden. Der war eigentlich immer gut. Okay, die nutzen eh das Eplus-Netz und ich bin da als Telefonkunde schon seit Jahren und hatte nie Probleme, von wegen Empfang, also hat mich das jetzt auch nicht weiter überrascht. Meine Güte. So schreibt man Handynetztestberichte? Das ist ja total langweilig! Eine neue Grafik muss her!

torte

Und auch wenn mir die Leute aufs Display geglotzt haben und beobachten durften, wie ich mich über die grottig funktionierende Facebook-App “Friendly” geärgert habe - das war mir egal, denn ich konnte jetzt aus der U-Bahn Statusupdaten und sogar Fotos machen! Hurra! Nie wieder langweilige Bahnfahrten! Ich war gerettet! (Bis auf diese eine Fahrt nach Köln: Der Zug war oberproppevoll. Ich hab zusammen mit einer Freundin glücklicherweise einen Superplatz (den sie sofort entdeckt hatte) bekommen. Aber kein Stecker und der iPad-Akku war fast leer! Warum werden auf der Strecke Köln-Berlin immer die alten ICEs eingesetzt? Was haben wir der Bahn getan, das sie uns so hasst?!?!?! Ich war kurz davor, die aktuelle “mobil” zu lesen!) Und wenn man mal keine 3g-Verbindung hat, dann wartet man mal ein bisschen, dann ist die meistens schnell wieder da. Was aber tun, wenn die Verbindung ausbleibt?

saulchen

Sollte also mal kein Empfang sein, dann muss man nicht verzagen. Es geht immer irgendwie weiter. Wirklich. Aber ausbleibender Empfang ist selten und die Flatrate funzt. Ich glaube auf jeden Fall, das ich das monatliche Limit (noch) nicht erreicht habe. Und ich hab echt immer und überall Mails gecheckt. Scheint also in Ordnung zu gehen. So. Das war der fachliche Teil meines Artikels. Jetzt wird es zum Ende nochmal so richtig emotional:

Die bevorstehende Trennung einer großen Liebe

Ich wollte bis zum Schluss nicht einsehen, das dieser Moment kommen würden müsste, aber er rückte unaufhaltbar näher und irgendwann konnte ich ihm nicht mehr entgehen: Die 4 Wochen Testzeit waren vorbei und ich würde das iPad wieder zurückschicken müssen. Nun, wenn man mich die letzten Tage gefragt hat, wie mir das Gerät gefällt, habe ich immer gesagt: “Gut, aber ich weiss noch nicht so richtig, wo und wie ich es einsetzen soll…” Natürlich eine absolute Lüge, mit der ich cool tun wollte. Vielleicht auch um es dem iPad und mir nicht so schwer zu machen, wenn wir uns “Lebe wohl” sagen müssen. Aber das ist nun nicht mehr möglich. Es muss raus. Dieser Liebe zwischen dem Gerät und mir, die ist mehr als die normale Liebe eines Menschen zu einer Maschine. Ich habe dazu (selbstverständlich mit dem äusserst exzellenten “Garage Band” fürs iPad auf dem iPad) mal folgendes verfasst:

Ich muss zurück by nilzenburger

Dazu bleibt nicht mehr viel zu sagen. Und wo Worte nicht mehr weiterhelfen, vielleicht als Abschluss nur noch ein Bild, aus den glücklichen Tagen, als das Gerät und ich noch zusammen waren:

img_0047

Adieu.