Save Ronny!

Mein kongenialer GTT-Partner Herm hat eine sehr rührende Geschichte auf seinem Blog geschrieben. Über ein Erlebnis seiner Kindheit. Dabei bin ich aber über ein Detail der Geschichte gestolpert, das mich als Erziehungsberechtigten in meinen Grundfesten erschüttert hat: Herms Vater hat wohl damals auf Urlaubsfahrten desöfteren gerne seine Kassette von und mit Ronny gehört. Ein Cowboyschlagersänger. Und offensichtlich hing das Tape dem Rest der Familie irgendwann so zu den Ohren raus, das Klein-Herm es irgendwann beherzt im Mülleimer eines Rastplatzes aussetzte. Und dieses Familiengeheimnis äussert er auf seinem Blog. Ich zitiere:

In einem unbeobachteten Moment ließ ich die Kassette dann auf einem Autoparkplatz verschwinden, ein bis Heute in meiner Familie ungeklärter Fall. Mutti wenn du das hier liest, deine Vermutungen stimmten damals tatsächlich, ich war’s.

Erschreckend! Skandalös! Nichtauszuhalten! Wenn das Schule macht: Ich stelle mir schon meine Tochter vor, wie sie heimlich, still und leise meine Nirvanaplatten verbrennt oder meine Ärztecds von einer Eisenbahnbrücke wirft. Deswegen muss ich an dieser Stelle ein Exempel statuieren. Ich darf nicht zulassen das dieses Beispiel Schule macht. Weswegen ich mich zum äussersten entschlossen habe: Ich habe auf dem Flohmarkt eine Platte von Ronny erstanden. Und werde nun in (hoffentlich) regelmässigen Abständen beweisen, das Ronny leben muss. Das Ronny auch ein Symbol ist für Väter, die von der eigenen Familie unterdrückt werden. Die am Ausleben ihrer Leidenschaft für schlechte Musik böswillig gehindert werden. Die man musikalisch nicht mehr ernst nimmt. Ronny ist überall und überall ist Ronny. Für Ronny. Gegen pubertierendes Musikdiktat! Ronny!

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Von hier aus soll die Platte also auf Reisen gehen. Ein Zeichen setzen gegen musikalische Fremdbestimmung, komme sie auch aus der eigenen Familie. Erste Mitstreiter in diesem Kampf habe ich bereits gefunden:

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Gut, der Kopf ist etwas hässlich und unförmig. Aber mit dem komme ich durch jede Kinderzimmerregipswand um die dort erschallenden Töne von Bushido und Konsorten sofort zu verbannen. Ich habe aber auch noch andere Mitglieder in meiner Armee:

ingodonots

Ingo von den Donots setzt extra für seinen Protest sein Tegtmeier-Gesicht auf um auch zu zeigen: Wir Westfalen sind bei dem Protest dabei. Wir lassen uns das nicht länger gefallen. Wir stehen wie ein Mann hinter Ronny.

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MIt denen kann mir jetzt fast nichts mehr passieren. Mit Betonung auf “fast”.

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Aus der Redaktion der Bravo Girl wurde mir dieses Bild zugespielt, auf dem man einen jungen Sprechgesangsinterpreten mit romantisch-verklärtem Blick sieht, der aus seiner Weichzeichnerwelt zu uns herüberblickt und sagt: “Ja, auch und gerade Männer mit Gefühlen können diese Diskriminierung nicht länger hinnehmen. In <3, euer Ferris MC."

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Und auch die aktuelle TV-Prominenz nimmt sich Zeit, trotz Aufzeichnung einer neuen Staffel ihrer Sendung gegen diesen Simon, den wichtigen Protest zu unterstützen. Elton, selber Vater, weiß wovon er redet wenn er meint, das “sämtliche Ronnykassetten aus sämtlichen Autoradios in sämtlichen Urlaubsrückreisestaus lautstark erklingen sollten!”.

Wir sind noch nicht viele, aber es gibt uns. Und wir nehmen die momentane Situation nicht länger hin. Save Ronny!