Das GTT versucht den Move

Herm “The Herm” Herm und ich, besser bekannt als das GTT (Guten Tag Team) sind von Playstation eingeladen worden um mal ihren neuen Controller auszuprobieren. “Move” heisst das Gerät und im ersten Moment erinnert es ein bisschen an die Steuerung der Wii, aber bis auf die Tatsache das man mit einem längeren Gerät in der Hand vor dem TV rumfuchtelt, gibt es eigentlich keine Gemeinsamkeiten zwischen den Beiden. Oder vielleicht doch: Man könnte meinen, das Sonys Hardware-Entwickler sich die Dinger von BigN genauestens angeguckt haben und verbessern wollten. Ich fand zumindest, das sie besser in der Hand liegen und das sie einem noch die Tiefe als Achse dazu geben, ändert das Spielverhalten auch einigermassen. Aber sehen sie selbst, wie sich das GTT geschlagen hat:

Teil 1:

Teil 2:

Das macht schon Spass alles. Wir haben auch noch ein paar andere Spiele ausprobiert, die haben auch gut funktioniert. Allerdings: Meine große Sorge ist die Funktion der Kamera in einer normalen Wohnumgebung. Wo man eben keine Lichtdurchfluteten Räume hat oder alles erstmal professionell ausleuchten kann. Wo man nicht immer den Platz hat, mal eben 2 Meter vom Fernseher entfernt rumzufuchteln. Das alles wird erst der richtige Prxistest beweisen. Bis dahin aber gilt: Ausprobieren kann man es ja mal. Auf der Gamescom wirds auch rumstehen.



Das Wörterbuch der unmöglichen Wörter - Scribblenauts

Es darf wieder gezockt werden. Ich habe mir selbst zum Geburtstag zwei DS-Spiele geschenkt. Das eine war das erste “Professor Layton“, das ein wirklich rundum gelungenes und hervorragendes Spiel ist, das ich als Blindkauf absolut empfeheln kann. Bei dem anderen Spiel, um das es hier gehen soll, sieht das mit der Empfehlung schon ganz anders aus….

Ich habe in diversen Magazinen über das Spiel “Scribblenauts” gelesen und alle waren voll des Lobes. In dem Spiel geht es darum, das man eine Figur namens “Max” steuert. In jedem Level muss man einen Stern aufsammeln, um es abzuschliessen, den sogenannten “Starite“. Nun macht man das aber nicht, indem man von A nach B läuft, vielleicht noch Wesen C plattmacht und dann den Schatz aufsammelt, “Scribblenauts” verlangt vom Spieler Kreativität im lösen der gestellten Aufgabe. Man kann mit einem Druck auf einen Button auf dem Tochdisplay eine kleine Tastatur öffnen. Und da gibt man dann Begriffe ein, die danach sofort auf dem Bildschirm erscheinen. Man möchte zum Beispiel einen Baum fällen, dann tippt man “Säge” ein, die erscheint sofort, man drückt sie Max in die Hand, führt ihn zum Baum und er beginnt dann den Baum umzusägen. So weit die Theorie. Solange es um recht einfache Aufgaben wie diese geht, geht einem das auch leicht von der Hand. Später warten aber weitaus komplexere Aufgaben auf einen. Zum Beispiel den Ritter wieder mit der Prinzessin zu vereinen, dabei an dem Werwolf vorbeikommen und an der Hexe, ohne selbige dabei zu verletzen. Das erfordert schon einiges an Planung. Und natürlich an Ausprobieren. Trial and Error.

scribblenauts

Nun stand überall, das man eine unglaubliche Freiheit hätte, in diesem Spiel. Das die Begriffsbibliothek über 22.000 Begriffe kennen würde, das damit so ziemlich das meiste Herbeischreibbar sei, was man sich auch vorstellen würde. Und die Reviews überschlugen sich vor Respekt gegenüber dem Spiel und der Leistung es programmiert zu haben. Nun müssen diese Menschen alle das englische Original gespielt haben, denn in der deutschen Übersetzung spüre ich relativ wenig von dieser Freiheit. Ein Beispiel:

Ich schreibe das Wort “Leiter”, weil ich irgendwo hochklettern muss. Als Angebot bekomme ich:

Leiter (Holz)
Leiter (Mensch)

Aus Neugierde wähle ich die menschliche Leiter und bekomme was? Na? Kommt ihr drauf?

Einen Indianerhäuptling!
Nehmen wir mal an ich wäre in einer Situation, in der ich wirklich einen Indianerhäuptling bräuchte, wie sollte ich darauf kommen ihn mit dem Begriff “Leiter” herbeizuschreiben? Was ist das für eine Übersetzung? Wurde die mal eben mit Google gemacht?

Anderes Beispiel: Ich habe irgendwo den äusserst charmanten Gag gelesen, das man, wenn man in der englischen Version “Virgin” eingibt, einen kleinen Jungen im Nintendo T-Shirt erscheinen lässt. Gibt man aber nun “Jungfrau” ein kommt nichts. Englische Begriffe kann man eh nicht eingeben. Also werde ich noch lange nach diesem Gag suchen müssen.

Und noch ein Beispiel: Der Boden ist hart, aber ich möchte mich durchgraben. Wir weiche ich den Boden auf? Durch Zufall (weil ich einfach mal immer nur einen Buchstaben eingegeben habe und dann guckte, was er mir anbietet) bin ich drauf gestossen: Ich nehme einen “Erdlockerungsstab“.

So könnte ich noch ewig weitermachen. Bizarre Begriffe, auf die ein normal deutsch sprechender Mensch (und ich schätze mich als jemand mit einem überdurchschnittlichen Wortschatz ein) niemals im Leben kommen könnte. Das nervt Big Time.

Ein anderes Problem: Wenn ich meine Figur bewegen möchte, dann muss ich auf dem Screen dorthin tippen und sie läuft sofort los. Sollte auf dem Weg eine Mauer oder eine Wnd oder ähnliches sein, so läuft sie einfach die ganze Zeit dagegen. Bis das Hindernis weg ist oder ich ein anderes Ziel für die Figur antippe. Da ich aber auch die herbeigeschriebenen Gegenstände mit dem Touchpen hin und her dirigiere, kommt es öfter als man möchte vor, das die Figur das für eine Richtungsweisung hält und frohen Mutes in ihr Verderben läuft. Lava, Feuer, was auch immer. Hier wäre es vielleicht gut gewesen, wenn man die Abfrage etwas differenziert hätte. Zum Beispiel Figur steuern nur mit Digi-Kreuz, oder so. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Noch etwas, was mir wirklich, wirklich sauer aufstösst: Ich spiele nun seit mehreren Jahren DS, manche Perle war dabei aber auch viel Schrott. Aber was sie alle gemeinsam hatten: Sie mussten, egal wie scheisse sie auch als Spiel gewesen sein mögen, hohe Qualitätsstandards erfüllen, was die Laufsicherheit betrifft. Sprich: Mir ist noch nie ein Spiel abgestürzt. Das sollte ja auch selbstverständlich sein. Bei Spielen die man nicht patchen/updaten kann, noch umso mehr. Nun ratet mal was mir mit diesem Vorzeigeprodukt permanent passiert? Richtig. Ich habe noch nie ein Spiel gespielt, auf dem DS, das so dermassen buggy ist wie “Scribblenauts“. Manche Level kann ich nicht lösen, weil sie an der immergleichen Stelle abstürzen. Bei einem anderen Level falle ich durch den Boden bin plötzlich unsichtbar, lande beim nächsten Schritt 5 Meter hinter mir, erscheine wieder und bin sofort tot. Ja, das ist genau so bizarr, wie es sich gerade anhört.

Ich muss sagen: Mir gefällt die Präsentation des Spiels, die Idee finde ich auch grossartig. Aber was ich da im Laden gekauft habe ist ein dermassen schlampig produziertes Stück Software, das ich tunlichst vom Kauf abraten muss. Vielleicht wenn man es mal gebraucht für nen 10er kriegt, okay, dann kann man den Versuch wagen. Aber ich habe mich bislang mehr übder das Spiel geärgert, als das ich einige der seltenen Aha-Momente hatte.

Übrigens: Die Motivation alles neu und anders zu lösen geht auch schnell flöten, wenn man die 3,4 Gegenstände kennt, mit denen man fast jedes Level meistern kann. Vielleicht sollten manche Dinge auch nicht so oft eingesezt werden können oder so, ich weiss es nicht. Ich weiss nur:

Klassischer Fehlkauf. Bitte Finger weg. Und stattdessen “Layton” holen. Das hält, was es verspricht. Das neue bestimmt auch. Und bei Warner bitte mal fähige Übersetzer anstellen, statt alles von Google machen zu lassen. Dann hat man vielleicht auch hierzulande Spass an einem solchen Spiel. Vielleicht.



Hidden Object auf dem Nintendo DS - Ein Vergleich

Sogenannte “Hidden Object”-Games (auf deustchen Seiten in letzter Zeit öfters als “Wimmelbild”-Spiele gesehen) sind meine liebste Spielart im Netz. Viele mögen das langweilig finden, mir macht das total Spass und entspannt. Es geht immer darum, das man einen Raum sieht in dem allerlei Zeug rumliegt und anhand einer Liste muss man bestimmte Objekte finden und anklicken. Meistens gegen die Zeit. Die Versionen für den Computer sind idR ganz schön gemacht, oft mit einer mysteriösen Storyline, die man meistens aber auch wegklicken kann. Für den Mac gibt es, natürlich, nicht soviele wie für den PC, aber immernoch genug, um sich lange Zeit zu beschäftigen. Vorrausgesetzt man hat eine Kreditkarte um die Spiele auf den entsprechenden Seiten zu kaufen.

Nun, endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit ist man auf die glorreiche Idee gekommen, dieses Genre auch auf den Nintendo DS zu portieren. Allerhöchste Eisenbahn, meiner Meinung nach. Zwei Spiele, die eindeutig zu dem Genre gehören (es gibt auch Mischformen, die berücksichtige ich erstmal nicht) sind gerade recht gleichzeititg rausgekommen und ich habe beide gespielt. Dann wollen wir mal:

Mystery Tales - Hidden Object Abenteuer

Im Prinzip erstmal alles richtig gemacht: 40 Schauplätze, über 180 Rätsel und ein schickes, sofort funktionierendes Grundsetting über irgendwelche Maya-Schätze im Dschungel. Was soll man da noch falsch machen? Nun - einiges.
Die Steuerung geht klar: Mit dem Steuerkreuz kann man im Bild umher suchen, das ungefähr so gross ist wie 6 DS-Bildschirme. Mit dem Touchpen tippt man dann die gesuchten Objekte an, die auf dem obern Bildschirm angegeben werden. Mal als Liste, mal als Schatten oder als “Umschreibung”. Das Problem: Hat man das Obejkt gefunden, das gesucht wird, ist es immernoch relative Glückssache auch den Punkt auf dem Objekt zu treffen, den die Programmierer fürs antippen vorgesehen haben, denn der folgt nicht immer der eigentlichen Form des Objekts, sondern manchmal einer relativen Willkür bzw. einem groben Umriss, der nicht unbedingt deckungsgleich ist. Ärgerlich wenn man dreimal an die falsche Stelle tippt und dafür Zeit abgezogen bekommt.
Ebenfalls eher suboptimal gelöst: In fast jedem Bild sind Joker zu finden. Entweder in Form von Bonuszeit oder in Form von Hinweisen, durch die man gesuchte Gegenstände einfacher finden kann. Nun ist es aber nicht so, das die nach einer gewissen Anzahl gelöster Bilder resettet werden, sondern man sammelt die immer weiter. Ich habe mittlerweile 25 Hinweis- und über 30 Zeit-Joker. Der Druck die Bilder aus eigener Kraft zu lösen sinkt. Und die Zeit ist sowieso immer sehr grosszügig bemessen, ich werde also vermutlich nicht einen einzigen Zeitjoker jemals einsetzen müssen. Irgendwie doof.
Noch ein Problem: Gefunden Objekte verschwinden nicht vom Bildschirm, sondern werden gerastert, bleiben aber im Bild erhalten. Das erschwert die weitere Suche unnötig und lenkt extrem ab. Ist das jetzt gerastert oder nicht, aufgrund der nicht unbedingt megahohen Auflösung des DS immer schwer zu erkennen. Spassbremse.
Der grösste Kritikpunkt aber: Die Präsentation. Die ist wirklich unter aller Sau. Die Geschichte wird durch Bilderpool-Bilder irgendwelcher Katalogmodels erzählt, stets mit amateurhaft geschriebenen Dialogen und sinnloser Storyline. Da wird munter hin und her geflogen, Dialoge der Figuren werden mit stets den gleichen 5 Bildern der jeweiligen Person illustriert, aber selten passend. Gut, die Anzahl verschiedener Bilder mag kein exklusives Problem dieses Titels sein (Man denke zum Beispiel an die “Ace Attorney”-Reihe, in der die Figuren mit gefühlten 3 Animationen über das ganze Spiel auskommen), aber bei den anderen stimmt dafür wenigstens die Geschichte. Ich habe bei Mystery Tales ab dem 3. Dialog aufgehört zu versuchen, der Geschichte zu folgen, denn es ist schlicht unmöglich. Sie wirkt wie: “Ey, wir müssen diese Suchbilder jetzt aber noch irgendwie logisch zusammenstellen! Naja, vielleicht nicht logisch, aber wenigstens zusammenstellen!” Lieblos at its best. Schade. Da hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Mystery Case Files - MillionHeir

Das Review zu diesem Spiel ist eigentlich supereinfach zu schreiben: Denn alles was bei Mystery Tales falsch gemacht wurde, wurde hier richtig gemacht. Kein Wunder, handelt es sich doch um ein Spiel aus der “Big Fish”-Schmiede, die haben das Genre quasi erfunden. Die Präsentation ist erstklassig, der Fall lustig, mit mehreren dramatischen Wendungen und zwar auch nicht immer wirklich nachvollziehbar, aber dabei charmant verschwurbelt präsentiert (Wenn sich zum Beispiel die verdächtige Restaurant-Bedienung als Country-Roboter-Frau entpuppt). Die versteckten Objekte sind sorgsam und clever positioniert und die extratools zum Auffinden einiger Gegenstände sind ein schönes Extra. Manchmal muss man beispielsweise eine Art Röntgen-Taschenlampe einschalten um zu sehen, was sich IN manchen Objekten befindet. Ausserdem gibt es einige Bilder, bei denen es noch ein weiteres Bild mit weiteren Suchaufgaben zu entdecken gilt. Sehr komplex das ganze aber absolut süchtig machend und nicht mehr aus der Hand zu legen. Joker halten nur über die jeweiligen Ermittlungsrunden und danach kriegt man wieder nur 5 neue. Man kann keine finden, nach 5 ist Schluss. Zumindest bis zur nächsten Runde.
Das Ende der Runden besteht meistens aus einem, selten allzu schweren, Puzzle, bei dem man Bildteile zusammenfügen muss oder Bildteile verschieben u.ä. Diese Finalrätsel erfüllen aber eher einen entspannenden Zweck, nach ein paar Runden freut man sich drauf. Kritikpunkt mag der Mangel an Tatorten sein, allzu viele sind es nicht. Dafür entschädigt aber alles andere und wenn man es einmal auf Normal durchgespielt hat, hat man immernoch den Expertenmodus zur Verfügung, bei dem man in jedem Bild pro Objekt nur noch 30 Sekunden Zeit zu suchen hat. Ein sehr rundes, schönes Spiel. Genauso macht man das.

Da beide Spiele um die 30 Tacken liegen: Lieber zu MCF Million Heir greifen. Mystery Tales kann man sich dann holen, wenn es auf dem Wühltisch liegt und gerade kein anderes Spiel zur Hand ist. Wobei: Ich hoffe ja das MCF sich nun als Serie auf dem DS etabliert. Ich wäre schon bereit für den nächsten Fall.