Der Countdown beginnt. Ihr seid vor Spannung geborsten, was da wohl kommen mag. Und deswegen will ich euch nicht weiter auf die Folter spannen. Hier also Platz 3:
Es gibt Musikstile, die bleiben im Prinzip immer gleich. Metal ist so einer: Klar, da gibt es dann mal Ausreisser wie System of a down oder so, aber im Grunde genommen machen die auch nichts anderes als Maiden 83, nur das es raffinierter aufgenommen wurde. Es gibt aber auch Musikstile, die sind einem stetigen Wandel unterworfen, die erfinden sich alle paar Jahre neu. Und darum soll es auch bei Platz 3 gehen: Hip Hop. Ich weiss nicht wieviele Richtungsänderungen und Stylechanges diese Musik schon erlebt hat, seit die Sugarhill Gang “Hotel - Motel - Holiday Inn” gerappt hat, aber es waren und sind einige. Mittlerweile geht es ja in Richtung Elektro, was einige Hardliner als Weg zurück zur Basis betrachten, weil in den Anfangstagen des Rap ja auch Electro eher die stilprägende Musikrichtung war, Stichwort Africa Bambaata. In Amerika ging es dann Mitte der 80er eher in Richtung Gangsta Rap. N.W.A. und Konsorten gaben den Ton an, so wie es in etwa heute im Deutschrap der Fall ist. Wobei, das muss man ja auch sagen, deutscher Gangster-Rap sich so langsam wieder verabschiedet. Einer der letzten ist Bushido, der gerade mit seinem neuen Album, das er zum achtem Mal rausgebracht hat, seinem eigenen Genre munter das Grab schaufelt. Das ist wohl das, was man die deutsche Mitnahme-Mentalität nennt. Egal, kommen wir wieder zurück zu den wahren Pionieren des Sprechgesangs. Wie gesagt: Die 80er Jahre standen im Zeichen der O.G.s und das wäre wohl noch eine Zeit so weiter gegangen, wenn man nicht 1991 plötzlich ein Saxophon durch die Rapcharts hätte tröten hören. Und der Beginn der zweiten Strophe (ich muss den Text hier mal etwas unchronologisch auseinander rupfen…):
Yo, check it, exit the old style
Enters the new.
..sagt eigentlich wohin die Reise geht. Hier ist eine Band, die ihren Stil perfektioniert hat. Und sich auf ihrem zweiten Album schon für tot erklärt, dabei ging es jetzt erst richtig los, denn: Der Welthit war da. Und das zu Recht. Eine dermassen hookige Nummer die von und für alle produziet war, die neben Hip Hop auch noch Musik mögen, also musikalische Musik meine ich, nicht blosse Rythmus-Transporter. Die Band selbst beschreibt den Song so:
I got a funky new tune with a fly banjo.
So werden Lieder für die Ewigkeit gemacht. Denn, das ist ja eben auch das Besondere daran: Dieses Lied lieben auch Menschen, die sonst mit Hip-Hop eher weniger anfangen können. Eine Fähigkeit des Songs, die für modernen Hip Hop auch praktisch wäre, erhöht es doch die Aufnahmeberietschaft und Toleranz sprechgesangsfremder Musikliebhaber. Aber heute will ja jeder lieber wieder sein eigenes Süppchen kochen. Bis dann endlich wieder die nächsten De La Soul kommen und uns ihren Anrufbeantworter vorrappen: “Ring Ring Ring“, zu Recht auf Platz 3.
[DailyMotionDirektAB]
P.S.: Eigentlich weiss das ja vermutich schon jeder, aber ich will es nur nochmal gesagt haben: Die Raffinesse von De La Soul lag ja vor allem auch in ihrer stil- und geschmackssicheren Sampleauswahl für die Songs. Das hatten sie mit den Beastie Boys gemein. Wobei man ja vor allem anerkennen muss, das die Wahl, quasi als Hook den Song “Name and Number” der englischen Funk-Pop-Band Curiosity killed the Cat zu covern, mehr als genial war. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, der möge sich doch bitte mal den Refrain des folgenden Liedes zu Gemüte führen, welches 2 Jahre vor “Ring Ring Ring” veröffentlicht wurde. Ich fand das damals super. Und Nein: Auch wenn es den Eindruck macht, ich möchte hier keine Verschwörung aufdecken, es ist ja jedem bekannt, das De La Soul das gecovert haben. No big deal, but a great choice!
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