Kartoffelsackkörper

Mein Name ist Nilz und ich bin fett. Ich war das nicht immer. Ich war zwar schon immer etwas kräftiger (ausser als kleiner Junge, da war ich wirklich nur Haut und Knochen), aber es war irgendwie immer okay. So ein kleines Pläuzchen, damit konnte ich leben. Ein Adonis würde aus mir sowieso nie werden.

Nein, das Unheil nahm seinen Lauf, als ich die Entscheidung traf, gesünder zu leben. Ich hab vor zwei Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Das war das Problem. Von nun an nahm ich munter zu. Nicht nur, weil ich zu Snacks griff, um eine orale Ersatzstimulanz zu haben, sondern auch weil Rauchen - zumindest bei mir - auch komplete Mahlzeiten ersetzt hatte. Auch das ist nicht das gesündeste, aber es hat geklappt. “Satt rauchen” hab ich das immer genannt. Ich hab mich zu der Zeit zwar auch nicht gesünder ernährt, aber eben nicht so viel davon in mich reingestopft.

Seitdem ich nicht mehr rauche, ist das anders. Ich muss dreimal am Tag essen, sonst wird mir übel. Manchmal esse ich dann so viel, das mir davon übel wird. Jeder meiner Versuche, wenigstens das viele Essen, das ich in mich reinstopfe, durch halbwegs gesundes Zeug zu ersetzen, hielt nie länger als 2,3 Tage, da waren plötzlich wieder Toasterschnitzel im Kühlfach. Oder Toast! Immer überall nur Toast! Toast, Toast, Toast! Ich seh schon selber aus wie ein Toast!

“Hör auf zu jammern und tu was dagegen!”, höre ich die neunmalklugen, schlanken Menschen rufen. Ja, gut, sicher. Das weiß ich auch selber, ihr Nasen. Aber ich habe mein Leben lang Sport gehasst und ich kann zwar auch gutes Essen zubereiten, nur für mich alleine hab ich meistens keine Lust auf den Aufwand. Wobei: Zuletzt hatte ich wirklich zum ersten Mal im Leben das Gefühl, mich auspowern zu wollen. Da war ich ganz glücklich. Es gibt also noch (sportlich gesehen) Hoffnung für mich! Aus lauter Freude hab ich mir erstmal eine Cola geholt.

Es gibt da dieses Fitnessstudio, an dem ich öfters vorbeilaufe. Und jedesmal ist das proppevoll. Da stehen Typen mit Supermuskeln nebeneinander und stemmen Gewichte oder drücken irgendwelche Maschinen zusammen oder was auch immer die da machen. Da könnte ich niemals hingehen. So nah beieinander, sehen wie der Andere schwitzt, am Ende vielleicht sogar mitleidige Blicke - oder welche die man so interpretiert. Furchtbar. Auf gar keinen Fall. Bei mir um die Ecke gibt es auch ein Studio, da wollte ich schon immer mal hin und mir das angucken. Aber ich hab ja keine Sportsachen!

“Dann geh schwimmen, das ist sowieso der beste Sport, weil der alle Muskelpartien…” Stop! Brauchst nicht weiterreden. Ich kann nicht schwimmen.
“Dann geh laufen, das ist sowieso der beste Sport, weil der für die Ausdauer gut ist, man kann es überall machen und…”, es ist stinklangweilig!

“Dann sei so zufrieden mit dir. Unterwirf dich nicht diesem medial auferlegten Schlankheitswahn! Guck mal, Adele…” Ich bin aber nicht zufrieden. Ich hab mir immer gesagt: Man ist ab dann zu fett, wenn man den eigenen Löres beim duschen nicht mehr sieht, wenn man ganz gerade an sich hinunterguckt. Ich muss zwar den Bauch ganz rausdrücken und den Hals etwas zurücknehmen, damit es wirklich gerade ist, aber dann seh ich nur die Halbkugel mit dem Loch, nicht was dahinter liegt. Das ist schlimm. Oder meine Shirts: Bei der Hälfte meiner T-Shirts baumelt der Saum mittlerweile frei in der Luft, anstatt den Hosenbund zu berühren! Und komm mir nicht mit Adele, die ist das typische Dickerchen, das sich der Pop leistet. Aber immer nur eine. Und sie soll immer fröhlich sein, sonst mögen wir sie nicht mehr!

Fett sein ist scheisse. Keuchend die Treppe hochgehen. Bei jeder etwas fordernden Bewegung sofort schwitzen. Das ist alles Scheisse. Aber auf Süsskram und Ekelessen verzichten, fällt mir auch schwer. Vor allem weil es immer so schnell geht. So bequem ist. Ja, mein Gott, in manchen Dingen bin ich faul. Aber kann man nicht auch irgendwie faul schlank werden oder zumindest ein gewisses Gewicht halten? Operationen natürlich ausgeschlossen (Und mit dem Rauchen kann ich auch erst in fünf Jahren wieder anfangen…aber das ist eine andere Geschichte)?

Wahrscheinlich nicht. Schlank sein/bleiben ist Arbeit. Wie alles andere im Leben auch. Immer muss alles Arbeit sein. Es heisst ja auch “an sich arbeiten”. Ätzend. Aber mir wird keine andere Wahl bleiben. Denn vermutlich wird sich mein Organismus nicht mehr auf übertriebene Verbrennung umstellen. Und in diesem viel zu weiten Körper zu bleiben, ist ja auch keine Lösung.

Dir Frage bleibt also: Wird es eine Möglichkeit geben abzunehmen, die mir am Ende womöglich sogar Spass macht?



Mir ist Kino.to egal, weils für Menschen ist, denen Filme egal sind.

Ich habe drei, offenbar von der großen Masse nur als völlig “bizarr” zu bezeichnende Vorlieben, die mir eine Nutzung von Kino.to immer unmöglich gemacht haben:

- Ich mag Bild und Ton synchron.
- Ich mag Bilder ohne “Fragmente”
- Ich mag es, wenn ein Film einfach läuft und nicht vor- oder nachladen muss.

So. Und das ist noch frei von jeglicher Kritik an der Moral, der fleissigen Nutzer des gestern geschlossenen Streaming-Dienstes. Ich war nie so ein Qualitäts-Fetischist. Mir ist Dolby total Wurst und ich hol mir zwar BluRays und das Bild ist zwar besser, aber selbst das wäre mir eagl. Ich brauche kein gestochen scharfes Bild, auf dem ich jede Falte erkennen kann. Ich brauche aber ein schönes Bild. Das kann es auch auf einem kleinen Fernseher geben, das ist mir egal. Es sollte nur flüssig und stabil sein. Mich hat das schon seit dem Anfang von Filmraubkopien gewundert. Ich erinner mich: Als der neue, erste Star Wars, also Episode 1, rauskam, da musste man hierzulande ja noch ewig warten. Ein Freund, der aus dem Indien-Urlaub kam, hatte aber eine Raubkopie auf VHS dabei, die er da irgendwo auf einem Markt gekauft hatte. Gut, ich gebe zu: Das zu gucken war äusserst skurril, denn das wurde in einem wohl sehr vollen Kino abgefilmt. Inklusive Räuspern, Gelaber und Gelächter der anwesenden Kinogäste. Aber damit, einen Film ernsthaft zu gucken, hatte das wirklich nichts zu tun.

Und da kommt die Frage ins Spiel: Wer tut sich sowas an? Warum ist den Leuten selbst ein Minimum an Qualität egal, solange es umsonst ist? Denn ich denke das hier das große Rätsel des Erfolgs von Kino.to steckt: Die schnelle Zufriedenheit der Masse. Oder anders gefragt: Gibt sich das Fernsehen, das Kino, geben die sich alle zu viel Mühe? Sind die Budgets zu übertrieben? Offensichtlich ist den Leuten nämlich egal was läuft, solange einfach irgendwas läuft (Der Erfolg dieser ganzen “scripted reality”-Geschichten, die ich auch gerne gucke, könnte auch ein Hinweis darauf sein…). Denn, mal ehrlich: Als ich mir interessehalber mal Kino.to angesehen habe: Bei der Hälfte der Filme habe ich mangels eines Mindestmass an Qualität einfach mal gar nix erkennen können. Wo macht das denn bitte Spass? Was hat das denn mit “Film gucken” zu tun? Das ist Hörspiele hören gewesen, mehr nicht. Hörspiel mit Geflacker.

Ich steh drauf mir Serien oder Filme ins Regal stellen zu können und rausnehmen zu können und dann sofort und überall gucken zu können. Auf jedem Rechner, an jedem Fernseher. Selbst irgendwo anders. Deswegen, auch wenn das anachronistisch sein mag, führt für mich nunmal kein Weg an der DVD/BluRay/TheNextPhysicalDatenträger vorbei. Isso. Das mögen Andere anders sehen, das ist okay. Nur das es so viele Andere gibt, denen es sogar nix macht nix zu sehen - das find ich dann doch schon erstaunlich.

Ergänzung: Mir ist durchaus bewusst, das es auch qualitative Streams auf Kino.to zu sehen gab - das habe ich jetzt aber dennoch mal ausser acht gelassen, weil es mir nur um diesen Teilaspekt ging. Viele andere Sachen haben auch dafür gesorgt, das es mir nie in den Sinn kam, die Seite anzusteuern und die sind immernoch nicht von meiner vielleicht persönlichen Respektbekundung einer Produktion eines Films oder einer Serie gegenüber geschuldet. Zum Beispiel dieser Bannerterror. Klar, die wollten Kohle machen. Asi genug, aber das dann auch noch alles so scheisse aussehen zu lassen? Come on. Desweieteren hatte ich das Gefühl das die meisten nur auf die Seite gingen, wenn sie aus Langeweile mal wieder “King of Queens” oder “Two and a half men” gucken wollten - das ungefähr 27.000mal wiederholt wird! Und die DVDs dazu kosten auch nicht mehr die Welt und werden regelmässig vergünstigt bei den großen Medienmärkten angeboten. But maybe it´s just me.



Kurze Shoppingfrage

Würde jemand von euch sowas anziehen:

1horn

Oder eher sowas:

tian

Oder none of the above?



Projekt Cali 2010

Habe gestern beschlossen, das es Zeit ist etwas zu beschliessen. 2010 wird nach Kalifornien ausgewandert. Mit Sack und Pack. Von wo ich blogge ist für eich ja sowieso egal. Also: Was muss ich beachten beim auswandern in die Staaten?

Die Frage basiert vor allem auf diversen Horrorgeschichten, die ich die letzten Tage gehört habe, von wegen: “Ich kenne jemnden, der seit 15 Jahren in USA lebt und immernoch keinen Einwohnerstatus hat und immer wieder kurz ausreisen muss, für ein neues Visum.” Ich kenne ja einen, der ist erstmal hingezogen, hat dann ein Drehbuch verkauft und sich davon einen Anwalt genommen, der das mal eben so alles klar gemacht hat. Für 20.000 $. Soll ich mich darauf auch einstellen? Und nein: Ich traue der Lotterie nicht über den Weg. Das ist doch auch komisch. Da wird Staatsbürgerschaft verlost. Also, ich finde das irgendwie merkwürdig. Und wie sind eigentlich die Mieten in San Francisco? Wirklich die Höchsten in Amerika? Wie funktioniert das Schulsystem genau? Die Kleene würde ja dann auf die High School kommen, was kostet der Spass? Ihr seht: Ihr habt die exklusive Ehre, wirklich vom allerersten Beginn der Planung an dabei zu sein…