Meine liebste Vorspeise

Ich hab noch nie an einer “Blogparade” teilgenommen, glaube ich. Ich verstehe auch immer noch nicht so richtig, was das überhaupt sein soll und so. Aber es geht ums Lieblingsessen und ich finde, ich habe mich noch nicht ausreichend als Foodblogger auf meinem Blog positioniert. Ausserdem hat mich die liebe Futterqueen, wir folgen uns glaube ich schon seit Ewigkeiten auf Twitter, gefragt, ob ich nicht mitmachen mag und da dachte ich: Ja, ich mag. So, here we go:

Wenn man mich nach meinem Lieblingsessen fragt, kann ich vermutlich eine quadrillion Gerichte aufzählen. Das eine Lieblingsessen gibt es eben nicht, ich finde ganz viele Gerichte unfassbar toll. Und kann mich immer nur schlecht entscheiden, was ich denn essen will, wenn ich was essen will. Deswegen esse ich ganz oft, wenn ich alleine bin, doofe Sachen, weil ich so lange damit verbracht habe zu überlegen, was ich esse, dass ich gar keine Geduld mehr hab, lange auf etwas zu warten, weil beim ganzen hin- und herüberlegen mein Hunger und Appetit in unmessbare Höhen geschnellt sind. Dann gilt es nur noch satt zu werden. Fast food oder so. Eigentlich vollkommen bescheuert.

Wenn ich mich nur von Vorspeisen ernähren müsste, würde das vielleicht viel besser funktionieren. Da ist meine Favoriten-Verteilung doch eindeutiger und kleiner. Und über allen möglichen Vorspeisen trohnt mein absoluter Favorit, meine Mother of all Vorspeisen, mein vorspeisiges Shangri-La, meine Vorspeise um alle zu knechten, mein…na, ich denke es ist klar was ich meine. Eben mein Lieblingsessen. Und es ist:

Vitello Tonnato.

Das sind (falls das jemand nicht kennt) hauchdünne, gebratene in Weißwein gegarte Kalbfleischscheiben mit einer Thunfsich-Kapern-Sauce. Mehr ist das im Grunde genommen nicht. Aber das ist ein Gericht, so bald ich irgendwo bin, wo das auf der Karte steht, muss ich das sofort bestellen. Keine Ahnung warum, das ist so ein komischer Zwang. Vielleicht weil ich das perfekte VT suche. Und deswegen jedes probiere, dass ich in die Finger kriege. Ich hab schon fantastische Versionen dieses Gerichts weltweit gegessen und muss sagen, dass die Ausfall-Quote, also die Vitellos, die richtig daneben gegangen sind, wunderbar gering ist. Es kommen vielleicht zwei Schlechte auf fünf Gute, würde ich sagen. Das ist erfreulich.

Das Gericht findet sich auch längst nicht auf jeder Karte. Ebenfalls ein Grund, es jedes Mal zu essen, wenn man die Gelegenheit dazu bekommt. Ich hab es auch noch nie selbst gemacht, obwohl ich ja gerne koche, vor allem leckere Dinge, aber da trau ich mich irgendwie nicht. Sollen es doch die anderen verkacken, ich nicht! Man muss auch nicht alles selber kochen. Es muss einfach ein paar Dinge geben, die man machen lässt.

Das zarte Kalbsfleisch in dieser sämigen, salzigen Creme, die so herrlich fischig schmeckt und durch die Kapern noch diese ultrastarke Zitronennote kriegt, die sich mit dem milden Fleischgeschmack zu einem großen Ganzen ergänzen: Mir läuft schon bei der Vorstellung das Wasser ganz schrecklich im Mund zusammen. Ich bin sowieso immer wieder erstaunt, wie genau sich Geschmäcker in Lieblingsgerichten zu einem Erlebnis kombinieren und versuche das irgendwie nachzuvollziehen. Aber bei Vitello Tonnato ist mir das ebenso rätselhaft wie bewusst. Und wenn ich am Ende den Teller noch mit Brot “saubermache”, dann bin ich glücklich. Ich glaube, dass meiste Glück hab ich sowieso der italienischen Küche zu verdanken. Lustigerweise habe ich Vitello nie so richtig damit in Verbindung gebracht, keine Ahnung warum. Ich finde, viele italinische Gerichte haben eine Art gemeinsamen “Stamm”, das VT fällt da immer aus der Reihe. Eventuell ist es mir auch deswegen so sympathisch.

Ich achte in letzter Zeit viel mehr auf meine Ernährung, fange an, auch durch meine Tochter, öfters vegetarisch zu essen. Ich war nie der größte Fleischesser, aber ab und zu mochte ich das. Ein tolles Schnitzel oder ein fresher Burger. Super. Langsam aber sicher, baue ich das ab. Ich überlege sogar schon, Attila Hildmans Vegan-Challenge mal auszuprobieren. Warum denn nicht? Schaden kann es sowieso nichts. Mir sind die Tiere dabei ehrlich gesagt gar nicht so wichtig, ich bin nicht so der Tierschützer-Chabo oder der riesen Tierliebhaber (nie ein Haustier gehabt). Aber das aller-aller-aller-meiste Fleisch, dass wir essen, ist nunmal ziemlicher Dreck, da muss man sich gar nix vormachen. Ist halt so.

Worauf ich aber hinaus will, ist: Wo auch immer meine Ernährungswege mich hinbringen werden: Ich werde mir nachwievor kein einziges Vitello Tonnato entgehen lassen, dass mir vorgesetzt wird. Bis ich das perfekteste der Welt gefunden habe. Ich sag euch dann auch gerne, wo das war. Mampf!



Zwischenfrage

Ist nicht die Tatsache, dass der Mensch von sich aus gelernt hat, künstlich zu befruchten, auch ein weiterer Evolutionsschritt und somit “natürlich” und wiederum somit “von Gott gewollt”?



Wie mich eine Papp-Spielhölle mal zum weinen brachte.

Scheiss doch auf alle Diskussionen, auf den ganzen Hass, mit dem sich alle gerade im Internet gegenseitig bewerfen. Vergesst das alles. Denn es gibt Geschichten, bei denen ist man glücklich das es das gibt, dieses Netz. Wo sich Fremde im nullkommanichts miteinander vernetzen können, um etwas Gutes zu schaffen. Um einen wunderschönen Moment zu erzeugen, der so nie wieder kommt. Und der durch nichts in der Welt aufgehalten werden kann. Und der, ist er einmal passiert, auch nie wieder weggenommen werden kann.

Ich glaube das ein Film wie dieser Tausend mal mehr erreicht, als jeder aufklärende Film. Ich glaube das die Magie, die dahinter steckt, mehr Frieden stiftet, als alles andere. Das jeder, der das sieht, so berührt ist (selbst wenn er es nicht zugibt), das er dieses Gefühl weiter mit sich rumträgt und im besten Falle auch weitergibt. Ich glaube sehr an die positive Wirkung guter Taten. Nichts finde ich inspirierender, als Menschen die andere Menschen gerne glücklich machen. Danke für diese wundervollen 10 Minuten, von denen sich jede Sekunde lohnt. Danke Internet, dass du so tolle Sachen machst. Deswegen lieb ich dich so, nicht wegen dem anderen Scheiss. Genug gequatscht, sofort gucken:


[VimeoDirektCainesSpielhalle]



Kartoffelsackkörper

Mein Name ist Nilz und ich bin fett. Ich war das nicht immer. Ich war zwar schon immer etwas kräftiger (ausser als kleiner Junge, da war ich wirklich nur Haut und Knochen), aber es war irgendwie immer okay. So ein kleines Pläuzchen, damit konnte ich leben. Ein Adonis würde aus mir sowieso nie werden.

Nein, das Unheil nahm seinen Lauf, als ich die Entscheidung traf, gesünder zu leben. Ich hab vor zwei Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Das war das Problem. Von nun an nahm ich munter zu. Nicht nur, weil ich zu Snacks griff, um eine orale Ersatzstimulanz zu haben, sondern auch weil Rauchen - zumindest bei mir - auch komplete Mahlzeiten ersetzt hatte. Auch das ist nicht das gesündeste, aber es hat geklappt. “Satt rauchen” hab ich das immer genannt. Ich hab mich zu der Zeit zwar auch nicht gesünder ernährt, aber eben nicht so viel davon in mich reingestopft.

Seitdem ich nicht mehr rauche, ist das anders. Ich muss dreimal am Tag essen, sonst wird mir übel. Manchmal esse ich dann so viel, das mir davon übel wird. Jeder meiner Versuche, wenigstens das viele Essen, das ich in mich reinstopfe, durch halbwegs gesundes Zeug zu ersetzen, hielt nie länger als 2,3 Tage, da waren plötzlich wieder Toasterschnitzel im Kühlfach. Oder Toast! Immer überall nur Toast! Toast, Toast, Toast! Ich seh schon selber aus wie ein Toast!

“Hör auf zu jammern und tu was dagegen!”, höre ich die neunmalklugen, schlanken Menschen rufen. Ja, gut, sicher. Das weiß ich auch selber, ihr Nasen. Aber ich habe mein Leben lang Sport gehasst und ich kann zwar auch gutes Essen zubereiten, nur für mich alleine hab ich meistens keine Lust auf den Aufwand. Wobei: Zuletzt hatte ich wirklich zum ersten Mal im Leben das Gefühl, mich auspowern zu wollen. Da war ich ganz glücklich. Es gibt also noch (sportlich gesehen) Hoffnung für mich! Aus lauter Freude hab ich mir erstmal eine Cola geholt.

Es gibt da dieses Fitnessstudio, an dem ich öfters vorbeilaufe. Und jedesmal ist das proppevoll. Da stehen Typen mit Supermuskeln nebeneinander und stemmen Gewichte oder drücken irgendwelche Maschinen zusammen oder was auch immer die da machen. Da könnte ich niemals hingehen. So nah beieinander, sehen wie der Andere schwitzt, am Ende vielleicht sogar mitleidige Blicke - oder welche die man so interpretiert. Furchtbar. Auf gar keinen Fall. Bei mir um die Ecke gibt es auch ein Studio, da wollte ich schon immer mal hin und mir das angucken. Aber ich hab ja keine Sportsachen!

“Dann geh schwimmen, das ist sowieso der beste Sport, weil der alle Muskelpartien…” Stop! Brauchst nicht weiterreden. Ich kann nicht schwimmen.
“Dann geh laufen, das ist sowieso der beste Sport, weil der für die Ausdauer gut ist, man kann es überall machen und…”, es ist stinklangweilig!

“Dann sei so zufrieden mit dir. Unterwirf dich nicht diesem medial auferlegten Schlankheitswahn! Guck mal, Adele…” Ich bin aber nicht zufrieden. Ich hab mir immer gesagt: Man ist ab dann zu fett, wenn man den eigenen Löres beim duschen nicht mehr sieht, wenn man ganz gerade an sich hinunterguckt. Ich muss zwar den Bauch ganz rausdrücken und den Hals etwas zurücknehmen, damit es wirklich gerade ist, aber dann seh ich nur die Halbkugel mit dem Loch, nicht was dahinter liegt. Das ist schlimm. Oder meine Shirts: Bei der Hälfte meiner T-Shirts baumelt der Saum mittlerweile frei in der Luft, anstatt den Hosenbund zu berühren! Und komm mir nicht mit Adele, die ist das typische Dickerchen, das sich der Pop leistet. Aber immer nur eine. Und sie soll immer fröhlich sein, sonst mögen wir sie nicht mehr!

Fett sein ist scheisse. Keuchend die Treppe hochgehen. Bei jeder etwas fordernden Bewegung sofort schwitzen. Das ist alles Scheisse. Aber auf Süsskram und Ekelessen verzichten, fällt mir auch schwer. Vor allem weil es immer so schnell geht. So bequem ist. Ja, mein Gott, in manchen Dingen bin ich faul. Aber kann man nicht auch irgendwie faul schlank werden oder zumindest ein gewisses Gewicht halten? Operationen natürlich ausgeschlossen (Und mit dem Rauchen kann ich auch erst in fünf Jahren wieder anfangen…aber das ist eine andere Geschichte)?

Wahrscheinlich nicht. Schlank sein/bleiben ist Arbeit. Wie alles andere im Leben auch. Immer muss alles Arbeit sein. Es heisst ja auch “an sich arbeiten”. Ätzend. Aber mir wird keine andere Wahl bleiben. Denn vermutlich wird sich mein Organismus nicht mehr auf übertriebene Verbrennung umstellen. Und in diesem viel zu weiten Körper zu bleiben, ist ja auch keine Lösung.

Dir Frage bleibt also: Wird es eine Möglichkeit geben abzunehmen, die mir am Ende womöglich sogar Spass macht?



Zensur des Herzens

Ich hab hier einen Text und bin unsicher ihn zu veröffentlichen. Es ist ein sehr intimer Text, der sich um meine momentane, emotionale Situation dreht. Allerdings ist er eher wie ein Tagebuch-Text, in dem man seine tiefsten Gefühle versucht aufzuschreiben. Und auch wenn ein Blog ein Tagebuch im Netz sein soll, so denke ich nicht das jemand diesen Text (jetzt schon) lesen sollte. Ausser mir. Und vielleicht die Person, um die es geht. Aber ich möchte ihr den nicht geben. Dann wirkt das so, als hätte man den nur für sie geschrieben. Das möchte ich nicht. Deswegen überlege ich eben den zu bloggen. Weil, dann kann sie den immernoch “entdecken”. Vermutlich müsste ich sie sanft hinstossen. Aber. Wenn die den dann scheisse findet, dann steh ich doof da.

love(Bild von Julene)

Der René hat mal, vor einer Weile schon, gesagt dieses Befindlichkeitsbloggen sei vorbei. Die Nummer sei durch. Und ich hab den Kopf geschüttelt und daran gedacht, das doch gerade das bloggen ausmacht. Aber jetzt hab ichs rausbekommen: Befindlichkeitsbloggen ist gar nicht per se vorbei. Wir werden nur älter. Und wertschätzen Emotionen anders, vor allem die eigenen. Ich mag Befindlichkeitsbloggen, wenn es extrem verklausuliert ist und man keine Rückschlüsse mehr ziehen, die Person um die es geht aber trotzdem ein fröhliches Herz haben kann. Aber der Text, den ich gerade hier nicht hinschreibe, der ist zu konkret formuliert, das funktioniert so nicht.

Netzaktivisten würden wohl jetzt schon von “Zensur” reden. Und sie haben Recht. Die Zensur des Herzens. Nichts ist wichtiger.



Sachen denken

Das ist ja so ne Sache mit dem so ne Sache sein. Viele Sachen träumen davon, so ne Sache zu werden, aber bleiben am Ende doch nur einfache Sache. Oder noch schlimmer: Landen beim Sachbearbeiter, der bearbeitet sie dann so lang, bis sie keine Sache mehr sind, erst Recht nicht so ne Sache, sondern so was konkretes wie ein Niesanfall. Oder ein Eifersuchtsdrama. Oder dicke Eier. Zwar noch sächlich, aber eben nicht mehr sachlich. Weiter entfernt sein kann man dann nicht mehr von so ner Sache.

Die Sachlage ist relativ entscheidend dafür, was so ne Sache wird oder nicht. So wird etwas mit Kopf voran selten zu so einer Sache. Wenn aber die Lage so ist, das es mit dem Herzen vorraus gebiert, dann stehen die Chancen exorbitant gut. Wie gesagt: Das ist halt so ne Sache, aber nicht nur mit dem so ne Sache sein, sondern auch mit dem so ne Sache werden. Das ist ja kein Ausbildungsberuf, wo man ins BIZ geht und nach einem dämlichen Test sagt einem der Computer mit Roboterstimme: “Sie werden so ne Sache. Noch einen schönen Tag.” und dann kriegt man am Ausgang ein ausgedrucktes Blatt in die Hand auf dem steht: “Ausbildungsziel: So ne Sache.” und man meldet sich in einer Werkstatt, die wohl auch schonmal so ne Sache gemacht hat und die können einem auch nicht weiterhelfen, das mit der Sache sei so ne Sache, das war wohl mal eine Lach- und Sachgeschichte gewesen, die sich so verselbstständigt hatte und seitdem käme jeder in die Werkstatt und wolle so ne Sache, aber das würde gar nicht gehen, weil wenn die so ne Sache in Massenproduktion machen würden, dann wärs eben nicht mehr das, was die Leute wollen. Ach, es ist schon so ne Sache.

Ich sach mal so: Ob man es hart oder sachte angeht tut nichts zur Sache, erst Recht nicht “so ne”. So ne Sache ist ein Naturphänomen, das kann man nicht erzwingen. So ne Sache ist sozusagen der Trüffel unter den Sachen. So ne Sache ist der Halleysche Komet der Sachen, der Sechser im Lotto, die blaue Mauritius der Sachen. Und das, obwohl es gar nicht so einfach ist! Das ist nämlich so ne Sache….



Die unglaublich fantastische, spektakuläre und herzzerreissende Einhorn-Weltfrieden-Jubiläumswoche, Part 3

Ich hab hier gerade einiges um die Ohren und da ich aber möchte, das jedem Bild eine mehr oder weniger ausführliche Beschreibung zukommt, musste ich mal kurz pausieren. Wir machen aber jetzt einfach weiter, so als wäre nix passiert…

- Was ist eigentlich das Gegenteil von Kubiusmus? Kreisismus wird es wohl kaum heissen. Kubus ist doch “der Würfel” also müssen wir ja beim Gegenteil auch von der “Kugel” ausgehen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist Kubus Latein (und jetzt bin ich schon mitten drauf, auf dem superdünnen Eis der Spekulation) also müsste ich nur noch wissen, was “Kugel” auf Latein heisst. Ich hatte aber französisch in der Schule, deswegen muss ich raten (und weil ich nicht googlen will). Ich denke das der Flipper vom lateinischen Wort für Kugel abstammt, wahrscheinlich sowas wie Flippirius, oder so. Also ist das Gegenteil von Kubismus der Flippiriusismus. q.e.d. Und worauf ich eigentlich hinaus wollte: Danke Leno (mit dem abgestellten Twitter-Account..schnief), für dieses wundervoll runde Einhorn!

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- Eigentlich sollte ich diese ganze Liste von meiner mittlerweile 9-jährigen Tochter kommentieren lassen, ist sie doch auch selber schon eine ganz ordentliche Einhorn-Expertin. Und als ich ihr die ganzen Einhörner gezeigt habe, da hatte sie vor allem drei Ausdrücke: Einen etwas desinteressierten, den sie aber den einzelnen Arbeiten gegenüber nicht so zeigen wollte, denn da steckt ja überall Mühe drin, was zu einem leicht hochgehenden, etwas zu interessiert klingenden “Schön!” führt (wobei das vor allem auf dem “ö” hoch geht..). Dann gibt es ein paar Hörner, die sie aufrichtig lustig findet und dann zwischen lachen und kichern so changiert. Und dann das tiefstherzliche und ehrliche: “Wooooooooooooooooooooooohhhh!!!!!!! Süüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüß!!!!!” Und diesem Horn von Lexa kam diese Ehre zu Teil:

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- Die placetogo ist ja so Eine. So eine, die man nie und nimmer einschätzen kann. Haut ein paar Mal am Tag ein paar markige Sprüche raus (ich glaube bis gerade eben habe ich noch niemals in meinem Leben irgendwo den Begriff “markig” hingeschrieben), ist Bremen-Fan, guckt liebend gerne Serien zu Hauf und studiert irgendwas mit Zähnen, meine ich mal mitbekommen zu haben. Manchmal twittert sie auch über Bier. Und dann schickt sie zum Weltfriedenjubiläum ein ganz zerbrechliches, süßes, zärtliches, mädchenromantisches Bleistifteinhorn und beweist, das man sie schon wieder vollkommen falsch eingeschätzt hat. Juchuh! Danke Lisa!

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- Wenn Begriffe besetzt werden, die vorher nicht so besetzt waren, dann ist das immer doof. Also im Nachhinein. Und auch nur im Kleinen. Aber jetzt zum Beispiel, da haben wir wieder so einen Fall: Die Piratenmarlene hat ein ganz niedliches, etwas adipöses aber dadurch noch freundlicher und gemütlicher wirkendes Einhorn geschickt und ich weiß jetzt nicht ob sie sich schon immer Piratenmarlene genannt hat oder ob das etwas mit einer eventuellen Parteizugehörigeit zu tun hat. Gehen wir mal von ersterem aus: Ein Mädchen das Piraten mag! So echte Rauhbeine und Seefahrer! Und dann malt die so ein großartig-süßes Einhorn! Leben, du hast die tollsten Überraschungen!

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- Ich hatte mich doch beim letzten Mal so sehr über die teilnehmende Familie gefreut. Nun, sie sind nicht allein: Martin Heike hat auch mit der Familie Einhörner gemalt…oder sollte der Fall hier viel schlimmer sein? Auffällig: Nur zwei Bilder der Kinder sind angekommen. Martin Heike selbst hat keins beigesteuert? Sollte hier etwa ein Familienvater seine Kinder Sweatshop-artig ausbeuten und zum Einhörnermalen verdammen, während er daneben sitzt, sich die Hände reibt und auf ein Gratisexemplar der aktuellen Stijlroyal spekuliert? Mit aller Entschiedenheit: Nein. Ganz sicher nicht. Aber wenn meine beiden Kinder, so ich denn zwei hätte, so fantastische Einhörner malen wüden, würd ich mich auch nicht mehr trauen, noch eins beizusteuern. Der Hammer!

martinheikel Von Kind L.

martinheimep Von Kind P.

- “Da lang! Oder da lang! Nein, da lang! Ich liebe dich! Oh, die Zündschnur! BOOM!” So zumindest sähe sie aus, meine Interpretation von MH120480s Formhorn. Formhorn, guter Name! Long live the Formhorn!

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- Wer deutschsprachiges Twitter kennt, der kennt auch sie: Michaela (von) Aichberger. Das “von” hab ich mal in Klammern gesetzt, weil ich immer nie weiß ob es nun dazu gehört, oder nicht. Wohl weiss ich aber das Frau (von) Aichberger zu Twitter gehört, wie MC Winkel zu schrägen Vergleichen. Warum sie sich eigentlich “Fauenfuss” nennt, ist mir unbekannt, würde ich aber auch nicht mehr fragen. Das ist wie mit etablierten Bands, die fragt man auch nicht mehr, wo denn ihr Name eigentlich herkommt. Die heissen halt so. So wie die Frau, die nicht müde wird ihre Follower auf Twitter zu zeichnen. Ich bin schon sehr früh in den Genuss eines eigenen Nilzenburger-Kunstwerks von Frauenfuss gekommen. Und als es um Einhörner ging, da hat sie sich nicht lumpen lassen. Also mal so gar nicht. Mit ihren drei Einsendungen, bei denen man sich nicht entscheiden kann, welche einem das Herzchen am meisten aufgehen lässt. Übrigens bloggt sie seit kurzem auch. Endlich. Unbedingt mal gucken gehen! Lohnt sich!

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- Ich habe ja eine Schwäche für Kunst. Vor allem für Performance Kunst. Weil es da am Meisten um die Idee geht. Und Kunst ist ja vor allem erstmal “Die Idee” und dann kommt alles Andere. Das ist bei Performances so auf die Spitze getrieben, weil im Prinzip nichts bleibt. Höchstens Materialien, die zur Umsetzung der Idee behilflich waren. Die Idee selber ist aber ausgesprochen, vorgeführt, hingerotzt und damit weg. Vielleicht auf einem Video, sicher in den Köpfen der Zuschauer - nur greifbar ist sie nicht mehr. Das find ich toll. Deswegen bin ich auch sofort Mizzi Schnyder auf Twitter gefolgt. Und auch wenn ich noch nie was von ihr gesehen habe und bislang immer nur über ihre Arbeiten las, anstatt einmal dabei zu sein: Theoretisch find ich die Sachen die sie macht schonmal super. Deswegen hab ich mich auch sehr über ihr Einhorn gefreut. Und natürlich weil es ein Wiener Einhorn ist. Leiwand!

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- Sandstein! Du Quell unendlicher Freude! Du Botschafter der VHS-Kurse! Du unfassbar wohlfühlender Handschmeichler! Sandstein! Du irres Ding! Du überraschend leicht zu verarbeitendes Gestein! Oh Sandstein! Du blass-orange schimmernder Rohstoff der Träume! Du feilbares MIneralgemisch! Sandstein, oh Sandstein! Ich hab dich oft gesehen, manchmal angefasst, immer beobachtet, nie gehabt. Aber jetzt, dank Nadine Koehler, hast du endlich, ENDLICH, deine wahre Bestimmung gefunden. Alle deine Formen waren nichts, denn du bist ein wunderschönes Einhorn. Deswegen bennen ich dich hiermit um zu Einhornstein. So. (Ist das überhaupt Sandstein?)

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- Aber, aber, aber, aber, aber…..BOOOOAHH!!!!! Aus Radiergummi! Serotonic, BOOOAAAH!!!!!!

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- Ich habe ja eine gewisse Abneigung gegen allzu militante Tierschützer. Ich weiss auch nicht warum, ich finde die überzogen. Sollten nicht erstmal noch eine ganze Menge Menschen lieber vor sich selbst geschützt werden, bevor man mit den Tieren weitermacht? Mir persönlich sind also Menschen sehr wichtig. So. Ich glaube aber ich habe noch einen anderen Grund für meine Tieraktivisten-Probleme: Nämlich bescheurte Fantasie-Forderungen. Peta wollte mal das sich ein Dorf, ich glaube in Österreich, umbenennt, weil es “Angeln” hiess. Gähn. Pressemitteilungen um in der Presse stattzufinden. Wie unoriginell. Nun aber zum Punkt: Bestimmt wird bald gefordert, das sich Tiere auch an Karneval verkleiden dürfen und wenn dann von Kritikern gefragt wird: Wie denn? Dann wird gesagt: Ein Pferd könnte sich zum Beispiel eine Möhre auf den Kopf kleben und als Einhorn gehen. Und wenn dann protestiert wird, das das ja total bescheuert aussähe, dann wird Nicole Geigers Zeichnung ausgebpackt und dann muss jeder zugeben: Verdammt, das sieht ja total süß und lustig aus! Deswegen: Danke Nicole!

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- So schön, wenn man gerade zum Beispiel seine Magister oder Diplom oder Haus oder sonstwas-Arbeit für die Uni schreibt und einen der Stoff nicht loslässt. Man einfach gar nicht abschalten kann. Der Stoff ist immer da. So auch bei Nina. Freud mit Horn und Damenhinterläufen und Geburtstagskuchen und Penisschwanz? Macht man sich zuerst Sorgen so ist doch das klar zu lesende “I heart Nilz” der beste Beweis für eine geistig absolute Gesundheit der Zeichnerin. Der Weltfrieden liebt dich auch, Frau Windisch!

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- Der Diktator, nimmt uns mit auf eine Reise. Und zwar auf die Reise zum großen Geheimnis von “Design”. Was macht gutes Design aus? Wie entsteht es? Kann man immernoch mehr reduzieren? Und wo hört Reduktion auf und wird nur noch Strich? Sein erster Entwurf hat noch etwas verspieltes, etwas lockeres, lebensbejahendes. Eine gewisse Fröhlichkeit und Unbekümmertheit spricht aus den krummen, gelben Linien.

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Doch als er beginnt zu reduzieren und zu sinnieren, fällt ihm auf, das er auch mit weitaus weniger auskommt. Das Gelb bleibt zwar, aber die Unbekümmertheit fällt weg. Gerade, nüchterne, klare Striche, simple Formgebung. Gesicht? Brauchen wir nicht. Ein Einhorn hat vier Beine (seitlich gesehen sogar nur Zwei!!!) und ein Horn. Thats it. Get over it. Das schreit einem der finale Entwurf entgegen und ist somit natürlich auch ein erstklassiges Stück Gesellschaftskritik: Wenn selbst Gefühle, selbst Liebe nur noch zu reduzierten Formalismen wird, dann verschwinden auch die fröhlichen Gesichter. Denkt mal drüber nach (Ach, erwähnte ich schon meine Vorliebe für übertriebene Interpretationen?). Danke für dieses fantastische Werk, Diktator!

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- Noch einmal versöhnliches zum Ende dieser Liste: Lana74, bei der man nie sicher ist ob Twitter ohne sie - oder sie ohne Twitter implodieren würde, malt wie meine Mutter und das ist ein Kompliment! Ich habe es als Kind geliebt meiner Mutte beim zeichnen zuzusehen. Die hat nie eine gerade Linie gemalt, die hat immer abgesetzt und wenn sie zum Beispiel einen Bogen gemalt hat, dann hat sie immer nur so vorsichtig aufgesetzt und versucht aus einem Schwung heraus zu malen, nur ein kleines Stückchen und mit dem gleichen Schwung dann den nächsten Teil und so weiter. Ja, das ist etwas doof zu erklären, ihr könnt euch das nun vermutlich nicht besonders gut vorstellen. Aber das Bild von Lana/Stefanie hat mich daran erinnert und das ist doch was! Was sehr gutes sogar! Ein rotes Horn auf roter Wiese! I love it!

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Ich gelobe hiermit feierlich den nächsten Teil Einhörner schneller fertig zu machen. Ahoi!



Die unglaublich fantastische, spektakuläre und herzzerreissende Einhorn-Weltfrieden-Jubiläumswoche

Der Weltfrieden ist jetzt ganze 5 Jahre alt. Für die ein oder anderen vielleicht Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen, für mich nicht. Was soll ich für ein Fazit ziehen, das ich nicht schon längst gezogen hätte? Das mir bloggen neue Freunde beschert hätte? Das der Weltfrieden vermutlich wirklich ein kleines bisschen Frieden erzeugt hat? Das ich in letzter Zeit viel zu wenig geschrieben habe? Das die Beiträge auch wieder weltfriedischer werden müssen? Alles geschenkt, alles keine News, alles in Ordnung.

Nun habe ich ein paar befreundete Blogger gefragt, ob sie vielleicht Lust hätten zum Jubiläum das Weltfriedeneinhorn umzuarbeiten, neu zu interpretieren. Und hab ihnen das Bild davon als Datei gleich mitgeschickt (manchmal muss man eben die Pistole auf die Brust setzen..:)). Dabei sind 2 Einhörner zurückgekommen.

Als Huck von Stijlroyal das mitbekommen hat, war er sofort von einem unglaublichen Aktionismus beseelt, der zu einem Blogeintrag bei ihm führte, nur wenige Minuten später. Und der verfehlte seine Wirkung nicht: Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind 63 (In Worten: DREIUNDSECHZIG) Einhörner für den Weltfrieden bei mir angekommen. Eine Sechs und eine Drei. 63! 63! 63! Das muss man sich mal vorstellen! Alle feiern das Weltfriedenjubiläum!

Und weil das so viele sind habe ich beschlossen, das jetzt Weltfriedenjubiläumswoche ist. Die ganze Woche die unterschiedlichsten Einhörner. Freunde, das wird ein Fest! Ich freu mich so! Los gehts!

- Schon das erste EinHorn spricht mir geradezu aus der Seele. Und zwar aus meiner Nutella-Seele. Wenn etwas Weltfrieden ist, dann ja wohl Nutella! Danke Anja Gottschling!

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- Obwohl ich ja einmal den “Berliner Verein junger Männer die von Der kleine Prinz genervt sind” ausgerufen habe, mit dem Zitat: “Das Wesentliche ist für das Auge…was machst du da mit der Pistole?!?!?!”, so kann ich mich doch einer der Ideen des Buches nur schwer verwehren, wenn sie so charmant vorgetragen werden, wie in diesem Fall von Anousch. Aber nur dieses eine Mal! :)

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- Antje, die einen recht folgenswerten Tumblr betreibt, scheint einer der Menschen zu sein, die sich nie so recht entscheiden können. Naja, vielleicht doch. Vielleicht gehört sie eher zu den Leuten, die immer so einen wahnsinnig grossen Output haben. Oder sie lässt ihre Kreativität gerne kitzeln und übertrifft sich dann immer selbst. Wie auch immer: Sie hat drei Einhörner geschickt und eins ist toller als das Andere, und zwar genau in folgender Reihenfolge:

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- Barbara N. ist aus mehreren Gründen glücklich. Erstens scheint sie ein zimelicher My Little Pony Fan zu sein, und zu glauben, das es sich dabei um schlechte Menschen handeln muss, fiele wohl nicht nur mir besonders schwer. Und dann hat sie noch nichtmal einen Twitteraccount, zumindest keinen von dem sie irgendjemand berichtet. Deswegen, ganz pur, nur ihr Bild und keine Links. Die neue Nüchternheit, oder so.

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- Wir kommen nun in die wudervolle Welt der Comicblogger und damit zu Bastian. Der hat ein unglaublich niedliches Einhorn gebastelt, mit Schleife ums Horn und Marienkäferfreund und Regenbogen. Mir schiessen gerade die “Oooooh!”-s aus den Ohren und den Nasenlöchern. Ich finde damit ist eine neue Dimension “Cute overload” erreicht und das meine ich nicht sarkastisch oder ironisch, sondern from the bottom of my heart. Was ich auch nicht sarkastisch oder ironisch meine.

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- Es mag klein sein, aber es ist von Quitzi und Quitzi hat immer recht. Naja, fast immer.

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- Boah. Claus Ast. Boah! (File under: SOWAS nennen manche Menschen “Skizzen” - die haben mich vermutlich noch nie malen sehen…)

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- Als junger Mann erliegt man ja mehreren Irrungen und Wirrungen, vor allem wenn man in einer Kleinstadt gross wird. Da sucht man sich Hobbys noch und nöcher um herauszufinden, was einem wirklich Spass macht. Die örtliche Bücherei kann übrigens ein Verstärker für diese Suche sein, vorrausgesetzt sie hat ein gutes Angebot. Oder um es etwas kürzer auszudrücken: Ich war so zwischen 12 und 14 ein ziemlicher Origami-Nerd. Zurückgeblieben ist davon nichts. Aber wenn man das weiß, kann man sich auch vorstellen, wie sehr ich mich über das Einhorn von Dana Radloff gefreut habe.

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- Ein Einhorn kommt aus der Natur, was liegt also näher als es auch mit ebensolchen Materialien darzustellen? Den Anfang in dieser meisterlichen Disziplin macht hierbei Danielle Elsner mit diesem nicht in-Stein-gemeisselten sondern aus-Stein-geformten Einhorn. I <3 Nature.

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- Wie viele liebenswerte und tolle Memes passen eigentlich in ein Einhorn-Jubiläums-Bild? Diese Frage scheint sich auch Philipp von “Delphine hauen” gestellt zu haben. Er hat nicht nur dieses schöne Keanu Reeves-Meme zitiert oder den Aretha Franklin Hut, sondern auch meinen absoluten Lieblingstumblr: Selleck - Waterfall - Sandwich. Für mich schon jetzt ein Unicorn-instant-classic.

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- Der Erik mit K reduziert die Dinge gern aufs wesentliche. So hat er das auch mit dem EInhorn gemacht. Was aber nichts daran ändert, das man auch seine Version immernoch total süß finden muss. Da kann man einfach nicht anders.

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Das war der erste Schwung, morgen gehts weiter! Danke an Alle und vor allem Huck, der die ganze Chose ja angestossen hat! Ich bin ein sehr glücklicher Weltfriedenbetreiber!



Ein unveröffentlichter Text über “Heimat”, der aber ganz gut ist

Im aktuellen Stijlroyal, dem vermutlich schönsten Magazin der Generation “Generation”, habe ich einen Text über meine zukünftige Heimat geschrieben. Mein erster Textentwurf war noch ein bisschen am Thema vorbei. Was okay war. Habe aber gerade festgestellt, das der auch ganz schön ist. Deswegen steht der jetzt hier. Ein Text über meine alte Heimat: Köln. Für den Text, der es dann geworden ist, ordern sie bitte das fantastische Heft für ihren Haushalt. Es soll ihr Schaden nicht sein.

Der Botschafter

Ich bin in einer kleinen Stadt vor den Toren Kölns aufgewachsen. Tatsächlich hat dieser Ort zu Köln gehört, bis zu dem Jahr in dem ich geboren wurde, da wurde es wieder ausgemeindet. Wenn ich das recht entsinne aber auch auf eigenen Wunsch. Bis heute habe ich das Mysterium nicht klären können, ob es einen Zusammenhang zwischen meiner Geburt und der wiedererlangten Autonomie Wesselings gibt, wage das aber beherzt zu bezweifeln. Das wäre ja auch etwas vermessen anzunehmen.

Nun, all dies zu wissen ist insofern wichtig, als das es doch aber zeigt, das ein expliziter Bezug zu Köln am Rhein in meiner Heimat existiert. So durfte ich mich zwar eigentlich nie Kölner nennen, habe es der Einfachheit halber doch immer getan, wenn ich gefragt wurde, wo ich herkomme. Und tatsächlich habe ich mich Köln ja auch immer sehr verbunden gefühlt. Die Musik der Stadt trägt dazu bei. Nun kennt man außerhalb Kölns nur Bap, die Höhner vor allem in den letzten Jahren mit ihren Handballanbiederungshits und vielleicht noch die Bläck Fööss. So von außen betrachtet, wenn man nur die 3,4 Hits kennt, mag das auch ziemlich armselig rüberkommen, das die Kölschen da immer so drauf rumreiten, wie toll diese Band seien, aber: Sie sind es. Beziehungsweise waren es. Die 70er-Jahre Platten der Bläck Fööss haben so viel Gefühl, sind aber auch so politisch. Ich kenne keine andere Stadt in Deutschland die einen so herzzerreißenden Soundtrack hat. Es gibt zum Beispiel dieses Lied von den Fööss namens „Isch han nen Deckel“. Das handelt von einem Mann, der des Berufs wegen Köln verlässt und nach Berlin zieht. Da verdient er sehr gutes Geld, es fehlt im eigentlich an Nichts. Zumindest materiell. Aber das Herz, ach das Herz sehnt sich nach Köln. Und deswegen hat er in seiner Stammkneipe in der Domstadt eben noch einen Deckel liegen, damit er immer einen Grund hat zurückzukommen. Ein herrlich romantisches Bild.

Vielleicht sollte man auch dazu wissen, das Köln ja eine sehr starke Kneipenkultur hat, was aber auch bedeutet das man als Kind eben auch oft mit Papa Samstags Nachmittags in die Kneipe gehen darf, wo der Papa dann sein Kölsch trinkt, man selber aber Cola trinken darf, Lieder aus der Musikbox aussuchen und noch eine Tafel „Goldnuss“ kriegt, die Schokolade mit garantiert 27 ganzen Nüssen. Das prägt alles. Das schweißt einen zusammen. Mit der Heimatstadt. Aber: Köln ist klein, ein Dorf. Und deswegen hat es mich schon immer rausgezogen. Ich wollte da nicht mehr bleiben, wobei diese Enge einige tolle Vorzüge hat. Aber es fehlt eben eine gewisse, ich möchte nicht sagen „Freiheit“ weil das dann so nach Westernhagen klingt, aber „Freiheit“.

Und deswegen habe ich mit Köln im Herzen meine Rolle bestimmt: Ich bin ein Botschafter Kölns. Ich trage die positive Grundeinstellung, die Lebensfreude, den Humor, und den Geschmack für tatsächlich gutes Bier in die weite Welt heraus. Thats what i´m here for: Ich werde Köln immer lieben und immer „Die beste Stadt der Welt“ nennen, aber dafür muss ich da ja nicht wohnen. Ein guter Deal zwischen Köln und mir. Meine Heimat, in der ich nicht mehr wohne.



Das Herz - Versuch einer Analyse

Okay, zur Erklärung: Ich höre gerade dieses Lied auf Repeat. Bin im Moment geschätzt beim 10. Durchgang. Vielleicht solltet ihr das jetzt auch anmachen und hören, damit ihr in die Stimmung kommt, die ich beim schreiben hatte, während ihr das lest.


[DailyMotionDirektGänsehaut]

Ich bin alles andere als ein einsamer Mensch. Und darüber sehr glücklich. Ich bin in einer sehr komfortablen Position. Ich habe eine grossartige Familie, fantastische Freunde und lerne immer wieder neue, tolle, coole, nette, spezielle und spannende Menschen kennen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten das “Einsamkeit” mein geringstes Problem ist.

Nochmal von vorne: Ich bin glücklich. Aber nicht weil ich Single bin, sondern trotzdem.

Totaler Quatsch, so fängt man keinen Text an. Jetzt aber: Mein Herz schlägt sich durch die Nacht. Meine Gedanken hängen irgendwo rum. Meine Stimmung schlägt nicht plötzlich um. Hat sich aber geändert. Heimich still und leise.

Nein, nein, nein. Das gefällt mir alles nicht. Ich bin ganzen Herzens fröhlich traurig glücklich sehnsüchtig. Ich bin ganzen Herzens. Das ist es.

Und noch eine Runde: So tonight, i´m gonna find a way to make it, without you…