Die Zukunft wird: UNPRAKTISCH!

Ein lustiger Sport ist es ja Zukunftsvisionen aus der Vergangenheit mit der Gegenwart abzugleichen. Was ist ungefähr so eingetreten, wie vorgestellt und was ist nach wie vor totaler Kokolores? Dabei denke ich als allererstes sofort an einen Klassiker der Vorhersage: Fliegende Autos.

Kaum eine Publikation der 50er Jahre, die sich mit dem Jahr 2000 auseinandersetzte, kam ohne die Vorstellung aus, dass man Autos haben würde, die bei Bedarf Flügel ausfahren und man könnte dann ganz einfach jedem Stau entfleuchen. Die Straßen wären nur noch halb verstopft, weil man ja jetzt auch auf die Luft ausweichen könnte und alle wären glückliche Verkehrsteilnehmer. Warum hat die Menschheit 50 Jahre gebraucht um zu erkennen, dass diese Vorstellung so ein unfassbarer Stuss ist? Ja, wir haben noch nicht genug Unfälle auf der Strasse, lasst uns auch noch in die Höhe, damit wir eine Unfall-Achse mehr haben! Bei einem Stau würde jeder sofort versuchen nach oben auszuweichen, ergo: Stau in der Luft. Gefahrenpotential, auch für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer: Plus 1000 Prozent. Warum also konnte sich so eine Idee so sehr als Idee durchsetzen? Klar, der “Traum vom fliegen” und so, aber mal ehrlich: Man hat ja auch nicht geglaubt, dass jeder ein Einhorn haben würde, warum also so einen Quatsch?

fliegauto

Man muss aber gar nicht so weit zurückgehen, man muss nicht in die technisch vielleicht naiven 50er Jahre zurückblicken, um eine Zukunftsvision von der Zukunft aus zu betrachten und nicht nachvollziehen zu können. Es gibt da auch ein deutlich jüngeres Beispiel:

In den Nullerjahren dieses Jahrtausends, als das Internet zu DEM heißen Scheiss wurde, der es heute ist, habe ich immer und immer wieder von einem Beispiel gelesen, dass mir schon damals recht unlogisch erschien - und welches sich auch nie durchgesetzt hat: Intelligente Kühlschränke mit Touchscreens und Internetzugang. In der Vision wurde immer erklärt, wie der Kühlschrank nicht nur Rezepte anzeigen kann, sondern auch registriert, was in seinem Innenraum fehlt oder dramatisch zur Neige geht und dass er es dann selbstständig beim Supermarkt-Lieferservice nachbestellt.

Was für eine Vorstellung! “Ich bins, Kühli dein Kühlschrank, ich hab gesehen, dass du keine Buttercremetorte mehr hast, deswegen hab ich 5 Torten nachbestellt…”. Das ist doch dass erste, was einem auffällt. Dass das keinen Sinn machen und niemals funktionieren kann. Wieso denkt sich jemand etwas aus, was geht, aber gar nicht gehen braucht und damit meine ich keine Kunst oder demonstrativ nutzlose Erfindungen, sondern Visionen, die schon praktisch sein sollen und beeindruckend und dabei aber alles schlimmer machen würden, wenn sie denn wahr würden, was sie niemals werden würden, weil sie viel zu doof sind.

gbfridge

Ich finde das faszinierend. Nicht was man sich für Möglichkeiten vorstellt, sondern dass die Vorstellung von Möglichkeiten das rationale Denken aussetzt. Mir kam dieser Gedanke übrigens beim Wäsche aufhängen, als ich so dachte: Warum hat eigentlich niemand die sich selbst aufhängende Wäsche erfunden? Das wäre doch mal wirklich praktisch.



Godwin’s Law-Law

Wenn jemand in einer Kommentarspalte, jemand anderen als “rechts” o.ä. bezeichnet, muss sofort ein Dritter: “Da isses! Godwin’s Law!” schreiben, selbst wenn der Vorwurf zweifelsfrei und objektiv gestimmt hat. Zusätzliche Relevanz bringt das kommentarlose verlinken des Wikipedia-Artikels über Godwin’s Law.

Hartnäckige Gerüchte über eine weitere Relevanzverdopplung, durch posten des entsprechenden Artikels aus der englischen Wikipedia, haben sich als falsch erwiesen.



Entscheidungshilfe

Es ist aber auch zu schwer. Entscheidungen treffen. Man wägt ab, ist sich unsicher und am Ende kommt nur Murks dabei raus. Doch damit ist jetzt Schluss. Was ihr hier sehen könnt ist nicht weniger, als eine 2.0llige Nilzenburger-Version des magical Eightballs. Wahnsinn was heutzutage alles möglich ist. Aber seht selbst:


[YouTubeDirektNilzenburgerOrakel]



Mein erstes Mal, Tag 1.

Erklärung: Ich bin auf der re:publica, das ist eine Bloggerkonferenz. Sozusagen ein Real-Life Social Network. Das heisst: Menschen aus ganz Deutschland, die immer ins Internet schreiben, treffen sich hier im echten Leben und entwickeln echte Gefüle zueinander. Oder so. Ich versuche euch davon zu berichten, so unnerdig wie es nur geht, damit auch normale Menschen etwas damit anfangen können. Ich präsentiere euch quasi die menschliche Seite des Internet.

Strebermässig war ich heute Morgen schon sehr früh am Start, das hat aber einen einfachen Grund: Die Schule meiner Kleinen ist um die Ecke. Da bringe ich sie dann hin und frühstücke dann (warum ist bei dem Kioskmann meine Tageszeitung immer so schnell ausverkauft? Im Ernst: Der hat sogar den Kölner Stadt-Anzeiger vom Vortag da liegen, aber aktueller Tagesspiegel? No way…) und schwuppdiwupp bin ich schon am Veranstaltungsort. Hab mir meinen Pass umgehängt und war bereit. Meine erste Konferenz, die ich als “professioneller Teilnehmer” besuche, wow. PopKomm schön und gut, aber da war man ja immer nur wegen der Partys und so. Hier bin ich nun, um mir in geheimen Hinterzimmern den Kopf zu zerbrechen, über die Zukunft des Internets in good ol´Germany. Mindestens.

Nach einer Hofzigarette und einer Apfelschorle gehe ich in den grossen Hauptraum um mir die feierliche Eröffnungsorgie anzuhören, die eigentlich nur ein kleines und scheues “Hallo, schön das ihr da seid.” ist. Und langsam merke ich, das mir diese Veranstaltung sehr auf den Nacken gehen wird. Denn immerwieder drehe ich mich um um zu sehen ob jemand da ist, den ich kenne. Wo bleibt eigentlich René? Julie? Zartha? Jeriko? Und wo ist Patsy Jones?

Jürgen von der Lippe sang einst “Und wo wir schonmal da sind, da bleiben wir auch hier…” und diesem Motto nehme ich mich an und bleibe nach der Begrüssung auf meinem Platz um der ersten Keynote (das heisst doch so, oder? War ein Vortrag, ähnlich einer Vorlesung in der Uni) zu lauschen. Ein Harvardprofessor mit auffällig wienerischem Akzent erklärt die, von mir gerade eben so benannte, “Las Vegas”-Gefahr im Netz, die da lauten könnte: What happens in the net, stays in the net. Und wie man sich davor schützen könnte/sollte/müsste. Dabei habe ich immer das Gefühl das er versucht sein Redetempo der Geschwindigkeit seiner PowerPointPräsentation anzupassen, was mitunter bizarr wirkt, aber vielleicht auch nur in meinem Kopf. Das ganze war schon interessant, aber für mich hat es irgendwie nicht zum Erkenntnisgewinn beigetragen. Diesen Vortrag sollte er dringend an Schulen halten, oder in Firmen oder überall sonst wo Nicht-So-Internetaffine Menschen sind, die aber gerne das Netz benutzen. Für die wären die Informationen Gold wert.

Danach überlege ich meine Jacke liegenzulassen, um meinen Platz zu reservieren, aber da ich meinte gelesen zu haben, das das letztes Jahr schon alle gemacht haben und das dieser “Engländer-Mallorca-Liegestuhl”-Style nicht so gut ankommt, nehm ich sie wieder mit nach unten. Zum rauchen. Und Apfelschorle trinken. Der sehr nette ix grüsst mich sehr nett, Johnny ist unaufgeregt und ich lerne Gabriel kennen, Blogbeauftragter vom Vice-Magazin. Und frage mich: Wo ist eigentlich René? Und Patsy Jones?

Ich gehe zu einem Panel (sprich: Diskussion) über die Zukunft sozialer Netzwerke wie MySpace und StudiVZ. Tim, der Moderator, macht keinen Hehl aus seiner Abneigung entsprechender Dienste und fragt für meinen Geschmack etwas zu sehr á la “Was soll denn der Scheiss?”. Der MySpaceMann ist mit dieser Attitüde offensichtlich vertraut und pariert souverän, auch als Tim zu Anfang etwas merkwürdig zu verwirren versucht, wegen irgendwelcher Klickzahlen, die sowieso keinen interessieren. Der StudiVZ-Typ ist dahingegen wohl eher ein gefundenes Fressen. Ich weiss, scheiss auf Äusserlichkeiten, aber der sitzt da echt in einem orangen Pulli aus dessen Ausschnitt der weisse Hemdkragen guckt. Selffulfilling BWL-Klischee sozusagen. Und der erzählt dann tatsächlich recht absurde Sachen, so das der Moderator nicht einmal mehr intervinieren muss. So nach dem Motto “Unsere Datenbank ist nichts wert.”, was ja irgendwie stimmt, aber irgendwie auch ziemlicher Käse ist. Dirk Olbertz, der damals Blogscout gemacht hat und heute blogger.de, findet das alles Käse, will mehr Medienkompetenz des Users und sagt in etwa, das alle bloggen sollen. Weil das persönlicher als ein Profil ist. Was ja auch irgendwie stimmt, aber eben auch einen deutlichen Mehr-Aufwand bedeutet. Und ich kann verstehen das die meisten Menschen darauf keinen Bock haben. Eine schwarze Lederjacke mit blonden Locken läuft an mir vorbei und ich denke es ist Patsy Jones, aber ich weiss es nicht.

Wieder im Raucherhof will Jeriko mit mr was besprechen, was wir aber auf die nächsten Tage verschieben. Ich lerne Julia von Les Mads kennen, meinem Lieblingsmodeblog. Warum, das erkläre ich euch ein andernmal. Ihre Begleitung/Ihr Freund/Ihr Bruder/Ihr Fahrer ist auch ein superkorrekter Typ, der Hobnox macht. Julie Paradise pausiert mit ihrer schönen grossen Kugel im Hof und muss andauernd auf Toilette. Was sie Schwangerenklischees nennt. Da kenn ich aber ganz andere und erwarte wie sie saure Gurken mit Sahne isst. Gabriel zeigt mir was Vice online alles schickes macht, erklärt mir noch die Abstammung der Hopfen-Pflanze und am Buffet treffe ich Tanja. Ich esse recht geschmacksneutrale Pasta Pesto, plausche kurz mit Mario Thiema und gehe dann zurück in den grossen Saal um einem Panel über Blogs vs. Journalismus beizuwohnen, in dessen Besetzung ein reiner Journalist und somit “Gegner” fehlt. Macht aber nichts. Stefan Niggemeier ist da und Mercedes Bunz, das interessiert mich schon genug. Und Thomas Knüwer, aber der hat mich mal in seiner Liverstreamsendung so komisch gedisst, deswegen find ich den jetzt auch komisch. Touché!

Als ich den grossen Saal betrete suche ich eine Steckdose, der Akku meines Rechners ist alle. Und man muss hier mindestens live mittwittern, sonst geht jar nüscht. Als ich an einen Platz komme, an dem ich eine Steckerleiste ausmache, kann ich auf den Monitor des jungen Mannes vor mir blicken und sehe das er einen Account für die fünf Filmfreunde hat! Wer ist das denn?, denke ich eine Millisekunde um mir dann imaginär vor die Stirn zu schlagen, denn selbstverständlich sitzt da René! Ein grosses Hallo, wir freuen uns uns zu sehen und dann geht die Diskussion auf der Bühne los. René schickt mir eine Einladung zu einem Onlineradio (demnächst mehr an dieser Stelle) und wir twittern und lauschen das es eine wahre Freude ist. Dann muss ich aber los, die Schule ist aus und ich muss die kleine Dame abholen. Im rausgehen treffe ich noch Zartha und damit ist der erste Tag für mich gelaufen. Schön wars alle wiederzusehen. Es hatte etwas sehr familiäres. Was gut ist. Und Spass macht. Bin schon sehr gespannt auf Tag 2. Hoffe dann natürlich auch endlich mal Herm und Philipp zu treffen. Und meine Demospezis Björn Grau und Malte wiederzusehen. Wo hat sich Mo versteckt? Mit Les Mads Julia bin ich auch lose verabredet. Und ganz viele andere unbekannte Gesichter zu bekannten Blogs will ich kennenlernen. Und wo steckt eigentlich Patsy Jones?



Synchronität der Ereignisse

Ich gucke die zweite Hälfte Schmidt und Pocher im Ersten, dann ist die Sendung vorbei. Ich zappe weiter und lande beim NDR, wo die Wiederholung schon seit 10 Minuten läuft. Also schon begann, als die Sendung (diesmal ausnahmsweise Live) noch lief. Es sind diese kleinen Momente, in denen ich Baff bin.



Zeigefingerenergiespirit

Es gibt immerwieder Dinge, die mich fassungslos machen. Und dann sitze ich da, ich der ich denke schon wirklich so ziemlich alles gesehen zu haben, und werde wieder eines besseren belehrt. Und dann fehlen mir wirklich die Worte. Und die Formulierungsmaschine in meinem Kopf wird angeworfen und ich grübel und grübel. Wie kann ich das, was ich da gesehen habe kommentieren? Es sollte ein wenig lustig sein, aber meiner Fassungslosigkeit auch genügend Ausdruck verleihen und euch klar machen, was ich gedacht oder besser nicht gedacht habe bei dem Anblick. Und ich überlege und überlege. Und dann habe ich den Geistesblitz. Es gibt nur eine mögliche Methode, den Wahnsinn zu beschreiben, ja, festzuhalten: Ein Transskript. Bitte sehr:

Ein Mann in einem blauen Jeanshemd, Thomas, sitzt in einem Studio. Er atmet schwer, nahezu hektisch. Man hat Angst das er hyperventiliert. Um das Bild herum ist ein goldener Rahmen. Auf dem Rahmen steht “Am Telefon: Sabine”. Wir hören sie nur aus dem Off, offensichtlich per Telefon.

Sabine: So ist gut. Genau. Geh in deine Mitte. Nichts kann dich umhauen. Nichts. Gar nichts. Du bist eine ganz wunderbare Seele die in einer Zeit so mutig vorangeht…Mach die Augen auf, Thomas. Versteck dich nicht.

Thomas atmet mittlerweile wieder ruhiger, blickt in die Kamera. Tränen stehen ihm in den Augen.

Sabine: Sei stolz auf dich, auf deine Crew…ja…das ist Telemedial.

Thomas wimmert, weint mittlerweile richtig.

Sabine: Ringe nicht mehr ums Geld. Dein Wert ist viel höher, und auch die Menschen die an deinem Tisch sind, und jemals waren und noch kommen werden.

Thomas weint. Absolute Stille im Studio, auch von den Menschen die mit ihm am Tisch sitzen. Er windet sich, will nicht leiden. Aber die Tränen fliessen. Sabine schweigt einen Moment lang, bevor sie mit entschlossener Stimme weiterspricht.

Sabine: Tiefe Berührung.

Thomas (mit tränenerstickter Stimme): Hat mich aber voll erwischt, ne?

Sabine: Naja…es ist vom Herz und das ist gut. Was du nicht selbst bist, wirst du keinen lehren können. Das ist live, das ist authentisch, das ist klar und das ist wahr.

Thomas (sammelt sich): Da war ich jetzt überhaupt nicht drauf gefasst, ne?

Sabine: Bitte?

Thomas: Da war ich jetzt überhaupt nicht drauf gefasst.

Sabine: Tja…(unverständlich). Was erwartest du..

Thomas (quatscht ihr rein): Mich hat das so…Mich hat das so berührt mit..oh..mit den Sachen die ich da gemacht hab..(fängt wieder an zu weinen, wird unverständlicher)..das hat wie jeder gemacht, weisch?….(unverständlich)..man hat mich immer nur für verrückt gehalten…

Sabine: Willkommen im Club, Thomas. Dich kann nur ein Verrückter anrufen. (kichert) So ist es. Die Menschen, die das tun, werden für verrückt erklärt. VER - Rückt, mit Bindestrich. Wir sehens nur ein bischen anders.

Thomas: Ich zieh jetzt, glaub ich, 65 Tage am Stück durch, ne?

Sabine: Ja. Weisst du, wenn sies nicht verdient hab…(Thomas fällt ihr erneut ins Wort)

Thomas: Alle zerren an mir nur und wollen, weisch? Alle zerren an mir nur und wollen. Jetzt (isch bei mir?) die halbe Personal raussen, jetzt isch bei einem 2 Tage später der Lohn kommen, der hat doch ni..so schlimm..(fängt erneut an zu weinen)..bin ich so schlimm, ne?

Sabine (versucht ihn zu beruhigen): Ich bitte dich, Thomas. Sammel dich bischen, Thomas.

Thomas: Isch so schlimm…Es ist so schlimm.

Sabine: Nichts ist schlimm. Nichts ist schlimm. Sammel dich. Du machst ne wunderbare Arbeit,
ihr alle macht so eine wunderbare Arbeit..und ihr seid so schön getragen. Atme schön, Thomas. A und O. Und lasst euch nicht irritieren von Menschen, die es nicht besser wissen.

Thomas: Es ist nicht nur des, damit kann ich gut umgehen, aber es…ähh…es sind solche, solche Mächte die…die…die, die Geld, die mit..die seit Jahren viel Geld durch Dienstleistungen von mir bekommen und sie ziehen überhaupt..niemand zieht mich falsch..nur..mit, mit, mit..(ein weiterer Weinkrampf bahnt sich an)…mit, mit, mit, mit 3, 4 Leuten, die mit mir das Ding tragen..der Rest wartet halt ab, was mit mir passiert, verstehst du?

Sabine: Hmm.

Thomas: Die lehnen sich alle zurück und sagen: “Das steht der eh nicht durch. Da warten wir und dann geht alles wieder weiter wie früher. Der Strom kommt aus der Steckdose. Verstehst du?

Sabine: Thomas? Würdest du ne Empfehlung annehmen von mir?

Thomas (brummt missgelaunt, lacht dann verzweifelt): Ja..?

Sabine: Okay. Dann nimm mal deine beiden Zeigefinger. (Thomas reagiert nicht) Mach bitte. (Er zeigt auf sich) Ne, halt se mal in die Luft. (Er hält einen gelangweilt hoch) Deine beiden Zeigefinger - in die Luft. (Er hält beide gut sichtbar hoch) Alle beide.

Thomas: So?

Sabine: Und jetzt geh mal an deine Mundwinkel. Geh ran! Mit den Zeigefingerspitzen…und jetzt zieh sie nach oben. Zieh sie hoch.. (Thomas macht es kurz, bricht ab, lacht aber) zieh sie hoch!

Thomas: Ich kann auch so lachen…

Sabine: Und jetzt lach! Lach!

Thomas (winkt ab): Ich kann auch lachen wenn ich heul..ich weiss doch das das gut wird, alles.

Sabine (hört ihm gar nicht mehr zu): Lach! Lach! Lach Thomas. Lach. Komm wieder hoch! Hoch mit dem Mundwinkel!

Thomas (schon slightly genervt): Ich kann doch net…

Sabine: Na klar kannst du. Du lachst doch schon! (sie lacht) Lach.

Thomas: Ich will das jetzt auch ausnutzen. Wenn ich schon im Fernsehen heul, dann will ichs auch gleich fertig machen.

Sabine: Dann lach auch. Lass uns heulen, lass uns lachen. So ist es! Und das ist keine Showeinlage, weil irgendein Regisseur sagt, jetzt müssen wir….

Thomas (hat wieder angefangen mehr zu weinen): Es ist so hart, ich sags dir, es ist so hart…

Sabine (hat das wohl auch mitbekommen, ermahnend): Wo sind die beiden Zeigefinger?

Thomas (hält die Zeigefinger demonstrativ in die Luft, alle am Tisch lachen, Sabine auch, Thomas nicht): Es ist so hart.

Sabine: Genau. Das können deine Teufel werden, die Hörner, oder das kann deine Mundwinkel hochziehen. Hm? Okay..

Thomas (hält sich die Finger wie Hörner hin): Der Teufel macht immer huwiiiiiiiiiiiiii…(lacht).

Sabine: Okay. Wenn du wieder, genau! Wenn du wieder jemand in der Leitung hast, der Teufelchen ist, dann ziehst du mit den Zeigefingern deine Mundwinkel hoch.

Thomas: Du, mit den Anrufern, das hat mich noch nie gestört. Des wär falsch verstanden, desch ist für mich immer gut, auch was da an E-Mails kommt, des krieg ich alles mit. Es geht hier…ich brauch…ne Truppe mit dem Spirit. Ich hab keine Belegschaft die den Spirit hat. Ich hab keine Belegschaft die den Spirit hat, verstehst du?

Sabine (quatscht rein): Du brauchst ein paar Verrückte auf Deutsch, ne? (kichert)

Thomas: Und alle wünschen mir immer nur “Halt durch, halt durch!” und beobachten mich ausm Sofa. “Halt durch, halt durch” und die Menschen die mit mir schaffen, die sind an die Grenze, verstehst du? Die sind an die Grenze. Diese Frequenzerhöhung und des Ding, des zieht einfach durch, ich hatte gar keine andere Wahl, das war einfach der Weg. Das ganze Beratungsgeschäft mit dene Kartenleger, das ist nicht mehr glaubwürdig, das will niemand mehr, das war einmal ein netter Hype, aber man braucht keine Karten mehr. Das ist vorbei….das ist vorbei…diese…diese Karten, das war mal nett um die Leute ein bischen für das Thema zu interessieren, ne?…

Sabine: Es werden immer die Menschen zu dir kommen, auch von ihrem heimischen Wohnzimmer aus, die dir Energie geben. Das du einmal Druck ablassen kannst. Das konnstest du jetzt am heutigen Abend…und auch die anderen am Tisch, die sind ja auch energetisch so stark..und ich bin mir sicher, der Hartmut wird sicher heute Abend noch in die Tasten hauen, da freu ich mich schon drauf. Und dann hast du wieder die Finger. Oder du spielst selber Klavier! Gestern Abend - so wunderschön! Musik trägt. (Ein Geräusch, dem des Telefonauflegens nicht unähnlich ertönt)

Ende.

Wer das mal alles sehen will, bitte sehr. Und durch wen bin ich drauf gekommen? Natürlich. War ja wieder klar.



Kurze und schnelle Frage

Wäret ihr in eurem Kommentarverhalten hier auf dem Weltfrieden zurückhaltender, wenn ich so eine Kommentarverifizierung einschalten würde (also, das man vor dem Kommentar abschicken noch so Buchstaben eintippen muss oder sowas?)? Ich könnte damit zumindest Spamkommentare super eindämmen.



Dringende Frage:

Wie heissen “Geheimratsecken” auf englisch?
P.S.: Ich pownce das jetzt noch…:)

Danke Michael, danke Dartha (via…ihr wisst schon), danke Deeli! Rätsel gelöst, Weltfriedenleser sind die allertollsten!



…wie sie fallen.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ich hoffe ihr habt euch auch schon was ausgedacht….Und ich spreche nicht vom Themenfreitag!



Wouldnt it be nice? - Wie die Popmusik durch New Hollywood den Film erobert hat.

Inhalt:
1. Einleitung: Wie kam die Popmusik ins Hollywoodkino?
2. Historische Verordnung
2.1 New Hollywood
2.2 Popkultur in Zeiten des Vietnamkriegs
3. Wechselwirkungen zwischen New Hollywood und Flower Pop
3.1 Der Regisseur Hal Ashby
3.2 Harold and Maude
3.2.1 Konterkarierung und Aufbruch
3.2.2 Der Authentizitätsfaktor
3.3 Shampoo
3.3.1 Musik als Kommentar
3.3.2 Originalmusik als Kontrast
3.3.3 Popwissen als Kommentar
3.4 Vergleich der beiden Filme: Pop spricht
4. Pop und Kino in der Gegenwart
4.1 Popmusik als Zeitanker
4.2 Popmusik als Coolnessbehälter
4.3 Popmusik als Zitat
4.4 Popmusik als Vehikel
5. Fazit: Die Evolution des Pop in Hollywood
6. Literaturverzeichnis
7. Filmverzeichnis
8. Anhang: Sequenzanalysen

Und?
BESTANDEN!!!

(Nächste Woche erfahre ich mehr im Einzelgespräch)